Montag, 16. Mai 2011

Karen Rose: Todesbräute (Vartanian 2)

Auf diese Buch kam ich – mal wieder – durch einen Blog. Blöderweise dauert es immer so lange bis mir die Bibliothek die vorgemerkten Bücher zur Verfügung stellen kann, dass ich bis dahin vergessen habe, auf wessen Anregung ich es überhaupt vormerkte. Wenn also einer meiner Leser in den letzten Wochen "Todesbräute" rezensiert haben sollte: Du bist schuld daran, dass ich den Roman gelesen habe! ;) Oh, und natürlich habe ich erst mitten im Buch festgestellt, dass es der Mittelteil einer "Todes"-Trilogie ist. Wer also die Geschichten gern der Reihe nach lesen möchte, der sollte sich zuerst "Todesschrei", dann "Todesbräute" und zuletzt "Todesspiele" schnappen. Allerdings kann ich versichern, dass zumindest der zweite Teil sich ohne Probleme lesen lässt, wenn man den Vorgänger nicht kennt.

Hauptfiguren in diesem Buch sind Alex(andra) Fallon und Daniel Vartanian. Alex wurde in Dutton in Georgia geboren und lebte dort bis zu ihrem sechzehnten Lebensjahr. Doch dann wurde ihre Zwillingsschwester Alicia missbraucht und ermordet und ihre Mutter brachte sich um, weil sie den Tod der Tochter anscheinend nicht verkraften konnte. Nach diesen Schicksalsschlägen wurde Alex von ihrer Tante Kathy adoptiert und zog deshalb nach Ohio. Jetzt – dreizehn Jahre später – wird Alex Stiefschwester Bailey vermisst. Diese war lange Zeit drogensüchtig gewesen, so dass der Kontakt zwischen ihr und Alex abbracht. Doch trotzdem fühlt sich Alex Bailey soweit verpflichtet, dass sie nun zurück nach Dutton reist, sich um Baileys Tochter Hope kümmert und alle Hebeln in Bewegung setzt, damit die Polizei nach ihrer vermissten Schwester sucht.

Auch Daniel Vartanian wurde in Dutton geboren und verließ in jungen Jahren die Stadt. Inzwischen ist er als Special Agent für Mordermittlungen zuständig – und hat gerade erst vor zwei Wochen seine Eltern begraben müssen, die von einem Serienmörder getötet wurden (und ja, wenn man diesen zweiten Teil liest, dann weiß man, dass es eine Verbindung zwischen Daniel und dem Mörder gab, aber ich will lieber nicht spoilern). Aufgrund der Familientragöde war Daniel für zwei Wochen im Urlaub gewesen, doch an seinem ersten Arbeitstag danach wird eine Frauenleiche gefunden. Die Art der Ermordung, der Fundort und andere Hinweise bilden eine Verbindung zu dem Mord an Alicia – und so könnte es sein, dass das Verschwinden von Bailey mit diesem Mord in Zusammenhang steht.

Ich muss zugeben, dass es mir sehr schwer fällt genau zu sagen, warum mir dieser Thriller so gut gefallen hat, denn wirklich herausragend oder nervenzerreiben war er nicht. Die Charaktere waren zum Großteil sympathisch und mehr oder weniger überzeugend gezeichnet worden, der Krimianteil war spannend, ohne dass ich nun beim Lesen wirklich mitgefiebert habe. Ich glaube, es hat mir gefallen, dass mir die Autorin das Gefühl vermittelte, sie wolle einfach eine gute Geschichte erzählen, ohne dass sie dabei auf überzogene (oder gar besonders ekelige) Gewaltdarstellungen benutzte. Man bekommt zwar im Laufe des Buches das Gefühl, dass in der kleinen Stadt Dutton so gut wie jeder Mensch korrupt, pervers oder feige ist, aber auch das passiert in einem – für mich – unterhaltsamen Maße. Doch vor allem mochte ich die Nebenfiguren wie einen alten Englischlehrer, der gerade mal zwei Auftritte hatte, und den ich gleich ins Herz geschlossen habe oder Mama Papa, die nicht mal wirklich in Erscheinung tritt, sondern von der man nur erzählt bekommt.

Da Karen Rose auch mehrere Perspektiven einbringt, die zeigen was verschieden Figuren (die alle etwas auf dem Kerbholz haben) während der ganzen Geschichte machen, bekommt man als Leser ziemlich viele Informationen über die Bösewichte. Aber es gibt nie genügend Hinweise, dass man sich je sicher sein kann, wer nun was aus welchen Motiven getan hat. Dabei hatte ich nicht das Gefühl (wie vor kurzem bei "Mein Mann der Mörder"), dass mich die Autorin künstlich dumm hält, sondern es wirkte soweit ganz stimmig. Natürlich erwähnt jemand, der nachts vor der Tür seiner Schwester Wache hält, weil seine Komplizen diese bedrohen, nicht seinen Namen (warum sollte er sich auch selbst benennen). Aber da der Leser die Stadt nicht so gut kennt wie die beteiligten Charaktere, führt das eben dazu, dass man im Dunklen tappt und sich seine Gedanken zu der Identität des Beobachters machen kann.

Eine Liebesgeschichte zwischen Alex und Daniel gibt es in dem Buch auch, die hätte für mich nicht sein müssen, bot aber der Autorin die eine oder andere Gelegenheit, um mehr über diese beiden Figuren zu erzählen und auf ihre – jeweils sehr schwierige – Kindheit einzugehen. Diese Passagen waren zum Teil schon grenzwertig kitschig, haben mich aber trotzdem nicht von einem genussvollen Lesen abgehalten. ;) Ich habe mir nun die anderen beiden Titel auch noch in der Bibliothek vorgemerkt und freue mich auf entspannte Leseabende, wenn die Bücher bei mir eingetroffen sind.

Kommentare:

irina hat gesagt…

Auch auf die Gefahr hin, mal wieder ganz furchtbar destruktiv zu wirken: Ich hasse solche Bücher! *lach* Schon der Beschreibungstext löst bei mir wildes Augenrollen und Aggressionen aus, z.B. bei: ermordete Zwillingsschwester, Selbstmord der Mutter, vermisste Stiefschwester mit Drogenvergangenheit, von einem Serienmörder ermordete Eltern … aaaargh! Die Autorin lässt ja echt fast nix aus!!!

Aber schön, dass du troztdem Spaß hattest! *lach*

Winterkatze hat gesagt…

Du darfst gern destruktiv sein, ich habe normalerweise bei solchen Büchern auch ganz schreckliche Vorurteile und rege mich beim Lesen ständig auf.

Aber bei diesem hatte ich wirklich meinen Spaß und das ist auf jeden Fall ein guter Grund, um die anderen beiden Titel auch noch zu lesen. :D

SusiB hat gesagt…

Ich heb mal vorsichtig die Hand - könnte sein, daß du bei mir auf dieses Buch gestoßen bist, weil ich es vor kurzem gelesen und "verblogt" habe. Freut mich, daß es dir gefallen hat. Ich mag Karen Roses Bücher wirklich gern.

Winterkatze hat gesagt…

@Susi: Ah, du warst es! :) Sehr schöner Tipp! Und deine Rezension liest sich viel hübscher als meine, da du genau wusstest, warum dir das Buch gefallen hat. :D

Ich freu mich auf jeden Fall auf die anderen beiden Titel aus der Reihe und hoffe, dass ich mich dabei genauso gut unterhalten fühle wie bei "Todesbräute"!

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