Freitag, 22. April 2011

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 87-93)

Eine Übersicht der Kapitel gibt es hier: Kapitelweise

Eine Liste der handelnden Personen findet ihr hier: Charakterübersicht

Heute gibt es also den Endspurt und damit hätten wir "Meinem Herzen so nah" endlich durch. Das Kapitel der vergangenen Woche lässt sich recht einfach zusammenfassen: Tom hat erfahren, dass Harry Sweeney sein Vater war, während Joanna sich damit abfinden muss, dass sie von Ivan dem Schrecklichen gezeugt wurde. Somit sind beide Erben von Agnes und müssen nun nur noch das Kind von Colette und Ivan finden, damit das Testament von Toms verstorbener Mutter endlich vollstreckt werden kann. Oh, und beide haben sich endlich gesagt, dass sie einander lieben!

Perspektivwechsel: Kapitel 87 wird aus der Sicht von Catherine Brennan und Agnes Kilmartin erzählt

Klein-Joanna eröffnet ihren Eltern Catherine und Bill, dass sie lange nachgedacht und beschlossen habe, dass sie gern Jura studieren würde. Sie weiß zwar, dass die Eltern nicht viel Geld haben, aber sie würde sich auch einen oder zwei Nebenjobs suchen, damit das alles klappt. Als Mama und Papa meinen, dass sie darüber nachdenken müssen, fasst Jo das als Zusage auf.

Catherine erzählt Agnes von Joannas Studienwunsch und beichtet der Freundin dann widerwillig, dass sie und Bill vor einem Jahr Jos Ausbildungsersparnisse aufgrund von falscher Beratung eines Anlageberaters verzockt haben. Während Agnes sofort meint, dass sie dann das Studium finanzieren kann, ist Catherine noch zögerlich. Eigentlich hätte sie ja nichts sagen wollen, vor allem, da Agnes ja schon Joannas Schulgeld bezahlt hatte, aber es geht doch um das Glück ihres Kindes und so einigen sich die beiden Damen.


Kapitel 88

Aufgewühlt und erschöpft von der Achterbahn ihrer Gefühle beschlossen Tom und Joanna, eine Tasse Tee zu trinken.
Dabei erkundigt sich Tom, wie weit Ronan mit der Suche nach Maura gekommen ist. Also muss Jo ihm erzählen, dass Ronan den Job aufgegeben hat, weil er in einer Sackgasse steckte (von ihrem Verhältnis mit dem Detektiv erzählt sie allerdings nichts), und dass sie den Verdacht hat, dass Maura letzte Woche bei Catherine im Pflegeheim gewesen war. Während die beiden sich gegenseitig versichern, dass sie keine Ahnung haben, wie sie weiter vorgehen sollen, kuscheln sie etwas miteinander, Tom macht Joanna einen beiläufigen Heiratsantrag und dann überlegen sie, dass Jo ihren Mädchennamen behalten wird und dass sie Toms Studienexpedition als Hochzeitsreise nutzen könnten. Solange Joanna Tom nachts für sich allein hat, kann sie auch damit leben, dass sie ihren Zukünftigen mit einem Dutzend Studenten und Tausenden von Pinguinen teilen muss.


Kapitel 89


Joanna träumt bei der Arbeit von Tom, als das Telefon klingelt. Jim McHale hat noch mehr darüber herausgefunden, welche schmutzigen Arbeiten Paddy Byrne für Ivan erledigt hatte, und vermutet, dass zwischen Harry und Agnes mehr war. Jo bestätigt das und schlägt vor, dass sie sich doch mal zu viert (Mary und Jim, Jo und Tom) treffen könnten, um sich gegenseitig auf den aktuellen Stand zu bringen.

