Sonntag, 29. Oktober 2017

Herbstlesen im Oktober (9) - Sonntag

Heute ist der letzte Sonntag im Oktober und dann ist das Herbstlesen auch schon wieder vorbei. Wie schnell so ein Monat immer rum ist. ;) Gestern habe ich abends "Der Galgen von Tyburn" von Ben Aaronovitch beendet und muss mir nun keine Gedanken mehr um den Abgabetermin bei der Bibliothek machen. *g* Also kann ich wieder zu "The Tropic of Serpents" von Marie Brennan wechseln. Das Buch habe ich am vergangenen Sonntag das letzte Mal in der Hand gehabt und bin nun wirklich gespannt, wie es mit Lady Trent und ihrer Drachenforschungs-Expedition weitergeht. Außerdem gibt es heute Nachmittag wieder eine Gloomhaven-Runde für mich und meinen Mann - schließlich müssen wir immer noch den Dieb besiegen, der uns in am vergangenen Wochenende mit seinen Untoten überrannt hat. ;)

Eventuelle Mitleser werden wie immer am Ende des Beitrags verlinkt, sobald sie sich in den Kommentaren melden (Ariana hatte allerdings schon gestern deutlich gemacht, dass ihr Post für das gesamte Wochenende gedacht ist). Ich wünsche uns allen einen schönen und gemütlichen Tag! Das stürmische Wetter scheint auf jeden Fall schon mal perfekt für einen Tag auf dem Sofa zu sein.


Update 10:45 Uhr


So richtig wird das heute mit mir und dem Lesen nichts. Ich bin nicht gerade fit inklusive Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen und auf der Straße ist es heute dank einer Veranstaltung ziemlich unruhig, was meine eh schon geringe Konzentration stört. Immerhin habe ich mein Frühstück schon auf die Reihe bekommen und trinke inzwischen die zweite Halbliter-Tasse mit heißem Tee. Vermutlich werde ich mich jetzt einfach erst einmal auf dem Sofa einrollen und etwas dösen und später schauen, ob ich wieder zum Buch greife oder gleich mit meinem Mann "Gloomhaven" spiele.


Update 16:15 Uhr


Seit dem letzten Update habe ich wirklich etwas Zeit mit Dösen und Nichtstun verbracht, aber auch das Kätzchen versorgt und den Teig fürs Abendessen angesetzt. Außerdem haben wir endlich den Dieb geschlagen, dem wir schon vor einer Woche die gestohlenen Unterlagen wieder abknüpfen wollten. Obwohl wir dieses Mal deutlich weniger Pech hatten als in der vergangenen Woche, hätte die Runde nicht viel länger dauern dürfen. Mein Mann hatte im vorletzten Zug seine letzten Karten ausgespielt und war somit handlungsunfähig geworden, während ich nur noch genügend Karten hatte, um den entscheidenden letzten Treffer ausspielen zu können. Wäre das ein Fehlschlag geworden, hätten wir wieder verloren. So haben wir dieses Szenario bewältigt, die Belohnung von unserer Auftraggeberin eingesammelt und nun vier mögliche Ziele für die nächste Spielrunde zur Auswahl. *g* Obwohl wir seit heute das Wohnzimmer heizen und ich Wollsocken und Jacke trage, ist mir beim Spielen doch etwas kalt geworden, also krabbel ich jetzt erst einmal wieder unter meine Decke und lasse mich von meinem Mann mit heißem Tee und Marzipan-Espresso-Kuchen beliefern.


Update 20:00 Uhr


Nach Tee und Kuchen habe ich wirklich zum DS gegriffen und ein bisschen meine Farm weiter ausgebaut. Genau genommen habe ich ein Schaf gekauft und freue mich nun darüber, dass ich meine eigene Wolle "anbauen" kann. Inzwischen ist auch das Abendesse im Ofen, es gibt "Pizza". Die Anführungszeichen deuten schon an, dass es keine klassische Pizza geben wird, sondern eine Variante, die ich in den 80ern das erste Mal gegessen habe. Mein Mann und ich haben uns vor kurzem darüber unterhalten, wann wir das erste Mal Pizza gegessen haben und in welcher Form. Bei diesem Gespräch haben wir festgestellt, dass in seiner Familie nie Pizza selbergemacht wurde (zumindest nicht solange er noch bei seinen Eltern lebte). Bei uns hingegen gab es ab und an Pizza, die aus fertigem Teig inklusive fertiger Sauce bestand und mit allen Dingen belegt wurde, auf die wir uns einigen konnten (plus individuelle Beläge, die dann auf bestimmte Ecken verteilt wurden). Das Gleiche habe ich auch im Studium mit meinen Freundinnen gemacht und da es immer eine Menge Belag gab, auf den wir uns einigen konnte, lief das Ganze auf eine Art Gemüsekuchen mit sehr viel Gemüse und darüber einen Haufen geriebenen Gouda hinaus. Etwas ähnliches habe ich heute für meinen Mann nachgebastelt, wobei ich für den Boden einen selbstgemachten Pizzateig genommen und die Sauce auch selber angesetzt habe. Eigentlich mag ich meine Pizza ja inzwischen eher dünn, knusprig und nicht so üppig belegt, aber nach dem Gespräch mit meinem Mann hatte ich richtige Lust auf diese Variante. Mal schauen, ob sie mir noch so gut schmeckt wie früher. ;)

Bevor ich ins Bett falle, gibt es auf jeden Fall noch ein Update und natürlich eine kleine Blogrunde, um zu schauen, wie es den anderen in den letzten Stunden so erging.


Update 23:00 Uhr


Ich fürchte, auch der Rest des Abends ging mit "Dösen und Dümpeln" rum und so war der letzte Tag des Herbstlesens derjenige, an dem ich am wenigsten gelesen habe. Aber das ist auch okay, es ging ja ums Entspannen und das habe ich gemacht. ;) Die Pizza war lecker und hat so einige Erinnerungen geweckt. Es ist doch immer wieder spannend, wie einen Essen an bestimmte Lebensabschnitte, Menschen oder Orte erinnern kann. Jetzt nehme ich mir aber ein Beispiel an Christie und falle ins Bett. Morgen gibt es wieder viel zu tun.


Danke, dass ihr bei meinem Herbstlesen wieder dabei gewesen seid. Ich genieße den Austausch und das gemeinsame Lesen und Bloggen immer sehr! Habt einen guten Start in die Woche und nehmt euch auch in den kommenden Monaten hin und wieder eine Auszeit, um in Ruhe zu Lesen oder andere entspannende Sachen zu machen!


***

Heutige Mitleser:

Ariana
Neyasha
Natira
Susanne

Samstag, 28. Oktober 2017

Herbstlesen im Oktober (8) - Samstag

Mit dem heutigen Tag beginnt das letzte Herbstlesen-Wochenende - wir sollten es alle noch einmal rundum genießen! (Und wem das Ganze noch nicht gereicht hat, der kann am kommenden Wochenende bei Neyasha und Lyne mitmachen, wo es zusätzlich neben dem Lesen noch ein Bingoblatt zum Ausfüllen gibt. ;) )

In der vergangenen Woche bin ich wieder wenig zum Lesen gekommen. Lady Trent habe ich gar nicht mehr angefasst, dafür habe ich "Der Galgen von Tyburn" von Ben Aaronovitch angefangen, da ich den Roman am Anfang der kommenden Wochen zurück in die Bibliothek schleppen muss. Mit den Titel werde ich heute auch in den Tag starten und hoffe, dass ich dann spätestens am Sonntag mit "The Tropic of Serpents" von Marie Brennan weitermachen kann. Außerdem darf ich heute Vormittag noch ein bisschen im Haushalt wuseln, da ich gestern meinen obligatorischen Wochenendputz nicht geschafft habe.

Eventuelle Mitleser werde ich wie immer am Ende des Posts verlinken, wenn sie sich in den Kommentaren bei mir melden. Ich wünsche uns allen ein schönes und entspanntes Wochenende! :)


Update 11:30 Uhr


Das war heute eine sehr schnelle Runde durch den Haushalt, aber immerhin ist die Wohnung jetzt in einem Zustand, mit dem ich in den kommenden Tagen leben kann. ;) Inzwischen habe ich auch ein Frühstück vor der Nase und abgesehen davon, dass ich heute Mittag noch Kuchen backen will, habe ich für den Rest des Tages keine weiteren Pläne. Bei "Der Galgen von Tyburn" lasse ich mich - wie eigentlich immer bei Aaronovitch - von all den kleinen Informationen rund um (das historische) London ablenken und genieße diese absurden und interessanten Wissensbrocken sehr. Ansonsten muss ich zugeben, dass mir die Hintergrundstory mit dem "Gesichtslosen" nicht so gut gefällt und ich fände es auch schön mehr über die anderen übernatürlichen Wesenheiten zu erfahren, statt dass sich alles immer wieder um die Flussgötter dreht. Auf der anderen Seite sind die natürlich die beherrschenden Mächte der Stadt, also ist es nur natürlich, dass sie eine große Rolle in der Serie spielen. Trotz meines Gemäkels fühle ich mich von dem Roman gut unterhalten, also lese ich gleich mal weiter ...


Update 14:30 Uhr

In den vergangenen drei Stunden habe ich so viel nicht auf die Reihe bekommen. Während ich "Der Galgen von Tyburn" las, bin ich erst einmal weggenickt, obwohl ich mitten in einer Actionszene voller Amerikaner und Schusswaffen. Die letzten Nächte waren nicht gerade erholsam, da ich seltsame Albträume voller Internatsschülern (die sich in Zombies verwandelten oder welchen in den Weg warfen, damit andere die Schulfahne retten konnten Oo), fadenwurmartigen Parasiten (diesen Traumteil kann ich immerhin definitiv dem Roman "Der Monstrumologe" zuordnen, denn seit dem ich das Buch vor einigen Jahren gelesen habe, kommt mein Unterbewusstsein immer wieder auf eine bestimmte Szene zurück), maroden Hängebrücken (großartig, wenn man eh Höhenangst hat) und ähnlich angenehmen Dingen hatte. Auf jeden Fall hatte ich wohl etwas Schlaf nachzuholen ...

Außerdem ist der geplante Marzipan-Espresso-Napfkuchen im Ofen. Ich habe keine Ahnung, ob der was geworden ist. Mir ist die Idee dazu gekommen, als ich meine neue Seife (Maple-Pecan-Seife, die als Teststück bei meiner letzten Seifenbestellung beilag) verwendete, um kurz darauf Espresso zu kochen. Während langsam der Espressoduft in der Küche aufstieg, rochen meine Hände noch nach der Seife (und der Geruch erinnert sehr an Marzipan mit einer herben Note) und weckte große Lust nach etwas Essbarem mit diesen Geschmackskomponenten. Und da ich noch Marzipan hatte, das eh langsam mal verbraucht werden musste, ebenso wie einen Rest Kaffee-Sahne-Schokolade, die - nachdem sie den Sommer in der Schublade verbracht hatte - auch nicht mehr so taufrisch schmeckt, gibt es also heute einen Napfkuchen mit einer Marzipan-Mandel-Schicht und einer Schoko-Espresso-Mandel-Schickt. Mal schauen wie das so wird. ;) Jetzt greife ich aber wirklich wieder zum Roman! So ganz glücklich bin ich gerade über all die neuen Charaktere, die alle Magie verwenden und Folly-ähnlichen Organisationen angehören, nicht. Es ist natürlich stimmig, dass das Folly nicht der einzige Ort auf der Welt ist, an dem sich Zauberer sammeln, aber ich mochte die Vorstellung, dass das Folly etwas Ungewöhnliches ist.


