Freitag, 28. Mai 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 1)

Von „Meinem Herzen so nah“ hatte ich mir gar nicht so viel erwartet, nur eine unterhaltsame Geschichte mit einem hoffentlich ganz interessanten Rätsel, das mit der Vergangenheit einer inzwischen verstorbenen Frau zusammenhängt. Und vielleicht noch eine nette Romanze ... Doch nicht einmal das konnte mir die Autorin Linda Kavanagh bieten, obwohl das Buch gar nicht mal so schlimm anfing. Um euch mal meine Gedanken beim Lesen näher zu bringen, bekommt ihr in den nächsten Wochen diesen Roman kapitelweise präsentiert.


Aber erst einmal die Inhaltsangabe des Verlags:

Kaum hat Joanna Brennan ihre kleine Anwaltskanzlei in Dublin eröffnet, liegt bereits der erste Fall auf ihrem Schreibtisch. Agnes, die beste Freundin ihrer Mutter [ja, hier fehlt im Klappentext wirklich ein Komma] ist gestorben, und Joanna, die das Testament vollstrecken soll, steht vor lauter Rätseln: Agnes’ letzter Wille bringt Dinge ans Licht, die niemand geahnt hätte … Und dann bietet ihr noch ausgerechnet Agnes’ Sohn Tom, ihr heimlicher Jugendschwarm, seine Hilfe an. Ihre Nachforschungen führen Joanna in die Jugendzeit von Agnes und ihrer eigenen Mutter – und nach und nach kommt sie hinter lang gehütete Geheimnisse, die auch ihr Leben von Grund auf verändern ...

Das erste Kapitel versorgt einen dann schön der Reihe nach mit allen notwendigen Informationen, damit man Zugang zu der Hauptperson findet! Und damit ihr euch auch alle wichtigen Dinge gleich merken könnte, gibt es die sogar absatzweise von mir … *dumdidum*

Absatz 1:
  • Joanna ist zufrieden mit ihrem neuen Büro.
  • Welches gerade erst vor einer Woche eingerichtet wurde.
  • Und im besten Viertel von Dublin liegt.
  • Außerdem ist sie eine „hübsche, rothaarige Frau in einem dunklen Kostüm“ (was würden Autoren nur ohne Spiegel tun *seufz*).

Absatz 2:
  • Ihre Sekretärin heißt Mary und es überrascht Joanna immer noch, dass sie sich nun – dank ihrer erstklassigen Ausbildung – selbständig machen konnte.

Absatz 3:
  • Leider kann Joannas Mutter Catherine die hochfliegenden Pläne der Tochter nicht mehr verfolgen, da sie schon vor vielen Jahren wegen Alzheimer ins Pflegeheim kam.
  • Natürlich hatte Joanna vor der Erkrankung ein liebe- und vertrauensvolles Verhältnis zu der Mutter (guck mal an, der dritte Absatz und ich habe – dank des Klappentextes – schon die schlimmsten Vorahnungen!).

Absatz 4:
  • Beschreibung Marys (da hätte ich auch auf gar keinen Fall länger drauf warten können!): Eine quirlige Frau mit blondem Pferdeschwanz (jawoll, das wichtigste an einer Personenbeschreibung ist die Haarfarbe!).
  • Erst vor zwei Wochen hatte Joanna Mary intuitiv aus der Schar der Bewerberinnen, die das Arbeitsamt geschickt hatte, herausgefischt.
  • Und das, obwohl Marys Referenzen eigentlich nicht konkurrenzfähig waren!
  • Aber schließlich ist sie gerade geschieden und muss als „Mutter zweier recht schwieriger Teenager allein alle Lasten tragen“ (wieso hatte ich bei dem Satz ein Bild von einem kleinen, klapprigen Esel vor Augen, der unter einem Haufen Holz fast zusammenbricht?).

