Freitag, 4. März 2011

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 72, 73+74)

Letzte Woche gab es in Kapitel 71 eine Zusammenfassung der Ereignisse rund um Colettes Ermordung aus der Sicht von Ellen Byrne. Und da unsere Superanwältin Joanna durch diesen Bericht auf den einen oder anderen neuen Gedanken kam, hat sie auch gleich ein paar Fragen an die beiden "Ermittler" Ronan und Jim weitergeleitet. Diese Woche geht die Geschichte erst einmal in der Vergangenheit weiter …

Perspektivwechsel: Kapitel 72 wird aus der Sicht von Catherine Brennan und Agnes Kilmartin erzählt

Agnes ist gerade erst von einem unfreiwilligen Aufenthalt bei Ivans Familie zurückgekehrt und wundert sich, weil ihre Freundin Catherine für sie nicht erreichbar ist. Also parkt sie ein paar Tage später den Sohn beim Kindermädchen und fährt die Freundin besuchen. Auf der Fahrt denkt sie noch darüber nach, dass Ivan sie seit der Geburt des Kindes in Ruhe lässt und ihr nicht mal das Auto nimmt, so dass sie relative Freiheit genießen kann. Bei Cats angekommen fällt ihr mal wieder auf, wie schäbig die Freundin doch wohnt und bekommt gleich ein schlechtes Gewissen, weil es ihr finanziell so gut geht. Aber schließlich wollte Catherine von Agnes nie Geld annehmen …

Nach einigem Klopfen macht Cats dann auch die Tür auf und sieht schrecklich ausgemergelt aus, so dass sogar Agnes denkt, dass da was passiert sein muss. Na ein bisschen "Wie geht es dir und warum siehst du so schlecht aus?"-Geplaudert rückt Cats mit der Sprach raus:
"Ehrlich gesagt gehe ich dir aus dem Weg, Agnes. Ich weiß einfach nicht, wie ich dir erzählen soll, was passiert ist."
Agnes fühlte, wie ihr Herzschlag sich beschleunigte. "Je eher ich es weiß, umso besser können wir nach einer Lösung suchen."
"Es ist wirklich schwer für mich. Ich weiß ja, dass du Ivan hasst, aber immerhin ist er doch dein Mann …"
"Cats, jetzt hör endlich auf, um den heißen Brei herumzureden …"
"Ich … er hat mich vergewaltigt, Agnes. Ivan hat mich vergewaltigt."
Agnes zeigt sich natürlich angemessen entsetzt und erschüttert und ist bereit ihrem Mann als Strafe die Augen auszukratzen. Außerdem will sie natürlich wissen, ob Catherine ihrem Mann Bill alles erzählen wird, wenn er zurückkommt (wo auch immer Bill gerade sein mag). Doch Cats hat beschlossen, dass sie ihren Liebsten damit nicht belasten will. Und sie verbietet Agnes Ivan die Augen auszukratzen, obwohl diese sich so schuldig fühlt, weil ihre Affäre mit Harry ja zu Ivans Verhalten gegenüber Catherine geführt hat. Doch Cats meint:
"Bitte, Agnes, sag und tu nichts. Ich möchte nicht, dass er glaubt, er habe die richtige Strafe für mich ausgewählt. Heißt es nicht immer, dass die beste Rache ein glückliches Leben ist? Genau das gilt auch für mich. Meinen Stolz hat er nicht gebrochen. Zur Hölle mit ihm!"
Nun fing Agnes zu weinen an. "Oh, Cats. Du bist so tapfer! Bist du sicher, dass ich nichts weiter für dich tun kann?"
Catherine legte ihren Arm um die Freundin. "Für mich ist es schon viel wert, dass du da bist. Mehr brauche ich nicht. Und nun trinken wir unseren Tee, bevor er kalt wird."

Kapitel 73

Ronan besucht Joanna im Büro – und diese ist so in ihre Arbeit vertieft, dass sie Mary benötigt, damit sie ihren Liebhaber überhaupt bemerkt. Der Detektiv hat in England endlich die Hebamme ausgemacht, die Colette damals bei der Entbindung geholfen hatte. Die werdende Mutter und ihre Begleiterin bestanden damals auf eine Hausgeburt und dabei lief auch alles glatt. Ein paar Tage nach der Geburt des (gesunden) Kindes, wollte die Hebamme noch einmal nach dem Rechten sehen, doch da waren die drei schon ausgeflogen.

