Dienstag, 30. November 2010

Adventsstimmung

Der erste Adventssonntag ist an meinem Mann und mir ziemlich vorbeigezogen, da wir beide kopfüber in dem Raum mit den restlichen Umzugskartons steckten. Immerhin haben wir nicht nur ein paar wichtige Dinge bergen können, sondern den Raum auch soweit aufgeräumt, dass wir in Zukunft theoretisch besser an die diversen Kartons herankommen. Wenn die Dinger nur nicht so schwer wären … Vielleicht sollte ich doch aufhören Bücher zu lesen … oder zumindest so nicht viele davon behalten … ah, neeeee!



 Aber mit dem ersten Schnee ist auch bei mir Adventsstimmung angekommen und so habe ich heute nicht nur den Blick aus dem Fenster festgehalten, sondern auch einen kleinen Kranz für die Wohnungstür gebastelt. Leider sieht die Tür von der Seite immer schäbig aus, weil sie von innen mit einem Brett geschlossen wurde und zwischen den Scheiben und dem Brett sich wohl einiges an Dreck angesammelt hat. Ich will hier lieber nicht schreiben, was ich von den Umbauten an dieser Wohnung halte. Dafür genieße ich einfach noch ein wenig den Blick in den Schnee …



Sonntag, 28. November 2010

[Kulinarisches] Schnelle Küche: Pasta mit roter Kräuterbutter

Vor einiger Zeit hatte ich ja mal von den verschiedenen Sorten Kräuterbutter erzählt, die ich nach einem Grundrezept meine Schwiegermutter gemacht hatte. Die eine Kräuterbutter wurde mit Tomatenmark gemacht – und beim Essen hatte ich die ganze Zeit Lust auf Pasta statt auf die Pellkartoffeln, die wir damit gegessen hatten. Da aber die „Zimmertemperatur“ in unserer Küche zur Zeit zu kalt ist, um mal eben eine Kräuterbutter anzumischen, habe ich mir in den letzten Wochen eine Schnellvariante davon ausgedacht. Ich finde, dass es absolut köstlich schmeckt und dazu ist es einfach und ohne Zeitaufwand zu machen. Achja, frisch geriebener Parmesan gehört auch dazu!

Für die Butter benötigte Zutaten (für zwei Portionen Pasta):

ca. 80g Butter
ca. 3 EL Tomatenmark
1/2 Päckchen „Italienische Kräuter“ (in der Mischung sind rote Zwiebeln, Petersilie, Basilikum, grüner Knoblauch, Thymian und Oregano)
großzügig Salz
großzügig Pfeffer

Die Butter in einer Pfanne schmelzen, dann die restlichen Zutaten dazu geben und gründlich  umrühren. Das sieht auf den ersten Blick nicht so appetitlich aus, ist aber wirklich lecker, wenn es mit der Pasta gemischt wurde.

Wenn das Butter-Tomatenmark-Kräuter-Gemisch fertig ist, dann stelle ich es zur Seite (das klappt also auch, wenn man nur eine Kochplatte hat ;) ) und koche die Pasta. Für dieses Essen nehme ich Linguine, die eine Kochzeit von 6 Minuten haben – viel schneller kann man gutes Essen wirklich nicht zubereiten. Wenn die Nudeln fertig sind, abgießen, in die Pfanne zur Butter geben und gründlich durchmischen. Wenn die Pasta rundum mit der Kräuterbutter überzogen ist, dann noch mit Parmesan bestreuen und essen!

Samstag, 27. November 2010

Charlotte Trümpler: Agatha Christie und der Orient – Kriminalistik und Archäologie

Ich hatte das große Glück und konnte durch die örtliche Bibliothek dieses Buch ausleihen, sonst wäre ich wohl nicht so schnell darüber gestolpert. In ihren autobiografischen Werken ("Meine gute alte Zeit" und "Erinnerung an glückliche Tage") hatte Agatha Christie viel über die Ausgrabungen ihres Mannes Max Mallowan geschrieben und darüber, wieviel Freude es ihr immer bereitet hatte, dass sie dabei sein durfte.

Dabei hat die Autorin ihren eigenen Anteil an seiner Arbeit immer recht nebensächlich beschrieben. Viel mehr als "ich bekam eine Dunkelkammer zugewiesen", "Elfenbeinschnitzereien lassen sich hervorragend mit meiner Gesichtscreme reinigen" und "ich bin fasziniert von Keramik" bekommt man von ihr direkt nicht erzählt. Nur zwischen den Zeilen kann man lesen, wie viel sie zu den Ausgrabungen beigetragen hat – und dies alles, obwohl sie "nebenbei" weiterhin an ihren Romanen schrieb.

"Agatha Christie und der Orient" ist als Begleitmaterial zu einer Ausstellung über die Autorin und ihre Arbeit bei den Ausgrabungen ihres Mannes entstanden und wurde vom Scherz Verlag veröffentlicht. Leider ist das Buch nur noch gebraucht zu bekommen, dabei möchte ich es eigentlich jedem ans Herz legen, der sich für die Person Agatha Christies und für Archäologie interessiert. Denn hier bekommt man Einblick in die Ausgrabungen Max Mallowans und in das Leben an einem solchen Ausgrabungsplatz. Das Buch zeigt Bilder von den verschiedenen Orten (und was mir besonders gefiel: Es gibt auch sehr viele Bilder von Agatha Christie bei den Ausgrabungen – was bei der scheuen Autorin ja nun doch ein Glücksfall ist).

Verschiedene Autoren berichten von der Bedeutung der Entdeckungen Max Mallowans für die Archäologie, extrahieren aus den Büchern des Ehepaares Agathas Anteil an diesem Werk ihres Mannes (so hat sie definitiv finanzielle Unterstützung geleistet, hat die Arbeiter medizinisch versorgt, hat Keramiken wieder zusammengesetzt, Elfenbein gereinigt, die Fundstücke fotografiert und für das Wohl aller Beteiligten gesorgt, in dem sie ihre Fantasie nutzte, um zum Beispiel Eclairs mit Büffelmilchsahne zu servieren, damit es den Briten in der Fremde nicht an dem gewohnten Luxus fehlt *g*).

Sehr schön fand ich es auch die Eindrücke von Joan Oates zu lesen, die mit der Autorin befreundet war und sich an so manchen gemeinsamen Einkaufsbummel über den Bazar erinnerte. Auch wird auf den Einfluss ihrer Erlebnisse im Nahen Osten auf ihre Arbeit als Kriminalschriftstellerin hingewiesen, denn nicht nur in "Rächende Geister" (ein Krimi, der während der 11. Dynastie in Theben spielt und bei dem ihr ein Kollege ihres Mannes bei der Recherche geholfen hatte), sondern auch einige der modernen Titel sind davon sehr geprägt worden. Ich werde nach dieser Lektüre einige Agatha-Christie-Krimis auf jeden Fall mit anderen Augen betrachten.

Dabei habe ich gar nicht mal so viel neues erfahren, wenn man von dem archäologischen Anteil des Buches absieht (ich finde das zwar interessant, beschränke mich da aber normalerweise auf Romane, die in diesem Umfeld spielen ;) ), aber ich habe eine neue Sicht auf einige Dinge bekommen  - und ich habe die Fotos genossen! So viele alte Abbildungen von den Ausgrabungen, von den Landschaften und von den Menschen. Fotos von Agatha Christie, die zeigen, wie sie die Ausgrabungen wahrgenommen hat, was ihr damals ins Auge gefallen ist und was für sie so wichtig war, dass sie es trotz der hohen Materialkosten abgelichtet hat. Aber auch Bilder, die die Autorin zeigen, wie sie entspannt auf einem Hügel spazieren geht, wie sie neugierig in ein Ausgrabungsloch späht und wie sie mit den anderen in der Wüste an einer Teetafel sitzt. Wer von euch die Möglichkeit hat, der sollte auf jeden Fall einen Blick in das Buch werfen – und wenn er dabei nur die Fotos betrachtet!

Freitag, 26. November 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 43+44)

Kapitel 41 und 42 lassen sich recht schnell zusammenfassen: Erst haben wir den ehemaligen Polizisten Jim McHale bei einem Besuch bei Sekretärin Mary und ihren Kindern begleiten dürfen, dann konnten wir im nächsten Kapitel miterleben, wie Joanna und der schöne Ronan sich sehr nahe kamen …



Perspektivwechsel: Kapitel 43 wird aus der Sicht von Catherine Brennan erzählt

Catherine wird vom Klopfen an der Tür aufgeschreckt. Als sie öffnet, stürzt Agnes ganz aufgelöst herein und teilt ihr quasi auf der Schwelle stehend mit, dass Harry wegen Mordes verhaftet worden sei.

Während Catherine noch versucht, ihre inzwischen weinende Freundin zu trösten, will sie mehr Informationen aus Agnes herauskitzeln. Und da der folgende Dialog nur in gekürzter Form erträglich wird, gibt es hier wieder eine Auflistung der wichtigsten Aussagen:

- Vor ein paar Tagen wurde eine Frau im Park ermordet aufgefunden.
- Diese Frau war Harrys Schwägerin.
- Jetzt heißt es, dass er sie ermordet hat.
- Aber das kann nicht sein, weil er mit Agnes zusammen war.
- Agnes kann ihm aber kein Alibi geben, weil Ivan der Schreckliche dann öffentlich blamiert wäre.
- Denn dann würde Ivan alles tun, damit Agnes Harry nie wiedersieht.
- Somit könnten Agnes und Harry dann auch nicht heimlich nach Australien abhauen.

Während Agnes sich in ein „Was wird nun nur aus dem Baby?“-Wehklagen hineinsteigert, überlegt Catherine, dass sie den Postboten zwischen Knast-Harry und Jammer-Agnes spielen kann. Solange er nicht überführt sei, müsse er ja Briefe schreiben und Besucher empfangen können. So kann Harry Agnes sagen, was sie tun soll … (Ich hätte da ja schon konkrete Vorstellungen, aber ich glaube nicht, dass eine der Figuren in diesem Buch dafür genügend Vernunft aufbringt!)

Nebenbei lässt Agnes noch einfließen, dass Ivan der Schreckliche sie überwachen lässt, dass er ein Alibi von ihr haben möchte und dass sie befürchtet, dass er vielleicht der Mörder der jungen Frau ist. Während Catherine nicht so ganz versteht, warum Ivan so etwas tun sollte, und sich nicht vorstellen kann, dass der Kerl, den sie von Anfang an nicht ausstehen konnte, ein Mörder ist, wird sie von Agnes darüber aufgeklärt, dass die Tote die Geliebte ihres Mannes war und dass Ivan der Schreckliche ein skrupelloser Geschäftsmann ist, der gewiss nicht zum ersten Mal getötet hat – und dass er für sowas bestimmt Paddy Byrne beschäftigt. Nebenbei lässt Agnes noch einfließen, dass es einen jungen Mann gibt, der behauptet, gesehen zu haben, wie Harry die Frau getötet hat …

Aufgrund all der Ereignisse nimmt Catherine all ihren Mut zusammen und macht einen – wie sie findet – vernünftigen Vorschlag:
„Ich weiß, dass dir das, was ich dir gleich sagen werde, nicht behagen wird …“
„Genau. Es gefällt mir nicht!“
„Aber dir bleibt keine andere Wahl. Du musst Ivan verführen, und zwar so schnell als möglich.“ Catherine stieß diese Worte hart hervor. „Wenn er sieht, dass du schwanger bist, bevor Harry frei ist, muss Ivan glauben, dass es sein Kind ist, zumindest bist du nach Australien kannst.“
Agnes gefällt der Gedanke zwar nicht, vor allem, weil sie es nicht mehr über sich gebracht hat, mit Ivan zu schlafen, seitdem sie Harry kennengelernt hat, aber für das Kind will sie sich überwinden. Und damit das auch nicht so ekelig wird, schlägt Catherine vor, dass sich Agnes vorher ordentlich einen antrinkt. Leider ist nur noch Gin im Haus, aber obwohl sie den nicht mag, wirft sich die werdende Mutter auf die Flasche.
Die Frauen füllten ihre Gläser.
„Auf Harrys baldige Freilassung“, sagte Catherine mit fester Stimme. Ihr Trinkspruch war gefunden

