Montag, 24. Juli 2017

Tanya Huff: Fifth Quarter (A Quarters Novel 2)

"Fifth Quarter" von Tanya Huff gehört zwar zu den "Quarters Novels", ist aber keine direkte Fortsetzung von "Sing the Four Quarters". Diese Geschichte spielt viele Jahre nach dem ersten Band und wird vor allem aus der Sicht von Vree erzählt, die gemeinsam mit ihrem Bruder Bannon zu den Assassinen der Armee des Havakeen-Imperiums gehören. Genau genommen sind Vree und Bannon die besten Assassinen in der Sechsten Armee und so ist es selbstverständlich, dass sie den Auftrag bekommen, einen rebellischen Gouverneur zu töten, obwohl er sich in einer gut gesicherten Festung verschanzt hat. Was nach einem Routineauftrag für die Geschwister ausschaut, entpuppt sich schnell als eine ungewöhnliche Falle, die dazu führt, dass Bannons Körper von einer anderen Persönlichkeit übernommen wird. Um zu verhindern, dass ihr Bruder stirbt, zieht Vree seine Seele in ihren eigenen Körper.

Doch zwei Assassinen - egal, wie nah sie sich stehen - sind zu viel für einen Körper, und die einzige Möglichkeit, alles wieder in Ordnung zu bringen, besteht darin, Bannons Körper zurückzuerobern. Aber wie soll Vree den Körper ihres Bruders wieder für ihn zurückbekommen, wenn all ihre üblichen Methoden doch nur dafür sorgen würden, dass Bannons Körper zu Schaden kommt. Die einzige Alternative scheint darin zu bestehen, dass Vree mit dem Körperdieb Gyhard zusammenarbeitet, bis dieser ein anderes Gefäß für seine Seele gefunden hat. So wird Vree gezwungen, alles zurückzulassen, was ihr bislang wichtig war, und ihre Eide gegenüber der Armee zu brechen, um ihren Bruder zu retten. Während die beiden Geschwister darum kämpfen, ihre körperliche (und seelische) Unversehrtheit zurückzubekommen, erheben sich an einem anderen Ort des Imperiums Tote aus ihren Gräbern, um dem Willen eines wahnsinnigen Nekromanten zu dienen.

Ich mag es sehr, wie Tanya Huff die Charaktere in diesem Roman angelegt hat. Sie alle haben ihre Stärken und Schwächen und es wird im Laufe der Geschichte nicht mehr so einfach zu sagen, wer von ihnen "gut" und wer "böse" ist. Doch besonders spannend war es, die Entwicklung von Vree und Bannon zu verfolgen. Die beiden Geschwister standen einander immer sehr nah und während Bannon häufig wie ein verwöhnter Egozentriker wirkt, ist Vree so sehr daran gewöhnt, als große Schwester auf ihn aufzupassen, dass sie trotz all seiner Schwächen immer für ihn da ist. Doch die Nähe, die die beiden zwangsweise ertragen müssen, während sie sich Vrees Körper teilen, führt in mehr als einer Hinsicht zu starken Spannungen. Dazu kommt, dass Vree Gyhard im Laufe der Zeit immer besser versteht und sich sogar zu ihm hingezogen fühlen könnte, wenn dieser nicht im Körper ihres Bruders stecken würde.

Obwohl es viele äußere Einflüsse gibt (sie werden von der Armee gesucht, sie müssen gegen wandelnde Toten ankämpfen, sich auf die Suche nach einer entführten Person machen und mit einer unerwarteten Reisebegleitung arrangieren), dreht sich die Handlung vor allem um Vrees innere Konflikte und die Auswirkungen, die diese auf Bannon und Gyhard haben. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird einem eigentlich, dass es aus dieser Situation keinen einfachen Ausweg gibt. Und je mehr man sich wünscht, dass es doch irgendwie ein Happy End für alle Beteiligen geben möge, desto mehr fragt man sich als Leser wie das überhaupt möglich sein soll - und kommt immer wieder zu dem Schluss, dass all diese Figuren zu viel durchmachen mussten, um am Ende ihr Leben normal wieder aufnehmen zu können. Ich fand es großartig, wie Tanya Huff die vielen Probleme löst, aber ich frage mich auch, wie es für die verschiedenen Charaktere nach diesen Erlebnissen weitergehen kann. Deshalb würde ich - obwohl "Fifth Quarter" eigentlich in sich abgeschlossen ist - am liebsten sofort zum nächsten Band greifen, um genau das herauszufinden. Wenn eine Autorin mich dazu bringt, mir so viele Gedanken und Sorgen um fiktive Figuren zu machen, dann hat sie definitiv alles richtig gemacht.

Samstag, 22. Juli 2017

Vorhänge

Da der dreilagige Verdunklungsstoff nicht gut mit der Hand zu nähen ist, benötige ich 

1 Stunde für eine kurze Naht,
2 1/2 Stunden für eine lange Naht,
3 Stunden, um das Raffband ordentlich anzunähen.

Das ergibt insgesamt 120 Arbeitsstunden, um die gesamte Wohnung mit Vorhängen auszustatten.
Wenn ich die Zeit nicht einrechne, die ich zum Abstecken der Nähte benötige ...

Immerhin werde ich bis zum Ende dieses Monats wohl endlich die Vorhänge im Wohnzimmer und in der Küche hängen haben, was unser Leben hoffentlich deutlich verbessert, weil das die beiden Räume sind, die zur Zeit die meiste Sonneneinstrahlung im Laufe des Tages abbekommen.


Freitag, 21. Juli 2017

John Scalzi: The Dispatcher (Hörbuch)

"The Dispatcher" von John Scalzi ist eine Geschichte, die von dem Autor direkt als Hörbuch konzipiert wurde und die im ersten Veröffentlichungsmonat kostenlos bei Audible heruntergeladen werden konnte. Besorgt hatte ich mir das Hörbuch zum Veröffentlichungstermin im Oktober letzten Jahres, aber da ich in den vergangenen Monaten nicht in der Stimmung für Hörbücher war, hat es bis zum vergangenen Freitag gedauert bis ich die kurze Geschichte endlich angefangen habe. Mit 2 Stunden und 18 Minuten ist "The Dispatcher" perfekt für einen Nachmittag, an dem man in der Stimmung für eine Handlung ist, die mich stark an eine "hardboiled detective novel" erinnerte, obwohl sie eigentlich - vom Erzählton abgesehen - keine Merkmale dieses Genres aufweist.

Die Geschichte spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der die Menschen nur noch sterben, wenn sie durch einen natürlich Tod oder Selbstmord getötet werden. Jeder Person, die Opfer eines Mordes wird, wacht kurze Zeit später unbekleidet in ihrer Wohnung auf. Nachdem die Menschen sich sicher waren, dass diese unerwarteten Überlebenden keine Einzelfälle waren, wurden sogenannte "Dispatcher" ausgebildet, um unter anderem in Krankenhäusern Dienst als professioneller Mörder zu tun. Denn stirbt eine Person während einer OP, so bleibt sie tot, wird sie aber kurz vor ihrem absehbaren Ableben ermordet, dann bekommt sie eine weitere Chance auf eine erfolgreiche medizinische Behandlung. Wirklich beliebt sind die Dispatcher nicht und neben den vorhersehbaren Vorurteilen gibt es weitere Schattenseiten seines Berufs, wie der Protagonist Tony Valdez schnell herausfindet, nachdem ein Kollege von ihm spurlos verschwindet.

Ich fand die Welt, die John Scalzi für diese Geschichte geschaffen hat, sehr spannend, und ebenso faszinierend waren all die Konsequenzen, die sich aus einer Welt ergeben, in der Mordopfer nicht mehr sterben. Und obwohl die Menschen schon seit über acht Jahren mit der wundersamen Tatsache leben, dass Mordopfer nicht sterben, gibt es sehr viele Fragen rund um dieses Phänomen, die noch lange nicht geklärt sind. Dabei bemerkt man vor allem in den Dialogen zwischen Tony und seiner Begleiterin, welche theologischen, ethischen und philosophischen Aspekte die Menschen dank dieser Ereignisse beschäftigen. Doch noch mehr als diese fantastische Grundidee mochte ich den Ton in "The Dispatcher". Tony gerät gegen seinen Willen in die Ermittlungen rund um das Verschwinden seines Kollegen, und je mehr die Handlung voranschreitet, desto mehr erinnerte mich seine stoische Art, mit den Ereignissen umzugehen, an einen Erzählton, den ich so sonst vor allem aus amerikanischen Detektivgeschichten der 1930er und -40er Jahren kenne und den ich sehr mag.

Gelesen wird das Hörbuch von Zachary Quinto, dessen leicht raue Stimme wunderbar zu der Geschichte passt. Ich muss gestehen, dass ich den Schauspieler bislang in keinem einzigen Film gesehen habe, aber ich bin sehr beeindruckt von seiner Leistung als Hörbuchsprecher. Er verleiht den verschiedenen Figuren Charakter und verändert seine Stimme von Person zu Person ganz leicht, so dass man jede Figur sofort wiedererkennt, ohne dabei das Gefühl zu haben, er würde dabei übertreiben oder gar (bei den weiblichen Charakteren) lächerlich klingen. Allerdings musste ich mich anfangs ein wenig an seine Aussprache gewöhnen, aber das geht mir bei englischen Hörbüchern eigentlich immer so, so dass ich das nicht dem Sprecher ankreiden möchte. Ich muss gestehen, dass mir Zachary Quintos Leistung bei diesem Hörbuch so gut gefallen hat, dass er mein "amerikanischer David Nathan" werden könnte, wenn ich mehr Hörbücher von ihm in die Finger bekommen könnte. Leider gibt es bei Audible nur einen weiteren Titel, der von ihm eingelesen wurde - und der interessiert mich so gar nicht.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion (Darkbeast 2)

"Darkbeast Rebellion" von Morgan Keyes ist die Fortsetzung des Romans "Darkbeast", den ich im Dezember  gelesen habe. Der erste Band hat mich beim Lesen nicht vollkommen von den Füßen gerissen, aber ich wollte trotzdem unbedingt wissen, wie es mit Keara und den anderen Charakteren weitergeht. Da dies schon der zweite Band der Reihe ist und die Grundvoraussetzung sehr viel über das Ende des ersten Romans verrät, warne ich lieber vor, dass meine Rezension ab hier Spoiler zum ersten Teil enthält.

Nachdem Keara, Goran und Taggart den Inquisitoren entkommen sind, machen sie sich auf die Suche nach den "Darkers" - einer Untergrundgruppe von Leuten, die sich ebenfalls weigerten, ihre Darkbeasts zu töten, und die nun anderen zur Flucht verhelfen. Doch als das Mädchen und seine Freunde nach einer langen und mühsamen Reise eine Gruppe finden, bei der sie Unterschlupf bekommen, fühlt sich Keara nicht wohl mit diesen Menschen. Es fällt ihr schwer, Freunde zu finden, während Goran schon nach kurzer Zeit überall beliebt zu sein scheint, und ihr Darkbeast Caw behauptet, dass sich die Bindung zwischen diesen Darkers und ihren Darkbeasts seltsam anfühlt.

Ich muss gestehen, dass mein Hauptproblem mit den Darkbeast-Geschichten die Protagonistin ist. Keara ist ein realistisch gezeichneter Teenager, was ich der Autorin wirklich zugute halte, und sie entwickelt sich im Laufe der Zeit weiter, was schön zu verfolgen ist. Aber trotz aller Fortschritte verfügt sie über eine sperrige Persönlichkeit, sie ist misstrauisch, eifersüchtig, ungeduldig und ihr fehlt in der Regel das Gespür für die Bedürfnisse ihrer Freunde, was für mich schwer zu lesen ist. Obwohl sie sich zum Beispiel Sorgen um Taggarts Gesundheit macht, da der alte Mann die beschwerliche Reise durch Schnee nicht gut verkraftet hat, bekommt man erst spät und in einem Nebensatz mitgeteilt, dass sie sich um Heilkräuter für ihn bemühte, und zu dem Zeitpunkt hat man schon das Gefühl. sie würde sich so sehr um sich selbst drehen, dass ihr egal ist, ob er gut behandelt wird oder nicht. Zum Glück gibt es noch ihr Darkbeast Caw, das ihr immer wieder den Kopf zurechtrückt und versucht, sie zu erziehen, und dessen Gespräche mit Keara einen davon überzeugen, dass sie nicht ausschließlich an sich selbst denkt.

