Freitag, 12. November 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 38, 39+40)


Die letzten beiden Kapitel (36+37) beglückten uns mit einer Joanna, die sich selber schrecklich leid tat, weil sie 1. ihrer Sekretärin/Freundin Mary zur Seite stehen musste, obwohl der gute alte Tom sie endlich küssen wollte und 2. weil Tom es nicht geschafft hat sie zu küssen. Um sich besser zu fühlen, hat sie sich dann gleich ihrem neuen Privatdetektiv Ronan O’Farrell, der anscheinend ein unglaublich schöner, sympathischer und humorvoller Mann ist, an den Hals werfen wollen …

Perspektivwechsel: Kapitel 38 wird aus der Sicht von Ellen Byrne erzählt

Bitte Hand heben, wer jetzt so spontan keine Ahnung hat, wer Ellen Byrne ist!

Okay, zur Erinnerung: Ellen ist die Nachbarin von Doc Gary, die, die angeblich von dem Hund des Arztes gebissen wurde, und verheiratet mit dem Goldjungen Jackie …

Für Ellen ist der heutige Tag ein guter Tag: Ihr Mann war noch in England und würde sie also nicht schlagen können, außerdem würde sie am Nachmittag als Kellnerin in einem Café arbeiten. Der Job gefiel ihr: Viele Menschen, eine nette Kollegin, einfaches Essen und eine trubelige Umgebung.

Ihr gefiel es nicht, dass ihr Mann sein Geld mit dem Klauen von Autos verdiente, „aber sie stand ihm dabei notgedrungen zur Seite, wenn auch unfreiwillig. Sie kaufte die Fahrkarten für die Fähre, machte ihm Sandwiches für die Reise und seufzte erleichtert auf, wenn er endlich auf der Fähre war, denn für sie bedeutete dies wenigstens einige Tage Ruhe.“

Es kam ihr nie in den Sinn ihn zu verlassen (ebenso wenig wie ihm, dass sie ihn verlassen könnte), denn beide kannten es nicht anders. In Ellens Familie waren alle Frauen geschlagen worden und die kurze Zeit, die sie zusammen mit Colette auf den Strich gegangen war, hatte ihr gezeigt, dass bei vielen  Männern die Hand eben lockerer saß. Das gehörte eben zu einer Beziehung zwischen Mann und Frau dazu …

Seit dem Ellen und Jackie 1970 geheiratet hatten, war sie schuld an allem, was bei ihm schief lief. Vor allem aber ist sie der Grund, warum er kein großer Gangster geworden ist, obwohl er doch immer dafür geträumt hat. Und somit hat sie logischerweise die Misshandlung durch ihren Mann verdient.

Ein guter Tag war für Ellen, wenn sie nicht geschlagen wurde, ein besonders schlechter Tag kündigte sich damit an, dass Jackie sie anbrüllte und sagte, dass er sie ja nur geheiratet hätte, weil sein Vater das von ihm verlangt habe. Für Ellen eine absolut unverständliche Aussage, denn schließlich war sie vor der Hochzeit nicht schwanger gewesen. Sie kann seit der Chlamydieninfektion eh keine Kinder mehr bekommen ...

(Ich liebe dieses dezente Verknüpfen der diversen Handlungsstränge, das kann Linda Kavanagh wirlich … ;) )

Obwohl Ellen schon gern wüsste, warum ihr Mann immer sowas sagen würde, traut sie sich angesichts seiner erhobenen Fäuste nie zu fragen. Und ihren Schwiegervater hätte sie erst recht nicht fragen können, denn der hat ihr Angst gemacht. Immer saß er vor ihr und grinste, als ob er etwas wüsste, was sie nie erfahren würde.

(Ich weiß es auch, ich weiß es auch! ;) )

Ein bisschen hat Ellen ein schlechtes Gewissen wegen der Sache mit Bruce (Doc Garys Hund), aber sie musste ja zum Arzt, weil Jackie sie so stark gebissen hatte – und dann wollte Jackie noch Kapital aus der Sache schlagen und das Ganze lief aus dem Ruder … Mit diesen Gedanken verlässt Ellen ihr gemütliches Heim und macht sich auf den Weg zur Arbeit, etwas besorgt ist sie allerdings, weil ihr Chef und die Kollegen das neuste Veilchen entdecken und wieder Fragen stellen könnten.


