Freitag, 27. August 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 21)


Die letzten zwei Kapitel brachten uns nicht gerade amüsante neue Wendungen, aber durch manche Bücher muss man sich eben etwas durcharbeiten! Immerhin haben wir etwas über Toms Werdegang erfahren, und dass er Joanna schon seit Teeniezeiten liebt (Kapitel 19). Außerdem ist Harrys Schwägerin Colette von Agnes Mann, Ivan dem Schrecklichen, schwanger. Ivan will, dass Colette abtreibt, Harry will helfen und verschweigt Colette deshalb, dass er demnächst seine Frau Maura verlassen und mit der (ebenfalls schwangeren) Agnes, die ja eigentlich mit Ivan verheiratet ist, aus dem Land flüchten will (Kapitel 20). Ich hoffe, ihr könnte noch alle folgen! :D

Perspektivwechsel: Kapitel 21 wird aus der Sicht von Declan erzählt

Na, wer freut sich schon alles darauf, Declans Abenteuer auf der Suche nach dem betörenden Rosenstrauß mitzuerleben?

Als Declan wieder vor Orlas Apartmenthaus ankommt (vorsichtshalber hatte er etwas entfernt geparkt und seinen Mantelkragen hochgeschlagen, um nicht von ehemaligen Nachbarn erkannt zu werden), ist es schon dunkel. Er freut sich natürlich darüber, weil er so unauffällig nach dem Rosenstrauß suchen kann. Einer durchschnittlich intelligenten Frau würde hingegen gleich der Gedanke kommen, dass man bei Dunkelheit Sachen einfach etwas schlechter sehen kann …

Aber nun gut, Declan stolpert über Stock und Stein, flucht, als er entdeckt, dass das Tor zur Wiese mit einem Vorhängeschloss gesichert ist, und klettert deshalb über das Gatter. Das Schild, das er aus dem Augenwinkel sehen kann, liest er natürlich nicht …

Na? Schon eine erste Ahnung, was darauf stehen könnte? ;)

Declan erinnert sich noch daran, dass Orla die kleinen Lämmchen auf der Wiese immer so süß fand, und stürzt sich weiter durch Disteln und anderes Gestrüpp, um die Rosen zu suchen. Dabei wundert er sich darüber, dass er sich für Sasha so ins Zeug legt.

„Als er zu ihr gezogen war, war ihm nicht bewusst gewesen, wie unglaublich verwöhnt sie war. Andererseits war das auch kein Wunder: Dass sie sich im Fünfminutentakt auf dem Fußboden des spanischen Hotelzimmers gewälzt hatten, hatte ihm keine eingehenderen Kenntnisse ihres Charakters verschafft.“

Nur gut, dass Declan in diesem Moment endlich den Rosenstrauß entdeckt, ich hatte schon Angst, dass er noch weiter über dieses Thema nachdenkt. Ein kritischer Blick (im Dunklen?) zeigt unserem Hengst, dass Rosen, Zellophan und Schleife noch richtig gut in Schuss sind. Jetzt muss er das Ganze nur noch vorsichtig aus dem Weißdornbusch befreien. Während Declan also an Zweigen und Rosenstrauß rumzupft, das Ganze so vor sich hinraschelt und knistert, nähert sich ihm von hinten ein … hm … Trappeln. :D


Er drehte sich um und wollte weglaufen. Da verfestigte sich die Dunkelheit vor seinen Augen zu einem rabenschwarzen Schädel mit geblähten Nüstern und zwei Hörnern. Das Wesen starrte Declan an, dann senkte es das Haupt, nahm ihn auf die Hörner und wirbelte ihn durch die Luft. Durch Declans Kopf jagten die Gedanken: War etwa der Teufel gekommen, um seine Seele zu holen? Nein. Seine zoologischen Kenntnisse sagten ihm, dass es sich um einen Stier handeln musste.


Nun, das ist doch mal eine Überraschung … oder so … Der Stier spielt noch ein bisschen mit Declan, während Orla mit ihrer Diät-Tiefkühl-Lasagne in der Hand aus dem Fenster späht. Doch da es so dunkel ist, kann sie nichts erkennen. Und da sie sich sicher ist, dass niemand so blöd wäre, zu dem Stier auf die Wiese zu gehen, beschließt sie, ihr Abendprogramm (Essen, Badewanne inklusive Haare waschen und auf einen Anruf von Gary warten) fortzusetzen.

Orla sinnt noch ein bisschen über Gary nach:
Sie hatten sich doch so gut verstanden.
Warum ruft er nicht an?
Arbeiten Krankenhausärzte etwa so viel?
Hat er vielleicht doch eine Freundin?
Kann Joanna vielleicht Nachforschungen in der Richtung anstellen?