Außerdem fand ich in "Darkbeast Rebellion" die Welt besser beschrieben als in "Darkbeast". Hatte ich im ersten Band noch bezweifelt, dass die erwähnten wirtschaftlichen und politischen Aspekte so funktionieren könnten, hatte ich hier nicht das Gefühl, dass irgendwas unausgewogen wäre. Vielleicht lag das nur daran, dass Morgan Keyes dem Leser weniger die Welt vorstellt, sondern un eher einen Blick hinter die Tempel- und Palastmauern gewährt, aber mir kam dieser Teil des Romans dieses Mal deutlich stimmiger vor. Auch mochte ich einen neu eingeführten Charakter sehr gern, der - trotz seiner Stellung in der Welt - eine "gewöhnlichere" Perspektive beiträgt. Durch ihn begreift man, wie das Leben für diejenigen ist, die ohne zu hinterfragen ihrer Pflicht tun und deshalb nicht einmal auf den Gedanken kommen, dass ein Darkbeast mehr sein könnte als ein lebendes Objekt, dem man all seine negativen Eigenschaften aufbürdet, um sie dann zu einem festgelegten Zeitpunkt zu entsorgen.

Durch diesen neuen Blick auf die Welt, die verschiedenen stimmig wirkenden Figuren und all die Wendungen, die die Handlung im Laufe des Romans nimmt, wurde "Darkbeast Rebellion" zu einer überraschend spannenden Lektüre. Keara und ihre Freunde müssen - obwohl es anfangs wirkt, als hätten sie einen sicheren Hafen erreicht - diverse Herausforderungen und Gefahren bestehen, während sich sich immer wieder fragen müssen, wie weit sie einander und ihren neuen Bekannten vertrauen können und wo wessen Loyalität liegt. Besonders fesselnd fand ich die letzten Kapitel, in denen es darum geht, dass Keara nicht nur zu einer wichtigen Entscheidung kommen, sondern auch einen Weg finden muss, um ihr Leben mit ihrem Darkbeast, ihre Freundschaft zu ihren Reisegefährten und ihr Verständnis für einen Außenseiter so auf die Reihe zu bekommen, dass sie weder sich noch die anderen gefährdet.

Montag, 17. Juli 2017

Katja Brandis: Carags Verwandlung (Woodwalkers 1)

Ich weiß gar nicht, wo ich über diese Reihe gestolpert bin, aber da die Grundidee nett klang und die Bibliothek den ersten Band in der Onleihe hatte, habe ich mir den mal ausgeliehen. "Carags Verwandlung" ist der erste Band der Woodwalkers-Serie von Katja Brandis (Sylvia Englert). Die Geschichte dreht sich im ersten Band um den jungen Carag, der ein (Gestalt-)Wandler ist. Seine Kindheit hat er gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester als Puma tief in den Wäldern verbracht, so dass ihm das Leben als Raubtier deutlich vertrauter ist als das Leben in seiner zweiten Gestalt als Mensch. Doch die Welt der Menschen reizt den Jungen so sehr, dass er sich mit elf Jahren von seiner Familie verabschiedet und versucht, sich ein Leben als Mensch aufzubauen.

Doch ganz so einfach ist es für ihn nicht, unter "normalen" Menschen zu leben, und so ist er froh, als er herausfindet, dass es noch mehr Gestaltwandler (die sich selbst als Woodwalker bezeichnen) gibt. Carag bekommt sogar die Chance, mit vielen anderen Gestaltwandlern in einem Internat zu leben, wo er lernt, seine tierische und seine menschliche Seite im Gleichgewicht zu halten. Doch ganz so harmonisch ist das Leben unter seinesgleichen für Carag nicht, gibt es doch unter den Woodwalkern genauso Zu- und Abneigungen, Rassismus und Intoleranz wie unter den Menschen, und auch die Regeln der Schule selbst müssen eingehalten werden.

Insgesamt fand ich "Carags Verwandlung" wirklich nett zu lesen - nett genug, um mir auch die beiden schon erschienen Fortsetzungen bei der Bibliothek vorzumerken -, aber es hat sich beim Lesen auch bemerkbar gemacht, dass die Geschichte für Kinder ab zehn Jahren konzipiert wurde, so dass für meinen Geschmack einige Wendungen in der Handlung zu simpel aufgelöst wurden. Es war nett, die Menschenwelt aus Carags Sicht wahrzunehmen und mit ihm zusammen all die verschiedenen Gestaltwandler kennenzulernen. Einige Elemente, die Katja Brandis in die Geschichte eingebaut hat, finde ich wunderbar stimmig, wenn es um Carags natürliche Reaktion auf bestimmte Dinge geht, oder um Vorlieben und Abneigungen seiner Mitschüler, wenn es um ihren Alltag, ihr Essen oder auch nur darum geht, mit wem sie sich anfreunden.

Auf der anderen Seite gibt es auch unheimlich viele Elemente, bei denen ich irritiert war und das Gefühl hatte, dass ein Puma da doch anders empfinden müsste. So gibt es eine Szene, in der Carag den Geruch einer Mitschülerin unerträglich findet, da sie in ihrer nichtmenschlichen Gestalt eine Ziege ist. So richtig es ist, dass ein Puma Düfte deutlich intensiver als ein Mensch wahrnimmt, so würde ich doch eher vermuten, dass er als fleischfressendes Raubtier den Geruch eines potenziellen Beutetiers eher als appetitlich denn als unangenehm empfinden würde. Das ist jetzt kein großes Problem innerhalb einer ansonsten netten und unterhaltsamen Handlung, aber es hat mich beim Lesen gestört, weil ich das Gefühl hatte, dass immer wieder ein gut geschriebener Moment, in dem Carag als Puma in Menschengestalt überzeugte, durch eine kurz darauf folgende unstimmige Szenen wieder zunichte gemacht wurde. Von diesem kleinen Kritikpunkt abgesehen fand ich es wirklich schön, was sich die Autorin für all die verschiedenen Gestaltwandler so für Eigenschaften ausgedacht hat, und bin neugierig darauf, wie sich die Geschichte im Laufe der Zeit noch entwickelt.

Sonntag, 16. Juli 2017

Lese-Sonntag im Juli

Es ist der 3. Sonntag im Juli und somit mal wieder Zeit für einen Lesetag. Genau genommen fühlt es sich für mich noch wie Samstag an, aber es ist nach Mitternacht und ich bleibe vermutlich noch eine Weile wach, um auf meinen Mann zu warten, der heute wieder einen Brettspieltag mit Kollegen hatte. Und da ich jetzt eh zum Buch greife, kann ich auch schon den Beitrag zum Lesetag anfangen. ;) Es wird hier also im Laufe des Sonntags weitere Updates geben und wenn sich mir noch weitere Leute anschließen, verlinke ich sie am Ende dieses Posts.

Am Mittwoch hatte ich Fotos mit den Bücher gezeigt, die ich zu dem Zeitpunkt angefangen hatte. Inzwischen habe ich "Murder, Honey" von Vinnie Hansen ausgelesen (bzw. die zweite Hälfte quergelesen) und "Woodwalkers 1 - Carags Verwandlung" beendet (Rezi gibt es am Montag). Oh, und ich habe endlich wieder Hörbücher gehört - das erste Mal seit November letzten Jahres! Außerdem versuche ich jeden Tag eine Kurzgeschichte aus "Chicks Kick Butt" zu lesen. Aktuell hänge ich bei "Monsters" von Lilith Saintcrow. Ich habe das Gefühl, dass die Autorin die Geschichte in einer Welt spielen lässt, die ihren Lesern schon bekannt ist. Da ich aber diese Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten nicht kenne, kann ich auf den ersten Seiten nur raten, dass die Protagonistin und die Leute, mit denen sie sich trifft, Vampire sind - und auf dieses "in der Luft hängen" zu Beginn einer Kurzgeschichte hatte ich am Samstagmorgen beim Frühstück keine Lust. Bevor ich also heute beim Frühstück vor dem selben Problem stehe, gebe ich der "Monsters" jetzt noch einmal eine Chance.


Update 1:40 Uhr

Am Ende war "Monsters" ganz nett, aber ich glaube immer noch, dass mir Hintergründe fehlen, die dafür gesorgt hätte, dass ich mehr von der Geschichte gehabt hätte. Was ich wirklich schade finde und mich an die vorhergehende Geschichte ("Hunt" von Rachel Vincent) denken lässt, die mich wirklich mitgenommen hat, obwohl ich die Figuren ebenso wenig kannte wie Eleni und Wolf aus "Monsters".

Und da gerade mein Mann zur Tür hereinkommt, wird es so langsam Zeit ins Bett zu gehen. Mal schauen, wann (und mit welchem Buch) ich nach meinem Nachtschlaf in den Tag starte.


Update 8:30 Uhr

So, da bin ich wieder. Zum Wachwerden starte ich mit einer Geschichte aus "Rise" von Mira Grant (Seanan McGuire) in den Tag. "Rise" ist eine Sammlung aller Kurzgeschichten, die die Autorin rund um ihre "Newsflesh"-Serie geschrieben hat. Nachdem ich im vergangenen Monat die ersten drei Teile der Serie gelesen hatte, wurde es Zeit mit dieser Anthologie zu beginnen. "San Diego 2014: The Last Stand of the California Browncoats" erzählt von Zombies bei der San Diego Comic Con und die Geschichte ist mit gut 100 Seiten nicht gerade kurz. ;)


Update 10:45 Uhr

Hach, Seanan McGuire kann einfach schreiben und die Vorstellung, dass es einen Zombie-Ausbruch in einer Umgebung wie der Comic Con geben könnte, ist sehr, sehr gruselig. So viele Menschen auf so engem Raum - allerdings auch diverse Personen, die mit Waffen rumlaufen, weil das zu ihren Kostümen gehört - und so viele Möglichkeiten für amüsante Momente rund um die ganzen Fan-Gruppen (ein Hoch auf die Klingonen! *g*). Das war wirklich gut! :)


So langsam wird es Zeit für mich, mich um mein Frühstück zu kümmern. Parallel dazu werde ich vermutlich erst mal zu einer etwas leichteren Lektüre greifen (und sei es nur, weil mein Mann gerade zum Wachwerden "Bares für Rares" schaut und mich damit ein bisschen vom Lesen ablenkt). Also werde ich entweder zu der Hellboy-Kurzgeschichte greifen, die mir mein Mann gerade ans Herz gelegt hat, oder zu "Heroine Worship".


Update 14:00 Uhr


Inzwischen gab es für mich Frühstück und die Hellboy-Kurzgeschichte "Produce" von Amber Benson, die mein Mann mir heute morgen ans Herz gelegt hat mit den Worten "Die beste Hellboy-Prosa, die ich je gelesen habe!" Ganz so weit würde ich nicht gehen, aber ich kann verstehen, warum sie ihm so gut gefiel und ich liebe die ungewöhnliche Erzählperspektive, die die Autorin für die Geschichte gewählt hat. Dummerweise kann ich nicht mehr dazu sagen, weil bei der Kürze der Geschichte jede Aussage zum Inhalt wirklich zuviel verraten würde.