Update 18:15 Uhr


Während Madamchen es sich auf meiner Decke gemütlich gemacht hat, habe ich weiter gelesen und mich von "Der Galgen von Tyburn" gut unterhalten gefühlt. Auch wenn ich grundsätzlich finde, dass die Geschichte langsam etwas groß wird, so mag ich die vielen kleinen fantastischen Elemente in den Peter-Grant-Romanen und einige Charaktere sind mir auch sehr sympathisch. Bis ich mich zum Kochen aufraffen muss, werde ich vermutlich das Buch beenden.


Ob ich danach gleich zu "The Tropic of Serpents" greife oder erst einmal was anderes mache, sehe ich dann. Heute ist so ein Tag, an dem mir sehr nach Dümpeln ist. Da würde es sich fast anbieten, dass ich später zum DS greife - vor allem, da ich in der Woche ein neues Spiel bekommen habe, das mir viel Freude bereitet. Oh, noch ein Wort zum Kuchen: Lecker! Das nächste Mal würde ich vermutlich etwas mehr von der dunklen Teigmenge zubereiten, denn die Mischung aus Schoko und Espresso im Teig ist sehr lecker!


Update 22:30 Uhr

Für mich wird es so langsam Zeit den Tag zu beenden. Inzwischen habe ich "Der Galgen von Tyburn" (war nett und unterhaltsam, hat mich aber mal wieder darin bestätigt, dass ich die Reihe nicht weiter für mich kaufen muss) beendet, Abendessen gekocht und gegessen und ein bisschen "Story of Seasons: Trio of Towns" gespielt. Ich mag diese simplen Spiele, bei denen man über mehrere (Spiel-)Jahre seine Farm aufbaut, mit den Nachbarn Beziehungen knüpft und im Laufe der Zeit die kleinen Feste und Wettbewerbe genießen kann. Das größte Problem bei diesen Spielen ist, dass ich immer Lust habe "nur noch einen Tag" zu spielen - und auch wenn so ein Tag gerade mal zwanzig Minuten dauert, so kann das die Schlafenszeit doch ein bisschen nach hinten verschieben. ;)

Heute bin ich aber mal vernünftig und drehe nur noch eine kurze Runde durchs Internet und falle dann ins Bettchen. Das war heute auf jeden Fall wieder ein entspannter Samstag! Morgen ist dann der letzte Tag des Herbstlesens, mal schauen, wer sich mir da noch anschließt. Gute Nacht und bis morgen! :)

***

Heutige Mitleser:

Ariana
Susanne
Neyasha

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Regina Stürickow: Mörderische Metropole Berlin - Authentische Fälle

Von Regina Stürickow hatte ich Anfang des Jahres schon "Kommissar Gennat ermittelt - Die Erfindung der Mordkommission" gelesen und war damit nur teilweise zufrieden, was vor allem an der Präsentation der Informationen und der fehlenden Abstimmung zwischen dem Text, der schon in einer älteren Auflage veröffentlicht worden war, und dem Bildmaterial meiner Ausgabe lag. "Mörderische Metropole Berlin" hat nun nicht einen einzelnen Polizisten als Aufhänger, sondern liest sich zu Beginn wie eine Stadtführung durch das kriminelle Berlin der 1920er Jahre, während später einzelne Fälle dargestellt werden, die damals passiert sind. Dieser Stadtführungsaspekt hatte dafür gesorgt, dass ich nach dem ersten Anlesen im Sommer erst einmal das Buch zur Seite gelegt hatte, weil ich darauf wenig Lust hatte. In diesem Monat hat es hingegen mit mir und "Mörderische Metropole Berlin" hervorragend gepasst, und das nicht nur, weil die kurzen Texte sich in einen gut gefüllten Alltag einschieben ließen.

Mit diesem Titel präsentiert die Autorin Kriminalfälle, die sich in Berlin zwischen 1914 und 1933 ereignet haben. Dabei erfährt man als Leser nicht nur, was überhaupt passiert ist und wie die Polizei am Ende auf den Täter kam, sondern Regina Stürickow bietet auch sehr viele Details rund um das alltägliche Leben dieser Zeit und die dunklen Seiten der Gesellschaft. Deutlich wird dabei auch immer wieder, wie sehr schon damals die Menschen von Verbrechen fasziniert waren, und so verkauften sich nicht nur die Zeitungsausgaben besonders gut, in denen reißerische Geschichten über - mehr oder weniger - reale Verbrechen veröffentlicht wurden, sondern es gab auch gedruckte Reiseführer und Führungen (bei denen häufig Kriminalbeamte die Stadtführer spielten) durch das kriminelle Berlin oder von Kriminalkommissaren veröffentlichte Milieuschilderungen. Interessant finde ich, dass die Führungen bei den Betreibern der "Unterweltkneipen" angeblich nicht so beliebt waren, schließlich vertrieben all die Touristen ihr eigentliches Klientel, auf der anderen Seite führten diese Touren auch nicht in die wirklich schlimmen Ecken der Stadt, schließlich konnten die Stadtführer nicht riskieren, dass ihre Kunden zu Schaden kamen.

Von den Mordfällen, die Regina Stürickow in "Mörderische Metropole Berlin" aufführt, kannte ich einige schon aus "Kommissar Gennat ermittelt". Es gab aber noch genügend neue Kriminalfälle, um das Buch zu einer interessanten Lektüre zu machen. Spannend fand ich zum Beispiel die Details rund um den Mord an dem ehemaligen osmanischen Großwesir Talât Pascha, bei dem der Täter freigesprochen wurde, obwohl es mehrere Zeugen für die Tat gab und der Mörder geständig war. Faszinierend waren dabei nicht nur die Gründe für den Freispruch, sondern auch die Informationen, die später noch zu den Hintergründen der Tat herauskamen. Ein weiterer interessanter Aspekt ist für mich bei diesen Berichten die Intensität, mit der in einigen Fällen ermittelt wurde, und die Hilflosigkeit der Polizei in anderen Fällen. Es gab zu dieser Zeit noch kein festgelegtes Prozedere, wenn es um (Mord-)Ermittlungen ging, und die Spurensicherung steckte noch immer in den Kinderschuhen - es fehlte dabei meist nicht am Wissen, sondern an den Möglichkeiten (oder am Personal), dieses auch umzusetzen. Dazu kam, dass die wirtschaftliche Situation in Deutschland zu einer radikalen Erhöhung der Kriminalitätsrate führte und natürlich nicht genügend Beamte da waren, um all diesen Verbrechen die nötige Aufmerksamkeit zu widmen.

An längsten haben mich die Fälle beschäftigt, bei denen es am Ende der Beschreibung hieß, dass sie nicht aufgeklärt wurden. Manchmal war das so, weil es einfach nicht genügend Hinweise auf den Täter gab, dann wieder gab es zwar einen begründeten Verdacht, aber keine Beweise, mit denen man den Mörder hätte überführen können. Interessant finde ich auch die Fälle, bei denen Jahre später eine Aussage der Akte zugefügt wurde, in der jemand die Identität des Mörders verriet, bei denen aber keine Verhaftung mehr erfolgen konnte, weil die Person schon verstorben war, oder der Zeuge nicht genügend Informationen zur genauen Identifizierung des Täters beisteuern konnte. Angesichts der Beschreibungen, die es zur Aktenverwaltung in diesem Buch (und auch dem anderen Titel der Autorin) gibt, scheint es mir fast schon ein Wunder zu sein, dass diese Information dann noch ihren Weg in die dementsprechende Akte fand. Auch mag ich mir kaum vorstellen, wie schwierig die Zusammenarbeit mit Ermittlungsstellen in anderen Teilen Deutschlands oder im Ausland war, und finde es dann umso bewundernswerter, wenn in einem Fall nach jahrelanger Arbeit doch noch Informationen aus dem Ausland zu weiteren Spuren bei einer Ermittlung führten.

Ich gebe zu, dass "Mörderische Metropole Berlin" jetzt nicht so viele neue Informationen für mich enthielt, aber all diese kleinen Details zu entdecken, die mir ein genaueres Bild vom Alltag (und der Polizeiarbeit) dieser Zeit vermitteln, hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht.

Dienstag, 24. Oktober 2017

Banana Yoshimoto: Tsugumi

Banana Yoshimoto gehört für mich zu den Autorinnen, auf die ich ab und an Lust habe, die mir aber nicht so sehr am Herzen liegen, dass ich ihre Bücher besitzen muss. In diesem Monat war es wieder soweit, dass ich mich weiter durch ihr Werk lesen wollte, und so habe ich mir "Tsugumi" in der Onleihe vorgemerkt. Gewusst habe ich über die Geschichte vorher nichts, ich hatte nur im Hinterkopf, dass ich einen ihrer früheren Romane lesen wollte und da "Kitchen" nicht zur Verfügung stand, wurde es eben "Tsugumi". Ich bin übrigens immer wieder überrascht, wie viele Titel von japanischen Autoren gar nicht erst übersetzt werden, selbst wenn diese Schriftsteller relativ erfolgreich sind. Da würde ich wirklich gern einmal genau wissen, nach welchen Kriterien das läuft (auch wenn ich mir schon verschiedene Gründe dafür vorstellen kann).

Die Handlung in "Tsugumi" wird in der Rückschau aus der Sicht von Maria erzählt, die die Cousine der titelgebenden Tsugumi ist. Ihr gesamtes bisheriges Leben hat Maria mit ihrer Mutter in der Pension verbracht, die der Familie der Schwester ihrer Mutter gehört, und darauf gewartet, dass ihr Vater sich endlich von seiner Frau scheiden lassen und ihre Mutter heiraten kann. Obwohl die Situation für ihrer Eltern bestimmt nicht einfach war, war sich Maria immer der Tatsache bewusst, dass ihre Eltern sie und einander liebten. So hätte sich Marias Familienleben ungemein harmonisch angefühlt, wenn nicht Tsugumi gewesen wäre. Tsugumi ist Marias jüngere Cousine und von klein auf steht fest, dass das Mädchen nicht sehr lange zu leben hat. So muss die gesamte Familie damit fertig werden, dass Tsugumi jederzeit sterben kann und aufgrund ihrer schwachen Gesundheit ständig krank ist.