Absatz 5:

Huch, keine wirklich relevante neue Information? Na sowas! Aber immerhin wird hier noch einmal bekräftigt, dass Joanna nicht nur gutherzig, sondern auch total geschäftsmäßig ist, denn schließlich ist so eine gestandenen Mutter wie Mary perfekt für all die schwierigen Situationen in einer Anwaltspraxis!

Absatz 6-9:

  • Jetzt muss die absolut wichtige Frage geklärt werden, ob in Zukunft täglich Kuchen für die beiden Damen gekauft wird.
  • Man einigt sich dann aber doch auf Kekse – genauer gesagt „Mikados“, womit schon mal eine Runde Werbung gemacht wurde, auch wenn es eigentlich gar keine Kekse sind.
Absatz 10:
Den muss ich euch leider komplett zitieren – ich verspreche, die nächsten Kapitel werden etwas weniger tabellarisch und ausführlich wiedergegeben, aber so ein Anfang muss doch richtig gewürdigt werden!
Da läutete das Telefon. Die beiden Frauen sahen sich an. War das etwa schon ein Mandant? Oder nur die Telefongesellschaft, die überprüfen wollte, ob die Leitung bereits freigeschaltet war? Vielleicht auch einer von Joannas Freunden, der ihr zur Eröffnung der Kanzlei gratulieren wollte?
Irgendwie habe ich fast das Gefühl, dass bei sovielen Fragen, die man sich stellen muss, keine auf den Gedanken kommt, den Hörer abzuheben. Was langfristig für die Kanzlei ein Problem sein könnte, wenn sowohl die Sekretärin als auch die Anwältin bei jedem Telefonklingeln wie ein hypnotisiertes Kaninchen vor dem Apparat sitzen …

Absatz 15-20:
Da es in den vier davor nur etwas Häuslichkeit (Teetassen aufräumen, etwas Flunkern am Telefon) gab, spare ich mir die mal und beginne jetzt mit der Action!

  • Am Telefon ist eine namenlose Krankenschwester, die behauptet, dass Joanna sie nicht kennt …
  • … was auch nicht schlimm ist, denn schließlich ruft sie nur im Auftrag einer alten Freundin von Joannas Mutter an!
  • Die gute Agnes Kilmartin wurde am Vortag mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert und will nun ihre rechtlichen Angelegenheiten regeln.
  • Sofort bekommt Joanna ein schlechtes Gewissen, weil sie Agnes in den letzten Monaten so vernachlässigt hatte.
  • Und natürlich will sie gleich am Nachmittag vorbeikommen – vor allem, da die Schwester angekündigt hat, dass nach so einem Herzinfarkt innerhalb von 48 Stunden mit dem Tode zu rechnen sei, natürlich nur, wenn der Patient nicht überlebt … *öhm*
Absatz 21-23:
Joanna fragt dann noch die Krankenschwester, wie es denn Agnes’ Sohn Tom aufnehmen würde (sehr geschickter Schachzug der Autorin, so haben wir doch gleich auch noch das männliche Gegenüber für die Protagonistin eingeführt! *ohje*).

Bei dieser Gelegenheit bekommt der Leser noch die wichtigsten Punkte über Tom mitgeteilt:

  • Tom ist Agnes’ geliebtes einziges Kind
  • Ein ruhiger, sanfter Mann Mitte dreißig – und nur ein paar Monate älter als Joanna (womit auch die Frage geklärt ist).
  • Joanna mag Tom (was für eine Überraschung!).
  • Schon als kleiner Junge hat Tom Joanna immer ans Ende des Gartens mitgenommen und ihr Sachen gezeigt!
  • Und bevor jetzt irgendwelche Gedanken bei all den Erotic-Leserinnen aufkommen: Er zeigte ihr nur die Vögel und Fische und Insekten und erzählte ihr alles über die Natur.
  • Deshalb ist Joanna auch so naturliebend und …
  • … Tom ist inzwischen Biologe am University College von Dublin, wo er mehrere Forschungsprojekte über Wildtiere und Umweltschutz leitet ...
  • Deshalb reist er auch ständig in die Antarktis … und nach Afrika … und Südamerika (der asiatische Raum hat anscheinend keine Wildtiere).