Joanna sitzt mit Orla in einem Pub – und isst zu Mittag! Während Orla es kaum fassen kann, dass Jo Tom doch noch ins Bett bekommen hat, berichtet die Anwältin, dass sie immerhin zwei von drei Erben identifiziert hätten und dass sie ein Drittel des Vermögens bekommen wird. Noch weiß sie allerdings nicht, was sie davon halten soll, denn Jo hatte noch keine Zeit, darüber nachzudenken.
"Und stell dir vor, ich weiß genau, warum", zog Orla sie auf. "Du warst viel zu sehr damit beschäftigt, bei Professor Kilmartin Nachhilfe in praktischer Sexualkunde zu nehmen. Wie ist er denn so in seinem Fach?"
Joanna lachte. "Schau mich an. Sieht so eine unglückliche Frau aus?"
Kurz darauf machen sie sich Gedanken darüber, wer denn die dritte erbberechtigte Person sein kann und Joanna informiert Orla über Ronans Recherche-Ergebnisse, über den Besuch der geheimnisvollen Frau im Pflegeheim und über das von ihr verlorene Goldkreuz.

Und da Jo das Kreuz immer dabei hat, hält sie es gleich noch Orla vor die Nase:
"Orla sah ihre Freundin entgeistert an. Als sie endlich den Mund aufmachte, war ihre Stimme so leise, dass Joanna Mühe hatte, sie zu verstehen: "Joanna", flüsterte sie. "Dieses Kreuz gehört meiner Mutter."
Überraschung! :D


Perspektivwechsel: Kapitel 90 wird aus der Sicht von Agnes Kilmartin erzählt

Ein kurzer Abstecher zu Ivans Begräbnis. Agnes ist glücklich, dass ihr Mann endlich tot ist, darf das aber natürlich nicht zeigen, bedauert ein wenig ihren Sohn, der nun seinen "Vater" verloren hat – und nimmt sich vor, morgen zum Anwalt zu gehen, um ihr Testament aufsetzen zu lassen. Das kann sie allerdings nur etwas kryptisch formulieren, weil Bill Brennan nicht wissen soll, dass Joanna nicht seine Tochter ist.


Kapitel 91

Joanna besucht Orlas Mutter Maura Rogan. Während Orla es immer noch nicht fassen kann, dass sie und Jo Schwestern sind, erzählt Maura, dass sie in den letzten Wochen ihrer Tochter erzählen wollte, wer ihre leiblichen Eltern sind. Doch Orla habe sich so lange nicht bei ihr blicken lassen … Außerdem hat sie Catherine im Heim besucht, um herauszufinden, ob Joanna und Tom inzwischen Bescheid wüssten oder ob noch Aufklärung nötig sei.

Nach Harrys Tod hatte sich Maura deshalb nicht gemeldet, weil sie nicht gewusst habe, wie sie das Kind hätte erklären sollen. Sie hatte Orla als ihre leibliche Tochter angegeben und das wäre dann aufgeflogen. Außerdem war sie sich sicher, dass sie nach seinem Tod für Harry und Agnes eh nichts mehr hätte tun können. Wobei sich Maura natürlich unglaublich darüber freut, dass ihr verstorbener Ehemann jetzt in den Augen der Öffentlichkeit rehabilitiert werden kann. Schließlich war er ein toller Typ und sie hat nie aufgehört, ihn zu lieben. Durch Maura erfährt Joanna, dass Agnes nicht nur Orla und ihre Mutter finanziell unterstützt, sondern auch ihre und Orlas Ausbildung bezahlt hatte.

Zwischendurch fällt Orla noch ein, dass sie Doc Gary ja noch gar nicht darüber aufgeklärt hat, dass er nun eine reiche Frau heiraten wird, und hüpft (immer noch auf Krücken) zum Telefon.


Kapitel 92

Joanna und Tom besuchen Catherine im Pflegeheim und versuchen der dementen Frau klar zu machen, dass sie nun kein Geheimnis mehr hüten muss und dass Jo und Tom heiraten werden. Aber so ganz versteht Jos Mutter nicht, was vor sich geht – macht aber anscheinend einen ganz glücklichen Eindruck.

