Freitag, 10. September 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 23)


In Kapitel 22 durften wir verfolgen, wie Declan nach seine Begegnung mit dem Stier von Doc Gary verarztet wurde. Dabei hat Declan dem Arzt erzählt, dass er mit Orla verlobt sei, woraufhin der Mediziner sich ein für alle Mal diese Dame aus dem Kopf geschlagen hat. Immerhin stimmt der Doc mit uns darüber überein, dass Declan ein Idiot ist, dem man am Besten die große Klappe zunähen sollte.


Perspektivwechsel: Kapitel 23 wird aus der Sicht Declan erzählt

Jupp, ihr lest richtig! Die Abenteuer des groß(mäuligen) Declan sind immer noch nicht vorbei!

Nachdem er im Krankenhaus wieder zusammengeflickt wurde, macht sich Declan auf zu Sasha und ihrem Hintern. Auch wenn er sich in der Nacht noch vorgestellt hatte, dass er wieder mit Orla zusammen kommen könnte, so ist ihm doch klar, dass seine Chancen bei Sasha größer sind.

Doch erst einmal benötigt er eine fundierte Geschichte, die seine Abwesenheit und seine Verletzung erklärt. Und so kommt unser journalistisches Genie auf den Gedanken, dass es bestimmt überzeugend sei, wenn er erzählen würde, dass er von einem Auto angefahren wurde. Dessen Fahrer ist natürlich geflüchtet und hat ihn halbtot auf der Straße liegen gelassen. Deshalb konnte Declan für Sasha auch nicht den versprochenen Rosenstrauß mitbringen!

Und da er so von seiner Geschichte überzeugt ist, beschließt Declan, dass er die auch seinem Chef vortragen könnte.

Dann hätte er wenigstens noch ein paar Tage frei. Er würde es sich in Sashas Bett gemütlich machen und testen, ob seine Männlichkeit noch einwandfrei funktionierte.


Was für ein Plan! Und das nach so einer Nacht! Doch als er bei Sasha anklopft, wird er erst einmal angekeift, während die Dame und ihr Hintern in ein durchsichtiges Nachthemd gehüllt sind, „das der Fantasie wirklich keinerkeu Spielraum mehr übrig ließ“.

Als Declan erzählt, dass er im Krankenhaus war, huschte kurz ein Hauch von Mitgefühl über das Gesicht seines Betthäschens. Doch unser Held musste seine Geschichte ja noch weiter ausschmücken und spinnt die Sache weiter, in dem er berichtet, wie er aus der Wohnung seines Kollegen John Boyle gekommen sei …

Aber Sasha weiß mehr, als Declan ahnen kann und so sieht er sich kurz darauf eine Furie gegenüber, während der unbekleidete John Boyle hinter Sasha im Flur auftaucht.


Offensichtlich hatte sein ehemaliger Freund die Nacht mit Sasha verbracht, um sie über die verschollenen Rosen hinwegzutrösten.
Angesichts der Fakten blieb Declan nur noch ein Rückzug in Würde. Er würde aus Sashas Leben verschwinden, als ginge ihn das alles nichts an. Sie sollte nicht glauben, dass ihr herzloses Verhalten ihn in irgendeiner Weise berührte. Der würde er es noch zeigen …


Doch dann fällt Declan ein, dass in Sashas Apartment noch all seine Sachen sind, also versucht er es mit der versöhnlichen Tour und schlägt vor, dass er seinen Kram jetzt schnell und ohne Szenen holt und damit das Ganze vergessen ist.

Noch während er redet, fällt ihm auf, dass er da gerade einen taktischen Fehler gemacht hat. Denn Sasha gehört zu den Frauen, die es lieben, wenn Männer um sie kämpfen. Da wäre es deutlich besser gewesen, wenn er die Wohnung gestürmt hätte, um den nackten John Boyle am Kragen zu packen und vor die Tür zu setzen.

Dementsprechend ist Sasha auch sehr wütend über sein rückgradloses Verhalten, keift Declan an und schlägt ihm die Tür vor der Nase zu. Als nächstes hört er das Öffnen des Fensters und das Zerreißen von Papier, während John ausruft: „Oh nein, Sasha! Das kannst du ihm nicht antun!“
Wer sich jetzt hier wundert, dass das alles durch die geschlossene Tür zu hören ist: Nach allem, was ich über modernen irischen Wohnungsbau weiß, ist das eine überaus realistische Szene. ;)

Doch weiter geht es mit Declan, dem langsam dämmert, was da in der Wohnung vor sich geht. Um Sasha von ihrem schändlichen Tun abzuhalten, hämmert er gegen die Tür und fleht sie an aufzuhören.

