Freitag, 30. Juli 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 13+14)


Nachdem Joannas Sekretärin Mary im zwölften Kapitel dafür gesorgt hat, dass ihre Chefin (trotz Kater aufgrund der mit ihrer Freundin Orla durchzechten Nächte) ausnahmsweise mal an die Arbeit geht, durften wir erleben, wie Tom darüber aufgeklärt wurde, dass seine Mutter Agnes ihr Vermögen nicht nur ihm, sondern auch noch den eventuellen Nachfahren des wegen Mordes verdächtigten Harry Sweeney hinterlassen hatte. Trotz des Schocks erweist sich Tom als Gentleman und verabschiedet sich am Ende von Joanna mit einem Handkuss, der unsere Staranwältin regelrecht aus den Puschen haut. :D

Kapitel 13

Das dreizehnte Kapitel beinhaltet gleich wieder eine Überraschung für uns Leser, denn Joanna arbeitet! Jawoll! Ohne Kater, ohne Zwang von außen, sitzt sie in ihrem Büro und redet mit einem neuen Mandanten!

Dr. Gary Culhane ist ein richtig netter junge Mann – Arzt, Mitte dreißig, mit blondem Haar und einem sympathischen Lächeln (hm, ich glaube, die Autorin hat vergessen seine Körpergröße anzugeben, aber wir wollen heute ja nicht so kleinlich sein!). Sein Hund Bruce (Wer bitte nennt seinen Hund Bruce?) hat angeblich ganze Fleischbrocken aus dem Arm seiner Nachbarin gebissen, aber das will Gary nicht glauben, denn Bruce tut keiner Fliege etwas zu Leibe. Leider kann der gute Doktor nicht als Augenzeuge herhalten, denn er war am fraglichen Tag leider nicht da.

Doch laut des Doktors Aussage würde sein zehn Jahre alter Boxer eher vor den Nachbarn Angst haben, als ihnen etwas tun. Vor allem, da Mr. Byrne das Tier immer beschimpft – ebenso wie er seine Frau Ellen übrigens. Also, der gute Nachbar beschimpft seine Frau, nicht die Frau beschimpft den Hund – um mal unmissverständlich zu sein.

Angeblich hat Ellen Byrne den Hund streichen wollen, als dieser sie angriff (unglaubwürdig, da sie dem Hund immer aus dem Weg geht), und nach dem Arztbesuch (Bisswunden wurden festgestellt und eine Tetanusspritze verpasst) stand Mr. Byrne vor Garys Tür und verlangte Schmerzensgeld, als dieser aber nicht zahlen wollte, kam es dann zur Anzeige und nun droht dem „guten alten Brucie“ die Einschläferung. Dabei würde Gary alles tun, um seinen langjährigen Gefährten vor diesem Schicksal zu bewahren.

Da vor Gericht wohl Aussage gegen Aussage steht, will Joanna mehr über die Byrnes erfahren – und Gary gibt bereitwillig Auskunft:

- Wenn Jackie Byrne nicht zuhause ist, ist alles ruhig.
- Wenn Jackie allerdings daheim ist, dann brüllt er, wirft mit Sachen und man hört seine Frau ständig weinen.
- Wenn das Ehepaar dann am nächsten Tag vor die Tür tritt, dann wirken sie wie Turteltauben.
- Als Gary (darf ich daran erinnern, dass er Arzt ist?) mal bei einem der richtig lauten Abende klingelte und Ellen seine Hilfe angeboten hatte, wurde er von Jackie abgewiesen.
- Am nächsten Tag drohten beide damit, dass sie ihn anzeigen würden, wenn er sich noch einmal einmischen würde.
- Seitdem macht er Musik oder den Fernseher an, wenn es im Nachbarhaus wieder rund geht.

Ich will jetzt lieber nichts zum Verhalten dieses netten Onkel Doktors sagen … neee wirklich nicht … das würde sonst sehr lang werden … Aber ihr könnt euch bestimmt denken, was mir auf der Zunge liegt!

Nach dem Gespräch kocht Joanna Tee für sich und Mary und denkt darüber nach, dass es für Brucie gar nicht gut aussieht – oh, und dass sie ja noch mehr über Harry Sweeney herausfinden müsste. Als gewiefte Anwältin bedeutet das für Jo, dass sie zum Telefonhörer greift und Orla anruft …

Immerhin klatschen die beiden Damen nicht allzu lange, sondern Jo bittet Orla, dass diese ihre Beziehungen zur Polizei nutzt, um herauszufinden, wer wohl für Joanna Ermittlungen anstellen könnte. Natürlich verspricht die rasende Reporterin, dass sie sich gleich mit ihrem Freund Jim McHale in Verbindung setzen wird.

Ist es nicht erschütternd, dass es in Irland anscheinend keine Anwälte gibt, die wissen, wer private Ermittlungen durchführt – oder zumindest einen Blick in ein Branchenbuch werfen können? Immerhin ist so langsam mal ein Profi in Sicht – und es hat nur (gefühlte) Wochen gedauert!


Perspektivwechsel: Kapitel 14 wird aus der Sicht von Maura Sweeney erzählt


Da Harry hier noch lebt, können wir davon ausgehen, dass wir uns im Jahr 1970 befinden. Eigentlich ist dieses Kapitel so … gelungen …, dass ich es euch komplett zitieren müsste, aber die Handlung lässt sich doch deutlich kürzer zusammenfassen.

