Freitag, 6. August 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 15+16)


Im dreizehnten Kapitel durfte der Leser Dr. Gary Culhane kennenlernen, dessen Hund Bruce angeblich die Nachbarin gebissen hat, der dafür von ihrem Ehemann angezeigt wurden und nun hofft, dass Joanna seinen Brucie vor dem Einschläfern bewahren kann.

Und weil das ganze so übersichtlich war, gab es letzte Woche für euch auch noch das vierzehnte Kapitel, in dem Harry Sweeney seiner Frau Maura erzählte, dass er sie verlassen würde.

Kapitel 15

Zeitlich sind die folgenden Szenen direkt hinter Kapitel 13 einzuordnen: Orla und Joanna befinden sich auf der Geburstagsparty des „Celebrity“-Magazins. Orla hat - obwohl das Ganze erst vor einer Stunde anfing – schon mit allen wichtigen Leuten geredet, der Fotograf hat schon alle nötigen Fotos geschossen und nun können sich Jo und ihre Freundin vergnügen … Nein, ich möchte mir auch keine Gedanken über Orlas berufliche Zukunft machen! Aber sie könnte wohl auch eine Mary gebrauchen, die ihr mütterliche Strafpredigten hält.

Während Orla sich darüber aufregt, dass alle Männer um den Hintern von Sasha herumschwirren, versucht Joanna sich die lästigen Langweiler vom Hals zu halten.


„Schau dir nur diese kleine Schlampe Sasha an. Komm einmal hier herüber“, murmelte Orla leise, als sie Joanna beiseite nahm. „Die dort in dem hautengen Rock. Wenn man das überhaupt als Rock bezeichnen kann. Durch den Zoll käme das jedenfalls mit dieser Deklaration nicht!“
„Was? Die!“, rief Joanna erstaunt aus. „Die sieht ja nach gar nichts aus! Was findet ein Mann an so einer schon interessant?“, fügte sie im Gefühl tiefster Solidarität mit ihrer Freundin hinzu. „Ihre Hinterfront wirkt natürlich einladend. Die ist wirklich gigantisch!“
„Das ist wohl das Geheimnis ihres Erfolgs“, meinte Orla. „Immerhin hat sie mit ihrem Hintern die Hälfte der hiesigen Zeitungsredaktionen auf Touren gebracht. Declan Dunne eingeschlossen.“


Ähm, ja, ich glauben, nun habe auch ich kapiert, dass Sasha einen dicken Hintern hat und dass alle Männer darauf stehen … *ohje*

Bevor sich die beiden Damen noch weiter über das Thema ereifern können – naja, genau genommen wünscht sich Orla nun, sie hätte einen ihrer One-Night-Stands mitgebracht, damit es nicht so aussieht, als ob sie alleine auf der Party wäre – kippt Orla ihren Drink über Joanna und Jo begegnet Doc Gary.

Natürlich tut Orla so, als ob sie noch nie von Garys Hundeproblem gehört hätte, denn „sie und Joanna achteten immer peinlich darauf, niemanden merken zu lassen, dass sie sich gegenseitig in alle großen und kleinen Geheimnisse einweihten. Für beide war Vertraulichkeit schließlich einer der Stützpfeiler des Erfolges.“ (Ähm, ja, so hätte ich das jetzt auch formuliert … )

Und da sich der Doc und Orla so gut verstehen, verschwindet Jo zu den Toiletten, um sich ihr Kleid zu reinigen. Wie es der Zufall so will, muss sie etwas warten und belauscht dabei ein Gespräch zwischen Sasha und einer Freundin (so von Klokabine zu Klokabine). Sasha erzählt, dass sie und Declan die Hände nicht von einander lassen können, dass sie eine größere Wohnung suchen, dass es zwischen Orla und ihm nie etwas ernsthaftes war, dass sie erwartet, dass Declan sich zu Weihnachten mit ihr verloben wird – und dass es gut ist, dass Declan heute Nachtschicht hat, denn so kann sie sich an den Zeitungsherausgeber Seamus McGrath heranmachen.

Da Sasha anscheinend wirklich Eindruck auf Seamus macht, darf sie kurz darauf sogar die Kerze auf der Geburtstagstorte ausblasen, die zur Feier des „Celebrity“-Magazins hereingetragen wurde. Und während sich Sasha mit gespitzten Lippen über die Torte beugt, kann Joanna nicht widerstehen und lupft das Knie so weit an, dass sie damit Sashas üppigen Hintern erwischt, so dass diese quer über der Torte landete.

Leider hat Orla von diesem blamablen Auftritt gar nichts mitbekommen, denn diese war immer noch in ein intensives Gespräch mit Doc Gary verwickelt. Während Jo sich noch darauf freut, was für ein Gesicht Orla machen würde, wenn sie von Sashas Patzer (der natürlich von Eoin dem Fotografen festgehalten worden war) erfahren würde, geht ihr schon die Frage durch den Kopf, ob das zwischen der Freundin und dem Arzt nicht was ernsthaftes werden könnte.

Uff, mit diesem Gedanken beenden wir das fünfzehnte Kapitel, dass mich irgendwie rundum an das Schulhofverhalten pubertierender Zicken erinnerte – die wiederum kenne ich eigentlich nur aus billig gemachten amerikanischen Jugendfernsehserien und nicht aus dem realen Leben. Womit auch geklärt ist, welch hohes Niveau dieser Roman erreicht … *schauder*


Kapitel 16

Der Tag nach der Party beginnt für Joanna wieder mit Kopfschmerztabletten. Dafür aber auch mit dem befriedigenden Gefühl, dass Sasha genau das bekommen hat, was sie verdient.