Tsugumi selbst erscheint auf den ersten Blick einfach nur wie ein herzloses und rundum verwöhntes Wesen. Ihre liebste Beschäftigung besteht darin, anderen Leuten boshafte Streiche zu spielen und sie mit ihren Bemerkungen zu verletzen. Erst als sie bei einem ihrer Streiche zu weit geht und Maria sich ihr gegenüber ausnahmsweise einmal nicht zurückhält, kann so etwas wie eine Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Cousinen entstehen. Doch auch nachdem die beiden Mädchen sich etwas näher gekommen sind, gibt es nur selten Momente, in denen Tsugumi sich Maria gegenüber öffnet und auch einmal ihre verletzliche Seite zeigt. So wird nach und nach deutlich, was für einen freiheitsliebenden und wilden Charakter Tsugumi besitzt und wie sehr sie durch ihren schwächlichen Körper in ihren Plänen und Träumen ausgebremst wird. Ihre einzige Möglichkeit, "stark" zu erscheinen, besteht anscheindend darin, die Menschen in ihrer Umgebung mit ihrer boshaften Zunge und ihrem unberechenbaren Verhalten aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Ich muss zugeben, dass mich "Tsugumi" nicht so sehr berührt hat wie andere Veröffentlichungen von Banana Yoshimoto. Es war eine schöne Geschichte, um zwischendurch immer mal wieder ein Kapitel zu lesen, und ich mochte sehr viele Aspekte der Handlung, aber die Figuren sind mir doch überraschend fremd geblieben. Ich fand diese beständige Zuneigung in Marias Familie, die trotz widriger Umstände und der Tatsache, dass ihr Vater nur an den Wochenenden zu seiner Geliebten und seiner Tochter reisen kann, unerschütterlich zu sein scheint, sehr schön. Ein bisschen erinnerte mich diese Gewissheit von Maria, dass sie von ihren Eltern geliebt wird, an Yotchan aus "Moshi Moshi" (bevor diese sich mit den Geheimnissen ihres überraschend verstorbenen Vaters auseinandersetzen musste). So gibt es vor allem zwischen Maria und ihrem Vater, aber auch zwischen ihr und den anderen Familienmitgliedern immer wieder sehr schöne Szenen, die deutlich machen, wie sehr sie zueinander gehören und wie viele verbindende Elemente es zwischen ihnen gibt.

Dann gab es da noch all diese Passagen rund um die kleine Stadt am Meer, in der die Pension liegt, wo ein Großteil der Geschichte spielt. Ohne diesen Hintergrund hätten viele Szenen in diesem Roman gar nicht funktioniert, so aber gibt es all diese Momente am Meer, die von der Luft, dem Sand zwischen den Zehen und dem Geräusch der Brandung leben. Für mich war stellenweise die Atmosphäre, die durch die Landschaftsbeschreibungen entstand, so viel eindringlicher als die Dialoge  oder die Handlung selbst. Ich mochte diese Mischung aus Beständigkeit und ständiger Veränderung, aus trubeligem Touristentreiben im Sommer und der Ruhe im Winter oder in der Nacht, die den Hintergrund für die Handlung bildete. Und da Maria unter anderem für ihr Studium die Hafenstadt verlässt, fand ich es auch stimmig, dass sie all diese Elemente bewusster wahrnahm, als man es erwarten könnte, wenn all dies weiterhin Normalität für sie geblieben wäre.

So sind es am Ende die Orts- und Landschaftsbeschreibungen, die in mir nachklingen und Sehnsucht nach dem Meer in mir wecken. Diesen Teil der Geschichte habe ich wirklich genossen und ich bin mir sicher, dass das Meer bei diesem Roman das Element ist, das mir in Erinnerung bleiben wird. Dazu kam dann noch Banana Yoshimotos unaufgeregte Erzählweise, die die Melancholie dieses letzten Sommers in der Hafenstadt, des Abschieds vom vertrauten Leben und vielleicht sogar von Tsugumi weiter unterstrichen hat. Ich mochte Marias Sicht auf die verschiedenen Personen und Ereignisse und dieses Gefühl, dass sie alles umso intensiver wahrnimmt, weil sie diesen Sommer am Meer nicht enden lassen will.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Herbstlesen im Oktober (7) - Sonntag

Nachdem ich gestern keine Tätigkeit besonders lange durchgezogen habe, bin ich gespannt, ob ich heute etwas intensivere Zeit mit meinem Roman verbringen oder mich wieder von diversen anderen Dingen ablenken lasse. Auf jeden Fall werde ich heute Nachmittag wieder einige Zeit mit meinem Mann zusammen spielen. Nachdem wir am vergangenen Wochenende die ersten Schritte mit "Gloomhaven" gemacht haben, möchten wir gern dabei bleiben, bevor wir die Regeln wieder von vorn lernen müssen. ;) Außerdem haben wir unseren Auftrag (einen Dieb zu fangen und ihm die gestohlenen Unterlagen abzunehmen) - dank zweiteiligem Szenario - noch nicht beenden können und bestimmt wird unsere Auftraggeberin langsam ungeduldig. *g*

Aber erst einmal starte ich gemütlich mit "The Tropic of Serpents" von Marie Brennan in den Tag. Ich hatte gestern das erste Drittel des Romans gelesen und fände es nett, wenn ich ihn heute beenden könnte.


Update 11:15 Uhr


So richtig kann ich mich heute auch nicht auf eine Sache konzentrieren, aber ein bisschen habe ich doch schon in "The Tropic of Serpents" gelesen und bin endlich in der Wildnis angekommen, wo Isabella diverse Tiersichtungen (inklusive Drachen) machen konnte. Ansonsten wusel ich so rum, glubsche ein bisschen vor mich hin und habe mir ein Frühstück gegönnt. Als nächstes werde ich erst einmal "Blümchen gießen" und dann ist es vermutlich schon Zeit Christie zu füttern, bevor wir "Gloomhaven" aufbauen.


Update 16:00 Uhr

Uff ... wir haben gegen 13 Uhr angefangen das Spielfeld aufzubauen und sind vor ein paar Minuten mit unserer heutigen Gloomhaven-Runde fertig geworden und wir haben so richtig heftig verloren. *g* Am Anfang sah alles noch harmlos aus, obwohl wir bei den Events, die vor dem Szenario möglich sind, keine guten Karten bekommen haben und so schon mit einem Nachteil ins Dungeon gegangen sind. Aber bei gerade mal zwei Gegner schien die Sache machbar zu sein.


Dummerweise konnte der Bossgegner sich nicht nur zu den anfangs geschlossenen Türen teleportieren und die in den angrenzenden Räumen vorhandenen Monster rauslassen, sondern auch unter bestimmten Umständen lebende Skelette beschwören. Mittendrin war es schon kritisch für uns, aber wir hatten noch die Hoffnung, dass wir das einigermaßen überstehen würden.


Da wir aber das gesamte Spiel hindurch großes Pech beim Kartenziehen hatten, während unsere Gegner recht unbehelligt vom Kartenglück durchs Dungeon rannten (und sich ständig vermehrten), mussten wir am Ende dann doch aufgeben. Am kommenden Wochenende starten wir einen erneuten Versuch mit dem Dokumentendieb, für heute hat es mir erst einmal gereicht. ;)

Jetzt drehe ich eine Runde und schau nach den anderen "Herbstlesern" und esse dabei das letzte Stück vom "Zauberkuchen". Ich weiß nicht so recht, ob ich den Kuchen noch einmal backen werde - wenn doch, dann zumindest nicht nach dem Rezept, das ich am Freitag ausprobiert habe.


Update 20:45 Uhr

Rote-Beete-Nudelauflauf

Seit dem letzten Update habe ich die Geburtstagsgeschenke für meine Mutter endlich eingepackt, damit sie morgen abgeschickt werden können. Für diejenigen, die so lieb waren und mir Tipps gaben, noch die Information, dass ich mich für "Die schnellsten Frauen der Welt" von Matthew Goodman (wegen der "reisenden Frauen") und "Das Büro der einsamen Toten" von Britta Bolt (wegen der Frage nach einem Krimi und dem Schauplatz Amsterdam) entschieden habe. Ich hatte auch noch "Kommando Abstellgleis" im Auge, aber da ich nach der Leseprobe nicht sicher war, ob das was für meine Mutter ist, habe ich mich für den anderen Krimi entschieden. Dann rief mein Vater an und wir haben gut 1 1/2 Stunden miteinander geredet. Er ist gerade ziemlich einsam, da meine Mutter im Krankenhaus liegt, und weiß nicht so recht damit umzugehen, dass seine Schwester vermutlich nicht mehr lange zu leben hat. Ich muss gestehen, dass mich das Thema auch gerade ziemlich bedrückt. Nachdem wir gerade gegessen haben, werde ich jetzt noch eine Blogrunde drehen und mich dann einfach den Rest des Abends berieseln lassen (mein Mann schaut gerade den ersten Star-Wars-Film - also Episode IV ...).

Schön, dass ihr heute wieder dabei gewesen seid! Wir lesen uns (vielleicht sogar beim letzten Herbstlesen-Wochenende im Oktober).


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Heutige Mitleser:

Natira
Sam
Susanne
Neyasha
Kiya
Lyne

Samstag, 21. Oktober 2017

Herbstlesen im Oktober (6) - Samstag

Schon wieder ist eine Woche rum und damit Zeit fürs Herbstlesen. Die vergangenen Tage waren wieder einmal kürzer als meine To-do-Liste, aber immerhin habe ich abends und in meinen Essenspausen "Mörderische Metropole Berlin" von Regina Stürickow aus- und "Tsugumi" von Banana Yoshimoto vollständig gelesen. Letzteres war angesichts der flüssigen Schreibweise und des geringen Umfangs auch schnell getan. ;) Da die Rezensionen zu den beiden Titeln in den nächsten Tagen freigeschaltet werden, schreibe ich hier nicht mehr zu den Büchern. Stattdessen konzentriere ich mich heute morgen auf meine "Wochenendlektüre", denn es wird Zeit mit Lady Trent in ein neues Abenteuer aufzubrechen. Außerdem werde ich gleich noch einen Blick in die Leihkiste von Natira werfen und schauen, welches Buch ich davon als nächstes lesen werde.

Wie immer werden eventuelle Mitleser am Ende dieses Beitrags verlinkt, sobald sie sich in den Kommentaren melden. Ich wünsche uns allen einen entspannten und schönen Start in ein gemütliches Wochenende!


Update 11:00 Uhr


Nach meinem morgendlichen Lebenszeichen habe ich mir erst einmal Natiras Leihkiste angeschaut und (nachdem mir weder nach Kochbuch, noch nach weihnachtlichen Geschichten zumute war) "Eierlikörtage" von Hendrik Groen rausgefischt. Das Buch will ich schon länger lesen und dachte, es wäre ein gutes Zwischendurchbuch, da die Tagebucheinträge, in denen Hendrik von seinem Alltag im Altersheim berichtet, nicht sehr lang sind. Aber ich bin gerade nicht in der richtigen Stimmung für diese humorvollen kleinen Begebenheiten inklusive versterbender Fische (zu viel Kuchen im Aquarium). Mir ist das Thema gerade zu nah, da ich mir in den letzten Tagen viele Gedanken um meine Eltern (und meine Tante) gemacht habe und darüber wie es in der näheren Zukunft mit ihnen weitergeht.


Also habe ich beschlossen, dass die "Eierlikörtage" vorerst wieder in die Leihkiste zurückwandern und ich erst einmal den Staubsauger schwinge. Dazu war ich gestern nicht mehr gekommen und es war dringend notwendig. Unter der Dusche war ich inzwischen auch und nun habe ich Hunger. Zum Frühstück greife ich mir "The Tropic of Serpents" von Marie Brennan und stürze mich mit Lady Trent in die nächste Expedition. Später kann ich immer noch schauen, ob ich ein passendes "Nebenbeibuch" im SuB finde.


