Freitag, 13. August 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 17+18)


Das fünfzehnte Kapitel brachte uns auf eine fröhliche Party des „Celebrity“-Magazins und während Orla mit Joannas Klienten Gary flirtet, sorgt unsere großartige Anwältin dafür, dass „Sasha mit dem dicken Hintern“ in der Torte landet – natürlich nur als Rache dafür, dass sie Orla ihren Verlobten Declan ausgespannt hat.

Leider bringt uns das darauf folgende Kapitel nicht wieder in ernsthaftere Gefilde, denn eigentlich besteht es nur aus Wiederholungen (Jo kann den Anwalt Freddy O’Rourke nicht leiden und telefoniert den ganzen Arbeitstag lang mit Orla). Aber vielleicht kann uns das heutige „Kapitelweise“ in der Geschichte wieder weiter voran bringen!


Perspektivwechsel: Kapitel 17 wird aus der Sicht von Catherine erzählt

Catherine und Agnes treffen sich in einem Café und Agnes teilt ihrer Freundin mit, dass sie schwanger ist. Während Cats schon überlegt, ob die gute Agnes vielleicht Begleitung bei einer Reise (inklusive Abtreibung) nach England wünscht, bekommt sie auch schon mitgeteilt, dass Agnes das Kind bekommen will.

- Auch wenn sie nie geplant hatte schwanger zu werden, so liebt sie Harry doch.
- Und Maura kann keine Kinder bekommen, obwohl Harry immer welche wollte.
- Deshalb ist es eigentlich ganz toll, dass sie Harry diesen Herzenswunsch erfüllen kann …
- … auch wenn sie deshalb nach Australien auswandern müssen.
- Denn schließlich gibt es in Irland keine Scheidung, …
- … außerdem würde Ivan es niemals zulassen, dass seine Frau mit einem anderen Mann zusammen glücklich würde.

Catherine tröstet sich damit, dass Agnes Bruder Joseph in Australien lebt und so den beiden Turteltäubchen bei ihren ersten Schritten im neuen Land unter die Arme greifen kann. Und natürlich würden sie und Bill alles tun, um Agnes zu unterstützen. Doch die hat schon einen ausgefuchsten Plan, wie sie Geld für die Auswanderung auftreiben kann:

Sie lässt bei ihrem Papa Andeutungen fallen, dass sie gern ein möglichst teures Auto zum Geburtstag hätte! Ja, das wäre wohl auch die Lösung gewesen, auf die ich als erstes gekommen wäre … *seufz*

Nun, immerhin könnte sie so noch etwas vom väterlichen Erbe abzwacken, bevor ihr Erzeuger sie enterben kann, weil sie „Ivan dem Goldjungen“ (alles eine Frage der Perspektive ;) ) davongelaufen ist - und das auch noch mit einem Gewerkschaftler!

Während Catherine noch die Hoffnung äußert, dass Agnes Papa in ferner Zukunft vielleicht doch noch bereit wäre, seiner Tochter all die geplanten Handlunge zu verzeihen (schließlich produziert dieser gerade mit dem verhassten Gewerkschaftler das lang ersehnte Enkelkind), überlegt die höhere Tochter, wie sie Harry von der Schwangerschaft erzählen soll.


Perspektivwechsel: Kapitel 18 wird aus der Sicht von Declan erzählt

Nach diesem kurzem Ausflug in die Vergangenheit, dürfen wir die neusten Abenteuer des Declan Dunne erleben – schnallt euch an, das wird wieder ein Genuss … oder so …

Declan hat gerade sein Auto verlassen, geht pfeifend die Straße entlang und führt einen riesigen Strauß mit roten Rosen mit sich. Er ist auf dem Weg zu dem Apartment, das er bis vor kurzem noch zusammen mit Orla bewohnte.


Denn er hoffte, möglichst bald wieder dort einzuziehen. Und dann wäre Sasha mit ihrem Hintern nur noch eine dunkle Erinnerung.

Ganz ehrlich, solche Formulierungen verschlagen mir dann doch etwas die Sprache … Aber weiter geht es! Declan hatte Orla seinen Besuch nicht angekündigt, schließlich besaß er noch immer den Schlüssel zur Wohnung – und er wollte sie überraschen, wenn sie abends von der Arbeit nach Hause kommen würde.

