Freitag, 20. August 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 19+20)


Das siebzehnte Kapitel brachte uns eine nette Café-Szene mit Agnes und Catherine, die erfuhr, dass ihre Freundin von Harry schwanger ist und plant mit ihm nach Australien auszuwandern. An die geplante Finanzierung dieser Aktion will ich jetzt lieber nicht denken, also fass ich noch eben das achtzehnte Kapitel zusammen: Declan ist ein Idiot!

Oder etwas ausführlicher: Declan möchte Orla zurückerobern, indem er sie ganz entzückend überrascht (nackt in ihrem Bett liegend und dabei einen Rosenstrauß in der Hand haltend). Doch da Orla ihr Türschloss ausgetauscht hat, konnte er den Plan nicht durchziehen. So endete das Kapitel damit, dass Declan loszieht, um den vor Wut weggeworfenen Rosenstrauß zu retten, damit ihm seine Geliebte Sasha (und ihr Hintern) die Nacht nicht allzu schwer macht. Zum Glück hält das nächste Kapitel mal einen richtig netten Mann für uns bereit! *g*


Perspektivwechsel: Kapitel 19 wird aus der Sicht von Tom Kilmartin erzählt

Der gute Tom sitzt im Arbeitszimmer seines Vaters und versucht die Unterlagen durchzugucken (ich vermute jetzt mal, dass er einen Hinweis auf Agnes Verbindung zu Harry sucht, aber so direkt wird das hier nicht mitgeteilt), dabei gehen ihm so einige Gedanken durch den Kopf.

Er erinnert sich daran, wie schwierig es gewesen war, seinen Wunsch nach einem naturwissenschaftlichen Studium durchzusetzen. Das lag ihm am Herzen, weil er 1. die Welt verstehen und 2. verbessern wollte. Und nur weil seine Mutter, „die in offenen Streik trat“ (wie auch immer ich mir das vorzustellen hatte – stellte sie die häusliche Arbeit ein und demonstrierte mit einem unübersehbaren Plakat vor der Nase ihres Mannes?), ihn unterstützte, gelangt es ihm das Studium mit Auszeichnung abzuschließen.

Geschickt, wie die Autorin nun einmal ist, bekommen wir hier einen kurzen Abriss von Toms beruflichen Werdegang aufgelistet und erzählt, dass er und sein Papa immer auf gegnerischen Seiten standen. Während Ivan der Schreckliche die Erde aufriss (wir erinnern uns, der Typ war Bauunternehmer), versuchte Tom sie zu schützen. Ich sag ja, das ist ein netter Mann. ;)

Agnes hat dann nach Ivans Tod alles verscherbelt und wurde dadurch vermutlich zur mehrfachen Millionärin. Genaues weiß auch Tom darüber nicht, vermutet aber, dass er nie wieder im Leben arbeiten müssten. Aber natürlich liebt er es zu sehr die Welt zu retten, als dass er sich je von seiner Arbeit trenne könnte – was sein Vater auch niemals verstanden hätte.

Im Grunde, überlegte Tom, war sein Vater ein ganz platter Mensch gewesen.
Ich schlage vermutlich eher nach meiner Mutter. Ganz sicher hatte er ihre Entschlossenheit geerbt. Vielleicht bin ich aber auch nur ein komischer Kauz, dachte er. So komisch, dass Joanna Brennan vermutlich keinen Blick auf mich verschwenden würde.

Na, da hat Linda Kavanagh ja mal wieder ganz geschickt die Kurve zu diesem Thema genommen! Und nutzt die Gelegenheit, um Tom fast zwei Seiten darüber nachdenken zu lassen, dass er ein Langweiler ist, auf den die Frauen überraschenderweise trotzdem stehen. Außerdem gab es schon immer nur eine Frau für ihn, nämlich Joanna, die ihn schon als Dreizehnjährige verzauberte, während sie im Garten … Na, ihr kennt die Geschichte ja so langsam!

Perspektivwechsel: Kapitel 20 wird aus der Sicht von Colette und Ivan dem Schrecklichen und der von Harry und Colette erzählt

Die kleine Szene mit Ivan und Colette lässt sich einfach zusammenfassen:

Ivan: „Treib ab oder du bist mich los. Ich hab eine Frau und die wird irgendwann meine Kinder zur Welt bringen – mehr wäre lästig.“
Colette: „Aber …“
Ivan: „Ich und mein Geld oder du ohne Geld und mit Kind!“
Colette: „Ich dachte, du würdest dich freuen …“
Ivan: „Nö.“
Colette: „Na gut, was immer du wünscht.“
Ivan: „Brav – und jetzt ab ins Bett mit uns!“

Auch das Gespräch zwischen Harry und seiner Schwägerin Colette wird nur durch eine Zusammenfassung erträglicher:

Colette heult: „Ich dachte, er freut sich! Er hat keine Kinder, liebt seine Frau nicht – wenn ich als schwanger werde, dann gibt es die perfekte neue Familie!“
Harry: „Armes Ding. Solche Männer verlassen ihrer Frauen nicht für ihre Geliebte.”