Danach habe ich mich ein bisschen online rumgetrieben (und da das Postfach schon wieder diverse Nachrichten anzeigt, werde ich das gleich auch noch weiter machen), etwas im Haushalt rumgewuselt und die Katze gefüttert. Wenn ich die Kommentare im Postfach "abgearbeitet" habe, wird es wieder Zeit zum Buch zu greifen, und da ich mit meinen Pflichten für heute durch bin, kann ich den Rest des Tages auch dabei bleiben. (Es sei denn, ich werde von meinem Mann abgelenkt, der gerade Demonstrationsschilder für Plastik-Kultisten bastelt. *g*)


Update 17:45 Uhr

Seit dem letzte Update habe ich die Kurzgeschichte "Vampires Prefer Blondes" von P. N. Elrod (aus "Chicks Kick Butt" gelesen. Die Geschichte spielt in den 1930er Jahren in den USA und die Protagonistin ist Sängerin in einem Nachtklub - ich mochte ihre Erzählstimme sehr und die Handlung an sich war auch sehr nett, allerdings wäre die Geschichte noch besser, wenn der Teil mit den Vampiren nicht schon im Titel verraten worden wäre. Hätte man das offen gelassen, bis es in der Handlung vorkommt, hätte ich das besser gefunden. Während ich las, hat mein Mann immer wieder Aufmerksamkeit eingefordert, damit ich seine Demo-Schilder begutachte. Ich mag es, wenn mein Mann sich mit solchem Blödsinn beschäftigt. :D


Den Rest des Nachmittags habe ich mit "Fifth Quarter" von Tanya Huff verbracht. Der zweite Band der Quarters-Serie spielt in der selben Welt wie "Sing the Four Quarters", aber zu einer deutlich späteren Zeit und in einem anderen Teil der Welt. Wie schon beim ersten Buch wechselt die Autorin regelmäßig die Perspektive, so dass man als Leser eine Geschichte von verschiedenen Seiten erzählt bekommt. Etwas pikant ist dabei, dass sich durch einen Vorfall zu Beginn der Handlung zwei Geschwister einen Körper teilen müssen und der Bruder die ganze Zeit seine Schwester auffordert die Person zu verführen, die seinen Körper in Besitz genommen hat. Er argumentiert damit, dass es ja nur sein Körper ist und nicht er selbst, während diese Tatsache für seine Schwester vollkommen ausreicht, um schon Probleme mit den Gedanken an Sex zu haben. Bevor ihr jetzt denkt, es dreht sich alles nur um das Liebesleben der Protagonisten: Die Handlung - von der ich bislang ungefähr ein Drittel kenne - dreht sich um den Missbrauch von Macht, um die Folgen, die eine Art Unsterblichkeit mit sich bringen kann, um die verzweifelte Suche nach dem Grund für dem Tod von vielen Babys und viele andere Dinge. Ich mag diese Mischung aus Szenen, bei denen ich traurig oder bedrückt vor den Sätzen sitzt, und Momenten, die mich zum Schmunzeln bringen. Wenn ich richtig informiert bin, dann wird die Handlung aus "Fifth Quarter" im nächsten Teil der Serie fortgesetzt. Ich hoffe nur, dass es am Ende keinen Cliffhanger gibt, denn dann müsste ich wohl in den nächsten Tagen meinen Buchetat für August anbrechen. ;)

Bis zum Abendessen schaue ich mal, ob es Updates bei den anderen Blogs gibt ...


Update 20:00 Uhr

Uh, die Wettervorhersage eben hat mir gründlich die Laune verhagelt, nachdem ich mich in der vergangenen Wochen endlich etwas von der Hitze erholt hatte. Für die kommende Woche sind für unsere Gegend Temperaturen um die 35 Grad und Nachttemperaturen über 20 Grad angekündigt, dabei ist die Temperatur in der Wohnung erst Freitagnacht endlich auf erträgliche 26 Grad gewandert ... Nun gut, ich muss vermutlich nur noch zwei Monate überstehen, bis mir das Wetter wieder entgegenkommt.


Beim Essen habe ich heute darüber nachgedacht, dass ich wirklich selten Lust auf "Kindheitsessen" habe, aber wenn diese Lust aufkommt, dann muss ich sie auch stillen. Dieses Mal Kartoffelsalat wie meine Mutter ihn gemacht hätte (nur dass ich die Mayonnaise mit Joghurt mische, damit das Ganze nicht so pappig und verträglicher ist) und dazu den Rest vom gestrigen Fladenbrot. Außerdem haben wir eine Folge "Kids Backing Challenge" geschaut. Es ist immer wieder beeindruckend, wie diese zehn- bis dreizehnjährigen Kinder backen können und das dann auch noch unter Zeitdruck.

Aber jetzt wird es wieder Zeit zu lesen - ich bin mir nur noch nicht sicher, zu welchem Buch ich greifen soll.


Update 22:45 Uhr


Ich habe dann zu "Darkbeast Rebellion" von Morgan Keyes gegriffen.  Den ersten Band ("Darkbeast") hatte ich im Dezember vor 1 1/2 Jahren gelesen, was schon zeigt, dass der zweite Teil schon eine Weile auf meinem SuB liegt. Ich mochte den ersten Roman, aber ich wusste, ich brauche die richtige Stimmung für diese Art von Geschichte. Aktuell passt es überraschenderweise, vielleicht weil ich mich so nach dem Winter sehne und das Buch voller Schnee und Kälte ist, was ich sehr genieße. Wobei ich zugebe, dass ich ungern um mein Leben bangen würde, weil ich hungere und friere. ;) Keara ist immer noch eine sperrige Protagonistin, misstrauisch, eifersüchtig und ich würde sie ab und an gern schütteln, aber das macht sie auch zu einer überzeugenden Figur. Doch so sehr ich gerade in der Geschichte drin bin, so langsam wird es nach der kurzen Nacht Zeit für mein Bettchen.


Zum Schluss noch ein Foto von Christie, da sie gerade ausnahmsweise weder auf mir sitzt, noch durch die Gegend düst. ;) Es war wieder schön mit euch heute gemeinsam zu lesen!

***


Heutige Mitleser:

Neyasha
Kiya
Natira
Sayuri

Freitag, 14. Juli 2017

Leseeindrücke - Die "Cozy"-Variante (2)

Nachdem ich im Juni meine Eindrücke zu den ersten fünf Romanen von "Sleuthing Women - 10 First-in-Series Mysteries" veröffentlicht hatte, gibt es hier meine Anmerkungen zu den restlichen Geschichten aus dem Bundle.

6. Susan Santangelo: Retirement Can Be Murder (A Baby Boomer Mystery 1)

Was für eine öde Geschichte! Die Protagonistin Carol befürchtet, dass ihr Mann Jim vorzeitig in den Ruhestand gehen will und dann ihren Tagesablauf stören würde, weshalb sie ihn dazu bringt, zu einem "Retirement Coach" zu gehen. Dummerweise wird dieser Coach dann ermordet und ihr Mann steht (angeblich) als Hauptverdächtiger da. Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, ob er wirklich verdächtigt wird oder ob nur seine Frau befürchtet, dass dem so ist. Ich habe den Roman abgebrochen, nachdem ich neun Kapitel durchgehalten habe von dem ersten Absatz mit "ein Mord ist passiert" über "das geschah in den Wochen davor" bis "ein Mord ist passiert und mein Mann benimmt sich nicht so, wie ich das erwarte".

Als auch im zehnten Kapitel nichts anderes passierte, als dass Carol über ihren Mann meckerte und Jim Carol ständig erzählte, dass sie keine Ahnung habe, alles überdramatisieren würde und überhaupt doof sei (nicht wortwörtlich, aber es schwang in den Dialogen mit), habe ich die Nase voll gehabt. Ich hätte noch etwas mehr Geduld mit der Geschichte gehabt, wenn ich auch nur eine einzige Person sympathisch gefunden hätte oder die Autorin mir zumindest gezeigt hätte, dass Carol und Jim ein bisschen Zuneigung zueinander empfunden hätten. Aber ohne einigermaßen nette Figuren und ohne nennenswerte Handlung sehe ich nicht ein, dass ich mich durch den Rest der 230 Seiten quälen soll.


7, Mary Kennedy: Dead Air (A Talk Radio Mystery 1)

"Dead Air" fing eigentlich nett an. Die Protagonistin ist eine Psychologin, die vor einiger Zeit ihre Praxis aufgeben hat und nun eine tägliche Psychologie-Radiosendung moderiert. Die ersten Seiten fand ich unterhaltsam, die Protagonistin okay und dass sich der Mordfall um einen Selbsthilfe-Guru dreht, fand ich im Prinzip auch nicht schlecht. Dummerweise gingen mir die Protagonistin sowie ihre Mutter und der ermittelnde Polizist schon nach sehr, sehr kurzer Zeit auf die Nerven. Ein typischer Fall von "Protagonistin glaubt, dass die Polizei ihre Arbeit nicht richtig macht" kombiniert mit "Protagonistin hat keine drei Wörter mit dem Polizisten gesprochen, würde aber auf der Stelle mit ihm ins Bett gehen, weil er so gut aussieht" und dazu noch eine Prise von "Polizist denkt, dass Psychologen nur dazu da sind, um von Anwälten für Aussagen bezahlt zu werden, die der Polizei das Leben schwer machen". Da ich mir das nicht länger antun musste, ging es weiter zum nächsten Krimi!


8. R.P. Dahlke: A Dead Red Cadillac (A Dead Red Mystery 1)

Endlich mal wieder eine Geschichte, die ich mochte! Die Protagonistin Lalla ist ein zweimal geschiedenes Ex-Model, das vor einiger Zeit die "crop duster"-Firma (ich glaube nicht, dass es dafür einen deutschen Begriff gibt) des Vaters übernommen hat. Sie ist vor kurzem mit dem Flugzeug abgestürzt und hat sich dabei zum Glück nur den Fuß gebrochen. Das wäre eigentlich Aufregung genug, doch dann wird eine Bekannte von ihr ermordet in Lallas rotem Caddy aufgefunden. Um zu beweisen, dass weder sie noch diverse andere Personen mit dem Mord zu tun haben, beginnt Lalla herumzuschnüffeln.

Ich muss gestehen, dass es ein paar Aspekte an "A Dead Red Cadillac" gab, die mich bei einer anderen Autorin vermutlich gestört hätten, die ich hier aber angesichts der Protagonistin stimmig dargestellt fand. So ist Lalla besessen von ihrem anstehenden vierzigsten Geburtstag und unternimmt die eine oder andere unüberlegte Aktion, weil sie ihrem Kindheitsfreund Caleb, der der örtliche Sheriff ist, etwas beweisen will. Da diese Handlungselemente aber gut zu Lallas Persönlichkeit passen und so geschrieben wurden, dass ich sie nicht als peinlich empfand, habe ich mich bei diesem Krimi wirklich gut unterhalten gefühlt. Ich mochte die Figuren und ich mochte die Art und Weise, wie der aktuelle Mordfall mit Ereignissen aus der Vergangenheit verknüpft war. Das war wirklich nett zu lesen.


9. Heather Haven: Murder is a Family Business (An Alvarez Family Murder Mystery 1)

Diese Geschichte mochte ich nicht nur, die fand ich sogar richtig gut! Die Protagonistin Liana Alvarez ist eine Privatdetektivin, die für die familieneigene auf Computerkriminalität spezialisierte Firma arbeitet. Als ihre Mutter sie auf den vermutlich untreuen Ehemann einer Freundin ansetzt, stolpert Liana über die erste Leiche ihres Lebens und ist dementsprechend schockiert. Da sie sich fragt, ob sie diesen Tod irgendwie hätte verhindern können, lässt sie dieser Mord nicht los, und so ermittelt sie in Bereichen, die für die Polizei nicht relevant sind. Liana will weder der Polizei in die Quere kommen, noch hat sie das Gefühl, sie würde den Job besser machen als die Polizisten, sie geht nur kleinen Details nach, die auf den ersten Blick nicht viel mit dem Mord zu tun haben.

Ich mochte nicht nur die Protagonistin und ihre Familie (endlich mal eine wunderbar normale warmherzige Familie, die zwar nicht immer einfach ist, aber nicht so übertrieben oder lächerlich dargestellt wurde), sondern auch den Ton, in dem die Geschichte erzählt wurde. Und obwohl für den Leser sowohl das "Geheimnis" des Ermordeten als auch der Täter selber recht offensichtlich waren, gab es genügend weitere Elemente, die für Spannung gesorgt haben, so dass ich diese unübersehbaren Hinweise auf die Auflösung locker verzeihen konnte. Ich habe mich mit dieser Geschichte so gut unterhalten gefühlt, dass ich direkt nach dem Beenden von "Murder is a Family Business" gleich den folgenden Teil der Serie gekauft habe.