Update 16:00 Uhr

So viel habe ich seit dem letzten Update nicht gelesen, weil ich mich immer wieder mit meinem Mann verschwatzt habe, aber immerhin ist Isabella endlich auf dem Schiff und bereit in See zu stechen. Dabei war es gar nicht so einfach endlich die Reise anzutreten, da die Behörden ihr immer wieder Steine in den Weg geworfen haben (es ist eben schwierig eine Einreisegenehmigung zu bekommen, wenn das betreffende Land offiziell in Kriegswirren verwickelt ist), ihre Familie nicht sehr glücklich mit ihren Plänen war und der Chemiker, der in ihrem Auftrag an den Erkenntnissen der letzten Expedition arbeitete, mit einem Einbruch in seinem Labor fertig werden musste, bei dem ein großer Teil seiner Notizen gestohlen und seine Versuchsaufbauten zerstört wurden.


Nachdem ich soweit in "The Tropic of Serpents" gekommen war, habe ich erst einmal eine Lesepause eingelegt und mit meinem Mann die letzten beiden Folgen der zweiten Staffel "Orphan Black" geschaut. Es wurde Zeit, dass wir endlich damit weitermachen, denn wir hatten anfangs schon etwas Mühe uns daran zu erinnern, welcher Charakter gerade vor welcher Herausforderung in der Handlung steht. Neben dem Seriengucken habe ich meinen neuen Socken weitergestrickt. Ich habe mich jetzt gegen das geplante Zopfmuster und für ein simples "Karomuster" entschieden und finde das gerade wunderbar entspannend. Jetzt ist es aber erst einmal Zeit für ein Stück Kuchen, nachdem ich gestern meinen ersten Versuch mit einem sogenannten "Zauberkuchen"-Rezept gewagt habe. Es sind zwar nur zwei und nicht drei Schichten geworden, aber das Ergebnis sieht schon mal essbar aus. Neben Kuchen und Tee surfe ich ein bisschen rum und schaue, wie es bislang den anderen ergangen ist.


Update 21:00 Uhr

Beim Surfen habe ich mich dann etwas ablenken lassen und glatt angefangen "Let's Plays"-Videos zu schauen. Es wird wirklich Zeit, dass mein vorbestelltes "Story of Seasons"-Spiel endlich eintrifft, damit ich nicht mehr anderen dabei zuschauen muss wie sie die Version spielen. Danach habe ich etwas weitergelesen und habe mit Isabella zusammen die ersten Schritte in Eriga gemacht und einen kleinen Einblick in die dortige Gesellschaft bekommen. Das Ganze fühlt sich an, als ob Marie Brennan diesen Teil der Welt an Afrika angelehnt hat, aber natürlich hat die Autorin genügend eigene Details verbastelt, dass ich dieses Land keinem realen zuordnen kann. Ansonsten habe ich "Blümchen gegossen", etwas gedöst und Abendessen gekocht und gegessen.


Den Rest des Abends werde ich vermutlich mit dem Strickzeug verbringen und dann früh ins Bett gehen, die letzte Nacht war nicht gerade erholsam. Bevor ich schlafen gehe, dreh ich noch eine Runde und schau nach den anderen drei. Bis morgen! :)

***

Heutige Mitleser:

Sam
Neyasha
Elena

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Kelly Barnhill: The Girl Who Drank the Moon

"The Girl Who Drank the Moon" von Kelly Barnhill ist eine Leihgabe von Natira und für mich die erste - wenn auch bestimmt nicht die letzte - Begegnung mit der Autorin. Kelly Barnhill beginnt ihre Geschichte an dem Tag, an dem in jedem Jahr die Ältesten des "Protectorates" das jüngste Baby des Ortes aus den Armen seiner Familie reißen, um es der Hexe aus dem Wald zu opfern. Doch an diesem Tag kämpft die betroffene Mutter um ihr Baby mit einer Wut, die an Wahnsinn grenzt, während der "Älteste in Ausbildung" zu seinem Schrecken feststellen muss, dass niemand sicherstellt, dass das Baby nicht von wilden Tieren gefressen wird, bevor die Hexe überhaupt am Übergabeort erscheinen kann. Doch niemand möchte der Hexe begegnen, die Jahr für Jahr ein Baby für sich verlangt, damit sie den Ort mit ihrer bösen Magie verschont.

Jahr für Jahr macht sich Xan, die Hexe aus dem Wald, auf den Weg zu der Lichtung, auf der die Frauen des Protectorates ihre ungewollten Babies aussetzen. Im Laufe der Zeit hat sie gelernt, welche Dinge sie für diesen Weg braucht, und so trägt sie eine weiche Decke und Flaschen mit warmer Ziegenmilch mit sich und wenn die Milch ausgetrunken ist, füttert sie das Baby mit Sternenlicht, bis es satt und zufrieden ist. Und wie in jedem Jahr plant sie auch dieses Mal, die beste Familie für das ausgesetzte Baby zu finden, die die Städte auf der anderen Seite des Sumpfes zu bieten haben. Doch dann füttert sie aus Versehen das Baby nicht mit Sternen-, sondern mit Mondlicht - und nun liegt es an ihr, das kleine Mädchen in der Magie zu unterrichten, mit der es von diesem Augenblick an erfüllt ist. Während in den folgenden Jahren im Wald ein Mädchen heranwächst, das mit mehr Magie erfüllt ist, als selbst eine 500 Jahre alte Hexe, ein kleiner Drache und ein uraltes Sumpfmonster zu bändigen vermögen, wird ein junger Mann in der Stadt hinter der Mauer von der Erinnerung an eine wahnsinniger Mutter und ein auf einer Lichtung ausgesetztes Baby gequält.

Manche Geschichten sind so schön, dass es schwer fällt, eine Rezension dazu zu schreiben. Es gibt so viele Elemente in "The Girl Who Drank the Moon", die ich geliebt habe. Die Handlung ist märchenhaft, voller Magie und ungewöhnlicher Figuren, es gibt so viele wunderschöne und liebevolle Momente zwischen den verschiedenen Figuren, und doch ist jede dieser Szenen durchdrungen von Kummer und Vorahnungen - besonders der Anfang ist heftig, wenn der Mutter das Kind weggenommen wird. Kein Charakter ist nur gut oder nur böse, selbst die unsympathischsten Figuren können Zuneigung für jemanden empfinden, was sie noch nicht liebenswert, aber für den Leser ein kleines bisschen nachvollziehbarer macht. Ich mochte die verschiedenen Perspektiven so sehr und ebenso gefiel es mir, dass ich mich immer wieder fragen musste, wie welcher Teil der Geschichte in das Gesamtbild passt und welche Konsequenzen die Handlungen und Gedanken der Figuren haben werden. Ich finde die Sprache wunderschön, die Kelly Barnhill verwendet, so klar und so poetisch und auf den Punkt, wenn es darum geht, eine Situation, einen Gedanken oder ein Gefühl zu beschreiben.

"The Girl Who Drank the Moon" ist ein Jugendbuch und die Handlung dreht sich ums Erwachsenwerden und darum, seinen Platz im Leben zu finden. Aber die Geschichte ist auch hervorragend für erwachsene Leser geeignet, denn sie beinhaltet noch so viel mehr und wird langsam genug erzählt, dass man all diese vielen kleinen Elemente rund um die Fragen, was Familie und Freundschaft ausmacht, wie viel Wissen und Liebe man jemandem mitgeben kann, den man aufzieht, und wann es Zeit ist, loszulassen, in Ruhe genießen und sich Zeit lassen kann, um darüber nachzudenken. Dafür, dass rund um die Familien, deren Kinder geopfert werden, so viele schreckliche Dinge in dem Buch geschehen, gibt es überraschend viele Wohlfühlelemente und Szenen voller Zuneigung, Freundschaft und Toleranz gegenüber jemandem, dessen Sicht auf das Leben ganz anders ist als die desjenigen, aus dessen Perspektive man diesen Teil der Handlung erlebt. Ich mochte diese Ausgewogenheit, ich mochte diese Mischung aus Wissenschaft und Magie und ich mochte die zum Teil sehr ungewöhnliche Sicht auf vertraute Dinge, die die Autorin in die Geschichte eingeflochten hat. Und da der Roman nur geliehen war, sitzt der Titel nun neben den anderen Büchern, die Kelly Barnhill geschrieben hat, auf meiner Wunschliste. Ich freu mich schon darauf, ihre anderen Werke entdecken zu können.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Jennifer Carson: Tangled Magick (Hapenny Magick 2)

Fast fünf Jahre ist es her, seitdem ich "Hapenny Magick" von Jennifer Carson gelesen habe, und in der ganzen Zeit habe ich die Augen nach der Fortsetzung aufgehalten. Erst vor wenigen Wochen habe ich dann "Tangled Magick" in die Finger bekommen und mich unheimlich gefreut. Ich konnte mich nach all den Jahren zwar nicht mehr an Details aus dem ersten Teil erinnern, aber jedes Mal, wenn ich an das Kinderbuch dachte, war da wieder dieses wunderbare heimelige Gefühl, das die Geschichte in mir ausgelöst hat. So ist es vermutlich kein Wunder, dass ich mir den zweiten Band letzte Woche geschnappt habe, als ich in einer ziemlich miesen Stimmung war und etwas zum Aufheitern suchte. Auch dieses Mal hat Jennifer Carson es geschafft, mich in eine wunderbare fantastische Geschichte hineinzuziehen, die voller liebenswerter Figuren, vertrauter märchenhafter Elemente und natürlich auch dem passenden bösen Gegenspieler für die liebenswerte Hapenny-Magierin Mae ist.

Seit den Ereignissen in "Hapenny Magick" sind gut zwei Jahre vergangen, in denen Mae gemeinsam mit dem Zauberer Colum und der Zauberin Aletta in ihrem Elternhaus gelebt und mehr über ihre Magie gelernt hat. Doch nun wird es Zeit, gemeinsam mit einer Gruppe von Hapennies und ihrem Lehrmeister auf eine "Expedition" zu gehen, um Zutaten für ein Heilmittel zu suchen und bei der Gelegenheit auch Waren mit den Menschen-Städten in der Region zu tauschen. Diese Reisegruppe ist die erste, die das kleine abgeschiedene Hapenny-Dorf verlässt, seitdem vor fünfzehn Jahren Maes Vater und seine Gefährten bei einer ähnlichen Expedition spurlos verschwunden sind. Nur die Tatsachen, dass in den vergangenen zwei Jahren keine Troll-Aktivitäten mehr zu sehen waren und dass das Heilmittel wirklich dringend benötigt wird, konnten die Ältestens überhaupt dazu bewegen, eine weitere Reise zu genehmigen.

Dummerweise werden Mae und die anderen schon in ihrer ersten Nacht in eine Falle gelockt und finden sich kurz darauf in einem verzauberten Schloss wieder, wo sie der Trollkönigin und ihren Untertanen zu Diensten sein müssen. Nach und nach erfährt Mae mehr über das Schloss, über die anderen Opfer der Trolle, über die magischen Kreaturen, die ebenfalls dort gefangen gehalten werden, und über den Fluch, der jeden befällt, der sich für längere Zeit in dem Schloss aufhält. Gemeinsam mit ihren Freunden versucht sie alles, um den Fluch zu brechen, und sogar die Prinzessin, die vor vielen Jahren von den Trollen entführt wurde, zu befreien.