Zurück in Jos Zuhause stellen sie fest, dass Devil (Jos Katze) trächtig ist, und Jo macht sich Vorwürfe, weil sie das Tier nicht schon längst sterilisiert hat. Immerhin meint Tom, dass sie das unbedingt machen müssen, sobald Devil ihre Jungen bekommen hat – die sie natürlich alle behalten werden. Gemeinsam werden sie mit ihren zukünftigen Kindern und einem Haufen schwarzer Katzen in Toms Haus leben, viel Zeit am Teich verbringen und die gute Jo wird ihre Anwaltskanzlei nur noch weiterführen, damit sie unentgeltlich notleidenden Personen zur Seite stehen kann.


Perspektivwechsel: Kapitel 93 wird aus der Sicht von Declan Dunne erzählt

Declan sitzt in seinem winzigen möblierten Zimmer und frühstückt ein karges Mahl. Sein einziger Luxus besteht in der Morgenzeitung, auch wenn er sich die kaum noch leisten kann. Aber er hofft, dass er da ein paar Texte klauen kann, die er seinem Redakteur dann als sein eigenes Werk unterjubeln würde. Das hatte schon mal geklappt und man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Die Todesanzeigen liest er auch gerne, weil man sich ja dann so überlegen fühlt. Schließlich hat man das Saufgelage der letzten Nacht überstanden, während andere Menschen in dieser Zeit gestorben sind. Aber was bleibt einem armen Journalisten schon übrig als zu trinken, während er darauf wartet, dass seine ehemalige Verlobte endlich wieder zu Verstand kommt und ihn zurücknimmt?

Blöderweise fällt dann sein Blick auf die Verlobungsanzeige von Orla und Doc Gary – und prompt fällt ihm sein Toast mit der Butterseite auf die frisch gereinigte Hose. Dabei hatte sich Declan in den letzten Wochen so schön ausgemalt, wie Orla allein und einsam in ihrer viel zu großen Wohnung rumhängen und ihm hinterhertrauern würde.

Eine zweite Verlobungsanzeige – dieses Mal die von Joanna und Tom – lässt seine Laune auch nicht besser werden. Anscheinend verlobt sich alle Welt in dieser Woche und er hat in den letzten Tagen sogar das Gerücht gehört, dass Sasha und John Boyle wieder zusammen wären. Das schlimmste an der Sache ist, dass er doch als erster verlobt war, und nur Orlas Sturheit ist es zu verdanken, dass er nun einsam und verlassen in seiner Bude hocken muss. Und bestimmt ist nur Jo daran Schuld, denn die hatte ja schon immer einen schlechten Einfluss auf Orla. Bei einem zweiten Blick auf die Verlobungsanzeige fällt ihm auf, dass bei Tom "Sohn des verstorbenen Harry Sweeney" steht, und er erinnert sich vage an einen Skandal und Nachrichten in den Zeitungen der letzten Tage.
"Wieso hatte der Junge nicht denselben Namen wie sein Vater? Steckte dahinter etwa eine Story? Declans Reporternase nahm Witterung auf. Er würde Orla anrufen. Unter dem Vorwand, ihr zur Verlobung zu gratulieren, konnte er zumindest versuchen, aus ihr die Nummer von diesem Kilmartin herauszuleiern.
Außerdem konnte er sie nochmals nach dem Verlobungsring fragen … Sie würde ihn ja wohl kaum behalten wollen, jetzt wo sie dieser trüben Tasse einen neuen abgeluchst hatte, oder?
Er grinste. Vielleicht würde das heute doch noch ein guter Tag werden …"



***


Damit haben wir nun das Ende von "Meinem Herzen so nah" erreicht – und die Lösung meines kleinen Ratespiels war "Orla". Ich fürchte, ihr hattet recht: Linda war nicht mutig genug, um eine andere Alternative überhaupt in Erwägung zu ziehen. ;)

Bei drei richtigen Antworten habe ich auf die altbewährte Zettelchenmethode zurückgegriffen und meinen Mann die "Glücksfee" spielen lassen. Eine Überraschung hat demnach



gewonnen! Herzlichen Glückwunsch! :)

Kommentare:

Bibendum hat gesagt…

Na dann haben wir es jetzt ja überstanden und wie nicht anders zu erwarten, sind alle außer Declan glücklich und können deshalb ordentlich feiern gehen. Die Arbeit hatten Jo und Orla ja eh nicht erfunden. ;)

Herzlichen Glückwunsch an Natira! Ich bin gespannt, was die Überraschung ist. ;)

Natira hat gesagt…

Wie - hat Agnes das ganze Studium finanziert? Kein Wunder, dass Jo so ein ... kreatives Verhältnis zu ihrer Arbeit im Büro hat! Hm... Bedürftige Fälle also nur noch in der Kanzlei, ja? Weiß Jo nicht, dass gerade diese häufig richtig Zeit kosten ...

