Freitag, 25. Juni 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 6+7)

Was bisher geschah: Kapitel 1, Kapitel 2, Kapitel 3, Kapitel 4+5

In den letzten zwei Kapiteln durften wir nicht nur miterleben, wie sich Catherine O’Brien und Agnes kennengelernt hatten, sondern auch die spritzige Unterhaltung verfolgen, die Joanna und Orla nach einem gemeinsamen Abendessen führten. Unter anderem erfuhren wir dabei, dass sich Orla von ihrem Verlobten Declan getrennt hatte, weil dieser fremdgegangen war.

Natürlich wird es jetzt Zeit diesen Teil der Geschichte aus Declans Sicht zu betrachten! *ohje*

Perspektivwechsel: Kapitel 6 wird aus der Sicht von Declan Dunne erzählt

Und da dieses Kapitel so entzückend anfängt, zitiere ich es für euch:

Declan Dunne war wirklich sauer. Was als wunderbare Affäre mit Sasha Miller begonnen hatte, hatte sich ziemlich schnell zum Fiasko ausgewachsen. Mittlerweile ging ihm sogar ihr Name auf die Nerven. War er überhaupt echt? „Sasha“ hört sich russisch an. Vielleicht erklärte das ja, wieso sie in rauen Mengen Wodka herunterkippen konnte. Möglicherweise benutzte sie den Namen aber auch nur aus journalistischen Gründen. Wenn man den Schrott, den sie produzierte, überhaupt als Journalismus bezeichnen konnte!
Und für so eine hatte er die einzige Frau aufgegeben, die er je wirklich geliebt hatte! Orla würde ihn wohl kaum zurückhaben wollen. Und Sashas dümmliche Weinerlichkeit konnte er nun wirklich nicht mehr ertragen. Solange es nur um Sex ging, war alles wundervoll gewesen. Ihm war gar nicht aufgefallen, wie langweilig sie ansonsten war. Es war nun mal aufregend, es mit einem noch unvertrauten Körper zu tun. Und Sashas Po war ein Appetithäppchen, fast als führe er ein Eigenleben. Sie wusste auch genau, wo ihre Qualitäten lagen, und trug nur superkurze Röcke. Die straffen Backen wippten so lange vor seinen Augen auf und ab, bis er vor Begierde fast verrückt wurde. Zumindest bis er bemerkte, dass mit dieser Hinterteil mit keinem Gehirn in Verbindung stand. […]


Sashas fehlendes Gehirn ist ja schon ein Problem, aber noch schlimmer ist es für Declan, dass er nun mit ihr zusammen in einem rosaroten Barbiehaus wohnen muss. Überall sieht er pinkfarbenden Mädchenkram (mit Fransen!) und für seine Footballsachen ist gar kein Platz! Nur sein kostbares Fotoalbum, in dem er die Fotos gesammelt hat, auf denen er mit Berühmtheiten zu sehen ist, hat ein Plätzchen in dieser Puppenstube gefunden.

Noch bevor Declan mit all dem Selbstmitleid fertig ist, kommt Sasha nach Hause – und da ihr Hintern auch dieses Mal seine Wirkung nicht verfehlt, rollen die beiden Sekunden später von der Leidenschaft übermannt auf dem Boden rum.

Danach fühlt sich Declan aber gaaanz schlecht, denn schon wieder hat ihr üppiger Po (jawoll, der ganz alleine!) es geschafft, aus ihm einen Idioten zu machen! Aber da er Sasha erst verlassen kann, wenn er eine andere Bleibe gefunden hat – und nicht wieder zu Mama und Papa zurückziehen will – überlegt er sich, dass er es doch noch einmal mit Orla versuchen könnte.

Er würde ihr einfach einen Strauß sündhaft teure Rosen kaufen! Dann müsste sie ihm ja doch verzeihen, schließlich hat er nur einen kleinen Fehler gemacht. Außerdem hat sie ja immer noch diesen schrecklich teuren Verlobungsring, was sie ja quasi zur Versöhnung verpflichten würde. Doch bevor Declan diesen genialen Plan in die Tat umsetzen kann, setzt Sasha wieder ihren Hinter ein und er verschiebt alle außerbettlichen Aktivitäten auf den kommenden Tag.

Ich sage jetzt mal ganz mutig voraus, dass wir mit Declan noch eine Menge Spaß haben werden …


Perspektivwechsel: Kapitel 7 wird aus der Sicht von Catherine O’Brien erzählt

In diesem Kapitel erfahren wir, wie sich Catherine und ihr Mann Bill Brennan kennengelernt hatten. Beide besuchten damals einen Abendkurs zum Thema Möbelrestaurierung, während sie tagsüber als Goldschmiedin arbeitete und er einen Buchladen für alte und seltene Bücher besaß.

