Freitag, 16. Juli 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 11)


Das neunte Kapitel brachte nicht gerade viele neue Erkenntnisse. Joannas Mutter Catherine ist ein verwirrtes Wesen, fühlt aber intuitiv, dass etwas nicht in Ordnung ist und hütet ein paar Geheimnisse. Außerdem wird erklärt, dass Agnes für Joannas Ausbildung aufkam …

Im zehnte Kapitel hingegen wurde Agnes beerdigt (zu diesem Anlass taucht eine geheimnisvolle Frau auf, die anscheinend alle Rätsel lösen könnte) und Orla konnte Joanna endlich mit ein paar Informationen über Harry Sweeney versorgen. Außerdem beschließen die Freundinnen, dass sie die nächsten Abende mit dem Aufreißen von Männern und dem damit verbundenem Saufen verbringen wollen.

Perspektivwechsel: Kapitel 11 wird aus der Sicht von Catherine erzählt

Den nächsten Abschnitt in dieser unglaublich spannenden Geschichte beginnt die Autorin mit dem Satz „An jenem Tag hatte Catherine Agnes zum ersten Mal weinen sehen.“ – leider wird der Leser nicht darüber aufgeklärt, an welchem Tag dies nun genau geschah, sodass man nur raten kann, wieviel Zeit zwischen der Hochzeit und den folgenden Erkenntnissen der weinenden Agnes vergangen ist. Denn Agnes hat heimlich (was sie natürlich sonst niemals tun würde, aber dieses Mal wurde sie von ihre Instinkt geleitet) ein Telefongespräch ihres Mannes belauscht. Deshalb weiß sie nun, dass Ivan sie nur wegen des Geldes und seiner Karriere in der Firma des Schwiegervaters geheiratet hat. Außerdem erfahren wir, dass der schreckliche Ivan dieses Telefonat mit einer anderen Frau geführt hat, der er – da in Irland die Scheidung verboten ist und er sie nicht heiraten kann, obwohl sie doch die Liebe seines Lebens ist – ein kleines Appartement und finanzielle Rundumversorgung versprochen hatte.

Immerhin beschleicht Agnes nun auch der Verdacht, dass all diese seltsamen Anrufe von den verwirrten Frauen, die sie seit der Hochzeit erhalten hatte – und von denen sie immer glaubte, dass sich die Damen verwählt hätten *hüstel* - darauf hindeuten, dass Ivan schon mehr als ein Verhältnis nebenbei gehabt hat.

Hach, ist das Mädel nicht wirklich schlau? Nach all den Frauen, die anscheinend nicht in der Lage waren, die richtige Telefonnummer zu wählen, benötigt es nur ein belauschtes Gespräch, damit sie der Verdacht beschleicht, dass Ivan der Schreckliche herumhuren könnte.

Catherine rät der Freundin erst einmal den Mund zu halten, bis sie weiß, was sie als nächstes tun sollen. Doch Agnes sieht nicht gerade rosig in die Zukunft:

1. In Irland gibt es keine Scheidung.
2. Papa hält Ivan für den Größten …
3. … und den perfekten Ersatzsohn, seitdem sein eigener Sohn Joseph vor ihm nach Australien geflohen ist.
4. Vermutlich würde Daddy den Schwerenöter sogar bewundern, denn Männer sind nun mal so.

Catherine wirft ein: „Dabei sind sie beide fleißige Kirchgänger.“

Ähm, ja, das bedeutet natürlich automatisch, dass jemand einen tadellosen Charakter hat … und so … *argh*

Da sie so eine gute Freundin ist, reibt Catherine Agnes noch unter die Nase, dass sie ja von Anfang an nicht von Ivan begeistert war, damit die betrogene Ehefrau gleich eine Gelegenheit hat, ihre Reue auszudrücken. Aber immerhin hofft Cats, dass Agnes einen Weg finden wird, um doch noch glücklich zu werden.

Und siehe da, Agnes lernt ein paar Monate später auf einem Wohltätigkeitsball den Gewerkschafter Harry Sweeney kennen und beide „fühlten sich sofort zueinander hingezogen“.

(Bitte alle mal die Hände heben, die von dieser Wendung jetzt auch total überrascht sind!)