Perspektivwechsel: Kapitel 44 wird aus der Sicht von Declan Dunne erzählt

Declan sitzt an einem Tisch in einem Café im Dubliner Stadtzentrum und wartet auf Orla, mit der er verabredet ist. Als sie näherkommt, setzt er sein strahlendes Lächeln auf – das, was bei den Frauen in den Bars und Discos immer so gut ankommt! Da das allerdings keine Wirkung zeigt, setzt unser Weiberheld noch einen drauf und packt seiner Exfreundin ein Küsschen auf die Wange.
Sie zuckte zusammen, was Declan allerdings für ein gutes Zeichen hielt. Er hatte sich dieses Küsschen erst kürzlich von der Filmleinwand abgeschaut, wo es sehr effektvoll wirkte, und sogleich beschlossen, es ins Repertoire seiner Verführungstechniken aufzunehmen.
Eigentlich wäre jeder einzelne folgende Satz zitierungswürdig, aber ich fasse es trotzdem mal zusammen:

- Obwohl Orla mit ihm Schluss gemacht hat, sahen sie sich regelmäßig bei der Arbeit.
- Obwohl Orla ihn dort total ignorierte, ist er sich sicher, dass sie sich heimlich danach verzehrt, sich mit ihm auszusprechen.
- Obwohl Orla nur zu stolz ist, auf ihn zuzugehen, ist er so nett und hat ein Treffen an einem neutralen Ort arrangiert.
- Ein Ort, der etwas Privatsphäre zulässt, aber nicht so viel, dass Orla „überreagieren könnte“.

Während Declan nett auf Orla zugeht, reagiert die Dame unerklärlicherweise total kühl. Aber unser Don Juan lässt sich nicht abschrecken und beschließt, dass er ihr etwas schmeicheln und sie ein wenig umgarnen wird.

Verflixt. Sie machte also auf unnahbar. Nun, mit etwas Süßholz und ein paar Worten des Unverständnisses über seine eigene Dummheit würde er sie sich schon wieder angeln. Bald würde sie wieder über seine Witze lachen, sich etwas auf seine Komplimente einbilden und ihm wie einst zu Füßen liegen. Spätestens morgen Abend könnte er dann wieder in ihre Wohnung einziehen.
Doch irgendwie ziehen die Bemühungen Declans nicht. Dabei hat er Orla extra den Kaffee genau so bestellt, wie sie ihn mag, und es gibt sogar Heidelbeer-Muffins dazu – wo doch damit so schöne Erinnerungen verbunden sind! Doch leider wird Orla in letzter Zeit von Muffins nur noch schlecht … ;)

Da Declan so nicht zum Ziel kommt, schwenkt er um auf Plan B und fragt Orla, wie es ihr geht. Doch sie hat keine Lust, mit ihm zu reden, und teilt ihm kurz und bündig mit, dass sie noch einiges zu arbeiten hätte und er solle sich kurz fassen.
„Ich vermisse dich so sehr“, sagte er, während er seine Hand nach der ihren ausstreckte. Orla brachte ihre Hand in Sicherheit, bevor Declan sie fassen konnte. „Ich liebe dich immer noch. Ich weiß ja, dass ich mich wie ein Dummkopf benommen habe. Sasha hat mir überhaupt nichts bedeutet. Ich habe einen entsetzlichen Fehler gemacht. Bitte verzeih mir. Lass es uns doch noch einmal miteinander versuchen.“
Doch Orla ist nicht geneigt, ihm eine zweite Chance zu geben.
Declan setzte die Kaffeetasse an und verbrannte sich die Zunge. Heute lief auch wirklich alles schief.
Zur Sicherheit hakt er noch einmal nach und fragt, ob sie die Verlobung denn wirklich lösen will.
„Verlobung? Was für eine Verlobung denn? Unsere Verlobung endete, als du mit Lady Fettarsch auf Lustreisen gegangen bist. Wofür hältst du mich eigentlich?“
Wenn dem so sei, dann müsse sie ihm aber auch den Verlobungsring zurückgeben – und jetzt kommt raus, dass das eigentlich der Hauptgrund für Declan war, um sich mit Orla zu treffen. Glücklicherweise würde sie ihm an einem so öffentlichen Ort ja keine allzu schlimme Szene machen können. Außerdem hat er ein Recht auf den Ring, da er ihn ja immer noch abzahlt. Und wenn er ihn verkaufen würde, dann könnte er Sasha auf einen Urlaub einladen und sie würde John Boyle schnell wieder vergessen.

Orla hingegen ist der Ansicht, dass er ihr im Gegenzug dann auch die Sachen zurückgeben müsste, die sie ihm geschenkt hat. Eine kleine Auswahl zählt sie gleich mal auf: Ein Designer-Jackett (Kostenpunkt: Ein Monatsgehalt!), eine Autoreparatur für seinen Wagen, ein Tunesien-Urlaub und eine Rolex (die deutlich teurer war als der Verlobungsring).
Declan schluckte. Dieses Weib hatte ja ein Gedächtnis wie ein Elefant. „Schon gut, schon gut. Du wirst dich doch nicht wegen solcher Kleinigkeiten gleich aufregen?“
Das Wort „Kleinigkeiten“ war wohl nicht so gut gewählt, denn Orla regt sich nun richtig auf – und dann fallen ihr auch noch ihre Tom-Petty-CDs ein, die sie ihm vor seinem Urlaub (mit Sasha) geliehen hatte. Doch Declan argumentiert, dass das alles Geschenke gewesen seien, während so ein Ring ja quasi einen Vertrag darstellt. Darauf giftet Orla, dass er nur so weitermachen soll, dann bekommt er eben von ihrer Anwältin einen bösen Brief.

Wütend will Declan davonstürzen, als ihm einfällt, dass ein letzter Versuch ja nicht schaden kann.
„Bist du wirklich sicher, dass wir es nicht nochmals miteinander versuchen sollten?“
Ja, das steht wirklich an dieser Stelle der Geschichte! Schenkt doch bitte mal Declan ein Gehirn! Meiner Meinung nach wäre dies nun der passende Abschluss für das Kapitel, doch Linda Kavanagh dachte sich, sie müsste Doc Gary in das gleiche Café setzen, in dem sich gerade Orla und Declan getroffen haben:

Doc Gary ist mit seiner Schwester Brenda und ihren beiden Kindern (Colm und Aoife) in dem Café, und während er darauf wartet, dass Brenda mit zwei Bechern Kaffee zurückkommt, sieht er, wie sich Declan und Orla mit Küsschen begrüßen. Leider wird er dann von den beiden ungeratenen Sprösslingen abgelenkt und so ist er mehr als froh, als seine Schwester ihre Kinder wieder in den Griff bekommt, als sie mit den Getränken eintrifft.

Natürlich fällt ihr als erfahrene Mutter sofort auf, dass Doc Gary nicht gerade glücklich aussieht. Und er nutzt die Gelegenheit, um ihr sein Herz auszuschütten. und erzählt von dem drohendem Prozess gegen Boxer Bruce und von Orla, die mit einem anderen verlobt ist.

Brenda würde ja gern helfen, kann aber nicht viel machen, und so hört sie nur geduldig zu, wie ihr Bruder alle möglichen Folgen für Bruce und sich aufzählt:

- Bußgeld (kein Problem)
- Leinenzwang für Brucie (auch okay)
- Einschläfern (ganz schlimm!)

Alles hängt von der Aussage der Klägerin (Ellen Byrne) ab und die hat – laut Doc Garys Einschätzung – zu viel Angst vor ihrem Mann, um die Wahrheit zu sagen.

Da Brenda da keinen Rat weiß, fragt sie nach der Frau, in die der Doc verknallt ist, und erfährt, dass es wohl keine Chance gibt, dass die sich von ihrem Freund trennt. Schließlich hat Gary gerade erst gesehen, wie sich die beiden getroffen und geküsst haben und dann sind sie auch noch zusammen gegangen. Immerhin wird der Doc heute Abend nicht so viel zum Grübeln kommen, denn er hat mal wieder Nachtschicht im Krankenhaus.

Verwöhntag für die Winterkatze (mit SuB-Nachschub und anderen schönen Dingen)

Nachdem ich mich am Dienstag bei meinem "Dies und Das (10)" ein bisschen ausgejammert hatte, ging es mir gleich deutlich besser. Was auch gut war, denn so konnte ich gestern den jährlich stattfindenden "Verwöhntag für die Winterkatze" auch so richtig genießen. In diesem Jahr begann der Verwöhntag schon kurz nach Mitternacht, als mein Mann aus einem Päckchenstapel eins herausfischte, das schon seit dem 15. November auf Aufmerksamkeit wartete. Darin befanden sich zwei Dinge, über die ich mich sehr freue:

Entspannteres Gärtnern - das habe ich nötig!

Eine Anime-Serie mit ganz vielen wunderbaren Buchszenen!
Nachdem ich noch etwas in dem Gartenbuch gestöbert hatte und gleich ein paar Ideen für das Frühjahr bekam, ging es dann gegen halb zwei ins Bettchen. Das hatte allerdings zur Folge, dass ich noch nicht so richtig wach war, als mein Mann mich morgens weckte, damit ich mich weiter verwöhnen lassen konnte. So bin ich im Pyjama vom Bett auf das Sofa gewandert und habe weitere Päckchen geöffnet. :D


Von der Rachel-Morgen-Serie hatte ich den ersten Band mal bei der Arbeit gelesen und der hatte mir so gut gefallen, dass ich einfach neugierig auf die Fortsetzung bin. Vor allem, nachdem ich die Reihe Susanne empfohlen hatte und die inzwischen – soweit ich weiß – alle Teile davon verschlungen hat. Der Comic ist von dem gleichen Zeichner wie auch "Pjöngjang" und ich bin sehr neugierig darauf, was Guy Delisle in Birma erlebt hat. Auch mit den Marlowe-Romanen geht ein großer Wunsch in Erfüllung! Ich liebe Chandlers Krimis und seinen Privatdetektiv, aber bislang habe ich die auch immer nur aus der Bibliothek ausgeliehen. Nun kann ich sie jederzeit aus dem Regal nehmen und darin stöbern.

Und damit ich nicht nur mit der Nase im Buch dasitze (als ob ich das nicht eh ständig tun würde *g*) gab es noch eine DVD und ein Spiel für mich. "Stolz und Vorurteil" hatte ich mir im Februar schon von Natira ausgeliehen und fand den Film einfach bezaubernd und musste ihn gleich auf den Wunschzettel packen, während ich das Spiel bei Bibendum antesten durfte. Das führte dazu, dass das arme Bibendum während des Besuchs bei uns das frisch erworbene Spiel erschreckend oft teilen muss-- … äh … durfte.



Eigentlich hatte mein Mann mir ja aufgetragen zum Frühstück ein Stück Schokoladentorte zu essen, aber ich habe mich dann doch lieber an einen Sesamring mit Kräuterkäse gehalten. Von der Schokoladentorte gab es dann am Nachmittag ein großes Stück, nachdem ich von den insgesamt gut vier Stunden Telefonieren, dem Emailbeantworten, dem Einbauen einer Tür in unseren Badzimmerschrank und dem Rumwühlen in Umzugskartons etwas ausgehungert war. Beendet habe ich meinen perfekten "Verwöhntag" dann (nachdem ich vorher noch Pasta mit roter Kräuterbutter gekocht und gegessen hatte) eingemuckelt auf dem Sofa mit dem Anschauen von "Read or Die". Hach, so ein schöner Tag, da mag ich mich nicht mal beschweren, weil bislang noch kein Schnee bei mir angekommen ist. ;)

Mittwoch, 24. November 2010

Rhiannon Lassiter: Böses Blut

 Über „Böses Blut“ von Rhiannon Lassiter bin ich in den letzten Monaten auf verschiedenen Blogs gestolpert – wer letztendlich dafür verantwortlich war, dass ich es in der Bibliothek vormerkte, kann ich allerdings nicht mehr sagen. Oh, und bevor sich einer Gedanken macht wegen des Fotos, auf dem ich den Roman scheinbar brutal mit dem Fuß offen halte: Keine Angst, das Buch hat keine Spuren zurückbehalten. Das war nur eine Methode, um euch mal die einfache aber schöne Innengestaltung zu zeigen, ohne mir dabei die Arme zu verrenken.

