Freitag, 17. September 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 24)


Eine Liste der handelnden Personen findet ihr hier: Charakterübersicht

Kapitel 23 bot uns noch einmal eine „schöne“ Szene mit Declan, der nun von Sasha rausgeworfen wurde, nachdem sie ihm bei seiner Lügerei auf die Schliche gekommen war. Dabei hat er einen großen Verlust in Form seiner Autogrammsammlung durchleiden müssen … Hoffentlich sind wir den Prachtkerl jetzt mal los und können uns dafür wieder auf die eigentliche Handlung konzentriere!


Kapitel 24

Joanna, unsere allseits beliebte Staranwältin, hat einen Termin! Das ist ja eigentlich schon ein Ereignis für sich, aber noch bemerkenswerter ist, dass sie sich mit jemandem von der Gewerkschaft verabredet hat, der ihr hoffentlich Auskunft über Harry Sweeney geben wird.

Doch der Gewerkschaftssekretär George Mullan hat nur Harrys Akte für Jo, kann ihr aber immerhin sagen, dass der Name seiner Frau Maura war. Allerdings fällt ihm dann noch ein, dass es noch einen Kollegen gibt, der Harry gut kannte, und den man ja mal telefonisch herbestellen könnte. Währenddessen trinkt unsere Anwältin Tee …

Bei solchen Szenen frage ich mich ja immer, ob die Autorin verzweifelt einen bestimmten Umfang für ihr Buch vor Augen hatte.

Kurz darauf betritt Colman Donnelly das Büro und ist höchst erfreut darüber, dass da eine Anwältin ist, die Harrys Fall neu aufrollen will. Leider muss Jo ihn dann darüber aufklären, dass es sich bei ihrem Anliegen nicht um eine Strafsache, sondern um einen Erbschaftsfall handelt.

Colman ist total verwirrt, denn Harry und seine Frau hatten gar keine Kinder, obwohl sie sich doch so sehr welche gewünscht hatten. Das weiß er noch ganz genau, weil der Kollege ihn und seine Frau Rose immer um ihre drei Söhne beneidet hat. Jupp, das ist der Beweis! Hör auf zu ermitteln, Jo! Die Sache ist geklärt! ;)

Der alte Herr ist sich auch sicher, dass er davon gehört hätte, wenn Maura doch noch schwanger geworden wäre oder wenn Harry und seine Frau ein Kind adoptiert hätten. Das hätte Harry bestimmt nicht für sich behalten können. Und da die beiden eng zusammengearbeitet haben, bis Harry verhaftet wurde, ist sich Colman sicher, dass er bei Harrys Privatleben immer auf dem aktuellen Stand war. Auch ist er fest davon überzeugt, dass sein Kollege seine Schwägerin Colette nicht ermordet hat. Denn 1. konnte Harry keiner Fliege etwas zu leide tun und 2. mochte er seine Schwägerin – und außerdem ist Colman davon überzeugt, dass sein Kumpel damals hereingelegt wurde.

Als Joanna ihn um mehr Details zu Harry bittet, kann Colman aber auch nichts mehr verraten. Nur ist er sich sicher, dass da nie eine andere Frau als Maura gewesen sein kann, da sein Kumpel schließlich Prinzipien hatte. Außerdem kannten sie sich fünfzehn Jahre und da wüsste man doch, wenn der andere fremd geht, zumindest wenn er es nicht total verheimlicht hätte. Nun ja …

Immerhin bekommt Jo noch eine weitere Information, die das Rätsel aber nicht lösbarer für sie macht. Denn Colman meint, dass sie doch Maura – wenn sie Harrys Frau denn finden sollte – ausrichten müsste, dass sie mal vorbeikommen soll. Denn schließlich hätte sie Anspruch auf das Geld aus Harrys Lebensversicherung. Aber da niemand sie seit dem Tod ihres Mannes gesehen hätte, hätte man es ihr nicht auszahlen können. Bei der Beerdigung war sie übrigens auch nicht, obwohl alle Gewerkschaftler ihren Kumpel zur letzten Ruhe begleitet hätten. Vermutlich war Maura schon kurz vor Harrys Verhaftung nach England gegangen …

Und als Jo noch etwas nachbohrt, wer denn einen Grund gehabt hätte, Harry etwas anzuhängen, meint der Gewerkschaftler, dass der in den Sechzigern genug Feinde hatte. Es gab keinen Bauunternehmer, der ihn nicht gehasst hätte, da er auf die Einhaltungen der Sicherheitsvorschriften auf den Baustellen achtete und eine anständige Bezahlung für die Arbeiter forderte. Man hatte ihm regelmäßig Schmiergelder angeboten, aber Harry wollte so ein Judasgeld einfach nicht annehmen.