Ich liebe die Hapenny-Geschichten von Jennifer Carson einfach. Natürlich ist es vollkommen vorhersehbar, dass Mae und ihre Gefährten am Ende den Fluch brechen, natürlich weiß man von Anfang an, was es mit der Troll-Königin auf sich hat, aber das ist alles vollkommen egal, weil die Handlung so hübsch erzählt wird. Ich mag die ganzen kleinen Details, die die Autorin in ihr Buch eingebaut hat, ich mag die verschiedenen Elemente, die zu diesem verzauberten Schloss gehören, ich mag die magischen Kreaturen und ich mag die Hapennies mit all ihren kleinen Eigenarten. So habe ich trotz all der Gefahren, die auf Mae lauerten - schließlich darf man nicht vergessen, dass Hapennies die Lieblingsspeise der Trolle sind -, die Geschichte durchgehend mit einem Schmunzeln gelesen, weil ich es so sehr mochte, wie die Hapennies mit all den Herausforderungen umgingen.
"Tangled Magick" hat mir am Ende sogar noch besser gefallen als der erste Band, weil Maes Welt durch die Reise ein Stückchen größer wird und sie so viele andere Wesen kennenlernt. Und ich bin mir sicher, dass ich beide Bücher in den kommenden Jahren regelmäßig wieder aus dem Regal ziehen werde, wenn ich das Bedürfnis nach einer gemütlichen Wohlfühlgeschichte habe.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Herbstlesen im Oktober (5) - Sonntag

Nach dem letzten Update gestern habe ich noch ein bisschen mit meinem Mann geschwatzt und ein paar Seiten in "A Natural History of Dragons" von Marie Brennan gelesen. Damit werde ich auch heute in den Tag starten, außerdem liegt hier immer noch "Mörderische Metropole Berlin" von Regina Stürickow und die Bibliothek hat mir per Mail Bescheid gesagt, dass meine Vormerkung von "Tsugumi" von Banana Yoshimoto zum Download bereitsteht. Ich weiß nicht, ob ich mit "Tsugumi" heute noch anfange, aber da die Onleihe-Titel immer nur für 14 Tage ausleihbar sind, sollte ich besser die Wochenenden dafür nutzen. Auf der anderen Seite fand ich die Romane von Banana Yoshimoto bislang immer gut geeignet, um hier und da ein paar Minuten in den Arbeitspausen zu lesen, weshalb ich das Buch eigentlich auch in der Woche anfangen könnte. Ich werde einfach sehen, worauf ich im Laufe des Tages Lust habe.

Außerdem werde ich vermutlich heute Nachmittag mit meinem Mann eine Brettspielrunde einlegen, da wir ein neues Spiel haben und sehr neugierig darauf sind. Und mit "Orphan Black" wollen wir auch irgendwann weitermachen, schließlich haben wir in der zweiten Staffel nur noch zwei Folgen zu schauen ...

Wie immer werde ich die heutigen Mitleser am Ende dieses Beitrags verlinken, wenn sie sich in den Kommentaren melden. Ich wünsche euch schon mal einen schönen Start in einen gemütlichen Tag und angenehme Lesestunden! :)


Update 11:30 Uhr


Den Vormittag habe ich zum Großteil mit Isabella verbracht (und werde vermutlich dabei bleiben, bis ich "A Natural History of Dragons" ausgelesen habe) und zum Teil mit den Berichten über die gestrigen Vorfälle bei der Buchmesse. Zum Frühstück läuft die Verleihung des "Friedenspreises des Deutschen Buchhandels" im Fernsehen und ich muss mal wieder feststellen, dass ich die Masse an Reden und ihre Länge bei Preisverleihungen nicht nur anstrengend finde, sondern mich beim besten Willen nicht darauf konzentrieren kann. Wenn ich über eine interessante Aussage in solch einer Rede stolpere, dann wird der Rest der Rede zum Hintergrundrauschen, während meine Gedanken ihre eigenen Wege gehen.


Update 15:00 Uhr

Mein dritter Versuch dieses Update zu schreiben, da wir den großartigen Gedanken hatten, heute das neue Router-Modem-Teil anzuschließen. Abends haben wir für sowas keine Geduld, also bietet sich das Wochenende für solche Aktionen an, und angeblich sollte man nur das alte Teil gegen das neue austauschen und alles gut. Es hat auch nicht so lange gedauert bis wir wieder online waren (und Telefon und Kabelfernsehen hatten), aber wir bekommen es momentan nicht hin die Werkseinstellung gegen unseren Netzwerknamen und Passwort auszutauschen. Was lästig und frustrierend ist ...

Ansonsten habe ich in den 3 1/2 Stunden seit dem letzten Update "A Natural History of Dragons" ausgelesen (und den zweiten Teil gleich mal aus dem Schrank gezogen, auch wenn ich vermutlich nicht sofort damit weitermachen werde), die Katze versorgt und bin ein bisschen durch die Wohnung gewuselt. Jetzt gibt es erst einmal eine Brettspielrunde mit meinem Mann - ich wurde schon vorgewarnt, dass die Einführung in die Regeln, die Charakterauswahl und ähnliche Grundlagen schon ein gutes Stündchen dauern kann. *g*


Update 19:30 Uhr


Während Christie sich ihrem Aussehen widmete (inklusive ausgiebigem Schönheitsschlaf), haben mein Mann und ich die letzten Stunden mit "Gloomhaven" verbracht. Aufbau und Regelerklärung haben ihre Zeit gekostet und letztendlich haben wir mit unserem ersten Szenario ungefähr zwei Stunden verbracht. Noch habe ich das Gefühl, ich muss mich sehr auf die einzelnen Spielzüge konzentrieren, weil pro Runde relativ viel zu beachten ist, aber wenn ich nicht mehr so viel Kapazität auf die verschiedenen Regeln aufwenden muss, läuft das Spiel bestimmt zügiger. Schön finde ich, dass es wirklich viele Möglichkeiten gibt seinen Zug an die Gegebenheiten anzupassen, aber fast noch mehr Elemente, die sämtliche Planung zunichte machen können. Man muss auf jeden Fall jederzeit bereit sein seine Strategie anzupassen. Ich mag an dem Spiel auch, dass es koorperativ gespielt wird und dass sich die Spielfigur im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Jede Entscheidung im Spiel hat Einfluss darauf, welche Geschichte man als Spieler erlebt, so gibt es neben der jeweiligen Hauptquest auch noch Einzelziele, die während einer Quest erreicht werden können, und für jeden Charakter noch ein Lebensziel, das sich durch die gesamte Spielzeit zieht, die man mit der Figur verbringt. Oh, und man muss nicht immer mit einem festen Team spielen, sondern ist flexibel wenn es um die Anzahl der Spieler geht, obwohl die Handlung weiter voranschreitet.


Da ich immer etwas Zeit brauche, um mich mit den Regeln und Abläufen wohl zu fühlen, habe ich heute erst einmal den "Brute" gewählt. Der entspricht dem klassischen Muskelprotz ohne Hirn, was ihn relativ robust macht. (Mein Mann war sich übrigens vorher ziemlich sicher, dass ich den "Scoundrel" nehmen würde, aber der verfügt über einige Extra-Fähigkeiten, die ich erst einmal nicht auch noch mit in meine Spielzüge einplanen wollte. ;) )

Jetzt schaue ich erst einmal, wie es den anderen heute Nachmittag so ergangen ist, während mein Mann heute spontan das "Kochen" übernommen hat und deshalb gerade Tiefkühlpizza in den Ofen schiebt.


Update 23:00 Uhr


Heute gibt es kein Foto vom Abendessen, dafür ein Bild vom Nachtisch inklusive der dabei angefangenen Lektüre. ;) Der Anfang von "Tsugumi" gefällt mir schon mal gut. Die Erzählerin Maria klingt bislang lebensfroher und energischer als die bisherigen Erzählstimmen, die mir bei Banana Yoshimoto bislang untergekommen sind. Marias Cousine Tsugumi hingegen scheint eine sehr anstrengende Person zu sein, die - aufgrund der Tatsache, dass schon früh feststand, dass sie nicht lange zu leben hat - schrecklich verwöhnt wurde und sich ein Vergnügen daraus macht andere Personen zu ärgern und zu verletzen. Ich kann noch nicht so ganz nachvollziehen, warum sich die beiden Mädchen miteinander angefreundet haben - zumindest fällt es mir schwer diesen Schritt aus Marias Sicht nachzuvollziehen. Aber ich bin vermutlich auch nachtragender als es Maria ist. ;)


Außerdem habe ich meine Zeit mit "Blümchen gießen" verbracht. Es gibt immer wieder Tage, an denen ich mich darüber wundere, wie lange ich dieses Spiel nun schon täglich spiele. Aber solange es mir immer noch Spaß macht ...

Da ich in den letzten Tagen etwas wenig Schlaf bekommen habe, sollte ich bald ins Bett gehen. Ich beende also für heute den Lesetag mit einer Kommentarrunde. Schön, dass ihr dabei gewesen seid! Bis zum nächsten Mal! :)


***

Heutige Mitleser:

Neyasha
Natira
Kiya
Susanne
Elena

Samstag, 14. Oktober 2017

Herbstlesen im Oktober (4) - Samstag

Samstag und damit wieder Lesetag - ich freu mich sehr auf die entspannten Stunden, die heute und morgen vor mir liegen! Diese Woche war ziemlich anstrengend und zum (privaten) Lesen bin ich nicht besonders viel gekommen, umso mehr Zeit möchte ich heute mit meinen Büchern verbringen. Ich habe mir "Mörderische Metropole Berlin" von Regina Stürickow wieder bereit gelegt. Das Buch hatte ich im Sommer schon mal angefangen und dann hatte mich erst einmal die Lust verlassen, mich mit der kriminellen Seite Berlins zu beschäftigen. So langsam wird es jetzt also Zeit weiter darin zu lesen. Ansonsten locken mich gerade die Lady-Trent-Bücher von Marie Brennan. Seitdem ich den letzten Band habe, warte ich auf den richtigen Zeitpunkt, um die Reihe am Stück zu lesen, und im Moment gefällt mir die Vorstellung sehr gemeinsam mit Lady Trent auf die Suche nach Drachen zu gehen ...

Wie immer werde ich eventuelle Mitleser am Ende des Beitrags verlinken, sobald sie sich in den Kommentaren melden. Ich wünsche uns allen schon mal einen entspannten und gemütlichen Start ins Wochenende und melde mich später dann wieder.



Update 11:45 Uhr


Mit dem Lesen hat es bislang nicht geklappt, zumindest nicht mit dem Lesen von Büchern, dafür ist der Feedreader mal wieder von mir geleert worden. Außerdem waren mein Mann und ich heute Vormittag beide etwas verpeilt und sind wir ständig umeinander gelaufen und haben deshalb kaum etwas auf die Reihe bekommen. Da er jetzt aber unterwegs ist (wieder ein Brettspieltag mit Kollegen), das Chaos in der Küche beseitigt und die erste Wäscherunde durchgelaufen ist, wird es jetzt wirklich Zeit für mich in den gemütlichen Teil des Tages zu starten. Zum Frühstück schnappe ich mir also "A Natural History of Dragons" von Marie Brennan. Den Roman habe ich vor 2 1/2 Jahren schon mal gelesen und rezensiert, aber wenn ich schon die ganze Reihe im Haus habe, dann kann ich mir auch den ersten Band noch einmal vornehmen. :)


Update 14:30 Uhr

Hach, ich mag den Anfang von "A Natural History of Dragons" so gern. Ich finde es so schön, wie Isabella ihre beginnende Leidenschaft für Naturwissenschaften und für Drachen beschreibt. Vor allem aber liebe ich die Szenen mit ihrem Vater und dass dieser klug genug ist, um seine Tochter mit dem nötigen Hintergrundwissen für die Suche nach einem guten Ehemann (belesen und willens seine Bibliothek mit seine Frau zu teilen) auszustatten. Und dann ist da noch der Moment, in dem Isabella einen Heiratsantrag bekommt, von einem Mann, der glücklich ist, dass es eine Frau gibt, die weniger an seinem Vermögen und mehr an seiner Begeisterung für Naturwissenschaften interessiert ist. Bevor die beiden zu ihrer ersten Expedition aufbrechen, lege ich erst einmal eine kleine Pause ein, um zu schauen wie es den anderen heute so ergeht.