Da es etwas gedauert hatte, bis die Bibliothek mir das Buch zur Verfügung stellen konnte, hatte ich anfangs keine Ahnung mehr, worum es überhaupt in der Geschichte ging und warum ich den Roman lesen wollte. Ich habe ihn mir am Samstag nur einfach geschnappt, weil ich keins meiner eigenen Bücher auf einen Trip in die Stadt mitnehmen wollte. Nach stundenlangem Rumgerenne zwischen orientierungslosen Menschen hat mich mein Mann in einem Café abgesetzt, weil er ohne mich noch ein paar Besorgungen unternehmen wollte. Als er eine Stunde später wiederkam, war ich auf Seite 142 und er musste mich anstupsen, damit ich ihn überhaupt wahrnahm.

„Böses Blut“ erzählt eine leicht gruselige Geschichte für Jugendliche, die eigentlich ganz gewöhnlich anfängt. Eines Tages lernten sich Peter und Harriet in einer Londoner Kunstgalerie kenne und stellten fest, dass ihre Töchter beide „Cat“ (bzw. „Kat“) genannt werde. Während sie über ihre Kinder redeten, kamen sich die beiden näher und einige Zeit später gab es ein großes Kennenlernessen bei dem es zum ersten Streit zwischen den beiden Mädchen kam. Weder Catriona noch Katherine waren besonders erfreut darüber, sich ihren Spitznamen teilen zu müssen, während Cats älterer Bruder Roley (Roland) und Kats jüngerer Bruder John die ganze Sache zwar unerfreulich fanden, aber nicht verstehen konnten, was denn nun so schlimm daran sei.

Zweieinhalb Jahre später sind Peter und Harriet verheiratet und noch immer streiten sich ihre Töchter, während die Jungen versuchen möglichst unauffällig durch den Familienalltag zu kommen, um nicht ständig in die Kleinkriege der Mädchen hineingezogen zu werden. Da kann auch die Aussicht auf einen Urlaub die Stimmung der Kinder nicht aufhellen, obwohl sie seit der Hochzeit der Eltern nicht mehr weggefahren sind. In dem Haus im Lake District war Kats und Johns Mutter aufgewachsen, auch wenn die beiden Geschwister das Gebäude noch nie gesehen hatten, da kein enges Verhältnis zwischen ihrer verstorbenen Mutter und ihren Eltern bestand.

Auf den ersten Blick scheint das Haus toll zu sein – etwas vernachlässigt, aber so groß, dass jeder freie Auswahl bei den Zimmer hat. Und in jeder Ecke stehen Bücher, finden sich alte Spielsachen oder lassen sich sonstige Schätze entdecken, sogar eine Scheune mit einem Billardtisch gehört zum Gebäude. Doch so richtig Lust hat keiner der vier sich in dem Haus umzugucken, zu unheimlich ist es ihnen. Richtig gruselig wird es aber, als Cat eine aufwändig gestaltete Puppe mit dem Namen Delilah findet und diese immer wieder an den seltsamsten Stelle auftaucht, obwohl niemand sie dahingesetzt haben will.

Während sich alle sicher sind, dass das Mädchen nur einen neuen Weg gefunden hat, um die Familie dafür leiden zu lassen, dass sie nun mit Kat zusammenleben muss, beginnt der sechzehnjährige Roley auf einmal seltsame Gestalten in spiegelnden Flächen zu sehen. Und die dreizehnjährige Kat stößt auf verstörende Tagebücher ihrer Mutter und einen Haufen Jugendbücher, bei denen die Namen der Figuren gewaltsam durchgestrichen wurden …

Mir hat es gefallen, dass die Geschichte schon früh recht gruselig wurde. Obwohl ich bei dem einen oder anderen Blogbeitrag schon einen Hinweis auf die Lösung all der unheimlichen Begebenheiten bekommen hatte, hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass mir dies die Stimmung verderben würde. Ganz langsam steigern sich die seltsamen Vorfälle von kleinen Dingen, die man als Streiche eines der Kinder interpretieren könnte, bis zu gefährlichen Zwischenfällen, die unübersehbar eine unnatürliche Ursache haben müssen.

Die vier „Geschwister“ fand ich – abgesehen von Cat – sehr sympathisch dargestellt, und sogar diese nervige Zicke ;) tat mir am Ende wirklich leid, weil sie solche Angst hatte und ihr keiner glauben wollte, dass sie nicht Schuld an einigen der seltsamen Begebenheiten hatte. Einzig der kleine John schien mir etwas zu … hm … weise für sein Alter, aber vielleicht ist das die Folge, wenn man von seinem siebten Lebensjahr an in einer Familie lebt, in der sich alles nur um die Befindlichkeiten der beiden „Katzenmädchen“ dreht.


Die Geschichte hat wirklich meinen Geschmack getroffen: Ein bisschen gruselig, ein bisschen skurril (gegen Ende wurde es zum Teil wirklich seltsam) und doch nie so unheimlich, dass mir beim Lesen unwohl wurde. Von daher bin ich mir sicher, dass das Buch auch bei der jugendlichen Zielgruppe ankommt. Schön fand ich auch die Aufmachung der einzelnen Seiten, die wirklich viel zur Stimmung beim Lesen beigetragen hat. Achja, Rhiannon Lassiter drückt sich eher einfach aus, was aber bei dieser Geschichte wirklich nicht von Nachteil ist, denn so kann man den Roman zügig lesen und sich dabei auf die stetig steigende Spannung konzentrieren. Ich werde auf jeden Fall die Augen aufhalten, ob noch mehr Bücher von der Autorin in Deutschland erscheinen werden. Wenn ich das bei Amazon.com richtig sehe, dann hat sie sich auf unheimliche Jugendbücher spezialisiert ...

Dienstag, 23. November 2010

Dies und Das (10) und Gemüseküchlein

Irgendwie bin ich gerade etwas unzufrieden. So wenig ich mich normalerweise vom Novemberwetter niederschlagen lasse und mich dafür umso mehr auf den herannahenden Winter, die Weihnachtszeit und vielleicht sogar etwas Schnee freue, so sehr möpe ich gerade in der Gegend rum.

Vielleicht liegt es daran, dass unser Umzug in die neue Wohnung nun schon über ein Jahr her ist und wir immer noch einen großen Teil der Umzugskartons nicht auspacken konnten. Inzwischen ist sogar das Suchen in den Kartons zu einer kräftezehrenden Herausforderung geworden, da die Kisten beim Umzug sehr gelitten haben und nur vorsichtig noch bewegt werden können. Nicht gerade einfach, wenn man bedenkt, dass so gut wie alle Kartons mindestens bis zur Hälfte mit Büchern gefüllt sind.

Ich suche gerade verzweifelt meine Lieblingsbluse, weil ich die zum runden Geburtstag meines Schwiegervaters anziehen möchte. Doch wenn das so weitergeht, dann werde ich wohl eins der fünf T-Shirts anziehen, die ich im letzten Jahr immer getragen habe, wenn ich was „außer Haus“ zu erledigen hatte. Unsere Küche ist – dank der ganzen Tierarztkosten – wieder deutlich weiter in die Ferne gerückt. Und die Türen bekomme ich dieses Jahr auch nicht mehr renoviert, weil das Wetter nun nicht mehr gut genug ist, um die große Schleif- und Streichaktion auf dem Balkon zu erledigen …

Letztes Jahr hatte ich noch gehofft, dass ich um diese Zeit eine renovierte und neu eingerichtete Wohnung haben würde. Vermutlicht ist es das, was mich gerade etwas aus der Bahn wirft und für mich so untypisch quengelig macht.

Um dem entgegen zu wirken, versuche ich nachmittags etwas Zeit für mich zu finden, mich dann mit Tee, Keksen und einem Buch auf dem Sofa einzumucken, mit den Katzen zu schmusen und ein gemütliches Stündchen zu verbringen. Allerdings fehlt mir dieses Stündchen gerade ganz eindeutig zum Bloggen. ;) Dabei hätte ich das eine oder andere Buch hier, von dem ich euch erzählen mag. Zum Beispiel habe ich am Samstag „Böses Blut“ von Rhiannon Lassiter gelesen – leider fällt mir nicht mehr ein, wer von euch Buchbloggern das empfohlen hatte.

Den Katzen geht es zur Zeit wieder gut. Shandy scheint zur Ruhe zu kommen und hat sich schon seit Tagen nicht mehr daneben benommen – nicht einmal, als wir Samstag den ganzen Tag in der Stadt waren und sich dadurch die Fütterungszeit unserer Bande um Stunden verschoben hatte. Christie und Logan benehmen sich, als seien sie niemals beim Tierarzt gewesen und auch wenn Baltimore immer noch an seiner Schnauze rumwischt, so denken wir inzwischen, dass das daran liegt, dass da gerade durch die fehlenden Zähne sehr viel ändert. Er scheint keine Schmerzen zu haben, frisst wie ein Verhungerter und benimmt sich ansonsten vollkommen normal.


Etwas liebebedürftiger sind sie bei dem Wetter alle – aber das kenne ich schon, wenn das Wetter kälter wird und die Heizung bei uns trotzdem erst am späten Abend kurz angeworfen wird. Frauchen ist an solchen Tagen eindeutig die beste Wärmequelle für diese armen frierenden Kätzchen. ;)


Gemüseküchlein

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob „Gemüseküchlein“ das richtige Wort dafür ist, aber irgendwie muss ich die Dinger für euch ja benennen. *g* Wenn ich als Studentin gerade nicht gerade total pleite war, dann hatte ich immer drei Dinge im Haus: Eier, Käse und Zwiebeln. Alles zusammengemischt mit Salz und Pfeffer gewürzt und eventuell mit Mehl angedickt ergab einen in der Pfanne ausbackbaren Teig und das Ergebnis erinnerte ein wenig an Zwiebelkuchen

Manchmal erinnere ich mich diese Experimente aus meinem Studentenleben – und da ich es sowieso liebe in der Küche zu improvisieren oder aus Resten etwas machen zu müssen, habe ich mich gestern in meiner Küche einfach mal umgeguckt. Ich suchte etwas, was ich zu Kartoffelbrei machen konnte, denn den hatte sich mein Mann schon vor länger Zeit gewünscht, und angefangen hat das ganze Rezept mit einer Dose Mais – alle anderen Sachen wurden von der Menge her darauf abgestimmt.


So habe ich letztendlich folgende Zutaten zusammengeworfen:

4 Eier
ca. 200 g Mehl (ich habe den Rest aus meiner Mehldose genommen, ohne abzumessen, aber Eier und Mehl ergaben einen festen, aber noch flüssigen Teig)
1 Dose Mais
1 große Mohrrübe (grob gerieben)
1 Zwiebel (fein gewürfelt)
Petersilie
Salz
Pfeffer




Aus dem ganzen Teig habe ich kleine „Pfannkuchen“ ausgebacken – insgesamt sind es wohl 16 Stück geworden und reichen somit locker für zwei Mahlzeiten für zwei Personen. Ich finde, dass man die auch ohne den Kartoffelbrei (wobei der verflixt lecker war) oder kalt (zum Frühstück *g*) essen kann. ;) Vielleicht mag einer von euch ja auch mal damit experimentieren. Mit einer kleineren Dose Mais oder ohne den Mais und dafür mit anderem Gemüse kann man auch kleinere Mengen davon machen.