Dabei war die Situation nicht so einfach, denn Harry war der böse Gewerkschafter, der dafür gesorgt hatte, dass Ivan der Schreckliche nun seine Arbeiter besser bezahlen musst. Oh, und Harry war in Gesellschaft seiner Ehefrau Maura, aber das macht ja nichts, denn:


„Oh Cats, er ist so nett! Wir haben uns den ganzen Abend unterhalten“, erzählte Agnes am nächsten Tag ihrer Freundin. „Er ist so selbstironisch und hat so viel Humor. Ich kann gar nicht glauben, dass er der üble Zeitgenosse sein soll, von dem Ivan mir schon seit Monaten die schlimmsten Dinge erzählt.“
„Die Menschen sind selten so, wie Ivan sie schildert“, meinte Catherine trocken.
„Und er hat so tolle braune Augen“, schwärmte Agnes. (Oh, und einen Wuschelkopf, wie mir gerade dank der Orla-Informationen aus dem vorherigen Kapitel wieder einfällt. Den wollen wir doch nicht unterschlagen! ;) ) „Ich hatte immer das Gefühl, einfach dahinzuschmelzen, wenn ich ihn ansah. Oh Cats, ich mag ihn wirklich gerne!“
„Aber er ist doch verheiratet …“
„Ja, Maura, seine Frau, war ganz still den Abend über. Sie sprach fast kein Wort.“


Was hätte sie auch tun sollen? Cheerleader spielen, weil ihr Mann sich so gut amüsiert?

Den Rest dieses teeniehaften Dialogs will ich euch ersparen. Kurz gesagt:
Agnes ist verknallt, will sich das aber nicht eingestehen, denn schließlich können Männer und Frauen ja auch Freunde sein.
Außerdem trifft sie Harry nächste Woche bei einer anderen Veranstaltung (ohne seine Frau und er will dafür sorgen, dass sie an einem Tisch sitzen werden).
Catherine hingegen findet es zwar schön, dass Agnes wieder glücklich ist, hat aber auch ganz böse Vorahnungen, weil doch die beiden verheiratet sind … und Agnes so naiv ist … und sich das Ganze ja auch nicht gehört und so …

Zum Schluss gibt es noch den schönsten Satz des gekürzten Dialogs als Beispiel für den umwerfenden Witz, über den die Autorin verfügt. Ich möchte aber betonen, dass ich für etwaige Verletzungen aufgrund von Köpfen, die gegen Tische oder Wände geknallt werden, Trunkenheit wegen der Beruhigungsalkoholika oder sonstiger „ausgleichender“ Drogen nicht verantwortlich gemacht werden kann. ;)


„Weißt du, was er gesagt hat, als wir uns vorgestellt wurden? ‚Ich glaube nicht, dass ich zu den Favoriten Ihres Mannes zähle!’ Das war so schalkhaft, dass ich gleich lachen musste.“

Kommentare:

irina hat gesagt…

Wahnsinng schalkhaft, dieser Harry! *bewunder*

*Beule reib*

Ich muss jetzt mal was Doofes fragen: Ist das vielleicht ne Komödi und ich verstehs nur einfach nicht? Feht mir vielleicht mal wieder der Humor? (Das Problem kenn ich ja schon!)

SusiB hat gesagt…

Tja, immerhin hat mich diese kleine Szene darauf aufmerksam gemacht, daß das Wort "schalkhaft" womöglich einen viel zu kleinen Platz in meinem Wortschatz einnimmt!

Natira hat gesagt…

Danke für Deine Vorwarnung,liebe Winterkatze. So habe ich nämlich ganz fix noch ein Kissen auf die Tischplatte gelegt, bevor ich zusammensackte und mein Kinn auf der bekissten *kicher* Tischplatte landete. Vermutlich wären sonst ganz neckisch meine Zähne aufeinandergekracht ... so knirschte es nur ;)

Winterkatze hat gesagt…

@Irina: Wenn es eine Komödie sein sollte, dann hat es der Verlag verpasst dies deutlich auf dem Cover zu kennzeichnen. Das wäre zumindest die einzige Möglichkeit, um das Buch als solche zu identifizieren ... ;)

@Susi: Du erstaunst mich! Ich hätte erwartet, dass "schalkhaft" in deinem täglichen Vokabular einen sehr großen Platz einnimmt - wie sonst kannst du die Bücher ertragen, die niemand je lesen sollte?! ;)

@Natira: Ich dachte, das wäre ich meinen treuen Lesern schuldig, wenn ich sie schon jede Woche mit dem "Kapitelweise" foltere. ;)

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