Montag, 28. Dezember 2009

Buchsaiten-Stöckchen zum Jahresende

Katrin hatte am 24. Dezember nicht nur liebe Weihnachtswünsche auf ihrem Blog hinterlassen, sondern gleich noch ein Stöckchen zum Jahresende. Vier kleine, aber erstaunlich kniffelige Fragen sollten beantwortet werden. Bei der Menge an Büchern, die ich 2009 gelesen habe, ist es zwar nicht leicht eine Entscheidung zu treffen, aber trotzdem kommen hier meine Antworten. :)


Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

So richtig viel oder wenig verspreche ich mir von einem Buch in der Regel nicht, aber von „Miss Winters Hang zum Risiko“ und „Eine wie Alaska“ (Hörbuch) hatte ich mir eindeutig weniger versprochen, als ich bekommen habe.

„Miss Winters Hang zum Risiko“ spielt im Jahr 1942 und ist ein Kriminalroman, aber es hat mich überrascht, wie gut es der Autorin Kathryn Miller Haines gelungen ist Screwball-Elemente in einen an die hardboiled novels erinnernde Geschichte zu packen. Ich habe mich beim Lesen wirklich amüsiert!

„Eine wie Alaska“ von John Green habe ich als Hörbuchversion genossen. Andreas Fröhlich liest die Geschichte sehr ansprechend, wie ich es von ihm auch erwartet hatte. Obwohl es eine recht vorhersehbare Handlung hat und ich niemals bei Hörbüchern weine (ich gebe zu, bei manchen Büchern habe ich recht nah am Wasser gebaut >g<), liefen mir hier am Ende unkontrolliert die Tränen über das Gesicht. Eine Geschichte, die mich bei der Hörbuchversion zum Weinen bringt, ist eindeutig eine positive Überraschung. ;)


Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Wirklich viel versprochen hatte ich mir von „Grün wie die Hoffnung“ zwar nicht, aber normalerweise finde ich selbst die schlechteren Nora-Roberts-Romane schön entspannend. Doch mit diesem Band hat die Autorin es geschafft, mich die Wände hochzutreiben. Eine so billige (und berechnende) Zusammenstellung von beliebten Versatzstücken habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Nur weil man etwas Sex, Vampire und keltische Mythologie auf einen Haufen packt, kommt noch lange kein ansprechender Roman heraus. Vor allem regt es mich auf, weil die Autorin schon so viel bessere Geschichten geschrieben hat …

Von „Verstummt“ habe ich sowohl das Hörbuch, als auch das Buch konsumiert – und war von Karin Slaughter ziemlich enttäuscht. Sie spart zwar auch sonst nicht an unappetitlichen Details und problembehafteten Charakteren, aber bei „Verstummt“ fühlte ich mich als Leser veralbert. Die Handlung und die „Geheimnisse“ waren vorhersehbar und viele der Beschreibungen schienen nur eingebaut worden zu sein, um mit Ekel und Abscheu eine bestimmte Lesergruppe anzusprechen – welche auch immer das sein mag.


Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Eine richtig großartige Autoren-Neuentdeckung hatte ich schon lange nicht mehr – zumindest nicht in dem Maß, wie es zum Beispiel damals bei Tamora Pierce war, von der ich unbedingt jede Geschichte haben musste und von der ich immer noch jede Neuerscheinung kaum abwarten kann.

Aber Stephen Cole und sein Buch „Snakeroot“ haben mir so gut gefallen, dass ich mir die folgenden Bände dieser Reihe auch unbedingt holen werde. Die Geschichte bietet ganz viele Elemente, die ich als Jugendliche geliebt habe. Abenteuer in Ausgrabungsstätten, etwas Mythologie, Diebe, Intrigen und die stete Frage, wer auf wessen Seite steht.

Jim C. Hines hat mir mit seinen „Drei Engel für Armand“ die Weihnachtstage versüßt. Er schreibt eindeutig düsterer als Patricia C. Wrede mit ihren Drachenprinzessinen-Büchern, aber ich liebe es, wenn klassische Märchen erwachsener umgesetzt und ihre dunklere Seite betont wird. (Ein wunderbares Beispiel ist da auch „Tochter der Schatten“ von Robin McKinley … >sniff<)

Auch Alan Bradley hat mich mit seiner Flavia und dem Mord im Gurkenbeet überzeugt und ich hoffe sehr, dass weitere Bücher des Autors ebenso unterhaltsam sein werden und mich wieder mit einer Mischung aus unterhaltsamen Krimi und skurrilen Charakteren erfreuen . :)


Welches war eurer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Ich schau eigentlich recht wenig auf die Cover, denn in der Regel passen die eh nicht zum Inhalt des Buches. So ist es auch bei „Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“, denn das Cover passt eher zu einem skurrilen Jugendbuch, als zu einem gemütlichen Krimi mit ungewöhnlichen Charakteren. Trotzdem finde ich es schön. ;)

„Die Stadt der Regenfresser“ habe ich noch nicht gelesen, aber ich finde, dass das Cover eine Mischung aus Jack London, Jule Verne und Daniel Defoe verspricht – und das reizt mich sehr. Hoffentlich hält der Roman dann auch die Erwartungen, die durch die Optik geweckt werden.

Obwohl mich das Cover von „Des Teufels Maskerade“ ein wenig an die Buchblöcke erinnert, die wir früher manchmal im Buchhandel in die Finger bekommen haben, gefällt mir der schlichte und ungewöhnliche Look dieses Romans.

Es gab definitiv noch mehr interessante und schöne Cover in diesem Jahr, aber bevor ich weiter in meiner Erinnerung und den Buchstapeln krame, höre ich hier lieber auf. ;)

Kommentare:

Katrin hat gesagt…

Liebste Winterkatze,

vielen Dank für die äußerst ausführliche Beantwortung meines Stöckchens! Schön, dass du auch Hörbücher mit einbezogen hast, die mag ich ja auch sehr. Jetzt weiß ich, zu was ich guten Gewissens greifen kann und wovon ich lieber die Finger lasse ;) Um Flavia schleiche ich ja auch schon länger herum.
Deine Erklärung zu den "Regenfressern" finde ich goldig, ich hoffe auch, dass deine Erwartungen nicht enttäuscht werden!

Viele liebe Grüße
Katrin

Winterkatze hat gesagt…

Hey Katrin,

als ob ich jemals anders als ausführlich antworten könnte, wenn es um Bücher geht. >g<

Die "Regenfresser" werden von mir hoffentlich bald gelesen, dann werde ich bestimmt Bericht erstatten, ob meine Erwartungen erfüllt wurden. :)

Viele Grüße,
Winterkatze

Natira hat gesagt…

Ja, "Flavia" hat mir auch sehr gut gefallen - incl. des Covers - .

Das Stöckchen habe ich mitgenommen, ich hoffe, Du hast nichts dagegen :)

Jari hat gesagt…

Geklaut! Geklaut!

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Natürlich nicht, dafür sind Stöckchen doch da! :)

@Jari: Willkommen auf meinem Blog! Und was meinst du mit "Geklaut"? Sind Stöckchen nicht eh Freiwild? ;)

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