Außerdem haben – laut der braven Mary-Mutti – drei weitere potenzielle Klienten angerufen, darunter ein Anwalt, der Rat in einer rechtlichen Sache sucht. (Okay, das klingt nun wirklich arg unglaubwürdig!) Immerhin bietet dieser letzte Anrufer Jo und Mary die Möglichkeit noch einmal darüber zu reden, dass unsere tolle Anwältin wirklich so gar nichts für Freddy O’Rourke übrig hat, egal wie sehr er auch hinter ihr herhecheln mag!

Kaum hat sie sich an ihren Schreibtisch gesetzt klingelt das Telefon. Die Anruferin ist Orla – und sie fordert Jo auf sich sofort die Abendzeitung zu besorgen. Also flitzt Joanna zum Kiosk um die Ecke, kauft zwei Zeitungen (schließlich muss Mary mitversorgt werden) und schon amüsieren sich die drei Damen über den Anblick von Sashas Hintern über der Sahnetorte.

Noch verrät Jo Orla nicht, wieweit sie an diesem Vorfall beteiligt war, sondern genießt noch etwas die Vorfreude auf die Reaktion der Freundin.

Außerdem muss sie natürlich fragen, wie es mit Orla und Gary weitergegangen ist (denn Jo musst wegen ihrer Katze Devil, die abends nicht nach Hause gekommen war, früher die Party verlassen. Natürlich saß Devil dann bei Jos Heimkehr vor der Haustür und natürlich hat Jo wieder einmal beschlossen, dass es Zeit zur Kastration sei – und ebenso natürlich will ich lieber nichts über Jos Qualifikationen als Katzenbesitzerin schreiben). Doch mit Gary lief erst einmal gar nichts. Denn obwohl er alle Gelegenheiten der Welt hatte, hat er Orla nicht nach einem Date gefragt – und so bleibt für die verlassene Journalistin nur der Trost, dass sich Sasha an diesem Abend in der Torte wälzte.

Nunja, für mich ist das ein etwas unbefriedigendes Kapitelende, aber bestimmt wird das nächste wieder deutlich spannender verlaufen, da es uns dann wieder in die Vergangenheit verschlägt … *dumdidum*

Kommentare:

evi hat gesagt…

Oh mann, ist das vielleicht ein Quatsch! Das wird ja immer schlimmer, die Autorin lässt aber auch wirklich keine Peinlichkeit aus, oder? Die Tortenaktion und belauschte Klogespräche - das ist ja unterste Chick-Lit-Schublade ;-)

Natira hat gesagt…

Verzeih mir meine Frage, liebe Winterkatze, aber ... Wieviele Kapitel hat das Buch noch einmal?

Die buchstäblich reizenden Zitate und Charakterhandlungen, mit denen Du uns versorgst, lassen meine Augen tränen ...

Winterkatze hat gesagt…

@Evi: Bestimmt dachte sie, dass sie diese wahnsinnig spannende Geschichte noch etwas auflockern müsste! ;) Klo und Torte erinnern mich eher an diese seichten 80er-Jahre-Teenie-Komödien, die man nach dem ersten Mal sehen auf gar keinen Fall noch einmal ertragen konnte. ;D

@Natira: Sehr sehr viele Kapitel! Und ich hatte schon mal gesagt, dass ihr meine Freitagsbeiträge auf eigene Gefahr lest! ;)

Natira hat gesagt…

*räusper*
ok ... ähm ... wenigstens werden so etwaige Fremdkörper aus den Augen gespült *Optimismus zusammenkratzt*

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Ach, das ist doch alles noch ganz harmlos - es gibt viel schlimmere Geschichten! :D Wobei ich die Kavanagh gerade deshalb so unerträglich finde, weil es nur blöd und nicht mal so richtig grauenhaft ist. Irina oder Susi haben da ja ein viel besseres Händchen mit ihren Liebesromanen. :D

Natira hat gesagt…

Also, ich finde auch dieses Büchlein "dramatisch" genug ;)

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Dir fehlen die Fahnenstangen und Schlammbäder nicht? Dann kann ich ja beruhigt sein und euch weiterhin am Freitag diesem Wunderwerk "erfreuen". :D

irina hat gesagt…

Blutbäder, bitte, nicht Schlammbäder! *kicher*

irina hat gesagt…

(Merkste, bei der "Fahnenstange" bin ich direkt aufgeschreckt! *lach*)

Winterkatze hat gesagt…

@Irina: Hihi, so verlockt man dich also zu Kommentaren! Und die Schlammbäder waren eine - zugegeben sehr feine - Anspielung auf Susis "Sex im Schlamm"-Szene bei den Büchern, die man nicht lesen kann. ;)

irina hat gesagt…

Oh … Dann nehm ich das mit dem Blutbädern zurück, obwohl sie so gut zur Fahnenstange gepasst hätten! ;)

Und ja, erwähnt man irgendwo Fahnenstangen, trete ich augenblicklich auf den Plan! Da hält mich nix mehr! *lach*

Kommentar veröffentlichen

Kommentare bei Posts, die älter als sieben Tage sind, werden von mir moderiert, um das Spam-Aufkommen in Grenzen zu halten.