Freitag, 19. November 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 41+42)


Letzten Freitag gab es in Kapitel 38 ein paar Hintergründe zu Ellen Byrne (Frau von Jackie dem Schläger und ehemalige Kollegin von Colette), sowie eine Szene zwischen Agnes und Ivan (er hatte gerade seine Geliebte Colette ermordet und bringt sie dazu ihm unwissentlich ein Alibi zu geben) und im 40sten Kapitel durften wir mal wieder einen Kneipenbesuch mit Orla und Joanna erleben – letztere schwärmt inzwischen nicht mehr von Tom, sondern von dem schönen Ronan, seines Zeichens Privatdetektiv! Nach diesem Kapitel hatten wir dann auch endlich die Hälfte der Seiten in diesem Buch geschafft …

Perspektivwechsel: Kapitel 41 wird aus der Sicht von Jim McHale erzählt

Zur Auffrischung eurer Erinnerung verweise ich gern noch mal auf meine Charakterübersicht.

Der gute Jim ist auf dem Weg zu einer Adresse, die er von Orla bekommen hatte. Er hinkt immer noch, aber sein Arzt meinte, dass ihm Bewegung gut täte (also findet er sich damit ab, dass er keinen Parkplatz vor dem Haus erwischt hat). Die Gegend ist entzückend, lauter gepflegte Einfamilienhäuser, nur ein Gebäude tanzt unverschämterweise aus der Reihe und wirkt etwas verwahrlost – und das war auch das Ziel des ehemaligen Polizisten!

Wer mag denn da nur wohnen?

Als er klingelt, bekommt Jim die üblichen Familiengeräusche mit: Kinderstimmen, das Schlagen von Türen … und er vermisst mit einem Mal ganz fürchterlich das Familienleben. Geöffnet wird ihm dann von einer hübschen, aber ziemlich erschöpft aussehenden Frau, die wirkt, als ob sie gleich zusammenbricht: Sekretärin Mary!

Die bekommt jetzt auch endlich mal einen Nachnamen von der Autorin verpasst (Mary O’Dowd), was nach dem halben Buch ja auch wirklich Zeit wird.

Mary begrüßt ihn lächelnd, woraufhin er sich gleich ein paar Zentimeter größer fühlt und beschließt alles zu tun, um dieser entzückenden Frau zu helfen. Überhaupt ist er anscheinend hingerissen von ihr: Er findet es toll, dass sie ihn gleich in die Küche führt, statt das Ganze zu einer formellen „Wohnzimmerveranstaltung“ zu machen, außerdem duzt sie ihn und überhaupt bekommt er so große Sehnsucht nach Familienleben. Nun ja …

Jim soll also Marys Sohn Paul wieder auf den rechten Weg führen, damit er nicht auf der schiefen Bahn landet und deshalb will er erst einmal von Mary alles über Paul wissen.

Und Mary erzählte ihm alles: Wie ihr Mann sie wegen einer jüngeren Frau verlassen hatte, wie wenig Geld sie seitdem hatten, wie fruchtlos ihre Versuche waren, Paul Vernunft beizubringen. Nicht lange, da erzählte auch Jim aus seinem Leben. Von seiner Frau Sheila, seiner Pensionierung, seiner Einsamkeit, seit seine Kindern ihn nicht mehr brauchten. Mary war eine wunderbare Zuhörerin, und bald hatte er das Gefühl sie seit Ewigkeiten zu kennen.

Irgendwann fällt den beiden dann doch ein, dass Jim eigentlich wegen Paul da ist und Mary ruft ihren missratenen Sohn in die Küche und lässt ihn dann mit dem ehemaligen Polizisten alleine. Paule erwartet natürlich eine Strafpredigt von dem Fremden und ist erst einmal sehr überrascht, dass der „alte Knacker“ so freundlich zu ihm ist. Außerdem bringt Jim das Gespräch auf Garlic Foodball … äh, Gaelic Football, fragt, ob der Junge ein Dublin-Fan ist und ob er sich die Spiele auch im Stadion anguckt. Das ist für Paule aber der falsche Gesprächpunkt, denn schließlich sind die Karten so teuer und sowieso ist es immer gleich ausverkauft usw.