Freitag, 19. November 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 41+42)


Letzten Freitag gab es in Kapitel 38 ein paar Hintergründe zu Ellen Byrne (Frau von Jackie dem Schläger und ehemalige Kollegin von Colette), sowie eine Szene zwischen Agnes und Ivan (er hatte gerade seine Geliebte Colette ermordet und bringt sie dazu ihm unwissentlich ein Alibi zu geben) und im 40sten Kapitel durften wir mal wieder einen Kneipenbesuch mit Orla und Joanna erleben – letztere schwärmt inzwischen nicht mehr von Tom, sondern von dem schönen Ronan, seines Zeichens Privatdetektiv! Nach diesem Kapitel hatten wir dann auch endlich die Hälfte der Seiten in diesem Buch geschafft …

Perspektivwechsel: Kapitel 41 wird aus der Sicht von Jim McHale erzählt

Zur Auffrischung eurer Erinnerung verweise ich gern noch mal auf meine Charakterübersicht.

Der gute Jim ist auf dem Weg zu einer Adresse, die er von Orla bekommen hatte. Er hinkt immer noch, aber sein Arzt meinte, dass ihm Bewegung gut täte (also findet er sich damit ab, dass er keinen Parkplatz vor dem Haus erwischt hat). Die Gegend ist entzückend, lauter gepflegte Einfamilienhäuser, nur ein Gebäude tanzt unverschämterweise aus der Reihe und wirkt etwas verwahrlost – und das war auch das Ziel des ehemaligen Polizisten!

Wer mag denn da nur wohnen?

Als er klingelt, bekommt Jim die üblichen Familiengeräusche mit: Kinderstimmen, das Schlagen von Türen … und er vermisst mit einem Mal ganz fürchterlich das Familienleben. Geöffnet wird ihm dann von einer hübschen, aber ziemlich erschöpft aussehenden Frau, die wirkt, als ob sie gleich zusammenbricht: Sekretärin Mary!

Die bekommt jetzt auch endlich mal einen Nachnamen von der Autorin verpasst (Mary O’Dowd), was nach dem halben Buch ja auch wirklich Zeit wird.

Mary begrüßt ihn lächelnd, woraufhin er sich gleich ein paar Zentimeter größer fühlt und beschließt alles zu tun, um dieser entzückenden Frau zu helfen. Überhaupt ist er anscheinend hingerissen von ihr: Er findet es toll, dass sie ihn gleich in die Küche führt, statt das Ganze zu einer formellen „Wohnzimmerveranstaltung“ zu machen, außerdem duzt sie ihn und überhaupt bekommt er so große Sehnsucht nach Familienleben. Nun ja …

Jim soll also Marys Sohn Paul wieder auf den rechten Weg führen, damit er nicht auf der schiefen Bahn landet und deshalb will er erst einmal von Mary alles über Paul wissen.

Und Mary erzählte ihm alles: Wie ihr Mann sie wegen einer jüngeren Frau verlassen hatte, wie wenig Geld sie seitdem hatten, wie fruchtlos ihre Versuche waren, Paul Vernunft beizubringen. Nicht lange, da erzählte auch Jim aus seinem Leben. Von seiner Frau Sheila, seiner Pensionierung, seiner Einsamkeit, seit seine Kindern ihn nicht mehr brauchten. Mary war eine wunderbare Zuhörerin, und bald hatte er das Gefühl sie seit Ewigkeiten zu kennen.

Irgendwann fällt den beiden dann doch ein, dass Jim eigentlich wegen Paul da ist und Mary ruft ihren missratenen Sohn in die Küche und lässt ihn dann mit dem ehemaligen Polizisten alleine. Paule erwartet natürlich eine Strafpredigt von dem Fremden und ist erst einmal sehr überrascht, dass der „alte Knacker“ so freundlich zu ihm ist. Außerdem bringt Jim das Gespräch auf Garlic Foodball … äh, Gaelic Football, fragt, ob der Junge ein Dublin-Fan ist und ob er sich die Spiele auch im Stadion anguckt. Das ist für Paule aber der falsche Gesprächpunkt, denn schließlich sind die Karten so teuer und sowieso ist es immer gleich ausverkauft usw.

Doch zufälligerweise hat der gute alte Jim Karten für das All-Ireland-Finale und lädt Paule gleich dazu ein. Der ist natürlich überglücklich, aber auch misstrauisch, weil Jim ihm immer noch keine Strafpredigt gehalten hat. Zum Glück verkneift Jim sich das weiterhin und so kann man nur noch zwei Seiten lang verfolgen, wie Paul darüber nachdenkt, wie blöd das Leben ohne Geld ist, wenn alle anderen in der Schule tolle Fanartikel kaufen können. Und anfangs dachte er ja noch, die Tussi, die sich seinen Vater geschnappt hat, sei Schuld an der Misere, doch dann stellte er fest, dass sein Vater ihn einfach vergessen hat und … Nun, ihr könnt euch die restlichen Gedanken eines rebellischen Teenagers zu dem Thema denken.


Kapitel 42

Joanna hängt im Büro rum und träumt vom schönen Ronan – inzwischen hat sie Jim McHale über ihn ausfragen können und herausgefunden, dass der Privatdetektiv weder Frau noch Kinder hat. Jetzt muss Ronan nur noch aus England zurückkommen und eine Spur von Maura haben, dann ist die gute Jo bereit sich ihm an den Hals zu werfen.

Während sie noch über eine solche Szene nachsinnt, öffnet sich die Tür zu ihrem Büro und das Objekt ihrer Begierde steckt den Kopf ins Zimmer. (Wo bleibt Mary, wenn man sie braucht?)

Der schöne Ronan hatte zwar keinen Erfolg damit Maura aufzustöbern, aber immerhin hat er in Erfahrung bringen können, dass Maura 1970 von einem englischen Arzt behandelt wurde. Der Mann hatte sogar noch seine Akten und konnte Ronan mitteilen, dass Maura damals hochschwanger war. Der Mediziner hatte die Frau damals an eine Hebamme verwiesen und nie wieder von ihr gehört.

Während Joanna schon Hoffnung schöpft, muss Ronan ihr allerdings sagen, dass Maura damals eine falsche Adresse mitgeteilt hätte und darüber nicht auszustöbern gewesen sei. Immerhin hätten sie nun die Gewissheit, dass Maura ein Kind erwartete – und selbst wenn Harry nicht der leibliche Vater gewesen sein sollte, so wäre es gesetzlich ein „Nachkomme von Harry Sweeney“, der er und Maura zu dem Zeitpunkt noch verheiratet waren.

Nächste Woche will Ronan wieder nach London reisen, um die Hebamme aufzuspüren, jetzt allerdings muss er sich erst einmal um dringendere Fälle kümmern. Oh, und wenn Joanna mehr über seine Maura-Recherchen erfahren wolle, dann könne man sich ja am Abend zum Essen treffen.

Jo ist überaus erleichtert darüber, dass das mit dem schönen Ronan alles so super läuft – und sagt natürlich die Essensverabredung zu:
Es war alles ganz klar: Sie würde sich in Ronan O’Farrell verlieben, und die Idee gefiel ihr. Nicht diese ständige Ungewissheit wie mit Tom Kilmartin. Die Sache mit Tom war vorüber. Vielleicht würde es ihr ja leichter fallen, das Testament seiner Mutter zu vollstrecken, wenn da nicht mehr diese Spannung wäre.
Als Joanna abends in das Restaurant kommt, ist Ronan schon da – ein Umstand, der sie sehr erfreut, denn das signalisiert, dass er es nicht nötig hätte, auf sich warten zu lassen, und dass es ihm nicht peinlich ist, sein eindeutiges Interesse an ihr zu signalisieren. Der Abend vergeht dann mit heiteren Episoden vom Job – ein Thema, zu dem beide etwas beizusteuern haben. Und die gute Jo wundert sich darüber, wie ungezwungen sie mit Ronan umgehen kann und wie toll doch alles ist. Jetzt wünschte sie sich nur noch, dass ihre Freundin Orla sie mal so sehen könnte! (Ja, das wäre an so einem Abend bestimmt auch einer meiner Hauptgedanken ...)

Dann fragt Ronan noch, ob sie nach dem Essen einen Schluck in einer Bar nehmen wollen – und Jo wirft all ihre Bedenken über Bord, überlegt sich, dass sie ihre Katze (Devil – vielleicht erinnert ihr euch, das ist das Tier, welches dringend kastriert werden sollte!) morgen mit einem Leckerli darüber hinwegtrösten könnte, wenn es zu spät wird) und geht noch eine Runde mit dem schönen Ronan auf Tour.

Erst um Mitternacht (ich bin schockiert ob dieser späten Stunde) machen sich die beiden auf den Heimweg, wobei Ronan im Taxi seinen Arm auf Joannas Schultern liegen lässt. Dabei ist die Anwältin schon etwas enttäuscht, weil Ronan sie nur zuhause absetzen will, um dann in dem Taxi heimzufahren. Als Jo im angetrunkenen Zustand ihren Schlüssel nicht findet, hilft er ihr bei der Suche in ihrer Handtasche und Joanna nimmt all ihren Mut zusammen und fragt ihn, ob er nicht über Nacht bleiben will.

Der schöne Ronan bezahlt also das Taxi, schickt den Fahrer weg und kommt wieder zu Joanna an die Tür – und fragt erst jetzt, ob sie das wirklich will. Nun … jetzt kann sie ihn ja schlecht noch nach Hause schicken, er müsste dann vielleicht sogar zu Fuß zur U-Bahn oder so … ;)< Als er dann im Flur einen Finger über den Tisch streichen lässt, kann Joanna vor Begehren kaum noch an sich halten – und schon ist er an ihrer Seite, um ihr die Bluse vom Leib zu reißen. Etwas, was er schon bei ihrer ersten Begegnung tun wollte. Nach etwas Fummeln im Flur meint er, dass sie doch vielleicht besser oben weitermachen sollten und Jo führt ihn – froh darüber, dass sie am Morgen erst die Laken gewechselt hat – in ihr Schlafzimmer. Ganz ehrlich, wenn ich bei sowas lese, dass sie sich Gedanken um ihre Bett- und ihre Unterwäsche macht, dann beschleicht mich schon der Verdacht, dass das Begehren nicht so überwältigend sein kann, wie die Autorin es schildert. Und die detaillierteren Beschreibungen hätten fast einen Platz in Irinas „Protokoll der Grausamkeiten“ verdient. ;)
Plötzlich öffnete er ihre Schenkel und begann, sie langsam auszusaugen, bis sie sich wand vor Lust. Dann war er in ihr, und sie krümmten sich gemeinsam vor und zurück wie zwei Besessene.
Nachdem Ronan sich gefragt hat, ob es ihr gefällt, schwärmt Joanna noch ein bisschen, weil er ja so rücksichtvoll ist und noch kein Mann zuvor sich Gedanken darüber gemacht hat, ob ihr der Sex gefallen könnte und dann ist dieses Kapitel dann zum Glück auch zu Ende.
Schließlich erreichte ihr Begehren den Gipfel, und sie ließ sich los.
Gleich darauf kam auch Ronan. Das Mondlicht, das durch die Fenster hereinfiel, legte sich über ihre erschöpften Körper.
Nunja, sehr romantisch das Ganze … mal sehen, wie es mit diesem Traumpaar noch weitergeht.

Mittwoch, 17. November 2010

Und wieder ein Tierarztbericht …


Heute war Christie damit an der Reihe, zum Tierarzt zu fahren und narkotisiert zu werden. Nachdem sie in der letzten Wochen beim Fressen eine Seite geschont und zwischenzeitlich etwas gesabbert hatte, wurde am Montag ein abgebrochener Backenzahn bei ihr festgestellt. Also wurde unsere kleine Wildkatze heute morgen von mir im Schlaf überrascht, in den Korb gesteckt und dann sang sie mir bei der halbstündigen Fahrt zum Tierarzt die Ohren voll.