10. Vinnie Hansen: Murder, Honey (A Carol Sabala Mystery 1)

Es gab eine Menge Dinge, die ich an dieser Geschichte nicht mochte, obwohl sie nicht richtig schlecht war. Aber es gefiel mir nicht, wie die Protagonistin Carol mit anderen Menschen umging, und ich fand die Darstellung einer Restaurantküche nicht besonders glaubwürdig, was ein Problem war, da der größte Teil der Handlung dort spielte. Dann hat mich auch noch die Handlung selbst einfach gleichgültig gelassen, so dass ich am Ende nur noch quer gelesen habe, um herauszufinden, wer den Chefkoch umgebracht hat. Das war definitiv nicht meine Art von Krimi ...

Mittwoch, 12. Juli 2017

Normalerweise ...

... lese ich nicht nicht besonders viele Bücher parallel. Auch lese ich in der Regel mehr Bücher, als ich auf dem Blog rezensiere. Was dafür sorgt, dass ich unter normalen Umständen immer ein paar Texte in Reserve habe, falls ich eine Phase habe, in der ich nicht zum Schreiben komme. Dummerweise läuft es gerade bei mir nicht normal, so dass ich einen Haufen angefangener Bücher habe und dafür gerade keine Rezension zum Veröffentlichen. ;)

Aber vielleicht interessiert euch ja der Stapel angefangener Bücher, der mich gerade beschäftigt?


Dank des warmen Wetters sind erstaunlich viele eBooks dabei,
weil sich da beim Lesen nicht die Seiten wellen. ;)


Sonntag, 9. Juli 2017

Alex Grecian: The Yard (Scotland Yard's Murder Squad Series 1)

Vor einem Jahr habe ich mit "The Harvest Man" einen Wühltischfund gelesen, der mir so gut gefallen hatte, dass ich auch die weiteren Bände der "Scotland Yard's Murder Squad Series" lesen wollte. Da "The Yard" der erste Teil der Reihe ist, fiel es mir dieses Mal deutlich leichter, die verschiedenen Figuren zuzuordnen und mich auf die Geschichte einzulassen, obwohl die Handlung selbst sich unter anderem um die Entführung und die Misshandlung von Kindern dreht, was nicht gerade mein bevorzugtes Krimithema ist. Doch zu Beginn der Geschichte wird erst einmal der Leichnam eines ermordeten Polizisten gefunden. Inspector Little war Teil der - nach den Ereignissen rund um Jack the Ripper - neu eingerichteten "Murder Squad" und wurde mit einem spitzen Gegenstand erstochen. Besonders erschreckend für seine Kollegen ist die Tatsache, dass der Mörder die Augen und den Mund des Getöteten zugenäht hat.

Mit den Ermittlungen wird Detective Inspector Walter Day beauftragt. Er ist das neuste Mitglied der "Murder Squad" und gerade erst mit seiner Frau Claire nach London gezogen, und so bekommt man als Leser einiges über ihn und sein Privatleben mit. Neben seiner Perspektive kann man auch noch die von Constable Nevil Hammersmith und die des Mörders verfolgen, wobei es auch immer wieder kleine Szenen gibt, in denen man die Tätigkeiten anderer Personen mitbekommt. So entsteht für den Leser ein Gesamtbild, das den ermittelnden Polizisten fehlt, was die Spannung aber nicht mildert. Denn es geht in den Romanen von Alex Grecian weniger darum herauszufinden, wer etwas getan hat, als darum warum etwas getan wurde und wie der Verbrecher doch noch gefunden und überführt werden kann.

Alex Grecian beweist bei "The Yard" ein Händchen für die verschiedenen Charaktere und ich mochte es sehr, wie er glaubwürdige - und zum Großteil sympathische - Figuren erschafft. Gerade unter den Polizisten gibt es viele verschiedene Typen, die alle ihre eigene Art haben, um mit ihrer endlosen und frustrierenden Arbeit fertig zu werden. In meiner Rezension zu "The Harvest Man" hatte ich angemerkt, dass mich der Roman ein wenig an Anne Perry erinnerte, aber eigentlich finde ich die Geschichten von Alex Grecian deutlich besser. Der Autor erschafft ein deutlich vielfältigeres Bild von London im Jahr 1889, als es Anne Perry in den von mir gelesenen Büchern getan hat, und führt den Leser nicht nur durch die diversen gesellschaftlichen Schichten (wobei man es eher wenig mit den vermögenderen Teilen der Londoner Bevölkerung zu tun bekommt), sondern vermittelt mir das Gefühl, dass seine Figuren den angemessenen Wissensstand für diese Zeit haben und auch dementsprechend denken und handeln.

So viel Spaß mir das Lesen von "The Yard" gemacht hat, so gibt es eine Sache, die mir bei den Romanen von Alex Grecian wirklich fehlt, und das ist ein Nachwort, in dem der Autor etwas über seine Recherche schreibt. Ich würde gern wissen, wieso er bestimmte Ermittlungsmethoden erwähnt hat (wenn auch nur als spinnerte Idee des "Polizeiarztes" Dr. Kinsley) oder welche Quellen er herangezogen hat, um über bestimmte Aspekte des Lebens in London im Jahr 1889 zu recherchieren. Und ich würde wirklich gern wissen, ob die Monate nach den Jack-the-Ripper-Morden für die Polizei so schwierig waren wie in dieser Geschichte beschrieben. Ich mag es einfach, wenn mir ein Autor am Ende eines guten historischen Romans erzählt, wo er sich vielleicht Freiheiten genommen hat und was ich als historisch korrekte Darstellung ansehen darf. Gerade wenn es um die Weiterentwicklung der Polizeiarbeit geht, gibt es doch eine Menge Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind, die aber vor gut hundert Jahren noch absolutes Neuland waren und nicht ernst genommen wurden. Außerdem sind solche informativen Anhänge für mich auch immer wieder eine gute Quelle, um interessante Sachbücher für die Merkliste zu finden. So musste ich mich erst einmal damit begnügen, den zweiten Teil der Reihe auf die Liste zu setzen, weil ich auf jeden Fall wissen will, wie es mit Inspector Day und seinen Kollegen weitergeht.

Freitag, 7. Juli 2017

1450

Das hier ist mein 1450ster Blogbeitrag - und ja, ich weiß, dass das kein "richtiges Jubiläum" ist, doch als ich vor ein paar Tagen vollkommen übermüdet dachte, dass mir bei 1444 veröffentlichten Beiträgen nur noch 6 bis zur 1500 fehlen würden, habe ich mir ein paar Gedanken zu meinem Blog gemacht. Und da ich zur Zeit etwas sentimental gestimmt bin, veröffentliche ich diese Gedanken eben als 1450sten Beitrag. ;)

Als ich vor fast acht Jahren mit dem Blog anfing, habe ich vorher nicht lange nachgedacht, was ich damit tun wollte. Ich hatte einfach nur das Bedürfnis, mich über Bücher zu unterhalten, war mitten im Umzugsstress (was immer ein guter Grund ist, um ohne großes Nachdenken ein größeres Projekt zu beginnen) und etwas frustriert von der Organisation einer Online-Seite, für die ich Rezensionen schrieb. Meine ersten Posts waren deutlich kürzer, als es meine heutigen Beiträge sind, aber im Prinzip stand von Anfang an fest, dass Bücher, Katzen und ein kleiner Teil meines Lebens hier ihren Platz finden würden. Inzwischen habe ich nur noch eine Katze statt vier, und so viel passiert in meinem Leben nicht, dass ich regelmäßig davon erzählen könnte, aber über Bücher kann ich ja immer reden - da geht mir der Stoff nicht so schnell aus.

Damals hatte ich Glück, da ich relativ schnell eine Handvoll Bloggerinnen kennenlernte, mit denen ich mich gut verstand und die regelmäßig bei mir kommentierten. Aus diesem Kontakt sind Freundschaften entstanden, die ich so nicht erwartet hätte und die zum Teil auch noch Bestand haben, obwohl sich das Leben dieser Personen in den letzten Jahren deutlich verändert hat. Mehr Arbeit, mehr Familie oder einfach andere Interessen haben dafür gesorgt, dass ein Großteil dieser Bloggerinnen heute kaum noch bloggt oder kommentiert. Manche sind auch nur weitergewandert zu Instagram, und weil das für mich kein Blog-Ersatz sein kann, haben sie mich damit abgehängt.

Ich vermisse diese Bloggerinnen und unseren regelmäßigen intensiven Austausch, und oft genug habe ich das Gefühl, dass ich hier für mich alleine (und die diversen Spambots) schreibe. Aber das ist auch okay, denn so wichtig diese Personen für mich und meinen Blog sind, so blogge ich doch in erster Linie für mich. Ich blogge, damit ich die Dinge, die mir durch den Kopf gehen, loswerden kann. Und ich blogge, um einen Ort für meine Erinnerungen zu haben - denn auch wenn ich die Sachen, die doch zu persönlich sind, hier nicht erzähle, so gibt es immer wieder Beiträge, die mich an Ereignisse oder Personen erinnern, oder in denen ich euch vielleicht nicht mehr erzählt habe als "war mit dem Kater beim Tierarzt", "erwarte Besuch" oder "habe einen Roman gelesen", die aber in meiner Erinnerung ausdrücken "ich habe große Angst", "ich hatte eine wundervolle Woche" oder "ich habe in letzter Zeit intensiv über ein bestimmtes Thema nachgedacht".

Ich brauche keine Unmengen an Lesern, das würde mir zu unpersönlich. Aber es wäre schön, wenn ich wieder ein paar Leute finden würde, die mit mir reden mögen - auch weil ich merke, dass ich selbst inzwischen leiser werde, wenn ich andere Blogs besuche. Aber selbst wenn das nicht passiert, so kann ich mir nicht vorstellen, dass ich so schnell mit dem Bloggen aufhöre, denn es hängen zu viele Erinnerungen an diesem Blog und jedes Mal, wenn ich einen Text veröffentliche, besteht schließlich die Chance, dass ich jemanden finde, der sich mit mir darüber unterhalten mag.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Stephanie Burgis: The Dragon with a Chocolate Heart

Seitdem mir die "Kat, Incorrigible"-Titel von Stephanie Burgis so gut gefallen haben, folge ich der Autorin auf Twitter und habe dadurch schon vor der Veröffentlichung einiges über ihren neuen Roman "The Dragon with a Chocolate Heart" erfahren. Diese kleinen Informationen über die Geschichte haben dafür gesorgt, dass ich wirklich ungeduldig auf das Buch gewartet habe - und im Prinzip in dem Moment mit dem Lesen anfing, in dem mir der Fahrradkurier mein Exemplar überreichte. "The Dragon with a Chocolate Heart" wird aus der Perspektive von Aventurine erzählt, die das jüngste Mitglied einer stolzen Drachenfamilie ist. Bis zu dem Tag, an dem die Geschichte beginnt, hat Aventurine noch keinen Schritt außerhalb der Höhle gemacht, in der ihre Familie lebt, da ihre Schuppen noch weitere 30 bis 100 Jahre Zeit benötigen, um so weit auszuhärten, dass sie fliegen und auf die Jagd gehen kann.

Doch Aventurine ist ungeduldig, sie langweilt sich in der Höhle und kann nicht verstehen, dass ihr älterer Bruder kein Problem mit dieser erzwungenen Untätigkeit hat. Angetrieben von ihrer Ungeduld beschließt Aventurine, dass sie ihrer Familie beweisen muss, dass sie selbstständig genug für ein Leben außerhalb der Höhle ist. Dummerweise endet ihr erster Jagdversuch damit, dass sie sich - verzaubert durch eine magische heiße Schokolade - in der Gestalt eines ungefähr zwölfjährigen Mädchens wiederfindet. Unter diesen Umständen kann sie nicht zurück zu ihrer Drachenfamilie und muss einen Weg finden, wie sie unter Menschen überleben kann - und dann ist da noch diese neuentdeckte Leidenschaft für Schokolade!