Ich weiß noch nicht, ob ich danach weiterlesen oder erst einmal zum Hörbuch wechsel. Es ist eine Woche her und so langsam sollte ich mal die dritte CD von "Oberst Chabert" (von Honoré Balzac) hören, damit ich nicht vergesse, an welcher Stellung der Handlung ich bin.


Update 18:00 Uhr


Seit dem letzten Update habe ich über den "Kriminalistenalltag im Ersten Weltkrieg" bzw. den Mord an einer alten Schreibwarenladen-Besitzerin gelesen ("Mörderische Metropole Berlin") und mir wirklich das letzte Dritte von "Oberst Chabert" angehört, während ich weiter an meinem Socken gestrickt habe. Ich mochte an "Oberst Chabert" die kleinen Einblicke in den Alltag der Figuren rund um das Jahr 1820, kann die Erzählweise anerkennen, fand die Geschichte selber aber sehr deprimierend und brauchte danach eine kleine Aufheiterung. Also gab es ein Stück von der für den gestrigen Besuch gebackenen Apple Tarte und ein paar weitere Seiten in "A Natural History of Dragons".


Inzwischen sind Isabella und ihr Mann an ihrem Zielort angekommen und müssen feststellen, dass dort einige Schwierigkeiten auf sie warten, wobei das Wetter für die Protagonistin eines der Hauptärgernisse darstellt. *g*


Update 21:15 Uhr

In den letzten Stunden habe ich die gewaschene Wäsche zusammengelegt und verstaut, während mir William Dufris "Murder Goes Mumming" von Charlotte MacLeod vorgelesen hat. Auch wenn wir noch Oktober haben, habe ich die Beschreibungen des gemütlichen Vorweihnachtsabends genossen, den Madoc und Janet in einer abgeschiedenen Hütte mit Bekannten seiner Familie verbracht haben. Ich bin mir zwar sicher, dass das frischverlobte Paar etwas mehr Ruhe und einen Mord weniger schön gefunden hätten, aber ich habe mich mit ihren Erlebnissen gut unterhalten gefühlt und bin gespannt wie es weitergeht. ;)


Doch erst einmal gab es Abendessen für mich: Nicht besonders dekorative Nudeln mit Ketchup und Käsewürfeln. Das ist eines der Trost-Essen aus meiner Kindheit, auf die ich alle paar Jahre regelrechten Heißhunger bekomme und da mein Mann heute Abend außer Haus isst ... ;) Zum Essen habe ich mir einen Film angemacht, der jetzt auch noch läuft.


"Tödliche Botschaft" ist zwar lange nicht so gut wie das Buch ("The Wheel Spins" von Ethel Lina White) oder die Verfilmung von Hitchcock ("Eine Dame verschwindet"), aber ich finde ihn gerade sehr entspannend (auch wenn ich mir wünschte, dass Cybill Shepherd weniger laut wäre ;) ) und solange mein Exemplar des Buches noch in einer der Kisten steckt, kann ich mich damit begnügen.


Update 22:30 Uhr

Ich vergesse jedes Mal, wie schlecht dieser Film doch ist. Ich muss wirklich mal schauen, ob es die Hitchcock-Variante auf DVD gibt ... Da mein Mann gleich nach Hause kommt und ich dann den Laptop eh erst einmal eine Weile nicht nutzen kann, ist dies mein letztes Update für heute. Ich hoffe, ihr habt alle eine gute Nacht! Wir lesen uns morgen wieder! :)


***

Heutige Mitleser:

Susanne
Neyasha
Natira
Kiya
Elena

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Haruki Murakami: Von Beruf Schriftsteller

Über "Von Beruf Schriftsteller" von Haruki Murakami bin ich bei Sayuri gestolpert, die das Buch während eines Lesesonntags erwähnt hatte. Ich muss gestehen, dass ich Murakami als Person eigentlich interessanter finde als sein Werk - zumindest finde ich diejenigen Sachbücher, in denen er über seine persönlichen Erfahrungen schreibt, deutlich fesselnder als die Anfänge seiner Romane (denn beendet habe ich bislang noch keins seiner fiktiven Werke). "Von Beruf Schriftsteller" beinhaltet eine Sammlung von Essays, die Haruki Murakami im Laufe von mehreren Jahren geschrieben hat. In diesen Texten schreibt der Autor von seinem ganz persönlichen Leben als Schriftsteller, von seiner Herangehensweise, wenn er an einem Roman arbeitet, und von der Entwicklung, die seine Schreibweise im Laufe der Zeit durchgemacht hat, aber auch von einigen anderen Dingen, die sein Leben beeinflusst haben.

Stellenweise fand ich die Aussagen, die Haruki Murakami in diesem Buch macht, recht allgemein gefasst und sogar belanglos, aber da ich gleichzeitig auch das Gefühl hatte, dass das genau seine Meinung widerspiegelte, konnte ich gut mit diesen Passagen leben. Richtig interessant fand ich hingegen die Absätze, die mehr über Murakamis Leben und seine Person verrieten. So erzählt er recht locker von seiner Zeit als Jazz-Kneipenbesitzer, von dem Moment, in dem in ihm der Wunsch geweckt wurde, einen Roman zu schreiben, und von der Naivität, mit der er an dieses Projekt heranging. Ich mochte die Vorstellung, wie der 29jährige Murakami an seinem Küchentisch sitzt und geduldig Seite für Seite füllt, ohne eigentlich eine konkrete Geschichte erzählen zu wollen. Ebenso spannend fand ich die Absätze, in denen er über die diversen Themen - von seinem relativ langweiligen Alltag, über sein Bedürfnis, jeden Tag Sport zu treiben, bis zum japanischen Schulsystem - schrieb.

Auch bin ich immer wieder über Passagen gestolpert, bei denen ich mich fragte, wie weit in diesem Fall Murakamis Ansicht davon geprägt wurde, dass er Japaner ist, oder davon, dass er ein Mann ist, oder vielleicht auch davon, dass er sich von Jugend an intensiv mit englischsprachiger Literatur beschäftigt hat. Natürlich ist mir bewusst, dass all diese Faktoren (und noch viel mehr) ihn als Menschen und Schriftsteller geformt haben, aber bei manchen Punkte hatte ich eben das Gefühl, dass da eine sehr persönliche Erfahrung ihn in seiner Meinung beeinflusst hat. Immer wieder bin ich zum Beispiel über Absätze gestolpert, bei denen ich mir nicht ganz sicher war, ob er da eine allgemeine Aussage trifft oder ob er sich speziell auf Japan bezieht. So ging es mir zum Beispiel mit dem Kapitel, in dem er über den Akutagawa- und andere Literaturpreise redet. In Japan scheint es ein großes Thema (gewesen?) zu sein, dass Murakami den Akutagawa-Preis nie gewonnen hat, und - wenn man nach dem im Buch zitierten Artikel gehen kann - man scheint ihm zu unterstellen, dass dies der Grund sei, warum der Autor sich vom Literaturbetrieb fernhalten würde.

Diesen Preis und die seine Person betreffenden Vermutungen nimmt Murakami als Aufhänger, um über seine Abneigung bezüglich Literaturpreisen zu schreiben (und dazu passend andere Schriftsteller zu zitieren), was mich wiederum dazu brachte, mir Gedanken über die japanische Literaturwelt und Preise allgemein anzustellen. So ging es mir eigentlich mit allen allgemeineren Aussagen Murakamis in diesem Buch, während ich die kleinen Informationen über ihn und sein Leben gerade deshalb interessant fand, weil er so wunderbar alltäglich über sein Schreiben und seinen ungewöhnlichen Werdegang erzählte. Am Ende habe ich das Gefühl, ich habe etwas über den Menschen und den Autoren Haruki Murakami gelernt (und außerdem habe ich mal wieder einen seiner Romane in der Bibliothek vorgemerkt, um einen erneuten Versuch mit seinem fiktiven Werk zu wagen).

Dienstag, 10. Oktober 2017

Sarah Kuhn: Heroine Worship (Heroine Complex 2)

"Heroine Worship" ist der zweite Teil der Heroine-Complex-Romane von Sarah Kuhn und die Geschichte wird dieses Mal nicht von Evie Tanaka, sondern von ihrer besten Freundin und Superheldin Aveda Jupiter erzählt. Nachdem man die Figur im ersten Band aus der Perspektive ihrer Assistentin Evie kennengelernt hat, ist es auf der einen Seite zwar interessant, Aveda besser kennenzulernen, auf der anderen Seite fand ich ihre Sicht und ihre Handlungsweise aber sehr oft unglaublich anstrengend und fast schmerzhaft zu verfolgen. Um Aveda zu verstehen, muss man mit Annie Chang beginnen. Annie Chang war ein kleines chinesisches Mädchen, das nie gut genug war, um seine Mutter zufriedenzustellen oder gar stolz zu machen, das aber eines Tages feststellte, dass es zumindest in der Lage ist, seine japanische Mitschülerin Evie vor den anderen Schülern zu beschützen. Egal wie einsam sich Annie fühlte, egal wie viel Angst sie hatte und wie oft sie ausgelacht oder verletzt wurde, sie hat seit Grundschulzeiten alles getan, um Evie und andere Menschen in Not zu beschützen.

Das Ganze führte so weit, dass sie sich im Laufe der Zeit in Aveda Jupiter verwandelte. Aveda ist eine strahlende Superheldin, die jahrelang San Francisco vor Dämonen beschützt hat. Um ihre Mission erfüllen zu können, hat sie sich auf ihre Sportlichkeit und ihren unbeugsamen Willen verlassen müssen, denn mit ihren Superheldenkräften ist es nicht sehr weit her. Doch nach den Ereignissen in "Heroine Complex" fühlt Aveda sich überflüssig. Evie, die nun ihre Co-Heldin ist, verfügt nicht nur über die deutlich cooleren Superheldenfähigkeiten, sie ist auch dank ihres nachgiebigen und freundlichen Charakters deutlich beliebter als Aveda es je sein wird. Außerdem gibt es anscheinend keine weiteren Dämonen mehr zu bekämpfen, so dass San Francisco eigentlich keine Superheldinnen mehr benötigt. Dazu kommt noch, dass Aveda bewusst ist, dass sie in den letzten Jahren nicht gerade freundschaftlich mit Evie umgegangen ist, obwohl diese ihr wirklich am Herzen liegt, und nun ist sie wild entschlossen, zur besten "besten Freundin" zu werden, die es je gegeben hat. Die Gelegenheit, zu beweisen, was für eine gute Freundin sie ist, scheint sich zu ergeben, als Evie sich verlobt und Aveda bittet, ihre Trauzeugin zu sein.