Da wir etwas zu früh waren, durfte sie sich erst einmal in Ruhe im Behandlungsraum umgucken. Das hat bei ihr allerdings nur Fluchtinstinkte geweckt  und so musste jeder, der dem Raum in der Zeit betreten wollte, erst einmal mit den Füßen meine Katze abfangen. *ohje* Auch bei der Narkosespritze hat unsere Christie ihren Kampfgeist gezeigt und dem Tierarzt eine Schramme verpasst. Dafür ist sie dann nach erstaunlich kurzer Zeit eingeschlafen: Auf dem Fußboden und eingeklemmt zwischen dem PC und dem Schreibtischstuhl unseres Tierarztes.

1 ½ Stunden später erreichte mich dann der Anruf: Mit Christie ist alles gut gelaufen und der abgebrochene Backenzahn musste nicht gezogen werden! Es reichte einfach ihn zu schleifen, so dass sie sich nicht daran verletzten kann. So durfte ich mich also nachmittags wieder auf den Weg machen, um unsere kleine Kampfkatze abzuholen. Erwiesenermaßen in gutem Zustand und ganz ohne Zahnstein wackelt sie nun durch die Wohnung. Noch sehr langsam und bedächtig und sehr misstrauisch beäugt von den Katern, aber meiner Meinung nach sieht sie so schon ganz gut aus.

Leider musste Baltimore mich auf der Fahrt am Nachmittag begleiten. Seine Wunden sehen zwar ganz gut aus, er frisst wie ein Scheunendrescher und benimmt sich eigentlich ganz normal, aber er wischt sich inzwischen häufiger mit den Pfoten an der Schnauze entlang. Es sieht aus, als ob er versuchen würde etwas zu entfernen, was zwischen den Zähnen hängt – nur hat er an der Seite kaum noch Zähne. Inzwischen ist seine Schnauze schon ganz wund, weil er sich immer wieder mit den Krallen verschrammt. Am Montag schien es mir beim Gähnen so, als ob ich etwas in der einen Wunde gesehen hätte. Und wirklich saß da ein Rest Futter in dem großen Loch, in dem früher mal sein Eckzahn saß. Davon abgesehen fand der Tierarzt keinen Grund, warum der Kater sich ständig an der Schnauze rumwischen muss.

Also wurde das Loch gereinigt und vorsorglich bekam Baltimore noch Antibiotika und Entzündungshemmer (zum Glück alles „auf Kosten des Hauses“ *g*). Wenn also Shandy nicht noch mit einer bösen Überraschung um die Ecke kommt oder Baltimore in den nächsten Wochen nicht aufhört wie ein Eichhörnchen an seiner Schnute rumzuwischen, dann haben wir das Thema Tierarzt wohl erst einmal für eine Weile hinter uns gebracht. Und da meine Wackelmadame sich nicht fotografieren lassen wollte, gibt es hier nur noch ein Foto von den beiden Spielzeugratten, die wir heute vom Tierarzt geschenkt bekamen.

Montag, 15. November 2010

SuB-Zuwachs und Christie



Heute kam der Paketbote gleich mit mehreren Päckchen für mich an. Eins davon war eine Bestellung von mir, die ich einfach ins Regal stellen kann, weil ich das Buch gerade erst aus der Bibliothek ausgeliehen und gelesen hatte.






Dann noch ein paar Neuzugänge für meinen SuB. Und da inzwischen – dank meiner Listen mit den gelesenen Titeln – unübersehbar ist, dass ich gern Comics und Manga lese, durften die heute auch mal mit aufs Bild.

Ein Blick in die Kiste
... und ausgepackt!

Ich darf mich also über folgende neue Sachen für Augen und Ohren freuen:

K.L. Going: Voll daneben (Ein Jugendroman, der mich gereizt hat, weil die Hauptfigur den Rauswurf aus seinem Elternhaus und das Leben in einem Wohnwagen in NY als Chance begreift - ich bin gespannt, wie sich das Buch lesen wird.)
Ann Granger: Ein Mord in bessrer Qualität (Ein neuer Krimi mit Lizzie Martin und Benjamin Ross - ich mag diese historischen Krimis, auch wenn sie meiner Meinung nach nicht so gut sind, wie Ann Grangers erste Krimireihe rund um Mitchell und Markby.)
Sharon Ashwood: Hexenlicht (So ganz kann ich an solchen Büchern noch nicht vorbei gehen ... ;) )
Jürgen Carl: Der Concierge (Da der Autor nicht nur Concierge ist, sondern angeblich auch Bücher liebt, habe ich meiner Neugierde mal nachgegeben - immer ein verhängnisvoller Zug bei mir, wenn es um Bücher geht!)
Thomas Finn: Weißer Schrecken (Ich mochte bislang alles von Thomas Finn und die Grundidee reizt mich - für jemand, der "eigentlich" keinen Horror liest, habe ich in letzter Zeit doch erstaunlich viel davon vor der Nase.)
Novella Carpenter: Meine kleine Cityfarm (Eine Farm mitten in der Stadt, damit man sowohl die Vorteile des "Landlebens" als auch die kulturellen und sonstigen Angebote der Stadt nutzen kann? Na, ich bin gespannt, was die Autorin da alles erlebt hat!)
Malinda Lo: Ash (Eine Aschenputtelgeschichte ... muss ich dazu noch was sagen? Ich liebe Märchenvariationen! Jetzt muss das Buch nur noch meine Erwartungen erfüllen und ich bin zufrieden!)

"Nausicaä" (Teil 1+2) - die Neuauflage eines wunderschönen (und kritischen) Manga von Miyazaki Hayao. Bislang hatte ich mir immer mal wieder die alten Ausgaben von einer Freundin geliehen, umso schöner finde ich es, dass ich nun die ersten beiden Bände in meinem Besitz habe.
"Black Butler", "Otomen" und "Doubt" sind erste Teile kurzer Serien, in die ich einfach mal reinschnuppern will. Vor allem auf den Psychothriller "Doubt" bin ich sehr gespannt. "Code:Breaker" und "Shugo Chara" lese ich schon länger und mag beide Reihen. Bei Manga sind meine Genrevorlieben noch breiter gefächert als bei Romanen, denn hier mag ich sogar Horror und zuckersüße Kleinmädchengeschichten, die ich als Buch wohl eher nicht anrühren würde. ;) "Oh, diese Mädchen" ist ein französischer Comic über drei Mädchen in Paris - das wird mal was anderes sein, als ich normalerweise lese.

Und für die Ohren gab es fast nur Fortsetzungen: "Geisterjäger John Sinclair 60+61" (um meine Vorliebe für liebevoll gemachten Trash zu befriedigen), "Opus - Die Bücherjäger" und "Darkside Park - Staffel 3", sowie "Der Monstrumologe", was ich ja schon als Buch gelesen habe.

Das dritte Päckchen darf ich noch nicht aufmachen, werde aber über den Inhalt berichten, wenn ich in einiger Zeit die Erlaubnis zum Öffnen erhalte. Ich bin schon sehr gespannt, was darin sein mag!

***

Und zuletzt noch ein kurzer Bericht zum heutigen Tierarztbesuch:


Christies Probleme beim Fressen in den letzten Tagen kommen vermutlich von einem abgebrochenen Backenzahn, außerdem hat sie Zahnstein, der mal entfernt werden sollte. Also bekommt unsere Hübsche am Mittwoch eine Narkose verpasst, um den abgebrochenen Backenzahn in Ruhe anzugucken (und bei Bedarf zu ziehen) und Zahnstein zu entfernen. Ansonsten gab es auch bei ihr wieder die Rückmeldung, dass sie – abgesehen von dem abgebrochenen Zahn – in wirklich sehr gutem Zustand ist! Ihr wundert euch vielleicht, warum ich das immer so betone, aber bei Second-Hand-Katzen ist das eben keine Selbstverständlichkeit. ;)

Guy Delisle: Pjöngjang

Guy Delisle ist ein kanadischer Comiczeichner, der eine Zeitlang für verschiedenen europäische Trickfilmstudios gearbeitet hat. Da viele dieser Studios die „Fleißarbeit“ der Produktion an asiatische Firmen vergeben, gehörte es zu Guy Delisles Aufgaben diese Arbeitsphasen in China und später in Nordkorea zu kontrollieren. So kam es, dass der Kanadier einige Monate lang in Pjöngjang gelebt und gearbeitet hat und seine dortigen Erlebnisse später in einem Comic verarbeitete. Ich muss zugeben, dass ich eine ganze Weile schon um diesen Comic herumgeschlichen bin, da mich das Thema wirklich gereizt hat. Aber mir war der Preis zu hoch, um den Band mal eben außer der Reihe zu bestellen. Glücklicherweise hat sich dann jemand meiner angenommen und mir den Comic geschenkt. Dafür noch einmal ganz vielen lieben Dank! :)

Anfangs fand ich den Zeichenstil etwas gewöhnungsbedürftig – vor allem Guy Delisles Darstellung von sich selber - , aber nach einer kleinen Zeit konnte ich besonders seine Zeichnungen wirklich genießen. Der Autor erzählt von seiner Ankunft in Nordkorea, von den Warnungen und Verhaltensregeln, die er vorher mit auf den Weg bekam – und wieweit sie dann in seinem Alltag überhaupt von Relevanz waren. Dabei dreht sich „Pjöngjang“ um zwei Schwerpunkte: Das Leben in Nordkorea aus der Sicht eines Ausländers und die Produktion von Zeichentrickfilmen (in so einem Land).

Dabei haben gerade die Teile, in denen es um die Trickfilmproduktion in dem Land ging, bei mir immer wieder die Frage entstehen lassen, ob eine Produktion unter diesen Umständen wirklich günstiger und effektiver sein kann. Allein die Sprachbarriere und kulturelle Unterschiede in Gestik und Mimik lassen so eine Produktion anscheinend zu einer Herausforderung werden. Trotzdem war es auch sehr lustig von all den kleinen Begebenheiten und Katastrophen in diesem Bereich zu lesen.

Doch vor allem hat mich Guy Delisles Wahrnehmung von Nordkorea interessiert. Viele Dinge kannte ich schon aus Büchern, die ich über das Land gelesen habe, wie zum Beispiel der Kontrast zwischen dem was man in den beiden großen Kaufhäusern Pjöngjangs kaufen kann und dem was für die normale Bevölkerung zu bekommen ist. Ich fand es faszinierend, wie sehr man bemüht ist für Delegationen einen schönen Schein aufrecht zu erhalten, während man sich wohl bei den Ausländern, die länger im Land sind, weniger Mühe gibt. Trotzdem werden auch diese von einer „Sehenswürdigkeit“ zur anderen geschleppt, immer in der Begleitung eines Übersetzers und eines Führers, die dafür sorgen, dass der Gast im Land auch nur die Dinge zu sehen bekommt, die „fremdentauglich“ sind.

Dabei gelingt es dem Autor und Zeichner mit feinem Humor und angenehm kritischen Blick auf die verschiedenen Begebenheiten einzugehen, seine eigene Reaktion auf die Kontraste im Land (imposante Gebäude, aber unübersehbare Armut in der Bevölkerung) und sein wachsendes „Trotzverhalten“ gegenüber der Ergebenheit seiner nordkoreanischen Begleiter gegenüber ihrem Führer und seiner Politik darzustellen. Dabei haben mich vor allem die Situationen bewegt, die einen Alltag in Nordkorea zeigen, der für mich persönlich absolut undenkbar wäre. Zum Beispiel die ganzen „Freiwilligendienste“, die die Bevölkerung zu leisten hat – und bei denen ich mich ständig gefragt habe, ob man diese Arbeitskraft nicht eher zum Nutzen der Menschen, statt für die Repräsentation des Staates verwenden sollte …

Wer auch nur ein bisschen Interesse an Comics und/oder Nordkorea hat, dem würde ich „Pjöngjang“ wirklich ans Herz legen! Der Band ist auch für Leute geeignet, die sich noch nicht mit Nordkorea und der Geschichte des Landes auseinander gesetzt haben, da Guy Delisle sich bemüht eventuell notwendige Hintergründe zu erklären. „Pjöngjang“ bietet einen faszinierenden, amüsanten und bedrückenden Einblick in ein Land, das sich schon so viel Jahre vom Rest der Welt isoliert hat und das inzwischen auch für seine „kommunistischen Verbündeten“ wohl kaum noch von Wert ist.