Die nächsten Absätze bringen das Kapitel dann doch schnell zum Ende, nachdem Joanna noch ein bisschen darüber philosophiert hat, wie es sein konnte, dass so gegensätzliche Frauen wie ihre Mutter (fröhlich, heiter und hat ihr Leben lang bescheiden gelebt) und Agnes (reich, kühl und voller grimmiger Würde) befreundet sein konnten. Außerdem trägt sie Mary auf, alle eventuellen Mandanten auf morgen zu vertrösten – schließlich muss die gute Anwältin jetzt ins Krankenhaus eilen.

Ist es nicht schön, wenn man mit so viel Ruhe seine Selbständigkeit in Angriff nehmen kann?

Kommentare:

Natira hat gesagt…

Ja *hüpf*, bitte teile mit uns Deine Erfahrung mit diesem Roman, liebe Winterkatze!

*verwirrt schaut* Joanna ist also auch Mutter (Abs. 5)?

Ich finde übrigens, die wichtigste Information über die patente Mary ist der Pferdeschwanz. Obwohl ... die Autorin hat sich vielleicht vertan, und es ist ein Eselschwanz, was viel mehr mit dem Bild einer Lastenträgerin harmonieren würde *kicher*

Joanna und Tom --- Biologie im Garten, wer weiß, ob das wirklich alles so unschuldig ablief ;)

Nach diesem formidablen Einstieg bin ich jedenfalls auf die daramatische Fortsetzung sehr gespannt!

ps
Wortbestätigung "unsub" ... sowas! :)

Winterkatze hat gesagt…

Ah, ich hatte befürchtet, dass das verwirrt, aber ich wollte nicht schon wieder Mary schreiben - ich verbessere das mal eben. Unsere gute Joanna ist quasi noch Jungfrau und keine Mutter. ;)

Ich versuche mal mein "kapitelweise" zumindest jeden Freitag fortzusetzen - mal gucken, ob das hinhaut. ;)

Yvonne hat gesagt…

Für mich ist die Autorin eine Meisterin der Klischees. :-))) Jaja, die späten Jungfrauen und die rothaarigen Iren. Für mich gehört der Roman eindeutig in die Sparte Buch, die man am besten mit abgeschalteten Hirn lesen sollte. (Ich geh schon mal vorsichtshalber in Deckung :-)))

Schönes Wochenende!

Winterkatze hat gesagt…

Leider gelingt es mir nicht mein Gehirn weit genug abzuschalten. ;) Aber dafür gibt es ja nun eine neue Sparte in meinem Blog - und ich hoffe, dass ich nicht in Deckung gehen muss, wenn meine Nebenbemerkungen im Laufe der Zeit immer biestiger werden. ;D

Auch dir ein schönes Wochenende! :)

evi hat gesagt…

*freufreufreu*
Nachdem es zurzeit ja leider keine Fortsetzung von "Unsinn Lesen mit Irina" gibt, bietest du uns dafür was! "Unsinn lesen mit Winterkatze" sozusagen.
(Oh, hätt ich beinahe die Holly vergessen, die uns mit dem Aufriss-Unsinnn unterhält *gg*)

Das hört sich wirklich nach einem hochinteressanten Buch an! Ein richtiges Highlight ;-)
Und vielen Dank für den Hinweis an mich Erotic-Leserin, also nix mit (V)vögeln.

Winterkatze hat gesagt…

Ja, die arme Irina ist wohl anderweitig eingespannt. Und ich fürchte, es muss schon richtiger Unsinn sein, damit man sowas so ... hm ... liebevoll wiedergeben kann. ;)

Vögelchen und Blümchen und ... Stiere und Vögel kommen erst später und ich fürchte viel zu dezent für dich. ;)

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