Als sie dann aus der Badewanne kommt, stellt sie fest, dass sich der Stier die ganze Zeit (mindestens eine Stunde) nicht von der Stelle gerührt hat. Aber obwohl sie das seltsam findet, wandert sie erst einmal aufs Sofa und liest eine Runde, während sie Schokokekse futtert (ich mache jetzt mal keine Bemerkung über eine Ernährung aus Tiefkühl-Diät-Lasagne und Schokokeksen!).

Da Declan aber keine Lust mehr hat, für den Stier als Spielzeug herzuhalten, denkt er sich irgendwann, dass er um Hilfe rufen könnte.

Der Hilferuf wird von Orla wahrgenommen, die gerade ihren Krimi beendet hat und doch mal den Bauern anruft, damit er nach seinem Stier guckt.


Mit einem Gefühl der Erbauung über ihre gute Tat marschierte sie dann in die Küche und machte sich eine Tasse Tee, die sie mit den restlichen Keksen ins Schlafzimmer trug. Im Bett nahm sie Tee trinkend einen neuen Roman in Angriff, wobei sie auch den Keksen den Garaus machte. Immer noch hoffte sie, dass Gary sich endlich melden würde.

Kommentare:

irina hat gesagt…

"Durch Declans Kopf jagten die Gedanken: War etwa der Teufel gekommen, um seine Seele zu holen? Nein. Seine zoologischen Kenntnisse sagten ihm, dass es sich um einen Stier handeln musste."

Das ist nicht wirklich ein Zitat aus dem Buch, oder?! *umfall* Dieses Machwerk schafft es doch immer wieder aufs Neue, mich zu verblüffen. Mir war bislang entgangen, dass Declan nen Dr. in Zoologie hat!

sayuri's exile hat gesagt…

Du meine Güte, liebe Winterkatze, was ist mir da entgangen? 8) Bisher habe ich Dein "Kapitelweise" nicht verfolgt: ich hatte den Anfang verpasst und bin daher nicht reingekommen. Jetzt hatte ich gerade mal ein paar Minuten Zeit und habe mir die gesamte Zusammenfassung auf einmal durchgelesen. (Ich habe natürlich länger als ein paar Minuten gebraucht, aber ich konnte einfach nicht aufhören ;) ) Ich weiss noch nicht, ob das klug von mir war, oder ob es Folgeschäden zu vermelden gibt.

Ich bin sprachlos, wie schlecht Story, Dialoge und Wortwahl sein können. Auch die unglaublich vielen verschiedenen Perspektiven machen es nicht besser.

Deine Zusammenfassung ist köstlich ironisch, ich bin leider eben ein paar Mal kichernd vorm Schreibtisch zusammengebrochen. :)

Wenn so etwas verlegt wird, sollte ich mir den Gedanken an ein eigenes Buch doch nicht aus dem Kopf schlagen *lach*

Wirklich ein "erstaunliches" Werk, welches Du uns da vorstellst - wieviele Kapitel hat es noch? Ich kann das Ende kaum erwarten und habe auch nicht die _leiseste_ Ahnung, in welche Richtung die dusselige Jo und ihre Kumpanin uns führen werden *lach*

Natira hat gesagt…

"Da verfestigte sich die Dunkelheit vor seinen Augen zu einem rabenschwarzen Schädel mit geblähten Nüstern und zwei Hörnern"
uuurgh"Hilfe!

"Das Wesen starrte Declan an, dann senkte es das Haupt, nahm ihn auf die Hörner und wirbelte ihn durch die Luft"
*sitzt bebend und den Bauch vor Lachen haltend auf dem Sofa*
hihihi... Ich bekomme mich gar nicht mehr ein ... lach ... hihi....:) ...

Nein, also wirklich!
hihihi
hahaha
*wischt sich die Lachtränen aus den Augen*

"... stellt sie fest, dass sich der Stier die ganze Zeit (mindestens eine Stunde) nicht von der Stelle gerührt hat"
Der Stier starrte vermutlich geschockt auf Declan und will nicht noch mehr mit ihm (Declan) zu tun haben ... hihihi....
*kichert haltlos*

Winterkatze hat gesagt…

@Irina: Oh doch! Wortwörtlich! Genau so steht es auf Seite 106! Eigentlich hätte es dieses Kapitel verdient komplett zitiert zu werden, aber ich weiß nicht, ob ich das denjenigen zumuten kann, die schon bei den kurzen Zitaten zur Whiskeyflasche greifen wollen. ;)