Ich finde es sehr schön, davon zu lesen, wie viel sich die beiden Frauen gegenseitig bedeuten. Auf der anderen Seite war es schrecklich, Avedas Gedanken und Pläne zu verfolgen, da sie wirklich nicht sehr gut darin ist, auf andere einzugehen und die Wünsche anderer Menschen zu respektieren. Sie will immer das Beste für ihre Freunde und erreicht damit nur, dass sie sie schrecklich verletzt. Es dauert sehr lange, bis Aveda kapiert, dass ihre Freunde die Seite ihrer Persönlichkeit, die sie immer zu unterdrücken sucht, viel lieber mögen, als die unzerstörbare Superheldin, die sie versucht zu sein. Obwohl natürlich beide Seiten jeweils nur eine Facette einer komplizierten Persönlichkeit sind, kann Aveda nur ihre "Annie Chang"-Schwächen und ihre "Aveda Jupiter"-Stärken wahrnehmen. Nachdem sie sich schon seit so vielen Jahren bemüht, all ihre Annie-Chang-Eigenschaften auszumerzen, ist es kein Wunder, dass sie keinerlei Gespür mehr dafür hat, was sie eigentlich will und wie man mit anderen Menschen kommuniziert, vor allem, wenn letzteres bedeuten würde, dass sie zugeben muss, dass sie einsam ist und sich hilflos und verloren fühlt.

Avedas "Hurricane"-Persönlichkeit ist wirklich schwierig zu ertragen, vor allem, wenn man aus dieser Perspektive ein ganzes Buch liest. Ich gebe zu, dass es mir deutlich leichter gefallen ist, "Heroine Complex" zu lesen, da Evie zwar nur wenig Rückgrat besitzt, aber einen deutlich liebenswerteren Charakter hat als Aveda. Was mich bei "Heroine Worship" dann bei der Stange gehalten hat, waren zwei Dinge: Einmal hat mir Aveda unglaublich leid getan, weil sie sich so verloren fühlte und keine Ahnung hatte, wie sie nach all den Jahren, in denen sie eine wichtige Mission hatte, nun ohne diese Aufgabe leben soll. Außerdem fühlte sich Aveda zwar allein, verletzt und missverstanden, aber das hat nicht dafür gesorgt, dass sie nun ihrerseits andere verletzten wollte, sondern sie hat weiterhin alles gegeben, um sich um die Menschen in ihrer Umgebung zu kümmern. Dass sie dabei immer zu genau den falschen Mitteln gegriffen hat, hat es für mich zwar anstrengend gemacht, aber ich fand es trotzdem bewundernswert, wie sie - im Rahmen ihrer gestörten Persönlichkeit - versuchte, weiterhin ihren Idealen nachzukommen und das "Richtige" zu tun.

Am Ende kann ich sagen, dass ich den Roman gemocht habe, und das trotz der anstrengenden Protagonistin und der Tatsache, dass sich sehr viele Passagen des Buches um genau die Art von Hochzeit drehen, mit der ich überhaupt nichts anfangen kann. Ich finde es mutig, dass Sarah Kuhn für den zweiten Band der Reihe Aveda als Protagonistin gewählt hat, obwohl sie von so vielen Lesern nach dem ersten Band gehasst wurde, und ich finde es bewundernswert, wie die Autorin gezeigt hat, wieso Aveda sich zu einer so anstrengenden Persönlichkeit entwickelt hat und dass sich sehr viele Eigenschaften von "Aveda Jupiter" nur entwickelt haben, weil Annie Chang in der Vergangenheit so oft verletzt wurde und mit so vielen Ängsten zu kämpfen hatte - und auch, weil ihre Freunde mit ihren eigenen Problemen dafür gesorgt haben, dass sie ihre verletzlichere Seite nicht ausleben konnte. Angeblich wird es noch einen weiteren Band in der Reihe geben, und ich bin jetzt schon gespannt, aus welcher Sicht die Geschichte dann erzählt wird.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Herbstlesen im Oktober (3) - Sonntag

Nachdem ich den gestrigen Tag vor allem mit "Heroine Worship" von Sarah Kuhn (und Roller Derby) verbracht habe, sollte ich heute einige Zeit mit "Von Beruf Schriftsteller" von Haruki Murakami verbringen. Das Buch muss am Mittwoch wieder zur Bibliothek und ich habe bislang gerade mal die Hälfte gelesen.

Ich mag Murkamis Sicht auf sein/das Leben als Schriftsteller und finde es immer wieder lustig, wenn ich über Passagen stolpere, die ich persönlich als eine sehr eigene Ansichtsweise des Autors ansehe oder als etwas, das meinem Gefühl nach nicht verallgemeinert werden kann und eher in seiner Kultur verankert ist. Oft genug muss ich aber auch zugeben, dass ich mich zu wenig mit z. B. Preisen, die Autoren verliehen werden, auskenne, um wirklich beurteilen zu können wie stimmig die Passagen rund um solche Themen sind. Interessant ist auf jeden Fall, wie viel Murakami in diesem Buch (ebenso wie bei seinem Titel übers Laufen) über sich erzählt. Ich will "Von Beruf Schriftsteller" auf jeden Fall beenden, bevor ich es zurückgeben muss.

Die heutigen Mitleser werden wie immer am Ende des Beitrags verlinkt, sobald sie sich in den Kommentare unter diesem Post gemeldet haben (oder wenn sie schon gestern einen Post fürs gesamte Wochenende erstellt haben).


Update 10:30 Uhr


Ich finde es angenehm entspannend in "Von Beruf Schriftsteller" zu lesen, lasse mich aber auch regelmäßig ablenken, um meinen eigenen Gedanken nachzuhängen oder hier etwas rumzuwuseln. So habe ich zwischendurch die Küche aufgeräumt, die Spülmaschine angeworfen, die Wäsche für das Waschen morgen früh vorsortiert (dank des Lärms, den unsere Waschmaschine macht, will ich die am Sonntag unsere Nachbarin nicht zumuten) und mit der Katze habe ich auch einige Zeit geschmust. Seitdem es deutlich kühler geworden ist muss ich jeden Vormittag extra Zeit für Christie einplanen, damit sie es sich auf mir bequem machen (und etwas wärmen) kann. Ich bin gespannt wie das wird, wenn wir irgendwann die Wohnung heizen. Ob sie dann auch noch so aufmerksamkeitsbedürftig ist? Oh, die Heizung habe ich auch getestet, da ich am Freitag Besuch bekomme, der vermutlich doch ein etwas anderes Wärmebedürfnis hat, und wir die Heizkörper seit der großen Reparatur im März nicht einmal aufgedreht hatten. Es wäre etwas blöd gewesen, wenn ich Freitag das Wohnzimmer hätte heizen wollen und die Ventile dann festgesessen hätten, ;)

Jetzt ist es aber erst einmal Zeit fürs Frühstück ...


Update 13:30 Uhr


Beim Frühstück und danach gab es weiter Haruki Murakami für mich. Ich finde es faszinierend, dass ich mich bei manchen seiner Aussagen frage, ob er diese Ansicht hat, weil er der Mensch ist, der er ist, weil er von der japanischen Kultur geprägt ist oder weil er ein Mann ist. Auf jeden Fall bringt mich dieses Nachdenken dazu, dass ich mir Zeit mit dem Buch nehme, obwohl viele Passagen nur nette Allgemeinplätze beinhalten, die schon von vielen Personen/Autoren so niedergeschrieben wurden. Was ich nicht vorwurfsvoll meine, da ich von diesem Buch Murakamis Erfahrungen und Ansichten über sein Leben als Schriftsteller erwartet habe und keine neuartigen Gedanken oder gar einen Schreibratgeber (wie anscheinend ein paar andere Leser, die u. a. bei Amazon Bewertungen hinterlassen haben).


Christie ist inzwischen auch versorgt und während mein Mann im Nebenraum rumkruschelt, weil er versuchen will seine Brettspiele effektiver unterzubringen (und um noch Platz für seine Geburtstagsgeschenke zu schaffen), habe ich beschlossen, dass ich erst einmal die Lektüre wechsel. So ganz weiß ich noch nicht, wozu ich greifen werde, aber etwas Abwechslung wäre jetzt nett. Vorher gibt es aber erst einmal eine Blog- und Kommentarrunde!


Update 17:00 Uhr

Statt zu einem anderen Buch, habe ich erst einmal zum Strickzeug gegriffen und mit meinem Mann die achte Folge der zweiten Staffel von "Orphan Black" geschaut. Ich mag die Serie sehr und finde die Schauspielerin in all ihren Rollen (und mit den verschiedenen Dialekten) wirklich beeindruckend, aber manchmal ist es schon ein bisschen lästig, dass man sich so viel Personal merken muss. Da wir in der Woche selten zum Serienschauen kommen und am vergangenen Wochenende auch ausgesetzt hatten, mussten wir heute regelmäßig Pause machen und erst einmal unsere Erinnerung auffrischen, was in welchem Handlungsstrang zuletzt mit welcher Person passiert war und wo welcher Charakter eigentlich abgeblieben ist. Trotzdem macht es Spaß und ich bin gespannt, was zum Ende der zweiten Staffel noch für Entwicklungen passieren. (Und ich bin neugierig, wie lange wir am Ende benötigen, um alle fünf Staffeln zu schauen - mal gucken, ob da die Weihnachtsferien noch herhalten müssen. *g*)


Im Moment stricke ich wieder simple Socken mit relativ dicker Wolle, die während des Umzugs in einem Karton aufgetaucht war. Die dicken Nadeln geben mir gerade das Gefühl, ich würde mit Baumstämmen stricken. Aber da ich keine 2er-Zopfnadel habe, musste ich die Wolle von letztem Sonntag erst einmal zur Seite legen, da meine Versuche, einen Zahnstocher als "Ersatznadel" zu verwenden, nicht so glücklich liefen. Entweder muss ich also noch eine sechste 2er-Nadel auftreiben (bei dem geplanten Muster wäre es ungünstig, von 4 auf 3 Nadeln zu wechseln, um eine Extra-Nadel bei der Hand zu haben), mir eine 2er-Zopfnadel anschaffen oder mich für ein anderes Muster entscheiden. Aber erst einmal habe ich ja eine Alternative und bei 2 rechts 2 links kann ich nicht mal was falsch machen, wenn die aktuelle Folge gerade mal etwas komplizierter wird. ;)


Nach "Orphan Black" habe ich zu "irgendwo zu Hause" von Fumio Obata gegriffen. So richtig weiß ich am Ende nicht, was der Mangaka mit der Geschichte sagen wollte. Er erzählt von Fumiko, die in Japan aufwuchs und später nach London ging, um dort zu studieren. Inzwischen betreibt sie in England mit Freunden eine eigene Firma und hat einen britischen Freund. Als ihr Vater bei einem Unfall stirbt, muss sie überstürzt zurück nach Japan fliegen und denkt während ihres Aufenthalts über sich, die beiden Ländern, in denen sie gelebt hat, und ihre Familie nach. Obwohl ich das Thema an sich interessant finde, hat mich die Geschichte nicht wirklich berühren können. Den Zeichenstil fand ich gefällig, aber mir fehlten Elemente, die mich dazu brachten, mich näher mit den Darstellungen auseinander zu setzen. Vielleicht ändert sich meine Ansicht mit etwas Abstand noch, aber momentan würde ich "irgendwo zu Hause" als "nett, muss man aber nicht gelesen haben" einordnen.