Doch zufälligerweise hat der gute alte Jim Karten für das All-Ireland-Finale und lädt Paule gleich dazu ein. Der ist natürlich überglücklich, aber auch misstrauisch, weil Jim ihm immer noch keine Strafpredigt gehalten hat. Zum Glück verkneift Jim sich das weiterhin und so kann man nur noch zwei Seiten lang verfolgen, wie Paul darüber nachdenkt, wie blöd das Leben ohne Geld ist, wenn alle anderen in der Schule tolle Fanartikel kaufen können. Und anfangs dachte er ja noch, die Tussi, die sich seinen Vater geschnappt hat, sei Schuld an der Misere, doch dann stellte er fest, dass sein Vater ihn einfach vergessen hat und … Nun, ihr könnt euch die restlichen Gedanken eines rebellischen Teenagers zu dem Thema denken.


Kapitel 42

Joanna hängt im Büro rum und träumt vom schönen Ronan – inzwischen hat sie Jim McHale über ihn ausfragen können und herausgefunden, dass der Privatdetektiv weder Frau noch Kinder hat. Jetzt muss Ronan nur noch aus England zurückkommen und eine Spur von Maura haben, dann ist die gute Jo bereit sich ihm an den Hals zu werfen.

Während sie noch über eine solche Szene nachsinnt, öffnet sich die Tür zu ihrem Büro und das Objekt ihrer Begierde steckt den Kopf ins Zimmer. (Wo bleibt Mary, wenn man sie braucht?)

Der schöne Ronan hatte zwar keinen Erfolg damit Maura aufzustöbern, aber immerhin hat er in Erfahrung bringen können, dass Maura 1970 von einem englischen Arzt behandelt wurde. Der Mann hatte sogar noch seine Akten und konnte Ronan mitteilen, dass Maura damals hochschwanger war. Der Mediziner hatte die Frau damals an eine Hebamme verwiesen und nie wieder von ihr gehört.

Während Joanna schon Hoffnung schöpft, muss Ronan ihr allerdings sagen, dass Maura damals eine falsche Adresse mitgeteilt hätte und darüber nicht auszustöbern gewesen sei. Immerhin hätten sie nun die Gewissheit, dass Maura ein Kind erwartete – und selbst wenn Harry nicht der leibliche Vater gewesen sein sollte, so wäre es gesetzlich ein „Nachkomme von Harry Sweeney“, der er und Maura zu dem Zeitpunkt noch verheiratet waren.

Nächste Woche will Ronan wieder nach London reisen, um die Hebamme aufzuspüren, jetzt allerdings muss er sich erst einmal um dringendere Fälle kümmern. Oh, und wenn Joanna mehr über seine Maura-Recherchen erfahren wolle, dann könne man sich ja am Abend zum Essen treffen.

Jo ist überaus erleichtert darüber, dass das mit dem schönen Ronan alles so super läuft – und sagt natürlich die Essensverabredung zu:
Es war alles ganz klar: Sie würde sich in Ronan O’Farrell verlieben, und die Idee gefiel ihr. Nicht diese ständige Ungewissheit wie mit Tom Kilmartin. Die Sache mit Tom war vorüber. Vielleicht würde es ihr ja leichter fallen, das Testament seiner Mutter zu vollstrecken, wenn da nicht mehr diese Spannung wäre.
Als Joanna abends in das Restaurant kommt, ist Ronan schon da – ein Umstand, der sie sehr erfreut, denn das signalisiert, dass er es nicht nötig hätte, auf sich warten zu lassen, und dass es ihm nicht peinlich ist, sein eindeutiges Interesse an ihr zu signalisieren. Der Abend vergeht dann mit heiteren Episoden vom Job – ein Thema, zu dem beide etwas beizusteuern haben. Und die gute Jo wundert sich darüber, wie ungezwungen sie mit Ronan umgehen kann und wie toll doch alles ist. Jetzt wünschte sie sich nur noch, dass ihre Freundin Orla sie mal so sehen könnte! (Ja, das wäre an so einem Abend bestimmt auch einer meiner Hauptgedanken ...)

Dann fragt Ronan noch, ob sie nach dem Essen einen Schluck in einer Bar nehmen wollen – und Jo wirft all ihre Bedenken über Bord, überlegt sich, dass sie ihre Katze (Devil – vielleicht erinnert ihr euch, das ist das Tier, welches dringend kastriert werden sollte!) morgen mit einem Leckerli darüber hinwegtrösten könnte, wenn es zu spät wird) und geht noch eine Runde mit dem schönen Ronan auf Tour.