@Sayuri: Ja, ein paar Minuten reichen inzwischen nicht mehr, um reinzukommen. Aber ich finde es toll, dass du heute "aufgeholt" hast. Nun kannst du dich jeden Freitag auf das Wochenende einstimmen, in dem du dich an den Abenteuern von Jo, Orla, Declan und Co. ergötzt. :D

Mir machen die Zusammenfassungen sehr viel Spaß, es ist ein bisschen wie früher, als ich mich mit einer Freundin machmal "kapitelweise" am Telefon mit Büchern auseinandergesetzt habe, die wir beide gerade parallel lasen. Und es deutlich amüsanter als das normale Lesen des Buches. ;)

Ja, solche Bücher lassen schnell den Gedanken aufkommen, dass man das doch besser könnte. So oder so solltest du dich nicht selber vom Schreiben abhalten. :)

Dieses Machwerk hat insgesamt 93 Kapitel! Also haben wir noch 72 davon vor uns, was mir fast ein bisschen Angst macht. ;) Aber ein paar davon sollten recht kurz sein, so dass wir kein ganzes Jahr mit diesem Buch verbringen werden. ;)

@Natira: Ich bin sehr froh, dass dich dieses Kapitel nicht wieder zur Whiskeyflasche getrieben hat. ;)

"Der Stier starrte vermutlich geschockt auf Declan und will nicht noch mehr mit ihm (Declan) zu tun haben ..."

Das wäre überaus verständlich und würde nur zeigen, dass Stiere die klügeren Wesen sind. ;)

Natira hat gesagt…

"Das wäre überaus verständlich und würde nur zeigen, dass Stiere die klügeren Wesen sind. ;)"

*nickt kichernd*

"Ich bin sehr froh, dass dich dieses Kapitel nicht wieder zur Whiskeyflasche getrieben hat. ;)"

Na und ich erst! Ich hatte schon Sorge, meine Leber würde das Buch nicht überleben *lacht*

evi hat gesagt…

Ich habe mir die neue Folge "Kapitelweise" als Höhepunkt für meinen heutigen Samstagabend reserviert. Nicht umsonst!
Und jetzt geh ich hin und träum von Declan dem Stier.
ähem, hab das "und" vergessen. *lach*

Du meine Güte, noch 72 Kapitel? Mit welch tollen Szenen uns die Autorin wohl noch beglücken wird? Ihre Fantasie scheint ja im Bereich Peinlichkeiten kaum Grenzen zu kennen...

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Bevor es solche Auswirkungen hat, musst du mich vorwarnen! Dann sorge ich dafür, dass jemand beim Lesen auf dich aufpasst! ;)

@Evi: Oh, ein Samstagsabendhöhepunkt! :D Ja, dieses Kapitel ist auch wirklich besonders gut geraten, die gute Linda hat wirklich alle Register gezogen, um ihre Leser zu unterhalten! Männer, Schokolade, Pasta und niedliche Tiere - das zieht bei Frauen doch immer! ;D

Bei einer so komplexen und überraschenden Geschichte bin ich ja eher darüber erstaunt, dass sie keine Trilogie daraus gemacht hat ... *dumdidum*

SusiB hat gesagt…

Na wenigstens durfte sich die arme Orla mal in aller Ruhe 'n schönen Abend mit Tiefkühllasagne und Schokokeksen machen! Wo sie sich doch sonst immer mit Joanna betrinken und/oder irgendwelche Dinge für sie herausfinden muß!
Und im nächsten Kapitel erfahren wir dann, ob Declan nach seiner Begegnung mit dem Stier zum Sopransänger umschult...

Winterkatze hat gesagt…

@Susi: Aber so richtig gemütlich wird so ein Abend ja auch nicht, wenn man die ganze Zeit darauf wartet, dass das Telefon klingelt. ;)

Und du hast recht, es geht im nächsten Kapitel wieder mit Declan weiter - da erspart uns Linda Kavanagh mal einen Perspektivwechsel, um die Sache noch spannender zu machen! :D

Natira hat gesagt…

Hihi... Ich werde ein Frühwarnsystem einrichten :)

@SusiB
Ich befürchte fast, daß die Autorin sooo gnädig nicht mit uns Lesern umgehen wird. Aber vielleicht ist sie nett genug und nutzt Declan weiter, um ihre Leser zu ... unterhalten: Sie könnte ihn z.B. ab jetzt slapstickmäßig alles mitnehmen lassen, was geht, bevor er aus der Story verschwindet: strombewehrte Weidenumzäunungen, Dornengestrüpp, lehmigen Boden mit Wasserlachen ...
*schaut ein wenig hoffnungsvoll, auch wenn sie weißt, wie böse das ist*

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