Freitag, 22. Oktober 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 33+34)

Wieder ist hier nur ein Kapitel zusammenzufassen, dafür wird es heute aber mehr für euch zum Lesen geben. Kapitel 32 brachte uns keinerlei neue Erkenntnisse, dafür aber die Schilderung eines Samstages, den unsere Superanwältin Joanna zusammen mit ihrer Sekretärin Mary und deren beiden Kindern verbrachte. Abgesehen davon, dass dieses Absätze Joannas unglaubliche „Menschenkenntnis“ in Bezug auf Kinder verrieten, hat sie sich am Ende des Tages dann doch noch dazu durchringen können, noch einmal mit Agnes Krankenschwester zu sprechen … Ehrlich gesagt, das war alles einfach blah! Aber nun geht es weiter mit den spannenden Ereignissen im schöne Dublin!

Kapitel 33

Am Montagmorgen freut sich Joanna über das tolle Sonnenwetter – bestimmt ein gutes Omen für ihr Nicht-Date mit Tom am Abend. Auch wenn sie sich nur als alte Freunde treffen, zusammen Essen, Unterlagen suchen und über ihre Mütter schwatzen wollen, beschließt Joanna, dass sie mit allen Waffen einer Frau in dieses Treffen ziehen wird. Sie will ganz zufällig umwerfend aussehen und mit Blicken um sich werfen, wie die Frauen in Filmen es immer tun – kurzer Einschub: Die Frau soll wirklich Mitte Dreißig sein?! – und alles daran setzen, um ihn zu verführen.

Natürlich nur, wenn sie beim Werfen der besagten Blick nicht peinlicherweise „rot wie eine Biotomate“ wird – und nachdem sie herausgefunden hat, ob Tom wirklich keine Frau in seinem Leben hat. Schließlich hat sie ernste Absichten – und wenn das mit Tom nicht klappt, dann wird sie mit Orla durch sämtliche Bars der Stadt tingeln bis sie jemanden anderen kennenlernt. Nun ja, auch ein Plan …

Kurz bevor sie sich aufmacht, um Tom endlich heimzusuchen, bittet sie Mary noch ein wenig im Büro die Stellung für sie zu halten. Und wie das nun mal so ist, wenn man seine Sekretärin wie eine Freundin behandelt, kann sich diese einen Kommentar wegen des Friseurbesuchs am Mittag nicht verkneifen. Vor allem will Mary natürlich wissen, ob Joanna heute Abend noch was vorhat. Doch Jo verleugnet jeden Termin und behauptet einfach, dass sie beim Friseur war, weil sie keine Lust zum Haare waschen gehabt hätte. Wenn das nicht mal eine glaubwürdige Ausrede ist, Frau Anwältin!

Nach diesem unglaublich überflüssigem Dialog, rennt Joanna immer noch nicht aus der Tür, sondern greift noch einmal zum Telefon. Schließlich muss sie noch ihren Plan vom Samstag in die Tat umsetzen und ein erneutes Mal Kontakt zu Agnes Krankenschwester Lisa Noonan aufnehmen. Und wirklich, nach ein paar supergeschickten Fragen, die ungefähr so anfangen „Könnte sie nicht auch gesagt haben …“ lenkt die Krankenschwester ein und könnte am Ende des Gesprächs fast beschwören, dass Agnes nicht von einer Katze, sondern von ihrer Freundin Cats gesprochen hat. Kaum hat Jo dieses Ergebnis bei ihrem Gespräch erreicht, legt sie auch schon den Hörer auf, überlegt kurz, dass sie ja am nächsten Tag mal wieder bei ihrer Mutter vorbeigehen könnte und freut sich weiter auf den Abend mit Tom.

Kapitel 34

Endlich kommt es zu dem langersehnten romantischen Nicht-Date zwischen Joanna und Tom! Auch Tom hat sich für diese Gelegenheit schick gemacht und extra eine Schürze mit einem Metzgerei-Aufdruck angezogen – nunja, sehr ansprechend … Während die beiden in die Küche gehen, nimmt Joannas Nase schon einmal Witterung auf – nach dem Essen, nicht nach Tom, nur für den Fall, dass eine von euch schon wieder in die falsche Richtung denken sollte.

Im Ofen brutzelt ein Lammbraten vor sich hin und während Jo schon vor sich hinsabbert, versichert sie Tom, dass sie überhaupt nichts dagegen hat, dass er ein neues Rezept ausprobiert. Schließlich würde sie ja fast alles essen und müsste deshalb dringend sechs Kilo abnehmen. Doch Tom lässt einen anerkennenden Blick über ihren Körper streifen und meint, dass sie perfekt ist. Und weil die gute Joanna mit so einem Kompliment nicht umgehen kann, öffnet sie schon mal die erste Weinflasche (seht ihr, es geht auch ohne Whiskey! *g*).