Nach einem leckeren Stück Kuchen, das mein Mann gestern heimlich vom Einkauf mitgebracht hatte, habe ich noch "Von Beruf Schriftsteller" ausgelesen und nun bin ich mir noch nicht sicher, was ich als nächstes tue. Ich muss mir aber wohl eine Beschäftigung suchen, bei der ich Madamchen nicht störe, denn sie besteht gerade darauf auf meiner Decke liegen zu wollen. *g* Erst einmal wird es sowieso wieder Zeit zu schauen, was die anderen in den letzten Stunden so gemacht haben. :)


Update 21:30 Uhr


Viel habe ich seit dem letzten Update nicht gemacht. Vor dem Kochen habe ich ein bisschen mit dem DS gespielt, dann gab es Essen (Brokkolisuppe mit gesalzener Sahne) und nun schauen wir gerade "Das perfekte Profi-Dinner". Ich mag, dass es bei der Sendung nicht um Bewertungen geht und man einfach nur zuschauen kann, wie Profiköche für einander kochen und dann das Essen genießen. Da die Sendung recht lange geht, werde ich wohl nichts anderes mehr machen als neben dem Fernsehen zu stricken. Bevor ich ins Bett gehe, schaue ich noch einmal bei den anderen vorbei, ansonsten lesen wir uns in den nächsten Tagen wieder! Habt einen guten Start in die Woche! Schön, dass ihr wieder dabei gewesen seid! :)

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Heutige Mitleser:

Elena
Neyasha
Susanne
Sam
Lyne

Samstag, 7. Oktober 2017

Herbstlesen im Oktober (2) - Samstag

Heute ist der zweite Tag des Herbstlesens und ich kann jetzt schon ankündigen, dass ich heute Nachmittag ein paar Stunden nicht dabei sein werde, weil wir zum Roller Derby gehen. Nach einer ziemlich langen "Sommerpause" gibt es heute endlich wieder einen Bout in der Nachbarstadt, den wir uns gemeinsam mit der ehemaligen Nachbarin ansehen werden. Ich bin schon gespannt, wie es ihr gefällt! Es ist das erste Spiel, das sie sieht.

Bis wir losfahren müssen, liegen aber noch einige (Lese-)Stunden vor mir, die ich mit "Heroine Worship" von Sarah Kuhn einläute. Der Roman ist die Fortsetzung von "Heroine Complex" und ich will die Geschichte schon eine ganze Weile lesen, fand es aber bei meinen bisherigen Anläufen etwas schwierig in die Perspektive von Aveda zu schlüpfen. Auch wenn Evie, die Protagonistin von "Heroine Worship", immer betonte, dass Aveda ihre beste Freundin sei, so fand ich die Superheldin nicht wirklich sympathisch. Ich finde sie auch zu Beginn von "Heroine Worship" nicht gerade einfach, bin aber dieses Mal wild entschlossen, ihr an diesem Wochenende eine Chance zu geben, nachdem ich den ersten Band der Reihe so gemocht habe.


Neben allem anderem Kram, der so anfiel, habe ich in der Woche weiter in "Von Beruf Schriftsteller" von Haruki Murakami gelesen, die "Finishing School"-Serie von Gail Carriger mit "Manners and Mutiny" beendet und ansonsten nur noch Zeit für eine Kurzgeschichte ("The Dragon with an Unbearable Family") von Stephanie Burgis gefunden.

Bevor wir uns heute auf den Weg mache, wird es auf jeden Fall noch (mindestens) ein Update geben. Eventuelle Mitleser werden von mir so bald es geht in die Liste am Ende des Beitrags eingetragen und wenn ich heute Nachmittag unterwegs bin, müsst ihr halt ein Auge auf die Mitmachmeldungen in den Kommentaren halten. So viele sind wir ja nicht, dass das nicht klappen würden. :)


Update 9:30 Uhr

Inzwischen habe ich die ersten 60 Seiten in "Heroine Worship" gelesen und bin immer noch nicht glücklich mit Aveda, obwohl ich sie schon etwas verstehen kann. Sie und ihre Freundin Evie haben sich in der Schule kennengelernt, wo sie die einzigen asiatischstämmigen Mädchen in der Klasse waren. Während Evie sich von den Sticheleien der Mitschüler schnell einschüchtern ließ, ernannte sich Aveda (damals noch Annie Chang) zu ihrer Beschützerin und gemeinsam überstanden die beiden Mädchen so die Schulzeit. Als dann Dämonen in San Francisco auftauchten, hat Annie die Superheldin Aveda Jupiter erschaffen, um die ganze Stadt zu beschützen (und den Ruhm für ihre Taten einzustreichen - sie steht eindeutig gern im Mittelpunkt) und obwohl Evie inzwischen nicht mehr nur ihre Superhelden-Assistentin ist, sondern ihre Co-Superheldin (mit den deutlich cooleren Fähigkeiten), kann Aveda ihre gewohnte Rolle nicht so recht abstreifen. Weshalb sie nicht nur extrem irritiert darüber ist, dass Evie so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, während sie selber von der Öffentlichkeit kaum noch beachtet wird, sondern auch darüber, dass sie selber ihren eigenen Ansprüchen an eine "beste Freundin" nicht gerecht wird.

Um Evie (und dem Rest der Welt) zu beweisen, dass Aveda wirklich eine verflixt gute beste Freundin ist, plant sie Evies Hochzeit in das perfekte Ereignis zu verwandeln - was dazu führt, dass ich Aveda beim Lesen ständig schütteln möchte, weil sie einfach keine Ahnung davon hat, was die perfekte Hochzeit für ihre Freundin wäre und wie viel sympathischer sie wäre, wenn sie mehr "Annie Chang" und weniger "Aveda Jupiter" wäre ... Wobei auch Evie ein wenig Schüttelei gut täte, weil sie in all ihrer Verliebtheit und den für sie angenehmen Veränderungen, die sie in den Superhelden-Haushalt eingeführt hat, vollkommen übersieht, dass Aveda auch Bedürfnisse hat (und nicht in der Lage ist diese zu äußern). Immerhin bin ich dieses Mal über die Heiratsantrags-Szene in der Unterwäsche-Boutique hinausgekommen und werde wohl erst mal bei dem Roman bleiben. ;)


Update 12:45 Update



Ich habe während des Frühstücks weiter in "Heroine Worship" von Sarah Kuhn gelesen und finde Aveda weiterhin anstrengend als Protagonistin. Sie ist auf der einen Seite so bedürftig und so unsicher und auf der anderen Seite überrollt sie die Menschen in ihrer Umgebung mit ihren Plänen und Ansichten (weil sie der Meinung ist, dass ein bestimmtes Auftreten zu der Person gehört, die sie sein will). Ich muss der Autorin immerhin zugute halten, dass ich Avedas Gründe für Handeln verstehe, außerdem finde ich es rührend, dass sie - obwohl sie sich ausgegrenzt und ungeliebt fühlt - mit ganzem Elan für ihre Freunde einsetzt. Ich wünschte nur, sie wäre mir sympathischer, aber ich hege die Hoffnung, dass diese Sympathie vielleicht noch aufkommt. ;)


Außerdem kam im Laufe des Vormittags die Comiclieferung für meinen Mann per Post und enthielt das zweite "Hi-Fi Fight Club"-Heft für mich. Ich mag die Geschichte (und die Zeichnungen) bislang sehr gern und freu mich schon auf diese Fortsetzung, die ich mir heute Abend vermutlich noch vornehmen werde. :) Jetzt aber wird es erst einmal Zeit das Kätzchen zu füttern, Tee zum Mitnehmen zu kochen und mich für die Fahrt zum Roller Derby fertig zu machen. Ich melde mich heute Abend dann wieder, wenn ich wieder daheim bin. Habt bis dahin viel Spaß! :)

Update 19:30 Uhr


Zurück vom Roller Derby und nun mit Tee aufs Sofa bis das Abendessen (heute mal ganz einfache Tiefkühlpizza) fertig ist. Der Bout hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, da die beiden Mannschaften fast gleichwertig waren und sich gegenseitig definitiv nichts geschenkt haben. Der Punktestand zeigte zwar am Ende einen deutlichen Unterschied, aber auf beiden Seiten gab es einige coole Aktionen zu sehen, die Jammer haben alles gegeben, die Defence war auch schön zu beobachten (auch wenn ich da das Heimteam schon besser fand als das Gastteam *g*) und die beiden Sanitäter-Einsätze waren definitiv das Ergebnis von Unfällen. Spannend fand ich, dass dieses Gastteam merkbar mehr Fans dabei hatte, als die anderen Gastteams, die ich in der Halle bislang gesehen habe. Die Menge an Fans hat sich auch bei der Lautstärke bemerkbar gemacht, die Kommentatorin des Bouts war kaum zu verstehen, so sehr dröhnten Trommeln und Gesang von der Tribüne. Schön war es auch, dass unsere ehemalige Nachbarin, die zum ersten Mal beim Roller Derby war, so viel Spaß bei dem Ganzen hatte, dass sie im November wieder mitkommen möchte. :)

Jetzt esse ich erst einmal meine Pizza und drehe eine Blogrunde und danach lese ich vermutlich erst einmal meinen Comic. :)

Update 22:45 Uhr


Meine Blogrunde hat natürlich wieder einiges an Zeit gefressen und auch Christie brauchte sehr viel Aufmerksamkeit, trotzdem habe ich inzwischen nicht nur "Hi-Fi Fight Club" (1+2) gelesen, sondern auch Blümchen gegossen. Bei "Hi-Fi Fight Club" mag ich die Figuren und die Geschichte wirklich gern, auch wenn ich es etwas überraschend finde, wie langsam die Handlung erzählt wird, wenn man bedenkt, dass es nur vier Hefte sind. Die Protagonistin Chris finde ich wirklich nett, wenn auch stellenweise etwas sehr teenagerhaft-unsicher. Die Story spielt im Jahr 1998 und Chris arbeitet seit etwa einem Monat in einem coolen Musikladen, steht auf Comics und auf ihre süße Kollegin Maggie. Allerdings verunsichert es sie etwas, dass ihre Kolleginnen regelmäßig länger bleiben, um den Laden aufzuräumen, während sie von der Chefin nach Hause geschickt wird. Wer sich den Titel angeschaut hat, hat natürlich einen Verdacht, warum das so ist, aber Chris hat erst einmal keine Ahnung was los ist - bis eines Tages die Sängerin einer Band, die im Laden einen Promo-Auftritt haben sollte, verschwindet. Ich bin nicht nur neugierig darauf, was es mit dem Verschwinden der Sängerin auf sich hat, sondern natürlich auch wie es mit Chris und Maggie noch weitergeht. ;)


Bis zum Schlafengehen werde ich weiter in "Heroine Worship" lesen, morgen gibt es dann einen neuen Herbstlesen-Beitrag und weitere Blogbesuche von mir. Ich hoffe, ihr hattet einen ebenso netten Tag wie ich heute. :)

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Heutige Mitleser:

Lyne
Sam
Elena
Susanne