Dienstag, 8. September 2009

Eva Dumann: Im Zeichen der Schwäne

Eigentlich bin ich immer sehr misstrauisch, wenn ich erfahre, dass ein Autor/eine Autorin noch nicht einmal alt genug ist, um zu wählen, aber schon ein Buch bei einem Verlag untergebracht hat. Oft genug werden diese Romane nämlich vor allem veröffentlicht, weil man mit dem jungen Alter so gut Werbung machen kann, und weniger, weil die Geschichte so gut ist.

Eva Dumann hat „Im Zeichen der Schwäne“ mit vierzehn Jahren geschrieben und angefangen hat sie die Geschichte als Weihnachtsgeschenk für ihren kleinen Bruder. Letztendlich ist ein wirklich unterhaltsames Buch daraus geworden, mit überzeugenden Charakteren und einer Welt, in die man gern noch einmal einen Blick werfen würde.

Die Halbelfe Eolée lebt mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder vor den Mauern der Stadt Arber. Eines Nachts steht ein fremder Junge mit einem geheimnisvollen Schwert vor ihrer Tür und bittet um Schutz vor Soldaten, die ihn verfolgen. Eolées Familie nimmt Pellinor bei sich auf und zieht ihn zwei Jahre lang wie ihren eigenen Sohn groß. Doch dann wird die Sehnsucht des Jungen nach seinem Heimatland Nituria und seiner Familie zu groß und er macht sich auf, um herauszufinden, was aus seinen Lieben geworden ist.

Eolée begleitet den Ziehbruder in das Nachbarland und erfährt schnell, was es heißt, wenn ein Land unter einem tyrannischen König zu leiden hat. Die beiden Kinder geraten von einer Schwierigkeit in die nächste und schließen sich bald einer Widerstandsbewegung an, die „Im Zeichen der Schwäne“ gegen den Herrscher vorgeht.

Die größte Schwäche dieses Romans ist wohl, dass Eva Dumann so manches Problem ein wenig leicht für ihre Figuren lösen lässt. So fällt gleich im ersten Kapitel auf, dass Eolées Vater ganz ohne Misstrauen den fremden Pellinor in seine Familie aufnimmt, obwohl dieser in einem friedlichen Land mit einer Waffe vor der Tür steht. Aber die Charaktere sind ihr gut gelungen (überzeugende Jugendliche, ohne pubertäre Nervigkeiten), die von der Autorin geschaffene Welt ist wunderschön beschrieben – und vor allem in den vielen Details hat mich dieses Buch beeindruckt. Gerade der Widerstand und die Mittel mit denen diese Kämpfer vorgehen, sind überzeugend geschildert – und auch die Probleme, die z.B. durch einen harten Winter entstehen können, hat sie wunderbar eingebaut.

Und da mir der Roman so viel Spaß gemacht hat, hoffe ich sehr, dass die junge Autorin in den nächsten Jahren noch mehr schreiben wird!

Kommentare:

Soleil hat gesagt…

Das klingt gut. Aber dem Verlag traue ich nicht wirklich, da sind mir schon einige Sachen zu Ohren gekommen, die mich etwas misstraisch machen. Aber das Cover finde ich gelungen, hätte wunderbar zu Deinem Design gepasst ;)
Wenn sie das Buch so jung geschrieben hat, ist es vielleicht nicht verwunderlich, wenn sie eine Happy-End-Welt geschaffen hat. Vielleicht macht es das auch sympathisch(er)?

Winterkatze hat gesagt…

Ich hatte vor diesem Buch noch gar nichts von dem Verlag gehört. Gerade bei den ganzen Kleinverlagen fällt es mir schwer den Überblick zu behalten.

Das Cover hat die Autorin selber gestaltet - und jetzt wo du es erwähnst: Es passt wirklich zu meinem Blog. >g< Ich sollte mich demnächst noch mal mit dem Einfügen von Bildern beschäftigen ... ;)

Ich weiß nicht, ob es die Geschichte sympathischer macht, aber auf jeden Fall haben mich die leichten Problemlösungen nicht so sehr beim Lesen gestört. Dafür habe ich mich über die (überzeugenden!) Details gefreut, die man auch in der Erwachsenen-Fantasy viel zu selten findet.

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