Zwischen zerbrochenen alten Stühlen, antiken Schreibkästen und anderen Dingen, welche die Kursteilnehmer zum Restaurieren mitbrachten, erblühte zwischen den beiden eine zarte Romanze. Zuerst tauschten sie nur handwerkliche Tipps aus, bald aber sah man sie nach dem Kurs im nahegelegenen Café die Köpfe zusammenstecken. Und nicht lange danach fragten sie sich, wie die wochentags restaurierten Sachen in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung aussehen würden.


Während Catherine ihren eigenen Ehering entwirft, erzählt sie ihrer Freundin Agnes von all den Plänen, die sie und Bill für die Zukunft haben. Vor allem will sie, wenn sie eine gemeinsame Wohnung gefunden haben, eine kleine Werkstatt eröffnen – und wenn Kinder kommen, von Zuhause aus arbeiten.

Ich werde mir jetzt einfach mal keine Gedanken darüber machen, dass beim Goldschmieden doch so einige Tätigkeiten anfallen, bei denen man kein Kind in der Nähe haben sollte. Auch weiß ich nicht, ob ich alle Arbeitsmaterialien, die dafür verwendet werden, wirklich in Kinderhänden sehen möchte. Aber bestimmt hatte sich Catherine das alles sehr gut überlegt!

Für Agnes hingegen sieht die Zukunft nicht so rosig aus. Während Catherine und Bill für immer arm aber glücklich sein würden, hatte sie sich mit Mühe und Not eine Sekretärinnenausbildung von ihrem Vater erkämpfen können. Dabei wollte Agnes eigentlich Naturwissenschaften studieren! Doch das Väterchen ist der Meinung, dass Agnes einziger Nutzen darin bestehen würde, einen potenziellen Nachfolger für den Familienbetrieb zu heiraten – und somit wäre ein Studium nur verschwendet gewesen.

In solchen Zeiten vermisste Agnes ihre Mama ganz schrecklich, die sie immer gegen den bösen Papa verteidigt hatte. Cats hingegen ist der Meinung, dass Agnes alt genug sei, um ihre Kämpfe alleine auszufechten. Doch das reiche Töchterchen hat Angst davor, dass ihr Vater sie verstoßen könnte und sie dann mittellos auf der Straße stände. Sowas ist sie ja schließlich nicht gewohnt! (Tststs, aber sich ein Studium zutrauen …)

Einige Monate später lernte Agnes dann auch ihren zukünftigen Ehemann kennen. Praktischerweise arbeitete Ivan Kilmartin schon eng mit Agnes Vater zusammen und so war Papa schnell davon überzeugt, dass eine Fusion der Firmen nur in seinem Sinne sein könnte. Zwar musste er erst einmal die Schulden des potenziellen Schwiegersohns bezahlen, aber dafür bekam er ja einen Firmennachfolger und „das Fachwissen“ (nähere Erläuterungen bekommt der Leser zu diesem Teil allerdings nicht).

Geschickt wie die Autorin nun einmal ist, wird bei der Gelegenheit auch noch einmal betont, wie sehr Papa von seinem Sohnemann enttäuscht ist, weil der nicht die Firma übernehmen wollte und stattdessen lieber nach Australien ausgewandert ist. Ich persönlich hätte mir gewünscht, er hätte seine Schwester Agnes gleich mitgenommen, denn dann hätte Linda Kavanagh aus der ganzen Handlung höchstens eine Kurzgeschichte produzieren können. So aber fühlt sich Agnes natürlich noch mehr dazu verpflichtet für ihren Papa keine Enttäuschung zu sein!

Ein kurzer Hüpfer zu Ivans Perspektive überzeugt uns schnell davon, dass der Typ ein Mistkerl ist: Seine Werbung um Agnes war mit ihrem Vater abgesprochen und so schlimm fand Ivan die Vorstellung auch nicht sie zu heiraten, schließlich sah sie gut aus, hatte Klasse und war gut erzogen, so dass sie bei Gesellschaften repräsentieren könnte.

Agnes hingegen gefiel es, dass er nicht schon bei der ersten Verabredung an ihr rumgrabschte, sondern sie nur zurückhaltend auf die Wange küsste. Dass er direkt von ihr zum nächsten Puff wanderte, konnte sie natürlich nicht wissen! Catherine hingegen ahnt schon früh, dass Ivan nicht so ein Goldstück ist, wie Agnes meint, aber diese lässt sich nicht beirren und rennt mit fliegenden Fahnen in ihr Unglück.

Herjeh, ich weiß ja, dass Liebe blind machen kann. Aber gerade im streng katholischen Irland würde ich mir gut überlegen, mit wem ich mich auf einen lebenslangen Vertrag einlasse!