Als Tom das Menü aufzählt (Lamm, Ofenkartoffeln und Gemüse mit Knoblauch und Orangensauce und zum Nachtisch den gewünschten Banoffee Pie) ist sich Jo sicher, dass er nur deshalb so gut kocht, weil er etwas für sie empfindet. Doch sie kann nicht mehr sagen als:


„Herrlich. Ich gebe zu, dass ich ganz ausgehungert bin!“ Nach deinen Lippen, fügte sie bei sich hinzu.


Und dabei überlegt sie verzweifelt, wie sie das Gespräch auf das Thema „Hast du eine Freundin?“ bringen könnte. Doch erst einmal wird angestoßen und tief in die Augen geguckt – und dann guckt der gute Tom weg und fragt nach der Arbeit in der Kanzlei.

Ganz ehrlich, was da auf den nächsten Seiten an Hin- und Hergeeier folgt, ist so unerträglich, dass ich das für euch nicht im Detail wiedergeben werde. Kurz zusammengefasst kann ich sagen, dass Tom und Jo sich immer wieder näher kommen, um dann wieder die Flucht zu ergreifen. Soviel Aneinandervorbeigerede ist kaum auszuhalten, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie sich doch schon so lange und so gut kennen.

Besonders die gute Joanna denkt bei jedem Satz darüber nach, wie Tom das wohl gemeint haben könnte, ob das jetzt eine Andeutung sein sollte, dass er sie mag, oder doch eher, dass er gerade eine andere Frau kennengelernt hat usw. usf. – zum Glück klingelt Jos Telefon, bevor die beiden sich nach all dem Essen (unsere Anwältin hat dabei vor lauter Nervosität gespachtelt wie ein Scheunendrescher und sich die ganze Zeit Sorgen gemacht, dass er sie für verfressen halten könnte, während er glücklich Nachschlag verteilen wollte) doch noch küssen konnten.

Achja, neben all dem Umeinanderrumtanzen gab es doch noch ein paar wichtige Informationen von Tom: Agnes hat über jeden Cent, den sie in all den Jahren ihrer Ehe ausgab, ein Haushaltsbuch geführt. Und sie hat dreißig Jahre lang jeden Monat eine Summe per Postanweisung gezahlt, die sie in ihrem Haushaltsbuch nicht aufgeführt hatte. Genau genommen sieht es sogar so aus, als ob sie zwar über jeden Cent Rechenschaft hätte ablegen können, aber nur, um diese ominösen Überweisungen zu vertuschen!

Doch zurück zu dem Anruf, der zu einem so unpassenden Zeitpunkt erfolgte: Die Anruferin ist eine heulende Mary, die Joanna davon berichtet, dass der ungeratene Sohn Paul beim Nachbarn eingebrochen hat und ein Radio klaute. Der Nachbar hat natürlich die Polizei gerufen und nun gibt es für den ungeratenen Bengel Ärger!

Joanna verspricht natürlich, dass sie sofort vorbeikommt, um Mary Beistand zu leisten – und auf der ganzen Fahrt verflucht sie sich selber dafür, dass sie ihrer Sekretärin nicht erzählt hatte, was für ein wichtiger Abend das für sie sein würde …

Nun ja, Pech gehabt! Aber an dieser Stelle schon ein Kuss und eine Beziehung mit Tom wäre ja auch total übereilt gewesen. *dumdidum*

Kommentare:

evi hat gesagt…

Nachdem es Gemüse mit Knoblauch gegeben hat, wär der Kuss vielleicht eh nicht ganz so schmackhaft ausgefallen. *lach*

Winterkatze hat gesagt…

Ach, Evi, sie hatten doch beide Knoblauch, da merkt man doch beim Küssen gar nichts davon - vor allem, wenn man schon sooo lange aufeinander wartet. *fg*

Natira hat gesagt…

ha! Als hätte Joannas wichter Abend den Troublemaker Paul abgehalten, ein Radio zu klausen... Und wen hätte Mary wohl angerufen, wenn sie von dem Nicht-Date gewußt hätte!
*mit dem Kopf auf das Kissen(jawohl!*g*), welches sich auf dem Tisch befindet, haut*

Und dann dieses pubertäre Verhalten von Tommy und Joany *die Augen verdreht*

Es ist mir egal, ob es ohne Whiskey im Buch geht, ich nehme einen weiteren Schluck ;)

Winterkatze hat gesagt…

Natira: Ach, bestimmt hätte die Super-Mary ihrem Sohn beim Abendessen gesagt, dass er heute keinen Mist mehr bauen darf, weil die Jo ja ein Nicht-Date hat und deshalb seine Mutter im Zweifelsfall nicht zur Seite stehen kann! Oder so ... *g*

Ein Kissen? Auf dem Tisch? Für den Kopf? Hm, gar keine so schlechte Idee! :D

Natira hat gesagt…

Ja... soviel Whiskey hatte ich noch nicht intus, daß ich nicht vorher an das Kissenparty-Assessoire gedacht hätte ;)

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