Mittwoch, 19. Juni 2013

Tamora Pierce: Tordall and Other Lands

Lange hat es gedauert, aber ich habe es in diesem Monat doch noch geschafft ein englisches Buch zu lesen. (Dank der heutigen Hitze das erste beendete Buch im Juni ... *seufz*) "Tordall and Other Lands" ist eine Kurzgeschichtensammlung von Tamora Pierce, in der - wie ich inzwischen festgestellt haben - Geschichten veröffentlicht wurden, die vorher in anderen Anthologien erschienen waren. So kannte ich die erste Geschichten "Student of Ostriches" schon aus "Young Warriors", das ich im September gelesen hatte. Zum Glück gefällt mir die Geschichte von dem Mädchen, das durch die Beobachtung ihrer heimischen Tierwelt kämpfen lernt, so gut, dass sie auch beim zweiten Mal wieder viel Spaß gemacht hat.

Insgesamt beinhaltet diese Anthologie elf Geschichten, die alle mehr oder weniger mit den Tordall-Romanen von Tamora Pierce zu tun haben.. So erkennt man bei "Student of Ostriches" nur anhand des am Ende vorkommenden Shang-Kriegers, dass die Handlung in der gleichen Welt angesiedelt ist wie die Geschichten von Alanna, Dhana, Keladry und Alianne. "Elder Brother" und "The Hidden Girl" haben ihren Ursprung in einem Vorfall, der mit einem der Dhana-Romane in Verbindung steht und zeigen sehr schön, wie es einem Baum ergeht, der aufgrund der magischen Gesetzmäßigkeiten in einen Mann verwandelt wurde.

"Nawat" hingegen erzählt die Geschichte von Alianne und dem Mann, der eigentlich eine Krähe ist, weiter, und zeigt, wie schwierig es sein kann, wenn man bei einer so unterschiedlichen Herkunft einen gemeinsamen Weg gehen will. Sehr gut gefällt es mir wie die Autorin dabei versucht aus Krähensicht das menschliche Leben zu beurteilen. ;) Dhanas Drachenmädchen "Kätzchen" (Kitty) ist die Hauptfigur in "A Dragon's Tale" und während es auf der einen Seite frustriert ist, weil es trotz aller Intelligenz nicht mit den Wesen um sich herum kommunizieren kann, beweist "Kätzchen" am Ende dann doch wieder, dass sie eigentlich noch ein Baby ist.

In "Lost" spielt ein Darkling, der sich mit einem mathematisch begabten Mädchen anfreundet, eine wichtige Rolle. Überhaupt sind die Darklinge in einigen der Geschichten sehr präsent - und ich mag die kleinen Kreaturen wirklich gern. "Time of Proving" (spielt auf sehr amüsante Art mit den Werten und Gesetzen zweier sehr unterschiedlichen Gesellschaften), "Plain Magic" (eine wundervolle schlichte Variante des Jungfrau-wird-Drachen-geopfert-Themas) und "Mimic" könnten in irgendeiner beliebigen fantastischen Welt spielen, machen aber alle drei wirklich Spaß.

Die letzten beiden Geschichten "Huntress" und "Testing" spielen hingegen in unserer Welt und während bei "Huntress" eine schöne Mischung aus altem Glauben und ... hm ... "Oberschicht-High-School-Geschichte" entstanden ist, erzählt "Testing eher von dem Leben und der Perspektive eines jungen Mädchen, das in einem Wohngruppe für Mädchen lebt, in der die Hausmütter vor einige Herausforderungen gestellt werden - ich gestehe, dass ich mich da gefragt habe, was davon Tamora Pierce als Hausmutter wirklich erlebt hat und welche Teile ihrer Fantasie entsprungen sind.

Es gibt ein paar Dinge, die all diese Kurzgeschichten gemeinsam haben: Sie alle sind spannend, berührend und amüsant zu lesen und ich habe sie wirklich genossen. Auf der anderen Seite ist mir die "Moral" bei Tamora Pierce Kurzgeschichten manchmal etwas zu plakativ angewandt. Was bei ihren Romanen zwar auch immer deutlich zu spüren ist, aber sonst eher mit der Geschichte mitläuft, ist hier zum Teil zu sehr im Vordergrund. Und bei allem Vergnügen hätte ich gern den einen oder anderen Fingerzeig gestrichen, da ich schon beim ersten Mal kapiert hatte, worauf die Autorin hinaus wollte. Trotzdem finde ich jede einzelne Geschichte wirklich lesenswert und es war spannend auch mal etwas "moderneres" von diese Autorin zu lesen.

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