Vielleicht sollte er sich nackt, wie Gott ihn schuf, in ihr Bett legen. Das hatte er früher schon öfter getan, und es hatte stets recht gut gewirkt. Das würde es auch dieses Mal tun. Wenn sie dann noch den riesigen Rosenstrauß sähe …

Ganz ehrlich, Orla, wie konntest du so lange mit dem Kerl zusammenbleiben, dich mit ihm verloben – und ihm jetzt sogar noch hinterher trauern?! Dein Geschmack lässt eindeutig zu wünschen übrig …

Nach einem kurzen gedanklichen Ausflug in die Vergangenheit (die beiden liebten den Blick auf die Felder, sparten auf ihr Traumhaus und sind am Wochenende gern zusammen spazierengegangen – auch wenn das für mich nach den bisher gelesenen Szenen doch kaum vorstellbar ist), stellt er sich noch einmal die rührende Versöhnung mit Orla vor:

Anfangs würde sie wohl versuchen, die Unnahbare zu spielen, aber am Ende läge sie ja doch seufzend in seinen Armen, um ihn wieder in ihr Leben aufzunehmen. Er würde ihr Recht geben, weinen und sich in Selbstvorwürfe ergehen. Am Ende aber würde er ihr sagen, dass er nur sie liebte. Und dann sollte die Sache doch eigentlich laufen …

Und während er noch so schön vor sich hinträumt, muss der arme Declan feststellen, dass die böse Orla doch glatt das Türschloss ausgewechselt hat. So viel zu der „göttlichen Überraschung nach Feierabend“. *dumdidum*

Wütend stapft Declan wieder die Treppe runter, sinniert darüber nach, dass Frauen schrecklich undankbar sind, dass er wegen Sasha total pleite ist und sich das Geld für den Rosenstrauß von einem Kollegen leihen musst – und wirft die Blumen stocksauer über den Zaun auf das Nachbargrundstück.

Nach dem Fehlschlag bleibt ihm wohl nichts anderes übrig als zu Sasha zurückzukehren. Doch die hat den ganzen Tag die Hänseleien wegen des Tortenfotos über sich ergehen lassen müssen und ist nicht gerade in bester Stimmung. :D

Um doch noch in der Nacht in Ruhe schlafen zu können, erzählt er der tobenden Sasha, er hätte ihr einen wunderschönen Rosenstrauß gekauft. Aber leider hätte er ihn bei einem Kollegen vergessen – auf die Schnelle musste ihm jetzt noch der Name eines Journalisten einfallen, mit dem Sasha vermutlich noch nicht geschlafen hatte: John Boyles. Aber morgen würde er die Blumen holen und ihr so beweisen, wie viel sie ihm bedeutet.

Und während er noch innerlich fluchend überlegt, wie er am nächsten Tag Geld für einen weiteren Rosenstrauß auftreiben könnte, dreht Sasha nun endgültig durch. Sie hat einen schlimmen Tag hinter sich und will JETZT.AUF.DER.STELLE.IHREN.ROSENSTRAUSS!

Während Declan sich seufzend bereit erklärt, noch einmal loszufahren und die Rosen zu holen, beweist Sasha, dass sie auf der gleichen Wellenlänge liegt wie er. Denn wenn er mit ihren wunderschönen Rosen zurückkommt, dann könnte er darauf hoffen, dass sie dann schon im Bett liegt – und zwar so nackt, wie Gott sie schuf! *kicher*

Kommentare:

Irina hat gesagt…

Ich musste gerade ja wirklich mal herzlich lachen bei diesen verschwurbelten und doch so wunderbar passenden Fügungen bzgl. des zu erwartenden Kindes. Alles prima, nur kurz mal nach Australien auswandern, wie grandios! *lol*

Ganz reizend ja auch charmante Gedanken zu "Sasha mit dem Hintern". Das erinnert mich sofort an Louis de Funes, der seine Tochter als "die mit der Nase und den Haaren" spricht.