Es hat mir so viel Spaß gemacht, Aventurine bei ihren Erlebnissen in der Stadt zu begleiten, und ich mochte ihre Gedanken so sehr. Sie ist nicht dumm und viele Dinge kann sie sich selbst zusammenreimen oder muss nur einmal sehen, wie Menschen damit umgehen, um sich eine Meinung dazu zu bilden. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Elemente im Leben der Menschen, die für ein Drachenmädchen absolut unverständlich sind (unter anderem die Neigung zu eintöniger Kleidung, wo doch prachtvoll gefärbte Schuppen der Stolz eines jeden Drachen sind). Stephanie Burgis hat dabei für meinen Geschmack ein gutes Gleichgewicht gefunden zwischen den für Aventurine akzeptablen und irritierenden Aspekten des menschlichen Lebens und ich mochte es, dass die ungewöhnliche Denkweise des Drachenmädchens immer wieder Ereignisse in Bewegung setzte, die ihre ganze Umgebung aufrüttelten.

"The Dragon with a Chocolate Heart" ist ein Kinderbuch und dementsprechend einfach ist die Handlung eigentlich gestrickt, aber es gibt so viele wunderbare kleine Szenen rund um die Suche nach einer Tätigkeit, die Aventurine mit Leidenschaft erfüllt, rund um die Herstellung von heißer Schokolade, um die Freundschaft zwischen dem Drachemädchen und ihrer menschlichen Freundin Silke und um die Widersinnigkeit von Standesregeln, Politik und Geschäftsgebaren. Mir sind beim Lesen sehr viele Figuren ans Herz gewachsen und ich muss zugeben, dass ich mir die ganze Zeit vorgestellt habe, was wohl Hayao Miyazaki für einen Film aus dieser Geschichte machen würde. Dieser Roman ist mit seiner wunderbar temperamentvollen und selbstbewussten Protagonistin, den vielen liebevollen Details und der Magie der Schokolade eindeutig eine Wohlfühlgeschichte, die ich bestimmt noch häufiger genießen werde (und das nächste Mal am Besten im Winter mit einer Tasse heißer Schokolade vor der Nase ;) ).

Montag, 3. Juli 2017

Neuzugänge April und Juni 2017

Ich versuche weiterhin bei meinen Neuzugängen eine Mischung aus "Reihen-/Autorenvervollständigung" und Neuentdeckungen auf die Reihe zu bekommen. Aber ich merke schon, dass ich momentan eher dazu neige zu vertrauten Autoren zu greifen. Neuentdeckungen bergen schließlich immer das Risiko, dass weitere Bände auf der Wunschliste landen. ;)


Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
Diana Wynne Jones: Year of the Griffin

Im April gab es weiteren Zugang zu meiner Diana-Wynne-Jones-Sammlung, da ich es gerade so angenehm finde, wenn ich Romane von ihr für Schlechte-Laune-Phasen auf Vorrat habe. ;)


Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings - A Memoir by Lady Trent
Stephanie Burgis: The Dragon with a Chocolate Heart
Diana Wynne Jones: The Ogre Downstairs
Claire Legrand: Some Kind of Happiness
Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima Teil 3 (Manga)

Außerdem hatte ich im April zwei weitere Titel bestellt, weil ich hoffte, dass ich sie dann pünktlich zum Erscheinungstermin im Mai bekommen würde. Dummerweise hat der Importeur meines Buchhändlers das nicht so recht auf die Reihe bekommen, weshalb ich auf das eine Buch immer noch warte, während das andere erst im Juni ankam. So gab es im Juni nicht nur dank eines geschenkten Gutscheins ein paar mehr Bücher als sonst in einem Monat.

Mit "Within the Sanctuary of Wings" habe ich nun alle Lady-Trent-Titel im Haus und auch der Manga schließt eine Reihe ab. Zu Diana Wynne Jones muss ich ja wohl nichts mehr sagen und "The Dragon with a Chocolate Heart" ist das neuste Kinderbuch von Stephanie Burgis, deren magischen Geschichten ich im vergangenen Dezember für mich entdeckt habe. Auch "Some Kind of Happiness" ist für eher jüngere Leser und ein reiner Klappentext-/Coverkauf für mich - ich bin schon sehr gespannt, ob die Geschichte so gut ist wie erhofft.

Samstag, 1. Juli 2017

Gelesen: April, Mai und Juni 2017

Frühere Statistiken sind unter "Diverses" zu finden.

Bücher:
  1. Adele Abbott: Witch Is When It All Began (A Witch P.I. Mystery 1)
  2. Katherine Addison: Der Winterkaiser 
  3. Annabeth Albert/Wendy Qualls: Save the Date
  4. Judy Alter: Skeleton in a Dead Space (A Kelly O’Connell Mystery 1)
  5. Ilona Andrews: Clean Sweep (Innkeeper Chronicles 1)
  6. Ilona Andrews: Sweep in Peace (Innkeeper Chronicles 2)
  7. Illona Andrews: One Fell Sweep (Innkeeper Chronicles 3)
  8. Stefan Bachmann: Die Seltsamen
  9. M. C. Beaton: Agatha Raisin und der tote Richter (Agatha Raisin 1)
  10. M. C. Beaton: Agatha Raisin und die Tote im Feld (Agatha Raisin 4)
  11. Stephanie Burgis: The Dragon with a Chocolate Heart
  12. Caroline Carlson: Der weltbeste Detektiv
  13. Elizabeth Daly: Das Buch des Toten
  14. Jared Diamond: Guns, Germs and Steel - A Short History of Everybody for the Last 13000 Years
  15. Jennifer Estep: Dark Heart of Magic (Black Blade 2)
  16. Jennifer Estep: Bright Blaze of Magic (Black Blade 3)
  17. Anthony Francis: Liquid Fire (Skindancer 3)
  18. Nell Goddin: The Third Girl (Molly Sutton 1)
  19. Mira Grant: Feed (Newsflesh 1)
  20. Mira Grant: Deadline (Newsflesh 2)
  21. Mira Grant: Blackout (Newsflesh 3)
  22. S. E. Grove: Weltenriss - Die Karten der verlorenen Zeit
  23. Georgette Heyer: Vorsicht, Gift!
  24. Georgette Heyer: Der Page und die Herzogin
  25. Keigo Higashino: Ich habe ihn getötet (Inspektor Kaga)
  26. Patricia Highsmith: Die Augen der Mrs. Blynn
  27. Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlung (Xavier Kieffer 5)
  28. Emma Hooper: Etta und Otto und Russell und James
  29. Tanya Huff: Sing the Four Quarters (Quarters 1)
  30. Jonnie Jacobs: Murder Among Neighbors (A Kate Austen Suburban Mystery 1)
  31. Diana Wynne Jones: A Tale of Time City
  32. Diana Wynne Jones und Ursula Jones: The Islands of Chaldea
  33. M.R.C. Kasasian: Mord in der Mangle Street
  34. Rasha Khayat: Weil wir längst woanders sind
  35. Mindy Klasky: Girl's Guide to Witchcraft (Jane Madison Series 1)
  36. Lynn Kurland: Star of the Morning (The Nine Kingdoms 1)
  37. Emily Larkin: Maythorn's Wish (The Fey Quartet 1)
  38. Emily Larkin: Hazel's Promise (The Fey Quartet 2)
  39. Emily Larkin: Ivy's Choice (The Fey Quartet 3)
  40. Emily Larkin: Larkspur's Quest (The Fey Quartet 4)
  41. Emily Larkin: Unmasking Miss Appleyby (Baleful Godmother 1)
  42. Emily Larkin: Resisting Miss Merryweather (Baleful Godmother 2)
  43. Emily Larkin: Trusting Miss Trentham (Baleful Godmother 3)
  44. Emily Larkin: Claiming Mister Kemp (Baleful Godmother 4)
  45. Mackenzie Lee: Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentleman
  46. Alexander McCall Smith: Ein Koch für Mma Ramotswe (No. 1 Ladies' Detective Agency 3)
  47. Camille Minichino: The Hydrogen Murder (A Periodic Table Mystery 1)
  48. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  49. Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter
  50. Brandon Sanderson: The Rithmatist
  51. Rebecca Solnit: Wenn Männer mir die Welt erklären
  52. Brett J. Tally (Hrsg.): Limbus Inc. III
  53. Patricia Wentworth: The Red Lacquer Case
  54. Lois Winston: Assault With a Deadly Glue Gun (An Anastasia Pollack Crafting Mystery Book 1)

Kurzgeschichten:
  • M. C. Beaton: Agatha Raisins erster Fall (Agatha Raisin)
  • Seanan McGuire: The Way Home (Alice Healy and Thomas Price 1)
  • Seanan McGuire: The Lay of Land (Alice Healy and Thomas Price 2)
  • Seanan McGuire: The Recitation of the Most Holy and Harrowing Pilgrimage of Mindy and Also Mork
  • Seanan McGuire: The Ghosts of Bourbon Street (Verity Price and Dominic DeLuca 1)
  • Seanan McGuire: Midway Relics and Dying Breeds
  • Seanan McGuire: Cabbages and Kings
  • Seanan McGuire: #CONNOLLYHOUSE #WESHOULDNTBEHERE
  • Seanan McGuire: Shore to Shore
  • Paige Shelton: Red Hot Deadly Peppers (A Farmers Market Mystery)


Comics/Manga:
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 1 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 2 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 3 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 4 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 5 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 6 - Lawless 1 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 7 - Lawless 2 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 8 - Lawless 3 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 9 - Lawless 4 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 10 - Lawless 5 (Comic)
  • Ed Brubaker/Steve Epting: Velvet 1 - Before the Living End (Comic)
  • Ed Brubaker/Steve Epting: Velvet 2 - The Secret Lives of Dead Men (Comic)
  • Ed Brubaker/Steve Epting: Velvet 3 - The Man who stole the World (Comic)
  • Jiro Taniguchi: Bis in den Himmel (Manga)
  • Jiro Taniguchi: Der Kartograph (Manga)
  • Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima 1 (Manga)
  • Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima 2 (Manga)
  • Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima 3 (Manga)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 1 (Comic)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 2 (Comic)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 3 (Comic)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 4 (Comic)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 5 (Comic)
  • Jeremy Whitley/M. Goodwin: Princeless 1 - Save Yourself (Comic)


Hörbücher/Hörspiele:
  • -

Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

Juli-SuB 2017

Mein Sommerthema ist in diesem Jahr eindeutig "mir ist zu warm, um etwas anderes zu machen als zu lesen". ;) Vor allem abends habe ich oft zum Buch gegriffen, während mein Mann sich von japanischen Serien beschallen ließ. Das Licht des Fernsehers reicht nämlich bei einer sehr groß eingestellten Schrift immerhin dazu aus, dass ich ein eBook lesen kann, während wir das Licht ausgeschaltet haben, um beim Lüften keine Insekten anzuziehen. Insgesamt komme ich im Juni auf 19 (zum Teil sehr dünne) Bücher, 2 Kurzgeschichten, 3 Manga und 4 Comics. Eigentlich wolle ich auch endlich die "Codex Alera"-Bände vom SuB befreien, aber da ich Band 2 der Reihe noch nicht wiedergefunden habe, musste das noch warten. Vielleicht klappt es mit der Serie ja im Juli - und wenn nicht, dann habe ich ja noch genügend andere Titel, die aufs Lesen warten.