Während Joanna wieder einmal von all den ungeklärten Fragen fast erschlagen wird, hat Ronan eine Theorie entwickelt: Könnte es nicht sein, dass Maura das Kind ihrer Schwester als ihr eigenes ausgegeben hatte? Schließlich hatte Maura – laut Aussage der Nachbarin – damals vor ihrer Abreise noch ihre Geburtsurkunde aus dem Haus geholt. Nur hat sie anscheinend das Kind dann weder auf ihren Ehe- noch auf ihren Geburtsnamen registrieren lassen.

Und da sie in ihrem Fall nicht weiterkommen, fragt Ronan Jo nun, ob sie ihn vermisst hatte – doch bevor die Anwältin antworten kann, kündigt Mary einen neuen Besucher an und Tom Kilmartin betritt das Büro! (Ich bin sicher, die Autorin hatte sich an dieser Stelle dramatische Musik vorgestellt.)

Als Tom sich dann neben Ronan auf einen Besucherstuhl setzt, muss Joanna für einen  Moment an Orlas Gerede über einen flotten Dreier auf dem Büroteppich denken – und darf sich dann für die anwesenden Herren eine Erklärung ausdenken, warum sie so rot geworden ist …

Kapitel 74

Joanna besucht ihre Mutter Catherine im Pflegeheim. Leider ist die alte Dame so verwirrt wie eh und je und erzählt ihrer Tochter als erstes, dass sie wohl bald gesund genug ist, um entlassen zu werden, und dass sie erst gestern mit Agnes telefoniert hat. Ihre Tochter versucht darauf einzugehen und ihrer Mutter ein paar Informationen zu entlocken. Und wirklich bekommt sie von Catherine klar gesagt, dass Ivan nicht der Vater von Tom ist. Catherine hatte Agnes schon nach Ivans Tod gesagt, dass sie Tom endlich die Wahrheit sagen müsste, aber diese hatte Angst vor der Reaktion ihres Sohnes und hatte statt dessen nur einen langen Brief geschrieben, den Cats in Verwahrung genommen hat.

Als Jo ihre Mutter direkt fragt, ob Harry Sweeney Toms Vater sei, beginnt Catherine zu singen:
"Lass uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freu’n.
Lustig, lustig, trallerallera
Bald ist Weihnachtsabend da …
Dann stell’ ich den Teller auf …"
(Ich steh ja auf diese dezenten Hinweise in der Geschichte … *seufz*)

Um ihre Mutter abzulenken, fragt Joanna nach Harry und seiner Frau und ob diese über alles Bescheid gewusst hätte. Darauf hin bekommt sie nicht nur die Auskunft, dass Maura von all dem gewusst hatte, sondern auch, dass sie letzte Woche dagewesen wäre und gemeint hätte, man müssen den Kindern nun endlich alles sagen. Und auch sie hätte Angst, davor wie die Reaktionen auf diese Enthüllungen ausfallen würden.

Doch mehr will Catherine nicht sagen, bevor sie nicht mit Agnes gesprochen hat, was Joanna etwas zu Verzweiflung bringt. Sie glaubt ja, dass ihre Mutter Dokumente von Agnes in Verwahrung hat und dass Tom nicht Ivans Sohn ist, aber die Vorstellung, dass Maura letzte Woche bei ihrer Mutter war, übersteigt ihr Vorstellungsvermögen. Also verabschiedet sie sich und geht voller trüber Gedanken davon.

Sie muss Tom von all den neuen Erkenntnissen (welche das auch immer sein mögen) informieren, zumindest wenn dieser sich von Sashas Hintern trennen kann. Und bei der Vorstellung von Sasha und Tom – und dass dieser seiner neuen Freundin vielleicht den Gartenteich zeigen könnte, wird Jo richtig niedergeschlagen, obwohl sie doch mit Ronan einen so tollen und aufmerksamen Liebhaber hat.

Doch eine Krankenschwester, die ihr hinterhereilt reißt die Anwältin aus ihren Gedanken und fragt sie, ob sie der Besucherin, die letzte Woche Jos Mutter aufgesucht hatte, das Schmuckstück zurückgeben könnte, das diese im Pflegeheim verloren hatte. Die Dame hätte schon angerufen, weil sie es schon vermisst hatte, doch zu dem Zeitpunkt hatten sie das Schmuckstück noch nicht gefunden. Und während Jo ihre gierigen Fingerchen um das Kreuz schließt, überlegt sie, ob sie damit die geheimnisvolle Besucherin ausfindig machen könnte …

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