Winterkatze hat gesagt…

@Irina: Ich fand auch, dass das doch alles gut passt. Und da Harry ja alles Maura überschreibt, ist Agnes Plan doch auch perfekt, um die Auswanderung zu finanzieren. ;)

Sasha und ihr Hintern wären vermutlich perfekt, wenn man das ausladende Körperteil ohne die Frau dran bekommen könnte. ;) Autsch, Lous de Funes habe ich irgendwie nicht gerade in guter Erinnerung ... *g*

evi hat gesagt…

Ich sag jetzt mal nicht, welches Wort mir zu "Hintern" + "dunkle Erinnerung" einfällt *pfeif*

Ist Declan nicht ein Traum? Hach, was ist das doch romantisch, zuerst betrügt er dich und dann bricht er in deine Wohnung ein und legt sich nackt ins Bett. Da muss man ihm doch einfach alles verzeihen, nicht wahr? Ausgezeichnete Idee, Mr. A*fetischist! Ist aber halt dumm gelaufen mit dem neuen Türschloss :-(

Was macht der Blödmann eigentlich überhaupt in der Geschichte? Und kriegt sogar noch ne eigene Perspektive! Dabei reicht sein Grips nicht mal dafür, dass er wenigstens die Rosen behält! Wenn er bei Orla nicht reinkann, muss er schließlich wieder bei der anderen schleimen - hätt er doch schon früher dran denken können! *tztztz*

Winterkatze hat gesagt…

@Evi: Ich glaube, ich möchte auch gar nicht wissen, was dir da eingefallen ist. ;)

Decan ist wirklich ein Schatz, oder? So ein richtiger Prachtkerl, den kann doch wirklich keine Frau von der Bettkante stoßen! *eeks*

Was er in der Geschichte macht? Er sorgt für ungemein lustige Szenen, Liebeskummer und gar schröckliche Verwicklungen! *gigger*

Natira hat gesagt…

Oh Boy! Nicht nur, daß die Anwältin weiterhin mit der Freundin telefoniert und nicht arbeitet, Agnes schafft es bestimmt noch, sich einzureden, daß sie auch Maura einen Gefallen tut, indem sie den Sohn - wer das wohl sein wird? - zur Welt bringt, den Henry sich wünscht. Ich weiß ja noch nicht, WIE sie sich selbst hiervon überzeugen wird, aber ich kann ihre Logik sowieso nicht nachvollziehen (ein teures Auto für die Ausreisefinanzierung! *mit der Hand an den Kopf schlägt*

Na und Declan ... Ich glaube, Winterkatze, Du hast eine Funktion vergessen. Er ist (einer der?) Feuermelder in dieser Geschichte. Jedesmal, wenn er auftaucht: draufhauen, damit sein "Feuer" gleich gelöscht wird...;)

irina hat gesagt…

M.E. könnte sich Frau Kavanagh von und zu schreiben, wenn sie so viel Witz hätte wie Louis de Funes! (Ich glaube, es gibt keinen Film, bei dem ich soooo so so viel gelacht habe wie bei "Oscar"!)

SusiB hat gesagt…

Na das ist ja wirklich der Traum jeder Frau: sie kommt nach Hause und der Ex-Freund, der sie - nein, nicht wegen einer anderen, sondern wegen deren Hinterteil - verlassen hat, liegt im Bett und wartet darauf, beglückt zu werden.

Die gute Joanna sollte vielleicht mal über eine Umschulung nachdenken...sofern es einen Beruf gibt, der es unabdingbar macht, daß man den ganzen Tag lang mit der besten Freundin telefoniert. Mir fällt da gerade nichts passendes ein, aber wer weiß?

Winterkatze hat gesagt…

@Natira: Tststs, das Kind ist noch gar nicht geboren und du gehst davon aus, dass es ein Sohn sein wird! ;) Und als hochintelligente reiche Tochter müssen vermutlich alle praktischen Gedanken verkümmern - vor allem, wenn man bis über beide Ohren verliebt ist ... *g*

Draufhauen ist auch mein erster Impuls, wenn Declan in der Geschichte auftaucht - ich verstehe nur nicht, warum keine der Figuren in dem Buch auf den Gedanken kommt. ;)

@Irina: Ich kann mit Louis de Funes irgendwie nichts mehr anfange, als Kind fand ich die Filme ganz nett, aber inzwischen finde ich Redetempo und Witz fast unerträglich. Aber vielleicht hast du recht, dass Frau Kavanagh nur der Humor fehlt ... *ohje*

@Susi: Ich weiß nicht, was ich erschreckender finde: Dass Declan glaubt, dass er damit Orla wieder rumbekommt, oder dass das in der Vergangenheit funktioniert hat!

Hm ... Berufe, in denen man den ganzen Tag telefonieren muss, fallen mir gerade genug ein, aber dann würde wohl keine Zeit für Orla mehr bleiben ...

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