Zurück in ihrer Kanzlei ruft Jo Tom an und erzählt ihm, dass sie den Namen von Harrys Frau herausgefunden hat. Außerdem gibt sie weiter, dass das Ehepaar keine Kinder bekommen konnte und dass Harry ein netter Kerl gewesen sein muss. Vor allem letzteres beruhigt ihren Klienten sehr, da seine Mutter schließlich das Grab mit diesem Mann teilt … Äh, ja …

Doch dann schlägt Tom vor, dass sich Jo Hilfe bei dem Fall besorgt, da das ja alles zu viel für sie werden könnte. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Anwältin gerade versucht sich eine Kanzlei aufzubauen. Doch Jo schmettert diesen Vorschlag ab, da sie das Ganze als eine persönliche Sache ansieht (sehr professionell, Frau Anwältin). Immerhin denkt sie darüber nach einen Privatdetektiv zu engagieren, den Tom natürlich gern finanzieren wird.

Aber weitere Hilfsangebote von Tom lehnt sie ab, der sich natürlich gleich gekränkt fühlt, weil er das ja nur anbot, damit sie miteinander spielen … äh … Zeit miteinander verbringen können. Doch Jo kann seine Hilfe nicht annehmen, weil sie sich dafür schämt, dass sie bislang so wenig herausgefunden hat. (Himmel, etwas Verstand würde beiden nicht schaden!)

Immerhin startet Tom einen weiteren Versuch über das Arbeitszimmer seines Vaters. Er guckt ja fleißig Papas Papiere durch, aber er kann einfach nicht beurteilen, ob etwas wichtig ist oder nicht. Ob Jo nicht vorbeikommen und mitgucken könnte? Er würde auch kochen!

Jo würde natürlich am Liebsten alles stehen und liegen lassen, weil Tom so großartig kocht und sie ihm in die Arme fliegen will und sowieso … Aber leider hat ihre fleißige Sekretärin Mary doch glatt Termine für sie ausgemacht und zum Friseur müsste sie vor einem Treffen mit Tom auch (Man reiche mir bitte eine Kopfschmerztablette!), so dass sie Tom mit einem „ich muss erst einmal in meinen Terminkalender gucken“ abwimmelt.

So fühlt sich Tom – verständlicherweise – mal wieder abgespeist, während Jo und ich nach dieser Szene den Tränen nahe sind.

Kommentare:

sayuri's exile hat gesagt…

Ich bin den Tränen auch nah - ich weiss nicht - wieso. Entweder vor lachen oder weil ich den Charakter von Jo so gnadenlos flach finde... Hach je... Ich glaube, Deine Theorie zur Länge des Buches _könnte_ richtig sein...
*seufz* Wo kriegt man hier den Whiskey ;) (Wobei die gesammelten Declan-Kapitel natürlich noch viel bewegender waren *lach*)

Winterkatze hat gesagt…

Mit Whiskey kann ich leider nicht dienen, aber mit heißem Tee, Schmerztabletten und Schokolade. ;)

Declan ist einfach ein Fall für sich, aber Jo ... und Tom ... und all die anderen Figuren sind soo ... Ich kann doch nicht jede Kapitelzusammenfassung mit "XY hat im letzten Kapitel wieder bewiesen, dass sie/er ein Idiot/dumm/selber Schuld ist" beginnen! *sniff*

Natira hat gesagt…

*reicht auch Sayuri einen Glenfiddich, schaut sich nach Irina um - stellt ihr sicherheitshalber auch ein befülltes Glas hin - und prostet Sayuri zu*

"Doch dann schlägt Tom vor, dass sich Jo Hilfe bei dem Fall besorgt, da das ja alles zu viel für sie werden könnte."
Genau, die arme Jo ist ja völlig überarbeitet und weiß vor lauter Mandaten nicht, wohin sie schauen soll!

*überlegt,ob Schläge auf den Hinterkopf fiktiver Charaktere deren Denkfähigkeit erhöhen würde*

Bibendum hat gesagt…

Ich möchte eine Selbsthilfe-Gruppe gründen. Wer macht mit?