Nunja, aber im Gegensatz zu mir weiß Agnes ja auch nicht, dass sich ihr Zukünftiger nur deshalb auch nach der Verlobung so brav zurückhält, weil er sich bei seinen nächtlichen Bordellbesuchen eine nette kleine Geschlechtskrankheit eingefangen hat. Das war wohl etwas, was er mit Agnes erst nach der Hochzeit teilen wollte …

Zum Schluss dieses Kapitels erfahren wir noch, dass Cats und Bill eine kleine und sehr nette Hochzeitfeier hatten, zu der Agnes den beiden einen antiken Holzteller mit einem dicken fetten angeklebten Scheck schenkte, während Agnes ihren großen Tag mit hunderten von Politikern, Berühmtheiten und Geschäftspartnern ihres Vaters verbringen darf – achja, und mit dem wunderbaren Ivan, der ihr gewiss noch viele glückliche Stunden bereiten wird!

Kommentare:

Natira hat gesagt…

*tastet nach der vom Kopfschütteln ablenkenden Chipstüte oder auch Möhren oder irgendetwas ...*

"Aber da er Sasha erst verlassen kann, wenn er eine andere Bleibe gefunden hat – und nicht wieder zu Mama und Papa zurückziehen will – überlegt er sich, dass er es doch noch einmal mit Orla versuchen könnte ..."
Na, ist Declan nicht ein Prachtexemplar von einem Mann!

Ich frage mich gerade, wo die Autorin nur die Inspiration für die männlichen und weiblichen Charaktere her hat, sie so überraschend agieren *grübelnd mit der Hand in der Chipstüte herumwühlt*

Winterkatze hat gesagt…

*reicht Natira den Rest vom Baguette, etwas Butter und ... wühl ... eine halbe Tüte Chips*

Declan ist ein Superheld! Richtig wirst du ihn ins Herz schließen, wenn du miterleben darfst, wie er die Operatione Orla in Angriff nimmt! *dumdidum*

Ich möchte mir auch lieber keine Gedanken über das Umfeld der Autorin machen! :D

SusiB hat gesagt…

Dieses Buch verlangt nicht nach Chips, ich glaube, man muß einen Schwips haben, um es zu genießen! Hat Declan, der Nassauer mit Popofetisch, eigentlich was mit der Geschichte zu tun, oder dient er nur als Füllmaterial, damit das Buch etwas länger wird?

Winterkatze hat gesagt…

@Susi: Aber ich will euch hier nicht zum Trinken verführen! :D

Und ja, Declan hat auch was mit der Geschichte zu tun ... so irgendwie ... und ohne ihn wäre die Handlung letztendlich vielleicht etwas stimmiger. Naja, zumindest einen Hauch weniger absurd. ;)

evi hat gesagt…

Hatte gerade erst die Muße, den nächsten Teil hier zu lesen, das geht ja nicht so einfach nebenbei, auf so eine komplexe Geschichte muss man sich schon konzentrieren *gg*
Beim Namen Declan muss ich ständig an Richard Gere denken, aber das geht so gar nicht zusammen mit dem Schwachmatiker hier, der sich von wippenden Backen das letzte bisschen Verstand rauben lässt.
Was hätte Agnes noch mal studieren wollen? Eh egal, sie wär wohl nicht weit gekommen, wenn sie nicht mal genug Grips hat um Ivan den Schrecklichen zu entlarven *gg*
Im übrigen bin ich Susis Meinung - die pinke Sasha soll mal einen Wodka rüberreichen ;-) Vielleicht wirds dann lustiger...

SusiB hat gesagt…

@Evi - prost, auf die nächsten paar Kapitel!

@Winterkatze, vielleicht kommt Declan ja bald auf die überraschende Idee, sich eine eigene kleine Wohnung zu suchen...nur für sich und seine 25 schönsten Jennifer Lopez-Poster?

Winterkatze hat gesagt…

@Evi: Ich hoffe, du kannst all den verwirrenden Zeitsprüngen noch folgen? *kicher* Declan und Richard Gere bringe ich gar nicht zusammen (hilf mir mal auf die Sprünge), so dass ich recht unbelastet an den Namen herangehe. Wobei sich das mit dem Buch jetzt geändert hat! ;)

Und ich weiß nicht, warum du es lustiger haben willst! Das ist eine überaus ernsthafte Geschichte! Ganz rätselhaft und sehr tragisch! ;)

@Susi: Traust du ihm wirklich so viel Intelligenz zu? Ich meine, das wäre schließlich eine vernünftige Handlung! Und bei den Wohnungspreisen in Dublin kann ich verstehen, dass er lieber zur "Untermiete" wohnt. ;)

evi hat gesagt…

Kennst du den Film "Der Schakal"? Bruce Willis spielt einen Profikiller und Richard Gere einen ehem. IRA-Kämpfer, den man aus dem Gefängnis holt, um den Killer zu finden. Und Richard Gere heißt in diesem Film Declan.
Ahso - nicht lustig? Ooops, da muss ich was verwechselt haben ;-)

Winterkatze hat gesagt…

Ah, den Film habe ich nicht gesehen - dafür will mir mein Mann seit Jahren das Original zeigen. *g*

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