Erst um Mitternacht (ich bin schockiert ob dieser späten Stunde) machen sich die beiden auf den Heimweg, wobei Ronan im Taxi seinen Arm auf Joannas Schultern liegen lässt. Dabei ist die Anwältin schon etwas enttäuscht, weil Ronan sie nur zuhause absetzen will, um dann in dem Taxi heimzufahren. Als Jo im angetrunkenen Zustand ihren Schlüssel nicht findet, hilft er ihr bei der Suche in ihrer Handtasche und Joanna nimmt all ihren Mut zusammen und fragt ihn, ob er nicht über Nacht bleiben will.

Der schöne Ronan bezahlt also das Taxi, schickt den Fahrer weg und kommt wieder zu Joanna an die Tür – und fragt erst jetzt, ob sie das wirklich will. Nun … jetzt kann sie ihn ja schlecht noch nach Hause schicken, er müsste dann vielleicht sogar zu Fuß zur U-Bahn oder so … ;)< Als er dann im Flur einen Finger über den Tisch streichen lässt, kann Joanna vor Begehren kaum noch an sich halten – und schon ist er an ihrer Seite, um ihr die Bluse vom Leib zu reißen. Etwas, was er schon bei ihrer ersten Begegnung tun wollte. Nach etwas Fummeln im Flur meint er, dass sie doch vielleicht besser oben weitermachen sollten und Jo führt ihn – froh darüber, dass sie am Morgen erst die Laken gewechselt hat – in ihr Schlafzimmer. Ganz ehrlich, wenn ich bei sowas lese, dass sie sich Gedanken um ihre Bett- und ihre Unterwäsche macht, dann beschleicht mich schon der Verdacht, dass das Begehren nicht so überwältigend sein kann, wie die Autorin es schildert. Und die detaillierteren Beschreibungen hätten fast einen Platz in Irinas „Protokoll der Grausamkeiten“ verdient. ;)
Plötzlich öffnete er ihre Schenkel und begann, sie langsam auszusaugen, bis sie sich wand vor Lust. Dann war er in ihr, und sie krümmten sich gemeinsam vor und zurück wie zwei Besessene.
Nachdem Ronan sich gefragt hat, ob es ihr gefällt, schwärmt Joanna noch ein bisschen, weil er ja so rücksichtvoll ist und noch kein Mann zuvor sich Gedanken darüber gemacht hat, ob ihr der Sex gefallen könnte und dann ist dieses Kapitel dann zum Glück auch zu Ende.
Schließlich erreichte ihr Begehren den Gipfel, und sie ließ sich los.
Gleich darauf kam auch Ronan. Das Mondlicht, das durch die Fenster hereinfiel, legte sich über ihre erschöpften Körper.
Nunja, sehr romantisch das Ganze … mal sehen, wie es mit diesem Traumpaar noch weitergeht.

Kommentare:

Natira hat gesagt…

Ach was Mary und Jimmy-Boy, wer hätte das erwartet *g* Und was ist Jimmy-Boy cool, weiß genau das richtige zu sagen und zu tun beim Paulchen ... Da fällt mir nur ein "Topf und Deckel" :D

Und -- äh -- ja, Du hast recht. Deine Zitate können auch in Irinas Protokolle passen! Ich hatte ja wirklich gehofft, daß der schöne Rohan schwul ist, aber ... muß ich jetzt befürchten, daß er eine männliche Schlampe ist? Vielleicht reicht ihm ja Jo nicht. Bei dieser Autorin denke ich inzwischen immer irgendwie an Extreme ...

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Sind diese Entwicklungen nicht in jeder Hinsicht absolut überraschend? :D

"Bei dieser Autorin denke ich inzwischen immer irgendwie an Extreme ..."

Oh, ich auch! Extrem vorhersehbar, extrem unglaubwürdig, extram langweilig, extrem ... ;)

Und ich bin mir sicher, dass Ronan keine Schlampe ist - er ist gewiss nur so überwältigt von Joannas ... Persönlichkeit?

irina hat gesagt…

Sehr faszinierend, wie Jo ihr Verliebtsein plant! Ob sie das auch getan hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie ausgesaugt wird?! *eek*

Winterkatze hat gesagt…

Anscheinend hat Jo ihre Aussaugung ja gefallen ... *kopfschüttel*

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