In der Situation beschließt Harry, dass er Colette besser nicht sagt, dass er gerade plant ihre Schwester (seine Frau Maura) zu verlassen, um mit seiner eigenen Geliebten Agnes (Ivans Frau) auszuwandern und eine Familie zu gründen. Hach, bei so vielen schicksalshaften Verwicklungen halte ich es vor Spannung ja kaum noch aus … *hüstel*

Harry: „Und nun?“
Colette: „Ich lieb ihn, also muss ich das Kind loswerden.“
Harry: „Kilmartin ist ein Schwein, warum siehst du das nicht? Und Maura und ich werden dir helfen, wenn du nach England …“
Colette: „Geht nicht – bin schon im sechsten Monat.“
Harry begutachtet Colettes Taille: „Aber da sieht man doch nix!“
Colette: „Jaha, deshalb musste ich Ivan ja auch so lange nichts sagen. Ich dachte ja … und eigentlich bin ich blöd und nun sitze ich bis zum Hals im Mist.“
Harry: „Hm … Sozialhilfe statt Ivan?“
Colette: „Ne, England, Geburt und Adoption – das merkt schon keiner.“
Harry: „Doofer Plan.”
Colette: “Ich find den toll.”
Harry: „Du bist erst neunzehn!“
Colette: „Alt genug – und Maura soll mit nach England.“
Harry: „Okay, sag ich ihr.“
Colette: „Ich ruf auch mal an.“

Harry denkt sich, dass er es dann auch Maura überlassen kann, Colette von seinen eigenen Plänen zu unterrichten und verschwindet.

Kommentare:

Natira hat gesagt…

*schüttelt den Kopf und trinkt erst einmal einen Whiskey*

evi hat gesagt…

...und da dachte ich bei den letzten beiden Kapiteln schon, dass es nicht mehr doofer geht...

Sehr treffend übrigens deine Zusammenfassung des 18. Kapitels!

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Deine Reaktionen auf mein "Kapitelweise" machen mir so langsam Angst. ;)

@Evi: Ach, dann wirst du dich aber so richtig über den kommenden Freitag freuen, wenn es mit Declans Erlebnissen weitergeht! :D Es ist erschütternd, aber es wird immer schlimmer mit dem Buch!

Mein Mann meinte am Wochenende schon, dass das eine Parodie sein müsste. Aber ich vermute eher, dass die Übersetzerin sich Freiheiten erlaubt hat (ein bisschen wie die deutsche Übersetzung von "Die Zwei"), denn ich will einfach nicht glauben, dass das im Original auch so bescheuert ist!

Natira hat gesagt…

... eine aus Irland stammende Autorin, deren Romane in Irland spielen ...

Die Autorin will vielleicht einfach die Whiskey-Produktion ankurbeln *hickst kichernd*

Winterkatze hat gesagt…

*g* Na, den Buchhandlungen wird sie mit dem Machwerk wohl eher nicht helfen. Aber sonst hat die irische Wirtschaft wohl nach dem Ende der EU-Förderungen jede Hilfe nötig. ;)

Natira hat gesagt…

genau :)

Erschreckend finde ich aber, daß "Love Child" = "Meinem Herzen so nah" recht gut ankommt ...

Winterkatze hat gesagt…

Und ich frage mich ernsthaft, was das für Leser sind! Die Geschichte ist weder überraschend, noch gut formuliert, noch gibt es eine schöne Liebesgeschichte - allerdings meint mein Mann, dass einige Passagen ein erstaunlich realistisches Bild des aktuellen Irlands zeigen. Aber das sind die Seiten, die ich lieber nicht kennenlernen würde. ;)

Natira hat gesagt…

... wahrscheinlich fragen wir uns das alle hier ;)

Winterkatze hat gesagt…

Immerhin bot sich das Buch so für eine "Kapitelweise"-Präsentation an. ;D

evi hat gesagt…

@Natira:
Woher hast du denn die Info, dass das Buch (irgendwo) gut ankommt?

Natira hat gesagt…

öhm
2 von 3 hier
http://www.amazon.de/Meinem-Herzen-nah-Linda-Kavanagh/dp/3442466008/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1282590162&sr=8-1
dann zwar jeweils nur eine, aber:
http://www.amazon.co.uk/Love-Child-Linda-Kavanagh/dp/1842232231/ref=sr_1_4?ie=UTF8&s=books&qid=1282590187&sr=8-4
und
http://www.buecher.de/shop/buecher/meinem-herzen-so-nah/kavanagh-linda/products_products/detail/prod_id/22818408/
und
http://www.bibliofemme.com/others/lovechild.shtml
*hüstel*

evi hat gesagt…

Bei Amaz de und uk hatte ich schon nachgesehen, macht mit den anderen beiden insgesamt 5 Leser - das würde ich jetzt ja nicht gerade als überschwängliche Begeisterung ansehen. *lach* Zumal das Buch auf deutsch schon 2008 erschienen ist - also da kommt wohl eher nix mehr...
Und eine von den 5 Leserinnen noch dazu eine Irin!

Ich glaub fast, du wolltest hier wen auf die Schippe nehmen, meine Liebe! Und die gute Evi ist auch noch drauf reingefallen...

Wahrscheinlich hat dich der Whiskey ein bisschen "lustig" gemacht, oder?

Winterkatze hat gesagt…

Ich habe ja auch noch die Hoffnung, dass all die anderen Leserinnen so enttäuscht von dem Machwerk waren, dass sie einfach nichts darüber schreiben wollten. Die begeisterten Rezensionen lassen allerdings mal wieder die Frage aufkommen, ob die Personen das gleich Buch vor der Nase hatten wie ich. ;)

Natira hat gesagt…

*hicks*
:)

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