Ich fange mal an: "Hallo, mein Name ist Bibendum und ich bin Alkoholikerin geworden, weil ich die Charaktere in 'Kapitelweise' nur mit Whiskey ertrage."

In diesem Sinne, schönes Wochenende und Prost!

Natira hat gesagt…

Hallo mein Name ist Natira und mein Glenfiddich-Vorrat schrumpft in bedenklicher Weise, seit ich von Linda Kavanaghs Roman "Meinem Herzen so nah" weiß...

Irina [Bücher über alles] hat gesagt…

Entschuldigt die Verspätung, aber jetzt bin ich hier! Hab ne Flasche Talisker mitgebracht! *gulp* ;)

Natira hat gesagt…

:)

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: *überlegt,ob Schläge auf den Hinterkopf fiktiver Charaktere deren Denkfähigkeit erhöhen würde*

Vielleicht würde es ja helfen, wenn ich das Buch kräftig auf den Tisch haue. Aber das bringe ich selbst bei diesem Machwerk nicht über mich. ;)

@Bibendum: Selbsthilfegruppe ... Du auch noch?!

Guten Tag, mein Name ist Winterkatze - und ich habe meine Bloglese zu Alkohol und Schmerzmitteln getrieben ... *schluchz*

Natira hat gesagt…

Oh, nein, liebe Winterkatze! Du doch nicht, das war die bö... äh die Autorin! Ich hatte ja schon vermutet, daß sie einen Deal mit Whiskey-Industrie hat ...

Bibendum hat gesagt…

Winterkatze, Du trägst eindeutig keine Schuld an unserem Alkoholkonsum!

Es ist nur die Unfähigkeit der Hauptdarsteller in dem Machwerk, das Du uns näher bringst.
Ich finde es auch weniger schlimm, den Freitag mit einem guten Tropfen zu begehen als immer mit dem Kopf auf die Tischplatte zu schlagen. Stell Dir mal vor, wie wir sonst alle aussehen würden, mit den Beulen am Kopf. ;) So machen wir einfach eine Party davon.

Danke, dass Du das Buch für uns ertragen hast und für uns aufbereitest!

Winterkatze hat gesagt…

@Natira und Bibendum: Da bin ich aber froh, dass ihr beide mir keine Schuld an eurem Freitagabend-Schluck zuschreibt. ;)

Stimmt, Bibendum, so lauter beulige Köpfe wären wohl kein schöner Anblick! Dann lieber eine Party! :D

Und das Buch ist viel lustiger, seitdem ich es für bzw. mit euch lese! ;)

evi hat gesagt…

@Selbsthilfegruppe:
Guten Tag, mein Name ist Evi, und das Lesen von "Kapitelweise" hat mich sprachlos gemacht, mir fehlen die Worte angesichts des Schwachsinns, den die Autorin Fr. K. verzapft.
Dabei war ich doch früher mal so kommunikativ!

Natira hat gesagt…

@Winterkatze:
Ich bevorzuge auch die lustige Party ;)

@Evi
Willkommen! Du bist nicht allein!

Winterkatze hat gesagt…

*Schieb Evi ein Glas und ein Stück Schokolade zu*

Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe! :D

evi hat gesagt…

Und jetzt macht mich die Selbsthilfegruppe auch noch zum Alkoholiker!
Schokoholiker bin ich eh schon :-)

Winterkatze hat gesagt…

@Evi: Ich habe nur von den anderen auf deine Bedürfnisse geschlossen. Vor mir würdest du sonst eher einen heißen Tee bekommen. ;)

*schiebt Evi einen Beruhigungstee rüber* *kicher*

SusiB hat gesagt…

Ups, ich glaube, ich muß mich eurer Selbsthilfegruppe anschließen. Was für ein sinnloses Buch das ist!

Winterkatze hat gesagt…

Okay, ich glaube, so langsam sind wir genug Personen, um einen Raum zu mieten - ich sorge dann schon mal für Beruhigungstee und Kissen für die Anti-Auto-Agressions-Therapie. ;) Oder soll ich dafür lieber das Buch mitbringen?

Natira hat gesagt…

*ein Raunen*
Kissenparty ...
wahrscheinlich sogar mit Alkohol
vielleicht auch mit Buch zum direkten Agressionsabbau
*weiteres Raunen*
klingt irgendwie bacchantisch ... :)

Winterkatze hat gesagt…

*kicher*

Natira hat gesagt…

Da bin ich ja mal neugierig auf morgen ... :)

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