Donnerstag, 30. Oktober 2014

Lese- und Höreindrücke im Oktober

"Mord im Park" von Cynthia Harrod-Eagles hatte ich aus der Bibliothek mitgenommen, weil ich auf der Suche nach einem Autor/einer Autorin war, die ich noch nicht kannte und die ich ausprobieren könnte. Ich hatte nicht weiter auf den Klappentext geachtet, nur geschaut, ob es auch wirklich ein Krimi sei, denn darauf hatte ich Lust. Erst nach dem Lesen des Romans habe ich mich etwas über die Autorin und ihre Bill-Slider-Reihe informiert und dabei festgestellt, dass ich den zehnten Roman um diesen Polizisten und den dritten ins Deutsche übersetzten Band gelesen habe. Ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, ich hätte was vermisst oder mir würde Vorwissen fehlen, aber ich vermute, dass mir das Buch mehr Spaß gemacht hätte, wenn mir die Figuren vertrauter gewesen wären.

So ging es mir stellenweise zu viel um das Privatleben der verschiedenen Ermittler, obwohl mir diese Figuren relativ egal waren. Das Opfer hingegen fand ich anfangs sehr interessant, weil es mindestens ein Geheimnis in ihrem Leben zu geben schien. Je mehr man als Leser allerdings über Charlotte "Chattie" Cornfield erfährt, desto mehr ging mir die Neugier auf die Frau verloren. Und obwohl mir die ruhigen und angenehm objektiven Ermittlungen (es gibt nie nur eine Theorie zum Mord und die Verdächtigen lagen nicht so auf der Hand) zugesagt haben, zog sich die Handlung in der Mitte für meinen Geschmack zu sehr hin.

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Ich bin froh, dass ich es noch geschafft habe "The Cuckoo's Calling" von Robert Galbraith (J.K. Rowling) vor dem Ablaufen der Ausleihfrist zu beenden. Auch wenn ich eigentlich in den letzten Wochen viel zu unkonzentriert für diese Art von Kriminalroman war und sich die Geschichte so für mich über mehr als zwei Wochenenden zog. "The Cuckoo's Calling" lässt mich nun nicht in solche Begeisterungstürme ausbrechen wie Mila, deren ungewöhnliche Rezension mich überhaupt erst zum Lesen veranlasst hat, aber ich habe den solide geschriebenen Kriminalroman wirklich genossen. Genau genommen habe ich kaum etwas gefunden, worüber ich mich hätte aufregen können und das ist inzwischen wirklich eine Seltenheit, wenn ich Kriminalromane lese. ;)

J.K. Rolling hat es geschafft mit "The Cuckoo's Calling" einen interessanten Fall mit überraschend realistisch wirkenden Figuren und einem sympathischen Protagonisten zu erzählen. Ich mochte ihren Umgang mit den verschiedenen Charakteren wirklich, niemand ist einfach nur gut oder böse, sie alle haben ihre Ecken und Kanten und selbst mit der unsympathischten Figuren gibt es Momente, die sie menschlicher wirken lassen. Die Handlung selbst wird sehr ruhig erzählt. Der Detektiv Cormoran Strike nähert sich dem vermeintlichen Selbstmord des Models Lula sehr systematisch und interviewt einen Zeugen nach dem anderen. So bekommt man das Opfer, ihren letzten Tag und ihr Umfeld aus den verschiedenen Perspektiven beschrieben und kann sich seine eigenen Gedanken zu den Motiven der Charaktere und zu ihrem Verhältnis zu Lula machen. Wenn es eine Fortsetzung mit Cormoran gibt, dann werde ich sie auf jeden Fall auch lesen!

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Nachdem ich vor einiger Zeit schon "Schwarze Piste" von Andreas Föhr gehört hatte, hat mir Natira auch noch "Der Prinzessinnenmörder" den ersten Teil der Reihe als Hörbuch geliehen. Wie schon bei "Schwarze Piste" habe ich mich von der Geschichte gut unterhalten gefühlt. Der Kriminalfall war jetzt nicht gerade komplex gestaltet, aber er bot den passenden Rahmen für die beiden gegensätzlichen Protagonisten Leonhard Kreuthner und Clemens Wallner. Ich fand es hier einfacher in die Handlung reinzufinden als bei "Schwarze Piste", auch weil es der erste Band der Reihe ist und so die Figuren doch etwas mehr eingeführt werden. Dazu hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte einen höheren Wallner-Anteil hatte - und der ernsthaftere Charaktere liegt mir doch etwas mehr als der urigere Kreuthner. Außerdem bin ich froh, dass Opa Manfreds Besessenheit bezüglich Sex (seinem und dem seines Neffen Clemens) sich im Laufe der Reihe gegeben hat, denn das fand ich bei "Der Prinzessinnenmörder" doch arg häufig erwähnt. Insgesamt keine Serie, die ich aktiv verfolgen würde, aber als Hörbuch sind die einzelnen Fälle doch ganz unterhaltsam. Den Sprecher Michael Schwarzmaier finde ich ebenfalls nicht schlecht, allerdings könnte er für meinen Geschmack ruhig die Dialekte sein lassen - auch wenn die vermutlich vom Autor in die Geschichte geschrieben wurden. ;)

Kommentare:

Natira hat gesagt…

Ich kenne ja nun weder die englische noch die deutsche Version des Rowling-Krimis, aber vielleicht hätte Dich der Roman in der deutschen Übersetzung eher gepackt - schon, weil das Lesen während Deiner Stresssituation für Dich flüssiger gewesen wäre.

Da ich von Föhr noch kein Buch gelesen habe, sondern auch nur die Hörbücher kenne, weiß ich nicht, ob er den Dialekt mithineingeschrieben hat. Unabhängig davon gefällt mir im Wesentlichen, wie Schwarzmaier liest und ich mag auch seine bayerische Lesart - ich war nur etwas irritiert bei seinen "nördlicheren" NRW- u. Niedersachsen-Tönen. ;)

Winterkatze hat gesagt…

Ich glaube auch, dass ich das Buch auf Deutsch deutlich schneller gelesen hätte. Aber ich hatte nun das englische Exemplar angefangen und bei der Menge an Vormerkungen hätte es wahrscheinlich sehr lange gedauert, bis ich die deutsche Variante aus der Bibliothek bekommen hätte.

Ja, bei den nördlicheren Dialekten war ich auch besonders irritiert, die konnte ich ja beurteilen. :D

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