- Harry kündigt an, dass er mit seiner Frau Maura reden muss.
- Maura ahnt schon, dass heute der Tag gekommen ist, an dem er ihr endlich erzählt, dass er sich in eine anderer Frau verliebt hat.
- Er ist überrascht, wie gefasst sie das Ganze aufnimmt – aber er weiß ja im Gegensatz zum Leser auch nicht, dass sie an dem Trennungsschmerz fast zerbricht.
- Oh, und das sie das schon seit langer Zeit kommen sah, denn schließlich hatten sie sich schon lange auseinander gelebt.
- Er will ihr das Haus und die Versicherungspolicen überschreiben, damit sie damit – und ihrem Angestelltengehalt – ausgesorgt hat.
- Maura würde sich nun am Liebsten ihrem Mann an den Hals werfen und ihn anflehen bei ihr zu bleiben, aber „sie hatte immer gewusst, dass sie nicht die Art von Frau war, die einen Mann wie ihn auf Dauer halten konnte“.
- Harry weiß noch nicht, dass Maura weiß, wer die andere Frau ist – erzählt ihr aber, dass die Neue auch verheiratet ist.
- Während Maura sich noch fragt, wie Ivan der Schreckliche auf die Nachricht reagieren will, dass sein größter Feind sich mit seiner Frau davon macht, erzählt Harry seiner Frau, dass er auszuwandern gedenkt – und vorher noch all seine Sachen in Ordnung bringen will.
- In diesem Moment wird Maura klar, dass ihr Traum von einem Kind nun endgültig vorbei ist. Dabei hatte sie doch immer eines adoptieren wollen! Blöderweise hatte sie das nie Harry erzählt, sodass sie nun nicht mal ein Kind hat, um sich über den Verlust ihres Mannes zu trösten. (Diesen Gedankengängen will ich wirklich nicht weiter folgen!)
- So meint Maura zu Harry nur, dass Colette (für diejenigen, die die spannende Details der vorhergehenden Kapitel schon vergessen haben: das war Mauras Schwester) darüber am Boden zerstört sein wird.
- Was nicht schön ist, denn schließlich machen sich Maura und Harry schon so Sorgen um Colette, da diese ein Verhältnis mit (Ivan) Kilmartin hat.
- Immerhin verspricht Harry, dass er Colette wegen Ivan noch einmal ins Gewissen reden wird, denn auch wenn sie in den Schrecklichen verliebt ist und ihr das süße Leben mit seiner Kohle gefällt, muss ihr doch bewusst sein, dass dieses Verhältnis zu nichts führen wird.

Und so endet dieses Kapitel mit Mauras Fazit, dass ihre Schwester nicht die einzige Frau in der Familie ist, die sich in den falschen Mann verliebt hat, denn schließlich fühlt sie immer noch was für Harry, der nun mit Agnes zu neuen Ufern aufbrechen will.

Kommentare:

irina hat gesagt…

Die Beschreibung von Dr. Culhanes Aussehen erklärt immerhin, warum Joanna ausnahmsweise mal arbeitet! *g* (Es sei denn natürlich, seine Körpergröße wird uns deshalb verschwiegen, weil er ein Zwerg ist.)

Winterkatze hat gesagt…

Hm, aber die gute Jo steht doch auf ihren Kindheitsfreund mit dem Gartenteich - und als er in die Kanzlei kam, wollte sie sich nur verstecken. Es kann also nicht allein am Aussehen liegen. ;)

SusiB hat gesagt…

Und überhaupt: in jedem anderen Buch wäre ein Mann mit Garys Beschreibung in Wirklichkeit ein mordlustiger Psychopath! Wahrscheinlich könnte es diesem Buch nur guttun, wenn ein mordlustiger Psychopath auftauchen würde ;-)Aber ich schätze mal, es wird wohl eher noch weitere Joanna-drückt-sich-vor-der-Arbeit-Szenen geben...

Natira hat gesagt…

Oh Gott, aus welchen Perspektiven werden eigentlich noch Kapitel erzählt, wann kommt denn wohl Ivan dran? Oder war er schon, ich verliere den Überblick *ugly*

An Harry Stelle wäre ich ja gemein und würde Colette zureden, um die Chancen zu erhöhen, daß Agnes von Ivan wegkommt (Ivan in flagranti erwischen oder so?) ... Man hätte es ja versuchen können ;)

Winterkatze hat gesagt…

@Susi: "Wahrscheinlich könnte es diesem Buch nur guttun, wenn ein mordlustiger Psychopath auftauchen würde ;-)"

Ohja, das könnte das Buch wirklich nur verbessern!
Aber noch können wir ja hoffen, dass sich Harry als Mörder entpuppt. ;D

@Natira: Wenn man versucht eine Geschichte so geheimnisvoll wie möglich aufzubauen, dann muss man eben immer wieder von allen Seiten die Sache beleuchten! Allein Jo und Orla schaffen es ja schon fünfmal pro Tag über ein Detail zu reden, dann sollte es dich nicht wundern, wenn wir noch ein paar weitere Perspektiven einnehmen dürfen.

Soll ich dir mal eine Liste anlegen? *guckt unschuldig*

Und ich glaube, Harry kann sich Agnes schon ganz sicher sein. Aber vielleicht könnte Colette den schrecklichen Ivan von Agnes Flucht ablenken! :D

Natira hat gesagt…

"Soll ich dir mal eine Liste anlegen? *guckt unschuldig*"

Ach hör doch auf *kichert vor sich hin*

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