Oh, und da mir dieser Comic so gut gefallen hat, ist auch gleich "Shenzhen" - über Delisles Zeit in China - auf meinen Wunschzettel gewandert ...

Freitag, 12. November 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 38, 39+40)


Die letzten beiden Kapitel (36+37) beglückten uns mit einer Joanna, die sich selber schrecklich leid tat, weil sie 1. ihrer Sekretärin/Freundin Mary zur Seite stehen musste, obwohl der gute alte Tom sie endlich küssen wollte und 2. weil Tom es nicht geschafft hat sie zu küssen. Um sich besser zu fühlen, hat sie sich dann gleich ihrem neuen Privatdetektiv Ronan O’Farrell, der anscheinend ein unglaublich schöner, sympathischer und humorvoller Mann ist, an den Hals werfen wollen …

Perspektivwechsel: Kapitel 38 wird aus der Sicht von Ellen Byrne erzählt

Bitte Hand heben, wer jetzt so spontan keine Ahnung hat, wer Ellen Byrne ist!

Okay, zur Erinnerung: Ellen ist die Nachbarin von Doc Gary, die, die angeblich von dem Hund des Arztes gebissen wurde, und verheiratet mit dem Goldjungen Jackie …

Für Ellen ist der heutige Tag ein guter Tag: Ihr Mann war noch in England und würde sie also nicht schlagen können, außerdem würde sie am Nachmittag als Kellnerin in einem Café arbeiten. Der Job gefiel ihr: Viele Menschen, eine nette Kollegin, einfaches Essen und eine trubelige Umgebung.

Ihr gefiel es nicht, dass ihr Mann sein Geld mit dem Klauen von Autos verdiente, „aber sie stand ihm dabei notgedrungen zur Seite, wenn auch unfreiwillig. Sie kaufte die Fahrkarten für die Fähre, machte ihm Sandwiches für die Reise und seufzte erleichtert auf, wenn er endlich auf der Fähre war, denn für sie bedeutete dies wenigstens einige Tage Ruhe.“

Es kam ihr nie in den Sinn ihn zu verlassen (ebenso wenig wie ihm, dass sie ihn verlassen könnte), denn beide kannten es nicht anders. In Ellens Familie waren alle Frauen geschlagen worden und die kurze Zeit, die sie zusammen mit Colette auf den Strich gegangen war, hatte ihr gezeigt, dass bei vielen  Männern die Hand eben lockerer saß. Das gehörte eben zu einer Beziehung zwischen Mann und Frau dazu …

Seit dem Ellen und Jackie 1970 geheiratet hatten, war sie schuld an allem, was bei ihm schief lief. Vor allem aber ist sie der Grund, warum er kein großer Gangster geworden ist, obwohl er doch immer dafür geträumt hat. Und somit hat sie logischerweise die Misshandlung durch ihren Mann verdient.

Ein guter Tag war für Ellen, wenn sie nicht geschlagen wurde, ein besonders schlechter Tag kündigte sich damit an, dass Jackie sie anbrüllte und sagte, dass er sie ja nur geheiratet hätte, weil sein Vater das von ihm verlangt habe. Für Ellen eine absolut unverständliche Aussage, denn schließlich war sie vor der Hochzeit nicht schwanger gewesen. Sie kann seit der Chlamydieninfektion eh keine Kinder mehr bekommen ...

(Ich liebe dieses dezente Verknüpfen der diversen Handlungsstränge, das kann Linda Kavanagh wirlich … ;) )

Obwohl Ellen schon gern wüsste, warum ihr Mann immer sowas sagen würde, traut sie sich angesichts seiner erhobenen Fäuste nie zu fragen. Und ihren Schwiegervater hätte sie erst recht nicht fragen können, denn der hat ihr Angst gemacht. Immer saß er vor ihr und grinste, als ob er etwas wüsste, was sie nie erfahren würde.

(Ich weiß es auch, ich weiß es auch! ;) )

Ein bisschen hat Ellen ein schlechtes Gewissen wegen der Sache mit Bruce (Doc Garys Hund), aber sie musste ja zum Arzt, weil Jackie sie so stark gebissen hatte – und dann wollte Jackie noch Kapital aus der Sache schlagen und das Ganze lief aus dem Ruder … Mit diesen Gedanken verlässt Ellen ihr gemütliches Heim und macht sich auf den Weg zur Arbeit, etwas besorgt ist sie allerdings, weil ihr Chef und die Kollegen das neuste Veilchen entdecken und wieder Fragen stellen könnten.


Perspektivwechsel: Kapitel 39 wird aus der Sicht von Agnes und Ivan erzählt

Die gute Agnes schleicht sich um Mitternacht ins Haus und ist sehr erleichtert, weil Ivan der Schreckliche noch nicht da ist. So kann sie noch duschen und unbehelligt ins Bett kommen und es besteht die Hoffnung, dass er bei seiner Heimkehr so von seinem Flittchen befriedigt wurde, dass er seine Frau in Ruhe lässt.

Vor Agnes liegt eine goldene Zukunft, „Harrys Küsse brannten noch auf ihrer Haut“ und alles ist für die Flucht nach Australien vorbereitet – nun kann niemand mehr sie und ihren Geliebten aufhalten.

Kurz bevor Agnes einschläft, stapft Ivan ins Haus und „weckt“ sie. Er sieht dabei so schrecklich aus, dass Agnes fast Mitleid mit ihrem Mann bekommt. „Hör zu“, brummte er undeutlich. „Falls jemand fragen sollte, wo ich heute Abend war, dann sagst du, ich sei hier bei dir gewesen.“
„Natürlich“, stimmte Agnes bereitwillig zu. (Was meiner Meinung nach nur wieder zeigt, wie wenig Verstand die Frau hat, sie ist nur froh, dass er keinen Sex haben will und nicht  mitbekommen hat, dass sie selber den Abend über „ausgegangen“ war.)

Ivan hingegen ist sehr zufrieden mit sich, aus seinem kleine Wutanfall hat sich doch noch etwas Gutes ergeben. Er war zwar einen kurzen  Moment in Panik geraten, aber der gute alte Paddy hat ja alles noch in Ordnung bringen können. Und nun freut sich Ivan schon auf Agnes Gesicht, wenn sie herausfindet, dass Harry wegen Mordes verhaftet worden ist.

Und nachdem er Colette losgeworden ist, würde er gleich morgen losziehen und sich einen Ersatz für das Flittchen suchen. Schließlich hat er sich in den letzten Monaten ja auch gut ohne sie behelfen können – unmöglich, dass sie einfach für so lange Zeit nach England verschwindet! Ihre Leiche hatten sie im Park neben Harrys Reifenspuren abgelegt und sogar noch einen Zigarettenstummel von dem Gewerkschaftler gefunden, der vielleicht seine Fingerabdrücke aufweisen würde.

Rundum mit sich zufrieden schläft Ivan mit einem Grinsen auf dem Gesicht ein …

Kapitel 40

Joanna und Orla sitzen trinkend in einer Bar und Jo vertraut ihrer Freundin an, dass irgendwas nicht mit ihr stimmen würde, denn vor ein paar Tagen war sie noch verrückt nach Tom und nun denkt sie nur noch daran Ronan die Kleider vom Leib zu reißen.

Für Orla gibt es da nur folgende Erklärungen:
  1. die Freundin ist eine Schlampe, ein Flittchen, ein loser Vogel (natürlich wird diese Vermutung mit einem scherzhaften Grinsen geäußert).
  2. Bei Ronan reizt das Unbekannte und
  3. Joanna hatte eben schon viel zu lange keinen Sex mehr und dann passieren solche Gefühlsverwirrungen eben.
Während Joanna noch von Ronan schwärmt, unkt Orla, dass so ein Prachtstück vermutlich eine Frau und zehn Kinder hat. Und auch Jo vermutet das Schlimmste, denn solche Männer sind ja nie noch frei! Außerdem überlegt sie, wie sie damit umgehen soll, dass sie nächste Woche ein Treffen mit Tom und Ronan arrangieren muss, damit sich die beiden kennenlernen – schließlich zahlt Tom Ronans Rechnungen!

Um von diesem Gedanken abzulenken, fragt Joanna Orla, ob sich Doc Gary inzwischen mal gemeldet hat – doch die meint, dass gerade nur ein Mann ein Date mit ihr haben will: Declan!

Obwohl Orla schrecklich geknickt ist, weil Gary sich nicht meldet, obwohl sie dachte, dass er sich für sie interessiert, dass er etwas besonderes ist, dass er … guckt sie sich noch etwas in der Bar um und entdeckt einen Typen, der sie ablenken könnte. Und da der Herr sogar so nett ist und ihre und Jo einen Drink spendiert, wird er gleich an den Tisch geladen – in der Hoffnung, dass er noch einen Freund hat, der was für Joanna wäre.

„Das ist der richtige Sportsgeist“, lachte Orla. „Heute bin ich ohnehin in der Laune für ein bisschen Unfug! Und nächste Woche sicher auch, wenn der Typ anruft, der gerade auf Geschäftsreise ist. Ich werde jedenfalls nicht wie ein Trauerkloß herumsitzen, auch wenn Gary Culhane mich nicht will!“

Und mit diesem schönen Zitat haben wir die Hälfte des Buches geschafft! :D

Donnerstag, 11. November 2010

Baltimore (und kein SuB-Zuwachs)

Heute morgen ging es für Baltimore zum Tierarzt, damit auch er seine Zähne saniert bekommt. Und wieder einmal hat mir dieser Tag gezeigt, wie unglaublich unterschiedlich die Brüder charakterlich sind. Während Logan vierzig Minuten gegen die Narkose ankämpfte, schlief Baltimore innerhalb von zehn Minuten und ich durfte zugucken, wie die Praxishilfe ihn liebevoll wie ein übergroßes Baby aus dem Behandlungsraum trug.

Bei Logan hatte es dann gut zwei Stunden gedauert, bis ich nach meiner Heimkehr eine Nachricht aus der Praxis bekam, bei Baltimore war ich gerade mal eine Stunde wieder hier als der Anruf kam, dass alles gut gelaufen ist. Auch er musste einige Zähne für die Gesundheit opfern – wenn auch nicht alle vier Eckzähne wie sein Bruder, sondern da nur die oberen beiden!

Das allerdings könnte dafür sorgen, dass Baltimore noch einmal operiert werden muss, wenn er sich nicht daran gewöhnt, dass seine unteren Eckzähne kein Gegenstück mehr haben. Zum Glück wäre eine zweite OP „im Preis inbegriffen“ … Bislang sieht der Kater gut aus, er wackelt ein wenig durch die Gegend und natürlich ist ihm von der Narkose übel, aber er geht mit dem Ganzen deutlich gelassener um als sein Bruder und war gerade mal zehn Minuten zuhause, als er auch schon – etwa wackelig – das Klo aufsuchte. ;)

Noch etwas glasige Augen, aber er hat es allein auf das Sofa geschafft. :)
Wenn alles gut läuft und Baltimore keine bösen Nachwirkungen zeigt, dann sind die Coon-Brüder für einige Zeit mit dem Thema Zähne durch. Ansonsten sind beiden in wirklich gutem Zustand (nicht nur für ihr Alter – und das höre ich immer wieder gerne!) und lassen mich hoffen, dass wir die nächsten Jahre nur noch zum regelmäßige Check den Tierarzt aufsuchen müssen.