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes - A Memoir by Lady Trent
  6. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings - A Memoir by Lady Trent
  7. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  8. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  9. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  10. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  11. Alex Grecian: The Yard
  12. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  13. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  14. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  15. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  16. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  17. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  18. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  19. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  20. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  21. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  22. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  23. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  24. Diana Wynne Jones: The Ogre Downstairs
  25. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  26. Sarah Kuhn: Heroine Worship
  27. Claire Legrand: Some Kind of Happiness
  28. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  29. Seanan McGuire: Down Among the Sticks and Bones
  30. Bishop O'Connell: The Stolen
  31. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  32. Cindy Pon: Serpentine
  33. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  34. Philip Reeve: Larklight
  35. John Scalzi: Fuzzy Nation
  36. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  37. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  38. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  39. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  40. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  41. Charles den Tex: Die Zelle
  42. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  43. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  44. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  45. Xinran: Gerettete Wort
  46. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

44 Titel auf dem SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Donnerstag, 29. Juni 2017

SuB-trahiert 2017 (2)

Langsam, aber stetig arbeite ich weiter an den Titeln auf meinem SuB, die schon seit über einem Jahr darauf warten gelesen zu werden. Manchmal kann ich selber nicht verstehen, warum bestimmte Romane von mir so lange "aufgeschoben" werden ...

1. Moira J. Moore: Resenting the Hero

Eine sehr gute Freundin von mir war von dieser Reihe sehr begeistert, so dass ich den ersten Band nach ihrer Empfehlung und dem Lesen des Klappentextes auf meinen Wunschzettel gepackt habe. Trotzdem lag der Titel am Ende über zwei Jahre auf meinem SuB, weil ich mir nicht wirklich sicher war, ob das Ganze was für mich wäre. Ich sollte wirklich keine Bücher auf die Wunschliste setzen, nur weil ich das Gefühl habe, dass meine Freundin sich freuen würde, wenn ich endlich mal ihrer Empfehlung folge - vor allem, wenn mir mein Bauchgefühl sagt, dass der Roman vermutlich nichts für mich wäre. HIER geht es zumr VerrissRezension.

(gelesen April 2017)


2. Lynn Kurland: Star of the Morning (The Nine Kingdom 1)

Noch ein Buch, das mir von der oben erwähnten Freundin empfohlen wurde und das dann ziemlich lange auf dem SuB liegen blieb, weil ich heutzutage einfach nicht mehr so oft und gern diese Variante (mittelalterlich wirkende Gesellschaft, großer böser Zauberer, der seit Jahrhunderten eine Bedrohung aus dem Norden darstellt usw.) von Fantasyromanen lese wie als Teenager. Aber da Lynn Kurlands Humor, die Charaktere, die leise und überzeugende Liebesgeschichte und sogar der lineare Aufbau der Handlung so erholsam und amüsant zu lesen waren, denke ich nun, dass ich den Titel deutlich früher aus dem Regal hätte ziehen sollen. Mehr dazu habe ich HIER geschrieben und die Fortsetzungen stehen schon auf der Wunschliste. *g*

(gelesen April 2017)


3. Mira Grant: Deadline (Newsflesh 2)
4. Mira Grant: Blackout (Newsflesh 3)

Obwohl ich so ein großer Fan von Seanan McGuire bin, bin ich sehr lange um den ersten Newsflesh-Band ("Feed") herumgeschlichen, weil Horror nicht wirklich mein Genre ist und ich normalerweise auch nicht so enthusiastisch bin, wenn es um Zombie-Geschichten geht. Als ich mich dann endlich an "Feed" wagte, war ich total begeistert (und erschüttert und fasziniert und amüsiert), aber das Ende war so heftig, dass ich erst einmal eine Pause benötigte. Die Pause hat sich dann - auch wegen einer Änderungen bezüglich der Protagonisten - ziemlich hingezogen, obwohl ein Teil von mir schon neugierig auf die weitere Entwicklung der Geschichte war. Im Juni habe ich mich dann mal zusammengerissen und die Trilogie am Stück gelesen. Es war heftig und emotional und einfach großartig und sehr erschreckend, wenn man überlegt, wie realistisch die Autorin mit dem Thema Virusinfektionen umgeht ...

(gelesen Juni 2017)

Dienstag, 27. Juni 2017

Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima (Manga)

Kazuto Tatsutas dreiteilige Mangareihe "Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima" ist genau das, was der Untertitel sagt. Als (finanziell) nicht gerade erfolgreicher Mangaka war der Autor gerade auf Jobsuche, als die Katastrophe rund um das japanische Atomkraftwerk passierte. Um etwas zu bewirken und zumindest eine Zeitlang ein gesichertes Einkommen zu haben, hat er als Arbeiter rund um die Kraftwerksruine angeheuert. Es wurden gute Stundenlöhne versprochen (die Realität sah später dann etwas anders aus) und irgendjemand musste ja dafür sorgen, dass das Gelände wieder gesichert wird. Aber Kazuto Tatsuta hat sich auch gefragt, wie es denn nun wirklich in Fukushima ist, denn von der Politik, den Medien und den Bürgerbewegungen habe es unzählige gegensätzliche Aussagen zu den Schäden und den Folgen gegeben, die das Atomunglück verursacht hat.

Spannend finde ich bei dieser Veröffentlichung auch, dass Kazuto Tatsuta (der diesen Manga unter Pseudonym veröffentlicht hat) mit seinen Geschichten ein japanisches Gesetz umgehen konnte, das nach der Katastrophe von Fukushima geschaffen wurde, um die Pressefreiheit einzuschränken. Dieses Gesetz ermöglicht es der japanischen Regierung, bestimmte Informationen als "vertraulich" einzustufen und Journalisten zu bestrafen, die darüber berichten. Doch ein Mangaka gilt als Künstler und nicht als Journalist, und so konnte Kazuto Tatsuta von seinen Erlebnissen berichten und die japanische Öffentlichkeit über die Vorgänge im Kraftwerk, den Alltag der Arbeiter und über die Erfahrungen und Ängste der Anwohner informieren.

Seinen ersten Einsatz (wegen der Strahlenbelastung sind nur kurze Beschäftigungszeiten möglich) hatte der Künstler im Frühsommer 2012 und der Manga beginnt damit, dass er einen typischen Arbeitstag eines Arbeiters in Fukushima zeigt. Das frühe Aufstehen, die vielen Strahlenkontrollen und die Schutzkleidung machen den Arbeitern gleichzeitig das Leben schwer und schützen sie. Doch dieser gefährliche Job ist eben auch Alltag für die vielen Männer, die das Gelände des Atomkraftwerks aufräumen, rückbauen und sichern. So ist es kein Wunder, dass an manchen Tagen eine juckende Nase viel schlimmer und präsenter ist, als der Gedanke an die Strahlung, der man dort während der Arbeitszeit ausgesetzt ist, und dass vor Ort die Gefahr größer ist, an einem Hitzschlag zu sterben als an der Strahlung.

Kazuto Tatsuta erzählt von den widerstreitenden Gefühlen derjenigen unter den Arbeitern, die aus der Region stammen. Auf der einen Seite haben sie im Tsunami oder durch die Sperrung der verstrahlten Gebiete alles verloren, auf der anderen Seite hatten sie und haben sie mit Tepco einen sicheren und gut zahlenden Arbeitgeber, ohne dessen Jobs diese ländliche Region nicht hätte überleben können. Besonders erschreckend fand ich, dass wohl immer wieder Leute ihre Dosimeter manipulierten, um länger arbeiten zu können, und ich hatte auch regelmäßig das Gefühl, dass der Erzähler und seine Kollegen - trotz aller Schutzkleidung und Kontrollen - etwas naiv an das Thema Strahlung herangingen. Aber gerade das ist ja auch das Interessante an so einem Erfahrungsbericht, denn so kann der Leser die Realität kennenlernen, unter der die Arbeiter in einem solch gefährlichen Gebiet arbeiten.

Interessant fand ich auch, dass der Mangaka immer wieder erwähnt, dass das alles nicht so schlimm sei, wie die Medien es darstellten. Allerdings stützt er seine Gedankengänge dabei auf Daten, die Tepco oder die Regierung in den Jahren nach dem Atomunglück veröffentlichten - und ich persönlich wäre da vermutlich viel kritischer angesichts der Tatsache, dass sich weder die japanische Regierung noch der Betreiber des Atomkraftwerks angesichts der Katastrophe von ihrer besten und vertrauenswürdigsten Seite gezeigt haben. Auf der anderen Seite war es auch angenehm, dass Kazuto Tatsuta versucht, keine Vorurteile zu haben. Er gibt sich Mühe, die verschiedenen Arbeitsbereiche so detailliert wie möglich darzustellen, und betont dabei den Alltag der Arbeiter und die Zusammenarbeit zwischen den Kollegen. Selbst bei seiner Darstellung der Sub-Unternehmer, unter denen es natürlich auch welche gibt, die sich auf Kosten der Angestellten bereichern wollen, versucht der Mangaka neutral zu bleiben und beide Seiten der Angelegenheit zu betrachten.

Ab dem zweiten Band gibt es auch Szenen, die sich mit den Hintergründen der Mangaveröffentlichung oder regionalen Besonderheiten rund um die Orte, in denen Kazuto Tatsuta während seiner Arbeit im Atomkraftwerk gelebt hat, beschäftigen. So erzählt er auch von den Bewohnern eines Altenheims, die sich danach sehnen, wieder in ihrer Häuser im Sperrgebiet ziehen zu können, von der offenen Bühne, auf der er ab und an mit seiner Gitarre auftrat, oder den unterschiedlichen Badehäusern, die er aufsuchte. Ich weiß nicht, ob ich einen Bericht über einen vergleichbaren Arbeitsplatz in einem unverseuchtem Gebiet so interessant gefunden hätte, aber ich fand es faszinierend, all diese kleinen und größeren Details zu erfahren.

Zuletzt noch ein Wort zum Zeichenstil des Mangaka: Die Zeichnungen sind sehr detailliert und realistisch gehalten und die verschiedenen Kapitel enthalten auch immer wieder Grundrisse oder Lagepläne, die es dem Betrachter ermöglichen, sich eine bessere Vorstellung von den verschiedenen Abläufen zu machen. Es gelingt Kazuto Tatsuta auch, die verschiedenen Kollegen - trotz der Atemmasken, die ja doch einen Großteil des Gesichts verdecken - so individuell zu zeichnen, dass man sie gut auseinanderhalten kann. Und immer wieder gibt es Panels, die von der Liebe des Zeichners zur Natur rund um Fukushima und von der unglaublichen Zerstörungskraft des Tsunamis zeugen. Insgesamt ist "Reaktor 1F" für einen Manga ziemlich textlastig, aber ich fand es definitiv nicht zu viel, weil es so interessant war. Außerdem mochte ich die kleinen Nebenbemerkungen, die zum Teil im Nachhinein von dem Mangaka eingefügt wurden, um auf spätere Entwicklungen hinzuweisen oder eine Szene mit einem vorherigen Ereignis zu verknüpfen.

Sonntag, 25. Juni 2017

Mal wieder ein Lesetag

Nachdem wir in der letzten Woche einige "tropische" Nächte hatten, arbeite ich immer noch daran die Temperatur in der Wohnung wieder unter 30 Grad zu bekommen, also nicht wundern, dass dieser Beitrag morgens um halb fünf online geht. Das Wohnungsklima ist der Nachteil an diesem Altbau: Es dauert etwas, bis die Wärme in der Wohnung ist, aber wenn sie da ist, dann bleibt sie auch. Also beginnt mein Tag momentan um vier Uhr, wenn ich meinen schlafenden Mann in den einen Teil der Wohnung sperre und dort alle Fenster aufreiße, während ich Christie in der anderen Wohnungshälfte Gesellschaft leiste. Obwohl heute für mich (und hoffentlich noch ein paar andere Blogger) ein Lesetag ist, werde ich mir die Zeit bis zum Aufstehen meines Mannes (und dem fertigen Durchlüften der Wohnung) mit Anime gucken vertreiben - ich mag kein Licht anmachen und es ist noch nicht hell genug, um problemlos lesen zu können.