Daraufhin öffnete sich die Tür erneut, und eine schwer atmende, aber offensichtlich zufriedenen Sasha stand vor ihm.
„So, du Schlappschwanz. Jetzt kannst du deine Habseligkeiten einsammeln. Sie sind gerade per Expresszustellung aus dem Fenster geflogen!“
Declan verlor nicht eine Sekunde mit irgendwelchen Protesten. Stattdessen flog er die Treppe hinunter und flehte währenddessen inständig zu Gott: „Ich weiß ja, dass ich mich jahrelang nicht um dich geschert habe, aber bitte lass nicht zu, dass meiner Autogrammsammlung etwas passiert. Ich schöre, ich fange gleich morgen an, regelmäßig in die Kirche zu gehen, wenn du mir nur diesen eine kleinen Gefallen tust …

Doch Gott scheint nicht zugehört zu haben, und so findet Declan seine Klamotten und CDs verstreut in den Blumenbeeten, gekrönt von einer hübschen Konfettischicht, die früher einmal seine Autogrammsammlung gewesen war. Zum ersten Mal seit seinem sechsten Lebensjahr (damals war er vom Apfelbaum gefallen) bricht Declan in Tränen aus, während vor ihm die Trümmer seines Lebens liegen.

Nun, ich kann mit Declans Unglück leben. Und wer weiß, vielleicht gibt dies der Autorin ja mal die Gelegenheit mit der Haupthandlung – hm, worum ging es eigentlich noch? – weiterzumachen.

Kommentare:

Bibendum hat gesagt…

Jetzt ist endlich raus, warum Declan so ein Idiot ist. Er ist vom Apfelbaum geplumst. Wer weiß, was damals alles bei ihm kaputtgegangen ist. Mit nem dickeren Hintern wäre er bestimmt weicher gefallen. ;)

Winterkatze hat gesagt…

@Bibendum: Ich bin mir noch nicht sicher, ob das alle seine Verhaltensweisen erklärt! Und wenn, dann frage ich mich, wie der Mensch mit so einem Schaden seinem Job nachgehen kann. ;)

SusiB hat gesagt…

Was habt ihr denn? Der Mann weiß eben, wie man Prioritäten setzt! 1) Autogrammsammlung, 2) Männlichkeit funktioniert noch, 3) Freundin mit dickem Hintern (muß aber nicht unbedingt sein)...

Natira hat gesagt…

*liest kichernd die bisherigen Kommentare und trinkt nebenbei einen Whiskey*

Zunächst einmal: Genau die Frage, die Du am Ende des Post stellst, ging mir beim Lesen dieses Posts durch den Kopf *lach* Wenn ich aber so darüber nachdenke, dann könnte mit dem Titel "Meinem Herzen so nah" durchaus Declans Autogrammsammlung gemeint gewesen sein ... *kichert*

Was für ein Kerl *mit den Augen rollt*!

Winterkatze hat gesagt…

@Susi: Also, wenn du es so zusammenfasst, dann ist Declan also nur ein Durchschnittsmann und wir regen uns fast umsonst auf ... ;)

@Natira: Tststs, hast du deine Vorräte schon aufgefrischt? :D Und da ich heute auch den "Kapitelweise"-Beitrag für die nächste Woche - und die Charakterzusammenfassung - geschrieben habe, erinnere ich mich inzwischen wieder: Das Ganze drehte sich eigentlich um Agnes seltsame Testamentsbedingungen und nicht um die Darstellung von Declans Idiotie!

Deine Titelinterpretation gefällt mir aber! Deutlich besser als "Love Child", was ja nun etwas arg aufgesetzt ist. ;)

Natira hat gesagt…

Nein..., ich war sparsam *kichert*

Bist Du sicher, da es um Agnes geht? Vielleicht irren wir uns alle und es geht eigentlich um Joannas Sekretärin *schlägt fix bei Charaktere nach* namens Mary?!

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Okay, mit sparsam kann ich leben! ;)

Äh, ja, ich glaube schon, dass es um Agnes (und Harry) geht ... oder Jo und Tom ... oder Orla und die Hälfte aller Dubliner Männer ... oder Doc Gary und Bruce ... oder Mary und ... *pssst* *kicher*

Natira hat gesagt…

"oder Mary und ... *pssst* *kicher*"

Das macht mir jetzt irgendwie Angst. Da wird doch nicht irgendwann Declan stehen?!?

Winterkatze hat gesagt…

Ich verrate nichts! :D

Irina [Bücher über alles] hat gesagt…

*Natira das leere Glas hinhalt*

Das passt ja wohl zu diesem Baron Münchhausen, dass er Autogramme sammelt! Autogramme! Oh Mann! Aber Sasha ist cool!

Winterkatze hat gesagt…

"Aber Sasha ist cool!"

Äh ... das war wohl einer ihrer wenigen hellen Momente ... ;)

Natira hat gesagt…

*schenkt Irina und sich selbst jeweils ein Glas mit dem letzten Glenfiddich ein und reicht Irina das Glas - Auf das Überlegen -lach- *

Natira hat gesagt…

@Winterkatze
"Ich verrate nichts! :D"

Das ist so gemein!
Und weiterhin beunruhigend!

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Immerhin bleibst du so weiterhin neugierig auf die Geschichte. ;)

Natira hat gesagt…

Offensichtlich habe ich eine leicht masochistische Ader ;)

Winterkatze hat gesagt…

Das sollte dir jetzt aber vielleicht doch etwas zu denken geben. ;)

Natira hat gesagt…

*denkt an die anderen Mitleser*
Nur mir?
:D

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