Allerdings macht mir Christie seit Anfang der Woche Sorgen: sie hat angefangen zu sabbern und kaut momentan ihr Hühnchen nur auf einer Seite. Können Zahnprobleme eigentlich ansteckend sein? Madame wird also am Montag auch brav beim Tierarzt das Schnäuzchen öffnen müssen, damit wir herausfinden, was mit ihr los ist … Ich hoffe nur, dass sich Shandy nicht auch noch ein Beispiel daran nimmt!

***

Außerdem gab es heute kleines Päckchen mit einem „kein Sub-Zuwachs“-Buch! :D Nachdem mir die DHL-Sendungsverfolgung gestern Abend erzählt hat, dass ich um 20:40 Uhr nicht Zuhause gewesen sei und man mir deshalb eine Benachrichtigung in den Kasten geworfen hätte (natürlich waren wir zuhause und ebenso natürlich hatten wir keine Benachrichtigung im Briefkasten), kam heute doch noch meine Amazon-Bestellung an.

Und da ich wohl heute Nacht wieder sehr lange aufbleiben werde, um sicher zu gehen, dass es Baltimore gut geht, gönne ich mir den siebten Bridgerton-Band heute Abend. So ein Julia-Quinn-Roman sollte doch entspannend genug sein, um mich von den Katersorgen der letzten Tage zu erholen. Mal gucken, ob mich Baltimore gleich auf unser gemeinsames Sofa lässt … ;)

Agatha Christie: Meine gute alte Zeit

„Meine gute alte Zeit“ ist Agatha Christies Autobiografie, die sie 1950 mit sechzig Jahren begann und die erst nach ihrem Tod (sie starb 1976) veröffentlicht wurden. Dieser über 500 Seiten dicke Band bietet einem einen Einblick in die Zeit, in der sie aufgewachsen ist, ihre Familienverhältnisse und ihre Persönlichkeit. Wobei von Anfang an auffällt mit wieviel Zurückhaltung die Autorin auf viele Momente in ihrem Leben eingeht.

Ein großer Schwerpunkt dieses Buches liegt auf ihrer Kindheit und Jugend und man erfährt fast schon ein bisschen zuviel darüber, dass sie ein schüchternes Kind war, dass ihre Mutter sehr eigenwillige Ansichten über Agathas Erziehung hatte und wie sehr sie sich als kleines Mädchen mit sich und ihrer eigenen Fantasie beschäftigen musste. Letzteres war ihrer Meinung nach der Grundstein für ihre Karriere als Schriftstellerin. Ich glaube, Agatha Christie hat es genossen mit sechzig Jahren auf ihre Kindheit zurückzublicken – und diese auch ein wenig zu verklären.

Andere Bereiche ihres Lebens, wie zum Beispiel ihr aufsehnerregendes Verschwinden im Jahr 1926 (kurz nach dem Tod der Mutter und nachdem ihr Mann sie um die Scheidung gebeten hatte), klammert sie hingegen vollständig aus ihrer Erzählung aus. Ich finde das zwar verständlich, aber auch schade, dass sie die Gelegenheit nicht genutzt hat, um ihre Seite dieser Ereignisse darzustellen. Sehr spannend fand ich die Zeit nach ihrer Scheidung, als sie auf Reisen ging und die Welt für sich entdeckte.

Agatha Christie war schon früher viel gereist, aber als alleinstehende Dame war das Ganze doch ein deutlich aufregenderes Unternehmen – vor allem, da sie keine Lust hatte sich von den englischen Siedlern betüddeln zu lassen. Ich fand es faszinierend wie neugierig und abenteuerlustig die Autorin auf die fremde Umgebung zuging, aber auch spannend, dass bei aller Offenheit und Toleranz immer wieder kleine Vorurteile oder ein Hauch von Überheblichkeit in ihren Schilderungen durchschimmerten. Dabei bin ich mir sicher, dass sie (vor allem für eine Frau ihrer Zeit) unglaublich vorurteilsfrei und fortschrittlich war, aber die viktorianisch geprägten Ansichten ihrer Mutter und Großmutter haben wohl ebenso Spuren hinterlassen wie das vorherrschende britische Kolonialdenken. ;)

Ihre Romane spielen in „Meine gute alte Zeit“ eine eher geringe Rolle, Agatha Christie erwähnt nur nebenbei, dass sie zu einer bestimmten Zeit an diesem oder jenen Roman gearbeitet hat, dass sie durch einen Bekannten zu einer Geschichte inspiriert wurde oder wie sehr ihr der Verdienst eines Romans geholfen hat, wenn sie aus irgendeinem Grund Geld benötigte. Ich muss zugeben, dass ich von sehr viele Eigenarten Agatha Christies mit einem Schmunzeln gelesen habe, weil mir immer wieder der Gedanke durch den Kopf schoss „Das kenne ich von mir!“ – leider haben diese Ähnlichkeiten nicht dazu geführt, dass ich eine erfolgreiche Schriftstellerin wurde. :D

Auch wenn sich der Anfang etwas hinzieht, so fand ich „Meine gute alte Zeit“ hochinteressant – nicht nur als Autobiografie, sondern auch als Abbild eines Lebens vor den beiden Weltkriegen, einer Zeit, in der ein Gentleman oder eine Dame genau wussten, was sich gehört und was nicht, als man als junge Frau zwar mit einem Mann alleine Golfspielen, aber nicht in einem Hotel Tee trinken durfte, als es noch keine Flugzeuge gab und ein Mädchen eine Saison in London (wenn das Geld reichte, ansonsten ging es eben ins Ausland) erlebte, um in die Gesellschaft eingeführt zu werden … Mir hat das Lesen viel Spaß gemacht, ich habe ein paar neue Dinge über eine meiner Lieblingsautorinnen erfahren und wieder einiges über die Zeit zwischen 1890 und 1960 gelernt.

Montag, 8. November 2010

Dies und Das (9)

Schon wieder ein „Dies und Das“-Beitrag, aber dafür enthält der auch wieder ein paar Katzenfotos. Schließlich wurde mir gerade glaubhaft versichert, dass ich nicht zu viele Katzenbeiträge auf meinem „Buchblog“ veröffentliche. ;)

Baltimore


Für Baltimore steht jetzt auch ein OP-Termin fest: Am Donnerstag bekommt unser Kater ein paar Zähne gezogen. Drückt die Daumen, dass alles gut läuft und dass er keine Nachwirkungen zeigt. Und danach hätte ich auch gern eine kleine Pause von den TA-Besuchen … ;)


Mal sehen, ob Christie und Shandy von dem veränderten Baltimore wieder so irritiert sind, dass sie sich für den Rest des Tages auf das SuB-Regal flüchten. Der Anblick war schon niedlich!


Achja, Logan geht es übrigens wirklich wieder gut, auch wenn er auf dem Foto wie eine mies gelaunte Eule aussieht.

Glück gehabt

Letzte Woche habe ich großes Glück gehabt, nachdem mir ein scheußliches Missgeschick passiert ist. Ich hatte ja schon geschrieben, dass wir am Montag wieder beim Tierarzt waren, weil es Logan seit Sonntagmorgen nicht gut ging. Nachdem wir wieder zuhause waren und uns hingesetzt hatten, um etwas zu verschnaufen, meinte Shandy, dass er mal seinen Protest über die Unruhe im Haus ausdrücken musste.

Tja, und wenn Shandy unzufrieden mit seinem Leben ist, dann gibt es für ihn nur ein Mittel, um das zu zeigen: Er sprang auf meinen Schoß und pieselte mich an! Mein einziger Gedanke war natürlich nur noch „raus aus den Klamotten und ab in die Waschmaschine damit“ – und erst als die Maschine schon im Schleudergang war, fiel mir ein, dass ich in der Hosentasche noch meinen Pokéwalker hatte. Da mein Mann und ich schreckliche Spielkinder sind, tragen wir dieses kleine Gerät seit Ende März immer mit uns rum. Das ist nicht nur eine nette Ergänzung zu den Spielen „Pokémon SoulSilver“ (mein Spiel) und „Pokémon HeartGold (sein Spiel), sondern dient auch als Schrittzähler ... *dumdidum*

Natürlich war ich mir sicher, dass das Gerät die Runde in der Waschmaschine nicht überlebt haben konnte, allerdings zeigte der Walker nach seiner Bergung immer noch ein Bild auf dem kleinen Bildschirm – nur reagierte er nicht mehr auf die Knopfbefehle … Also habe ich ihn aufgeschraubt, abgetrocknet und den Rest der Woche katzensicher verwahrt, in der Hoffnung, dass eine längere Trocknungsphase ihn noch retten kann. Und als ich ihn am Wochenende wieder mit einer Batterie gefüttert und zusammengeschraubt hatte, zeigte sich mir dieses Bild:


Der Walker funktioniert nicht nur wieder (beinah) einwandfrei, sondern hatte auch noch mein Pokémon und die erlaufenen Fortschritte gespeichert!


Christie und Bibliotheksbücher

Christie hatte es sich heute Mittag auf den Büchern von und über ihrer Namensgeberin gemütlich gemacht und das musste ich natürlich gleich fotografieren! Lange wird sie diesen Sitzplatz allerdings nicht genießen können, da ich die Titel diese Woche wieder in die Bibliothek bringen muss.



Apropo Bibliothek: Kann mir irgendjemand erklären, warum ich lauter Krimis vorgemerkt habe, für die ich doch gar keine Zeit habe? *g* Diese ganzen Empfehlungen auf den diversen Buchblogs sind gar nicht gut für meinen SuB! Und drei weitere Kriminalromane warten noch darauf, dass ich sie abhole …



Sonstiges


Der Garten ist für dieses Jahr im Prinzip erledigt, auch wenn ich an der einen oder anderen Stelle noch Unkraut ziehen könnte. Aber wenn es die nächsten Tage wirklich endlich richtig kaltes Wetter gibt, dann schiebe ich das wohl auf den Frühling. Die Blumenzwiebeln sind alle in der Erde und ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr einen wunderschön bunten Garten zu sehen bekomme.

Ich freu mich auf jeden Fall darüber, dass ich in den nächsten Wochen nicht viel mehr machen muss, als ab und an ein paar Blätter vom Weg und dem Rasen zu beseitigen – und irgendwann vielleicht ein paar Mal am Tag Schnee zu fegen. Ich habe das im letzten Winter wirklich genossen! Bis dahin nutze ich die Zeit, die ich nicht draußen verbringen muss, wieder mehr zum Lesen und Bloggen.


Mit dem Lesen geht mein Tag auch weiter, gleich nachdem ich mir eine schöne Tasse "Heiße Schokolade (mit Marshmallows)" gemacht habe …

Sonntag, 7. November 2010

One Lovely Blog Award

Der gerade durch die Blogwelt wandernde "One Lovely Blog Award" ist auch mir in den letzten Tagen verliehen worden - und das sogar mehrfach. ;)



Mein Dank dafür geht an:

Sarah von Lesen bildet
Pero von Perolicious Bookcase
Marie von Ich lese - ich werte
Natira von Natiras Zeit
Sarah von Sarahs Bücherwelt

Sollte mir noch jemand den Award überreicht haben, der hier nicht aufgeführt ist, dann entschuldigt bitte! Ich bin nach ein paar Tagen, in denen ich kaum Ruhe fürs Internet hatte, gerade erst dabei, mein Mailfach mit den Kommentaren auf meinem Blog und den Feed-Reader mit all den Blogs, die ich regelmäßig lese, abzuarbeiten. Sollte da noch jemand auftauchen, dann ergänze ich diesen Beitrag.

Mit dem Award verbunden sind zwei Bedingungen:
1. Akzeptiere den Award, indem Du den Namen/Blog auf deinem Blog postest, von dem Du ihn bekommen hast.
2. Verschenke den Award an 15 andere Blogs, die Du kürzlich entdeckt hast, und hinterlasse dort einen Kommentar.