Was meine Buchauswahl für heute angeht, so bin ich noch etwas unentschlossen. Ich habe "Fair Play" von Tove Jansson aus der Onleihe ausgeliehen und lese/pausiere außerdem gerade "Blackout" von Mira Grant. Letzteres gefällt mir gut, aber es ist eine ziemlich informationslastige Geschichte mit vielen medizinischen (Virologie) und politischen Elementen, auf die ich mich nur einlassen mag, wenn ich mich angemessen darauf konzentrieren kann. Ich könnte mich natürlich auch meinem SuB widmen oder schauen, ob eine meiner Leihgaben mich fesseln kann. Auswahl habe ich ja. ;)

Diesen Beitrag werde ich wie immer im Laufe des Tages aktualisieren und eventuelle Mitleser am Ende des Posts verlinken, wenn sie sich in den Kommentaren melden.


Update 6:00 Uhr


Ich bin gerade so glücklich, dass es nachts wieder unter 20 Grad sind und genieße die 1,5 Stunden, in denen ich morgens im kühlen Luftzug sitze wirklich sehr.

Bislang habe ich nicht viel gelesen, sondern vor allem meine Zeit mit "Blood+" vertrieben. Ich hatte die Manga-Reihe gelesen, als sie vor einigen Jahren in Deutschland veröffentlicht wurde (und finde es immer wieder lustig, dass ich viel eher zu Horror greife, wenn es ein Manga ist), hatte aber bislang nie die Zeit gefunden die Anime-Serie zu sehen. In der letzten Woche war es dann aber doch mal soweit, dass ich damit angefangen habe, und ich bin inzwischen bei Folge 37 - und sehr fasziniert davon, welche Extra-Handlungsstränge in dem Anime auftauchen.


Irgendwie lustig, dass ich momentan zwei verschiedene Varianten von Zombie-Geschichten konsumiere, obwohl das eigentlich nicht mein Thema ist. *g* Was mich zu "Blackout" von Mira Grant (Seanan McGuire) bringt, in dem ich inzwischen doch etwas weitergelesen habe. Viel möchte ich zu dem Roman eigentlich gar nicht sagen, da es der dritte Teil der Reihe ist, aber ich bin etwas irritiert davon, wie die Autorin die Grundvoraussetzung für diesen Handlungsstrang angelegt hat. Eigentlich vertraue ich darauf, dass sie etwas richtig Gutes draus macht, und die zwischenmenschlichen Aspekte der Geschichte sind faszinierend und sehr, sehr gut, aber trotzdem weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll.

Update 9:15 Uhr


Zum Frühstück habe ich "Fair Play" von Tove Jansson angelesen. Die Autorin erzählt - soweit ich das bislang beurteilen kann - in dem Buch keine Geschichte, sondern gibt nur kleine Einblicke in das Leben von Jonna und Mari. Die beiden Frauen sind Künstlerinnen, die in Ateliers leben und arbeiten, die durch einen langen Dachboden voneinander getrennt sind. Tove Jansson beschreibt die Figuren in in kleinen Momenten, durch den Alltag ihrer schon Jahrzehnte andauernden Freundschaft (oder Beziehung?) und bislang finde ich es wunderbar, wie die beiden einander ergänzen. Mari wirkt zwar auf den ersten Blick etwas blass, während Jonna sehr dominant zu sein scheint, aber ich glaube, sie haben beide ihre Stärken und Schwächen, die die jeweils andere nur zu gut kennt.

Aktuell passt mir das Buch sehr gut und ich mag die Geschichten jetzt einfach weiterlesen, ohne mir groß Gedanken über die klare und schöne Sprache und die vielen Sätze, die in mir nachklingen zu machen. Ich bin mir aber auch sicher, dass ich das Buch in den nächsten Tagen ein zweites Mal in die Hand nehmen werden, um die eine oder andere Szene oder den einen oder anderen Satz noch einmal bewusst rauszupicken und genauer zu betrachten.


Update 13:00 Uhr

Ach, verflixt! Erst bin ich über meinem Buch eingeschlafen (was okay ist, was ich aber lieber "kontrollierter" machen würde), dann wollte ich das Abendessen vorbereiten und musste feststellen, dass mir Hartweizengrieß fehlt. Jetzt gibt es heute also Tiefkühl-Pizza und mein Mann wird morgen auf dem Heimweg den Grieß kaufen. Das ärgert mich ein bisschen, weil ich Samstag für das Essen frisches Gemüse gekauft habe und das nun bis Dienstag im Kühlschrank liegenbleibt. Aber nun gut, ich kann es nicht ändern.


Nach meinem kleinen Schläfchen werde ich jetzt erst einmal schauen, wie die anderen den Vormittag so verbracht haben und danach meine Gemüsebouillon genießen und "Fair Play" beenden. Bislang gefallen mir die vielen kleinen Kapitel mit Mari und Jonna sehr gut. Die beiden Frauen sind seit Jahrzehnten zusammen und ich habe sie bislang in den unterschiedlichsten Momenten kennengelernt. Einmal mussten sie mit ungewohltem Besuch auf ihrer Sommerinsel fertig werden, einmal hat Jonna einen Western genossen, während sich Mari fragte, warum die Freundin so viel Freude an diesen Filmen hat und ein anderes Mal haben die beide über eine Geschichte unterhalten, an der Mari schrieb. Ich weiß immer noch nicht, ob Mari wirklich eine Künstlerin ist und wenn ja, was sie genau macht. Jonne hingegen ist ein Allround-Talent und stürzt sich immer wieder mit Begeisterung auf neue Dinge, nur um sie dann für das nächste Projekt zur Seite zu legen. Ich finde es spannend mehr über diese beiden Frauen rauszufinden - gerade weil in den einzelnen Kapiteln nicht viel passiert, denn so konzentriert sich alles sehr auf die beiden Figuren. Die Erzählweise und die Konzentration auf die beiden Frauen erinnert mich sehr an "The Summer Book" von Tove Jansson - was mir ja auch gut gefallen hatte.


Update 17:45 Uhr

Inzwischen habe ich "Fair Play" von Tove Jansson beendet und sehr genossen. Vor allem das letzte Kapitel wirft einen sehr schönen Blick auf die Freundschaft der beiden Frauen (die übrigens beide über 70 Jahre alt sind). Am Ende frage ich mich schon, wie viele Aspekte an dieser Geschichte vielleicht aus Tove Janssons Leben stammen. Ich seh schon, ich werde wirklich mal eine Biografie von ihr auf meinen Wunschzettel setzen müssen. *g*


Da ich mich zu zufrieden fühlte, um mich in ein illegales Labor, politische Intrigen und ein vom Zombies eingenommenes Florida zu stürzen, habe ich erst mal zu "The Yard" von Alex Grecian gegriffen. Ich hatte von seiner "Scotland Yard Murder Squad"-Reihe vor einem Jahr den vierten Band in die Finger bekommen und sehr gern gelesen und nun ist anscheinend der richtige Zeitpunkt gekommen, um mich mit den Anfängen von Inspector Days Karriere zu beschäftigen. ;) Die "Murder Squad" ist eine noch relativ frische Polizeieinheit, die aus den Ereignissen rund um die Jack-the-Ripper-Morde vor einem Jahr resultierten. Inspector Day ist erst seit einer Woche bei dieser Truppe und darf schon den Mord an einem Kollegen untersuchen, was ihn ziemlich unsicher macht. Ich mochte schon beim vierten Teil die Figuren und die Beschreibungen des historischen Londons und kann nach den ersten Kapiteln sagen, dass der Autor anscheinend von Anfang an ein Händchen für genau diese Aspekte gehabt hat. Und während ich es normalerweise nicht so gerne mag, wenn man auch Passagen aus Sicht des Mörders erlebt, kann ich hier damit leben, weil der Autor es gut macht.

Nachdem ich mich also versichert hatte, dass "The Yard" gut anläuft, war ich dann auch wieder in der Stimmung für "Blackout". Wenn meine Konzentration gut genug bleibt, um mich mit all den Details rund um die ethischen/wissenschaftlichen/konspirativen Elemente der Geschichte auseinanderzusetzen, dann bleibe ich bis zum Abendessen auf jeden Fall bei dem Buch.


Update 22:15 Uhr

Mein letztes Update für heute - es war wieder sehr schön mit euch und ich freu mich schon auf kommende Lesetage! :)

Ich habe wirklich noch einiges in "Blackout" weiterlesen können, bis mein Mann die Pizza servierte und es Zeit wurde zum "dümpeligen Fernsehprogramm" zu wechseln. Heute war das die letzte Folge von "Skin Wars" - eine amerikanische Sendung rund um eine Gruppe von Body Paintern, die verschiedene Herausforderungen bewältigen müssen, bis am Ende einer von ihnen 100.000 Dollar gewinnt. Den Wettbewerbsgedanken dabei und den (zum Glück sehr kleinen Soap-Opera-)Anteil bräuchte ich nicht, aber ich finde es sehr spannend, was alles beim Body Painting möglich ist. Es ist Jahre her, seitdem ich Body-Painting-Kunstwerke auf Messen gesehen habe, und es ist irre, wie sehr sich diese Kunstrichtung entwickelt hat. Vor allem finde ich bei der Sendung spannend, dass man ganz gut verfolgen kann, wie sich ein Kunstwerk von der Grundierung bis zu den Details entwickelt.

Jetzt ist es aber definitiv Zeit ins Bett zu gehen - ich hoffe nur, die Person, die gerade unter dem Fenster Pfeife raucht, verzieht sich bald, so dass ich ungestört mit offenem Fenster einschlafen kann, während mein Mann im Wohnzimmer die Katze bewacht.

Habt einen guten Start in die Woche! :)

***

Heutige Mitleser:

Sayuri
Kiya
Natira

Freitag, 23. Juni 2017

Fantasy und die Darstellung von Beziehungen

Schon seit Längerem denke ich über die unterschiedliche Darstellungsweise von gesellschaftlich kontroversen Themen in Fantasyromanen nach. Einen Teil meiner Gedanken hatte ich schon im "Henry vs. Maia" niedergeschrieben - und ich bleibe dabei, dass ich einen nicht so plakativen Umgang mit Themen wie Sexualität, Rassismus, Gleichberechtigung, Feminismus und Ähnlichem bevorzuge, weil mich das zum Denken statt zum Konsumieren anregt.

Noch schöner allerdings finde ich die Fantasywelten, in denen es ganz alltäglich ist, wenn eine Familie nicht unbedingt aus einem Mann, einer Frau und einer dazugehörigen Zahl von Kindern bestehen muss. Welten, in denen Lebensweisen normal sind, die in unserem Alltag bemerkenswert oder gar verpönt sind. Ich glaube, meine Vorliebe für solche Fantasywelten hängt damit zusammen, dass ich als Teenager einige Romane gelesen habe, in denen das so war. Das bekannteste Beispiel ist dabei vermutlich Marion Zimmer Bradley (bei der ich für diesen Beitrag das Privatleben von ihrem Werk trenne möchte), deren Darkover-Geschichten in einer Welt spielten, die bei weitem nicht perfekt war, aber in denen Homo- oder Bisexualität ebenso häufig vorkamen wie polyamore Beziehungen.

Solche Welten haben meine Sicht auf dieses Thema sehr geprägt und dafür gesorgt, dass es für mich egal ist, wer wen wie liebt, solange alle Beteiligten alt bzw. reif genug sind, um sich bewusst für ihre Art der Beziehung zu entscheiden und zufrieden damit sind. Wie sehr meine Vorstellung von Normalität von der Realität abweicht, habe ich erst relativ spät festgestellt. Als Teenager stand ich noch auf dem Standpunkt, dass es doch nur einige wenige engstirnige Menschen geben könnte, die ein Problem mit der Sexualität anderer Leute haben könnten - und ich muss zugeben, dass ich mit jedem Jahr, das ich älter werde, überrascht bin, wie engstirnig und kleinkariert Menschen sind und wie sehr sie gegen Lebensmodelle kämpfen können, die nicht ihrer eigenen Vorstellung entsprechen.