Perspektivwechsel: Kapitel 39 wird aus der Sicht von Agnes und Ivan erzählt

Die gute Agnes schleicht sich um Mitternacht ins Haus und ist sehr erleichtert, weil Ivan der Schreckliche noch nicht da ist. So kann sie noch duschen und unbehelligt ins Bett kommen und es besteht die Hoffnung, dass er bei seiner Heimkehr so von seinem Flittchen befriedigt wurde, dass er seine Frau in Ruhe lässt.

Vor Agnes liegt eine goldene Zukunft, „Harrys Küsse brannten noch auf ihrer Haut“ und alles ist für die Flucht nach Australien vorbereitet – nun kann niemand mehr sie und ihren Geliebten aufhalten.

Kurz bevor Agnes einschläft, stapft Ivan ins Haus und „weckt“ sie. Er sieht dabei so schrecklich aus, dass Agnes fast Mitleid mit ihrem Mann bekommt. „Hör zu“, brummte er undeutlich. „Falls jemand fragen sollte, wo ich heute Abend war, dann sagst du, ich sei hier bei dir gewesen.“
„Natürlich“, stimmte Agnes bereitwillig zu. (Was meiner Meinung nach nur wieder zeigt, wie wenig Verstand die Frau hat, sie ist nur froh, dass er keinen Sex haben will und nicht  mitbekommen hat, dass sie selber den Abend über „ausgegangen“ war.)

Ivan hingegen ist sehr zufrieden mit sich, aus seinem kleine Wutanfall hat sich doch noch etwas Gutes ergeben. Er war zwar einen kurzen  Moment in Panik geraten, aber der gute alte Paddy hat ja alles noch in Ordnung bringen können. Und nun freut sich Ivan schon auf Agnes Gesicht, wenn sie herausfindet, dass Harry wegen Mordes verhaftet worden ist.

Und nachdem er Colette losgeworden ist, würde er gleich morgen losziehen und sich einen Ersatz für das Flittchen suchen. Schließlich hat er sich in den letzten Monaten ja auch gut ohne sie behelfen können – unmöglich, dass sie einfach für so lange Zeit nach England verschwindet! Ihre Leiche hatten sie im Park neben Harrys Reifenspuren abgelegt und sogar noch einen Zigarettenstummel von dem Gewerkschaftler gefunden, der vielleicht seine Fingerabdrücke aufweisen würde.

Rundum mit sich zufrieden schläft Ivan mit einem Grinsen auf dem Gesicht ein …

Kapitel 40

Joanna und Orla sitzen trinkend in einer Bar und Jo vertraut ihrer Freundin an, dass irgendwas nicht mit ihr stimmen würde, denn vor ein paar Tagen war sie noch verrückt nach Tom und nun denkt sie nur noch daran Ronan die Kleider vom Leib zu reißen.

Für Orla gibt es da nur folgende Erklärungen:
  1. die Freundin ist eine Schlampe, ein Flittchen, ein loser Vogel (natürlich wird diese Vermutung mit einem scherzhaften Grinsen geäußert).
  2. Bei Ronan reizt das Unbekannte und
  3. Joanna hatte eben schon viel zu lange keinen Sex mehr und dann passieren solche Gefühlsverwirrungen eben.
Während Joanna noch von Ronan schwärmt, unkt Orla, dass so ein Prachtstück vermutlich eine Frau und zehn Kinder hat. Und auch Jo vermutet das Schlimmste, denn solche Männer sind ja nie noch frei! Außerdem überlegt sie, wie sie damit umgehen soll, dass sie nächste Woche ein Treffen mit Tom und Ronan arrangieren muss, damit sich die beiden kennenlernen – schließlich zahlt Tom Ronans Rechnungen!