Und ich muss gestehen, ich saß ungläubig hier und las, dass Jo und Tom Tee trinken. Und dann auch noch Orla und Jo beim Mittagessen *schnappt sich den Jameson*

Die Autorin hat ja wirklich ein Händchen für unglückselige Eltern-Kind-Beziehungen. Da wohnen Orlas Mutter und Orla offenbar im gleichen Ort und Orla hat sich _wochenlang_ nicht sehen lassen. Naja, sie hatte ja viel zu recherchieren und dann abends diverse Alkoholbestände niederzumachen.

Was ist das? Die Autorin lässt den Roman mit einem optimistischen Declan ausklingen ?! Und sagt gar nichts zu Sasha ... Hat L. K. vielleicht Pläne für eine Fortsetzung *ist verwirrenderweise geschockt und erheitert ob dieser Möglichkeit*

Ohhhh!!! Ich wurde ausgelost! Eine Runde Jameson für alle! :) Danke, Bibendum! Na und ich bin neugierig!

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Aber wenn Jo viel Zeit mit ihren Fällen verbringen muss, dann hat Tom immerhin genügend Kapazität für seine Pinguinforschung! :D

Ich glaube, die Wendung mit Orlas Mutter war es, die mich am Ende des Buches so richtig sauer gemacht hatte. Hätte die gute Orla ihre Mutter ganz am Anfang der Geschichte besucht, dann wäre das Ganze drumherum so überflüssig gewesen ... *seufz*

Und ich traue mich nicht an einen weiteren Roman der Autorin! Wenn du herausfinden willst, ob es eine Fortsetzung gab, dann musst du schon selber recherchieren! :D

Für die Überraschung hätte ich gern einmal deine Lieblingsfarbe(n) genannt ... *dumdidum*

Natira hat gesagt…

Deine Überlegung zu Jo, Tom und den Fällen bzw. den Pinguinen stimmt zwar ... aber Jo hat ja die seltsame Angewohnheit, nicht als Anwältin zu arbeiten. Jedenfalls wenn man dieses Buch als Basis für Jos anwaltliche Karriere nimmt :)

Der elegante Twist mit Maura Rogan hat sicherlich "das Fass zum Überlaufen gebracht",das kann ich mir lebhaft vorstellen ...

Eigenrecherche? Ich glaube, soooo weit geht mein Interesse ersteinmal nicht *kichert*

Lieblingsfarben? Oh, ja, öm, also ich mag z.B. die Gelb-Orange-Kombination (http://natiraszeit.blogspot.com/2011/01/projekt-52-2011-lieblingsfarbe.html), aber auch Blautöne, Weinrot, Erikafarben, Grün. Oh und Nichtfarben wie Weiß und Schwarz mag ich auch ... Nur mit diesen sehr heftigen grellen Farben wie Pink oder Neongrün z.B. habe ich echte Probleme. Ist die Antwort jetzt hilfreich? ;)

Winterkatze hat gesagt…

Und du kannst ihr das einfach nicht verzeihen, dass sie nicht arbeitet, oder? ;) Wenn sie nur einen Fall pro Jahr annimmt, dann könnte sie ja den Rest der Zeit weiterhin ihrem Orla-Telefonate-und-Trinken-Tagesablauf folgen. :D

Was deine Lieblingsfarben angeht: Na, da habe ich ja die volle Auswahl! *wandert mit einem Grinsen zum Kartonlager*

Natira hat gesagt…

*giggelt*

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