Meine eigene Naivität bringt mich hingegen wieder zu den Romanen und der Frage zurück, wie Autoren mit dem Thema umgehen sollten. Da in unserer realen Welt nicht nur Vorurteile, sondern zum Teil regelrechte Kreuzzüge gegen Menschen mit vermeintlich nicht der "Norm" entsprechenden Beziehungen geführt werden, darf das Thema meiner Meinung nach in fiktiven Geschichten auch nicht unter den Tisch fallen. Aber ich frage mich, ob es hilfreicher ist, wenn ein Autor dem Leser eine Welt präsentiert, in der es eben selbstverständlich ist, dass Menschen nun einmal unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse habe, wenn es um Beziehungen geht, um dieses Bild zur "Normalität" werden zu lassen. Oder ob es wichtiger ist, bewusst aufzuzeigen, welche Missstände herrschen, um vielleicht den einen oder anderen Leser dazu zu bringen, sich in seinem Umfeld denjenigen entgegenzustellen, die nur ihre eigene konservative Weltsicht als akzeptablen Lebensentwurf dulden.

Montag, 19. Juni 2017

Leseeindrücke - Die "Cozy"-Variante (1)

Vor einigen Wochen habe ich das kostenlosen eBook-Bundle "Sleuthing Women - 10 First-in-Series Mysteries" runtergeladen, weil ich hoffte, ich würde über Autorinnen in diesem Genre stolpern, die mir gut gefallen. Um meine Gedanken zu den zehn Romanen festzuhalten und auch mal zwischen den verschiedenen Titeln Vergleiche ziehen zu können, gibt es (aufgrund der Menge) gleich zwei Sammelposts mit "Leseeindrücken". Der zweite Teil wird freigeschaltet, wenn ich die nächsten fünf Romane gelesen habe - nach den ersten fünf Titeln brauche ich erst einmal wieder Abwechslung beim Lesen. ;)


1. Lois Winston: Assault With a Deadly Glue Gun (An Anastasia Pollack Crafting Mystery 1)

Hätte mir jemand vorher gesagt, was Anastasia Pollack in dieser Geschichte alles erleben würde, ich hätte vermutlich die Finger von dem Roman gelassen, weil ich das Ganze für zu überzogen gehalten hätte. Lois Winston hält definitiv kein Maß, wenn sie ihrer Protagonistin Schwierigkeiten bereiten will. So ist Anastasia dank ihres verstorbenen Mannes überschuldet und darf sich mit einem Kredithai rumschlagen. Außerdem teilt sie sich das Haus nicht nur mit ihren beiden Teenager-Söhnen, sondern auch mit ihrer Schwiegermutter (überzeugte Kommunistin und Besitzerin eines französischen Bulldogge), ihrer Mutter (angebliche Nachfahrin des russischen Zarenhauses und Halterin einer Perserkatze) und einem geerbten, Shakespeare-zitierenden Papagei. Da das Ganze noch nicht genug ist, wird auch noch Anastasias Kollegin ermordet und die Polizei ist sich sicher, dass sie die Mörderin ist.

Trotz dieser extrem überzogenen Handlung war "Assault With a Deadly Glue Gun" wirklich nett zu lesen und ich habe immer wieder vor mich hingeschmunzelt, weil einfach klar war, dass an der nächsten Ecke wieder irgendeine Katastrophe auf Anastasia warten würde, die zu weiteren Komplikationen führt. Außerdem mochte ich, dass die Protagonistin sich nicht unterkriegen ließ und je nachdem stoisch, wütend oder schlagfertig mit den verschiedenen Situationen und Figuren umging. Es fühlte sich beim Lesen auch überraschend stimmig an, dass Anastasia die einzige normale und bodenständige Person inmitten lauter skurriler Gestalten und Ereignisse war. Ich bin selbst ganz überrascht, wie entspannend und unterhaltsam ich diesen Roman fand, wo ich doch sonst gern mal von überzogenen Elementen genervt bin.


2. Jonnie Jacobs; Murder Among Neighbors (A Kate Austen Suburban Mystery 1)

"Murder Among Neighbors" war nett zu lesen, solange ich dabei war, aber danach auch schnell wieder vergessen. Ich muss aber zugeben, dass ich es mochte, wie Jonnie Jacobs das Leben ihrer Protagonistin ausbalancierte. Kate Austen hat eine Tochter, die ihr sehr wichtig ist und mit der es auch so was wie Alltag in der Geschichte gab. Aber dieser Alltag behinderte die Handlung nicht, sondern sorgte dafür, dass die "Ermittlungen" vorwärts ging. So gab es zum Beispiel Gespräche mit anderen Müttern oder mit Kindermädchen von Schulfreundinnen, in denen Kate neue Informationen über ihre ermordete Nachbarin sammeln konnte,

Auch hält sich Kate nicht für besser als die Polizei, sondern sie erzählt dem ermittelnden Polizisten in der Regel jedes Detail, das sie herausgefunden hat (inklusive Informationen, von denen sie sich nicht sicher ist, ob sie überhaupt relevant sein könnten). Zum Teil hängt das natürlich auch damit zusammen, dass sie sich zu dem Ermittler hingezogen fühlt und ein Verhältnis mit ihm beginnt, aber es liest sich so, als ob sie auch ohne diese Beziehung kein Problem damit gehabt hätte, alles der Polizei zu überlassen. Ich fand es schön, mal wieder ein Buch mit einer angenehm normalen, sympathischen und vernünftig handelnden Protagonistin zu lesen.


3. Judy Alter: Skeleton in a Dead Space (A Kelly O’Connell Mystery by Judy Alter 1)

"Skeleton in a Dead Space" hätte eigentlich meine Art von Cozy sein müssen, da es nicht nur um den Fund eines Skeletts geht, sondern auch um alte Häuser, Renovierungen und Einrichtungen. Doch Judy Alter hat es geschafft, mir mit ihrer Protagonistin so auf die Nerven zu gehen, dass ich das Buch beinah abgebrochen hätte und nur dabei bleib, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass sich 245 Seiten so hinziehen können. Man begleitet Kelly O'Connell als Leser nicht nur bei sämtlichen Alltagserledigungen (sehr viel die beiden Töchter hin und her fahren und ein schlechtes Gewissen haben, weil sie ihnen ständig Fast Food zu essen gibt, statt richtig zu kochen, sowie die - nicht sehr realistisch dargestellte - Arbeit als Marklerin), sondern darf dank der Ich-Perspektive auch all ihre Gedanken zum Skelett-Fund mitverfolgen.

Gedanken, die nahelegen, dass die Protagonistin das Gefühl hat, sie sei die einzige Person, die ein Interesse daran hat, dass die Tote identifiziert und ihr Mörder gefunden wird. Dabei gibt es nicht einen einzigen Moment, in dem die Polizei (speziell der mit ihr befreundete Polizist Mike) Desinteresse oder Unfähigkeit zeigt. Ich bin mir auch sicher, dass die Polizei ebenfalls in der Lage ist, alte Datenbanken nach Hauseigentümern und Steuerunterlagen zu durchsuchen - und das sogar, ohne die beiden Töchter der Protagonistin in Gefahr zu bringen. Je besser ich Kelly kennenlernte, desto weniger konnte ich diese Figur leiden und desto weniger konnte ich ihre Motive, ihre Gedanken und ihre Taten nachvollziehen. Ne, das war definitiv kein Roman für mich - vor allem, da ich gerade erst mit "Murder Among Neighbors" ein so viel besseres Beispiel einer "ermittelnden Mutter" hatte!

Oh, noch einen Aufreger hielt der Roman für mich bereit, da die Autorin anscheinend irgendwann die Geschichte von der 3. Person in die Ich-Perspektive umgeschrieben hat - und dabei ab der Hälfte der Kapitel beim Nachbearbeiten diverse Sätze übersehen hatte, bei denen man dann raten durfte, ob die Protagonistin oder irgendjemand anders gerade redet. Das passierte auch gern mal innerhalb eines Satzes mit gerade mal neun Wörtern inklusive Nebensatz - und trieb mich beim Lesen alle paar Minuten auf die Palme.


4. Maggie Toussaint: In for a Penny (A Cleopatra Jones Mystery 1)

Uuuund Auftritt der unerträglichen Protagonistin Nummer 2! Ich weiß nicht, was ich beim Lesen schlimmer fand: Die Tatsache, dass Cleo in dem Moment, in dem sie beim Golfspielen über eine Leiche stolpert, ihre Libido wiederfindet und sich am liebsten an Ort und Stelle vom Golftrainer vernaschen lassen würde, oder dass sie auf der einen Seite ach so rational sein soll (sie ist Steuerberaterin) und auf der anderen Seite grundsätzlich jede Person verdächtigt, der Mörder/die Mörderin zu sein. Außerdem gibt es auch in dieser Geschichte eine total amüsant gemeinte Mutter, die der Protagonistin das Leben schwer macht, nachdem Cleo nach ihrer Scheidung mit ihren beiden Töchtern dort eingezogen ist. Und dazu noch die beste Freundin, die in mir das Gefühl aufkommen lässt, dass die beiden Frauen nur deshalb befreundet sind, weil Cleo neben ihrer Freundin besser dasteht - oder sollten all die Momente, in denen sich die beiden am liebsten gegenseitig an den Hals gegangen wären, lustig sein? Überhaupt fürchte ich, dass ganze viele Szenen, die ich unerträglich fand, weil sie von der Dummheit/Ignoranz/Verklemmtheit der Protagonistin zeugten, humorvoll gemeint waren. Nachdem ich mich dabei ertappte, dass ich nach ein paar Absätzen das Buch immer aus der Hand legte, weil ich Cleo nicht länger ertragen konnte (und jedes Mal auch noch meinem Mann erzählte, wie bescheuert die letzten Absätze waren), habe ich den Roman abgebrochen. Das Durchhalten hätte sich hier höchstens gelohnt, wenn ich ein "Kapitelweise" daraus hätte machen wollen.


5. Camille Minichino: The Hydrogen Murder (A Periodic Table Mystery 1)

Nach den vorherigen beiden Romanen war "The Hydrogen Murder" eine Wohltat! Die Protagonistin Gloria ist eine 55jährige Physikerin, die ihre Stelle in einer Forschungseinrichtung erst einmal an den Nagel gehängt hat, um nach 30 Jahren Abwesenheit in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Gloria will sich ein Jahr gönnen, um darüber nachzudenken, was sie mit ihrem Leben anfangen will. In der Zwischenzeit wohnt sie über dem Bestattungsinstitut von Freunden und arbeitet unter anderem als wissenschaftliche Beraterin für die Polizei. So wird sie auch herangezogen, als ein Physiker in seinem Labor erschossen wird, und kann der Polizei nicht nur mit ihrem beruflichen Wissen nutzen, sondern den Ermittlern auch den einen oder anderen privaten Einblick auf die Beteiligten gewähren, da sie viele davon durch gemeinsame Forschungsprojekte kannte.

Es war so schön, endlich mal wieder eine Geschichte mit einer vernünftigen, realistisch dargestellten, intelligenten Protagonistin zu lesen. Der Fall selbst dreht sich auf den ersten Blick vor allem um die Frage, ob bei der Forschung, die der Tote mit seinem Mentor betrieb, alles mit rechten Dinge zuging, was einige - auch für den Laien gut erklärte - Passagen über Physik mit sich bringt, die ich erstaunlich interessant fand. Auch fand ich es schön, dass Gloria zwar in die Ermittlungen involviert war - und unbedingt herausfinden wollte, wer ihren Bekannten umgebracht hatte -, aber gleichzeitig auch sehr bemüht war, keine Grenzen zu überschreiten. Glorias Privatleben hängt zwar in der Schwebe, aber das ist ein bewusst von ihr gewählter Zustand, und der Polizist, mit dem sie zusammenarbeitet, ist weder ein Idiot noch ein unwiderstehlicher Adonis. Sie fühlt sich zwar sehr zu ihm hingezogen und würde ihn gern besser kennenlernen, aber ganz ohne Teenie-hafte Schwärmerei, ohne irgendwelchen idiotischen Aktionen oder andere Dinge, die mich bei andere Romanen so gern die Palme hochtreiben. Insgesamt war ich überraschend zufrieden mit dieser Geschichte und könnte mir vorstellen, langfristig noch mehr von der Autorin zu lesen.