Um von diesem Gedanken abzulenken, fragt Joanna Orla, ob sich Doc Gary inzwischen mal gemeldet hat – doch die meint, dass gerade nur ein Mann ein Date mit ihr haben will: Declan!

Obwohl Orla schrecklich geknickt ist, weil Gary sich nicht meldet, obwohl sie dachte, dass er sich für sie interessiert, dass er etwas besonderes ist, dass er … guckt sie sich noch etwas in der Bar um und entdeckt einen Typen, der sie ablenken könnte. Und da der Herr sogar so nett ist und ihre und Jo einen Drink spendiert, wird er gleich an den Tisch geladen – in der Hoffnung, dass er noch einen Freund hat, der was für Joanna wäre.

„Das ist der richtige Sportsgeist“, lachte Orla. „Heute bin ich ohnehin in der Laune für ein bisschen Unfug! Und nächste Woche sicher auch, wenn der Typ anruft, der gerade auf Geschäftsreise ist. Ich werde jedenfalls nicht wie ein Trauerkloß herumsitzen, auch wenn Gary Culhane mich nicht will!“

Und mit diesem schönen Zitat haben wir die Hälfte des Buches geschafft! :D

Kommentare:

Bibendum hat gesagt…

*hebt die Hand* Das ist aber auch kein Wunder, denn ich habe ja ein kleines Gedächtnisproblem, wenn es um Bücher geht. ;)

Mensch, da gibt es heute ja zwei Gründe um zum Whiskey zu greifen. 1. sind da ja die altbekannten Protagonisten, die einen immer dazu verleiten, mit dem Kopf auf den Tisch zu dötzen und 2. ist Bergfest, taddaaaa! Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist?

Also dann "Prost!"

Natira hat gesagt…

Bergfest! ui! *stößt mit dem Whiskey an*

Außerdem erhebe ich auch die Hand!

Und ich nehme einen zweiten Schluck wegen Ellen und Agnes *kopfschüttelnd liest*

Oh und Joanna und Orla, die zwei Luder *noch einen Schluck nimmt*

*hicks* Vielleicht ist Ronan schwul *hicks*
Prost ...

Winterkatze hat gesagt…

@Bibendum und Natira: Ihr habt das Wochenende auf jeden Fall gut begonnen - gemeinsam Whiskey trinken und sich auf Castle freuen. ;)

Was die Gedächtnisprobleme angeht: Ellen kam ja auch noch nicht so wirklich vor - und die gute Linda sorgt ja dafür, dass selbst der vergesslichste Mensch die Verbindungen nicht übersehen kann. ;)

Ich hoffe, Bibendum, du hast beim Lesen ein Kissen bei der Hand - auch wenn du bei der Arbeit einen Blick ins "Kapitelweise" wirfst!

Und Natira, es wäre so eine Erleichterung für uns Leser, wenn Ronan schwul wäre ... ;D

Bibendum hat gesagt…

Natürlich habe ich ein Kissen im Büro. Schließlich arbeite ich im öffentlichen Dienst. *g*

Winterkatze hat gesagt…

@Bibendum: Ah, wie konnte ich das vergessen! Da musst du ja geradezu ein Kissen bei der Hand haben ... ;)

irina hat gesagt…

Wir haben erst die Hälfte geschafft?! Bis zum Ende haben wir den Whisky-Vorrat der letzten zehn Jahre vernichtet! *umfall*

Winterkatze hat gesagt…

@Irina: Ich bin mir sicher, dass der Rest viel schneller geht. Schließlich haben wir jetzt bestimmt endlich alle Figuren eingeführt und es geht nur noch darum, die losen Enden zu verknüpfen und das Rätsel um Agnes Testament zu klären! :D

*schiebt Irina unauffällig eine Flasche Scotch zu*

irina hat gesagt…

Den Scotch brauch ich auch, wenn ich weiter durchhalten soll! *lach*

Winterkatze hat gesagt…

Ach, die Autorin hat sich doch endlich warmgeschrieben, jetzt wird es bestimmt mit jedem Kapitel besser! :D

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