Nummer 1 ist kein Problem, das ist doch selbstverständlich und schon erledigt, die zweite Bedingung finde ich so langsam aber verflixt schwierig! Sarah von Sarahs Bücherwelt und Marie von Ich lese - ich werte, die mir diesen Award überreicht haben, sind beide Neuentdeckungen für mich und prompt in meinem Feed-Reader gelandet. Und auch sonst habe ich in all den Listen mit denjenigen, die den Award verliehen bekommen oder weitergereicht haben, ein paar neue (Buch-)Blogs gefunden, die ich interessant genug fand, um sie in Zukunft zu verfolgen.

Aber da sich das Ganze langsam zu einer Lawine mit Bumerang-Effekt entwickelt, bin ich jetzt mal so unfein und reiche den Award nicht weiter. Wer Lust auf neue Blogs hat, dem empfehle ich einfach das Verfolgen der Links: Fast jeder, der den Award auf seinem Blog gepostet hat, bietet auch eine lange Liste mit Bloggern, auf der man die eine oder andere interessante Neuentdeckung machen kann. :)

Freitag, 5. November 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 36+37)


In Kapitel 35 konnten wir den Mord an Colette miterleben – und während Ivan der Schreckliche mit der Situation etwas überfordert war, erwies sich Paddy als patenter Vertuscher des Verbrechens! Dabei hatte der skrupellose Mann für alle Untaten sogar noch etwas Zeit, um mit einer „leichten Dame“ zu plaudern. ;)

Kapitel 36

Dieser Abschnitt beginnt mit einer sehr wehleidigen Joanna, die versucht Mary freundlich anzulächeln, obwohl diese doch dafür verantwortlich ist, dass Jos Abend mit Tom so mies lief!


Sie war es allmählich leid – leid, Tom Kilmartin hinterher zu laufen, und leid, die Eskapaden von Marys Sohn auszubügeln. Außerdem hatte sie vom Leben im Allgemeinen die Nase gestrichen voll.


Ich sag’s euch, die Frau wird mir mit jedem Kapitel sympathischer … *argh*

Während Jo noch vor sich hinschmollt, werden wir kurz darüber informiert, dass es gestern Abend schrecklich chaotisch bei Mary war, denn der Sohnemann wollte seinen Fehler nicht einsehen, die Tochter heulte, weil ihr Bruder solche Probleme über die Familie brachte und Mary war mit den Nerven am Ende. Dabei hatte der "Verbrecher" seine Beute schon zurückgebracht und sich bei seinem "Opfer" entschuldigt. Also blieb für Jo nur noch der morgendliche Anruf bei der Polizei, damit der Junge für den Diebstahl des nachbarlichen Radios keine offiziellen Folgen zu spüren bekommt.

In dieser mieseligen Stimmung kommen Orlas Anruf und die Frage: "Wie war denn der Abend mit deinem Süßen? Hat er dir die Wäsche vom Leib gerissen?" nicht so ganz gelegen. Immerhin schlägt Orla nach der Schilderung all der schrecklichen Vorfälle (*gähn*) vor, dass sie mal Jim McHale auf Paul ansetzt, damit der Junge nicht weiterhin ständig Mist baut.

Außerdem hat der gute Jim für Joanna einen Privatdetektiv gefunden, der sich auf die Suche nach Harrys verschwundener Frau machen könnte. Und bevor die beiden noch weiter über die Arbeit reden können, verabreden sich Orla und Joanna lieber auf ein Gläschen für den Abend. Dann kann Orla der Freundin auch alles über den Typen erzählen, der sie beim letzten Mal angebaggert hat und mit dem sie sich nächste Woche treffen will. Schließlich kann sie nicht mehr darauf hoffen, dass sich Doc Gary nach all der Zeit noch meldet. Oh, und mit Declan ist Orla auch verabredet, denn der hatte sie darum gebeten …

… und das ist ja ungefährlich, weil sie nichts mehr für ihn empfindet.
… und vielleicht bittet er sie sogar um Entschuldigung für seinen Seitensprung.
… und vielleicht gibt er ihr ja ihre drei Tom-Petty-CDs zurück, die er sich vor seinem Trip nach Spanien von ihr geliehen hatte.

Auch wenn ich Orlas Optimismus nicht teile, freue ich mich doch, dass ich den Declan-Fans unter euch bald wieder was bieten kann. ;)

Kapitel 37

Am nächsten Tag ist zumindest Mary gut drauf, als sie in Joannas Büro kommt:


"Draußen ist ein Mann! Er sagt, er heißt Ronan O’Farrell. Er sieht einfach super aus!"


Joanna weiß natürlich sofort, dass das der Privatdetektiv ist, der ihr von Jim McHale empfohlen worden war, aber als sie den gutaussehenden Mann sieht, verschlägt es ihr erst einmal die Sprache.


Die Tür öffnete sich und herein trat der bestaussehende Mann, denn sie je gesehen hatte. Sein Lächeln erhellte den ganzen Raum, während seine blauen Augen direkt auf sie gerichtet waren. Joannas Herz begann zu klopfen. Sie hoffte inständig, dass sie nicht rot werden würde. Als er sich vorbeugte, um ihr die Hand zu reiche, fiel ihm eine unbändige braune Locke über das linke Auge. Joanna musste sich zurückhalten, um sie ihm nicht aus dem Gesicht zu streichen.


Doch damit nicht genug:

Sie murmelte eine Begrüßung und fragte sich, ob das nun Liebe auf den ersten Blick war. Was immer es auch war, sie fühlte sich nicht mehr wie ein lebendiger Mensch, sondern wie ein weiblicher Roboter, der angesichts solch männlicher Schönheit in der Bewegung erstarrt war.


Nunja, was soll man zu solch einer bildhaften Beschreibung noch sagen … *schüttel*

Irgendwann bekommt Joanna sich wieder ein und ist in der Lage Ronan mit seinem Auftrag vertraut zu machen. Er soll in England nach Maura suchen – was er als eine leichte Aufgabe empfindet, da er zur irischen Gemeinde dort gute Kontakte hat.

Ursprünglich wollte Joanna ja auch noch in die Straße fahren, in der Harry und Maura früher gewohnt hatten – in der Hoffnung, dass sie noch alte Nachbarn auftreiben könnte, aber das hatte sie bislang noch nicht geschafft. Kein Problem meint der Privatdetektiv, dann machen wir das eben zusammen!

Während Joannas Gedanken sich noch kurz damit beschäftigen, dass sie vor zwei Tagen noch versucht hat Tom zu verführen, wandern sie ganz schnell weiter und drehen sich um Ronans Beine und wie die wohl unbekleidet aussehen würden und wie es wohl wäre, diese beim Sex zu betrachten. Wobei Joanna bei diesen Überlegungen davon ausgeht, dass seine langen Beine so muskulös sind, wie es sich für einen so schönen Mann gehört.

Inmitten dieser intimen Überlegungen wird Joanna von Ronan gestört, der meint, dass sie doch jetzt gleich zusammen losfahren könnten. Sie scheint ja total überarbeitet zu sein, so unkonzentriert wie sie ist und da kann so eine Pause nur gut tun – und er benötigt auch etwas Action.

Doch da platzt Mary mit dem Tee rein und plaudert beim Servieren gleich noch etwas mit dem Detektiv. Für Joanna nur eine weitere Gelegenheit sich den Adonis anzugucken, der so gar nicht eingebildet zu sein scheint und dessen Hände sie nur zu gern mal auf ihrem Körper spüren würde …

Bevor ihre Fantasie noch weiter mit ihr durchgeht, steht Joanna dann doch lieber auf und teilt Mary mit, dass sie mit Ronan losfahren würde, um sich den alten Wohnort der Sweeneys anzugucken.

"Wie bitte?", fragte Mary verblüfft. Im Büro stapelten sich die Akten, und Joanna verließ das Büro mit einem gut aussehenden Kerl, den sie gerade erst kennengelernt hatte! Mary sah von einem zum anderen. Dann zuckte sie mit den Schultern. Vermutlich hatte Joanna einfach den Verstand verloren.


Während der Fahrt meint Ronan noch, dass er sie gern dabei haben wollte, um sie näher kennenzulernen – und Joanna freut sich so sehr über die Bemerkung, dass jeglicher Gedanke an Tom aus ihren Gehirnwindungen verschwindet. Der Anblick der Straße hingegen macht sie traurig, so eine anheimelnde Gegend und doch ist Harry hier verhaftet worden. In seinem alten Haus wohnt inzwischen eine junge Familie – und die Frau des Hauses findet es ganz schön gruselig, dass in ihrem Heim mal ein Mörder gelebt hat. Immerhin verweist sie die beiden an den nächsten Nachbarn, der schon seit Ewigkeiten dort wohn.

Und siehe da, natürlich kannte der alte Herr Harry Sweeney und seine Maura! Harry war ein netter Mensch, immer für andere da und so engagiert – und doch hat er angeblich ein Mädchen umgebracht. Maura verschwand einige Wochen vor Harrys Verhaftung – eine Nachbarin hatte sie mit ihrem Koffer aus dem Haus gehen sehen, also konnte man davon ausgehen, dass sie nicht von Harry ermordet worden war.

Besagte Nachbarin wohnt nicht nur immer noch in der Gegend, sondern hat auch eine heimelige Küche, in der das Gespräch weitergeht: Sie war damals ganz gut mit Maura befreundet und kann definitiv sagen, dass Maura keine Kinder hatte. Und als sie Maura das letzte Mal sah, hatte sie einen Koffer in der Hand und meinte, sie wollte eine kranke Verwandte in London besuchen. Die Nachbarin ist übrigens sehr empört, dass Maura nicht wiederkam, nachdem Harry verhaftet wurde, denn schließlich muss man seinem Mann in so einer schlimmen Situation doch beistehen. Natürlich hätte niemand in der Nachbarschaft an Harrys Schuld geglaubt, denn er war doch so ein guter Mann.

Achja, als Maura an dem Tag das Haus verließ, musste sie noch einmal umdrehen und hatte, als sie wieder durch die Tür trat, ein gefaltetes Blatt Papier in der Hand, das die Nachbarin an eine Geburtsurkunde erinnerte. Und natürlich grübeln Jo und Ronan darüber nach, was es mit diesem Blatt auf sich haben könnte …

Außerdem stellt Jo fest, dass er nicht nur fantastisch aussieht, sondern auch Humor hat:

"Niemand, der ihn kannte, schien Harry für schuldig zu halten", meinte Ronan, als er die Autotür öffnete. „Was denken Sie, Joanna?“
"Ich glaube auch nicht, dass er schuldig war", gab sie zurück. "Und Agnes Kilmartin war offenkundig so sehr von seiner Unschuld überzeugt, dass sie sogar neben ihm beerdigt werden wollte."
Ronan griente. "Naja, im Grab könnte er ihr ja ohnehin nichts mehr anhaben, nicht war?"
Wieder brachte er Joanna damit zum Lachen. Sie genoss seine Gesellschaft, da er bei jeder Gelegenheit seinen Humor bewies. Mittlerweise hatte sie den Schock über sein unverschämt gutes Aussehen überwunden und merkte, dass er noch mehr zu bieten hatte. So war er beispielsweise auf alle Menschen, mit denen sie gesprochen hatte, freundlich zugegangen.


Und natürlich signalisiert der Privatdetektiv unübersehbar sein Interesse an Joanna, aber die hat Probleme damit eindeutige Signale zurückzusenden, weil sie doch seine Auftraggeberin ist. Einen Moment lang ist sie zwar versucht nachzugeben, als er sie auf einen Drink einladen will – betrunken hätte sie eine Entschuldigung, wenn sie sich ihm an den Hals werfen und ihn um Sex anbetteln würde - , aber dann entscheidet sie sich doch lieber für etwas mehr Zurückhaltung und die Verabredung mit Orla.

Und dann registriert sie glücklich, dass Ronan das nicht missversteht – so wie Tom das tun würde – und einfach nur meint, dass sie das ja dann nächste Woche nachholen könnten, wenn er aus England zurück sei.

Bis dahin, nimmt sich Joanna vor, will sie herausfinden, ob Ronan verheiratet ist – und ob er der passende Mann sei, um sich in ihn zu verlieben …