Donnerstag, 25. Februar 2010

Mal wieder das Thema Neuauflagen und Cover

Vor ein paar Tagen ist mir von Jeff Stone das Buch „Tigerkralle“ in die Hände gefallen (erschienen ist es bei Loewe) und als ich ein bisschen recherchierte, haben mich zwei Tatsachen störend angesprungen: Einmal ist dieser Band eine Neuauflage von „Die fünf Gefährten und der Kampf des Tigers“ – was man nur herausfindet, wenn man bei Amazon die Inhaltsangaben der alten Ausgabe und dieses Titels vergleicht – und dann gibt es noch mindestens vier weitere Bände, die diese Geschichte fortsetzen. Auch das ist der neuen Ausgabe nicht zu entnehmen.




Ich bin mir sicher, dass Loewe hier nur einen Versuchsballon gestartet hat, in der Hoffnung, dass die neue Aufmachung (die mir wirklich besser gefällt als das biedere Cover der ersten Ausgabe) mehr Käufer anzieht. Aber kann man nicht trotzdem dem Leser einen Hinweis darauf bieten, dass diese Geschichte schon einmal unter einem anderen Titel veröffentlicht wurde? Und vor allem, dass dieses Buch wirklich nur die ersten Handlungsabschnitte erzählt und so nur einen Auftaktband einer Reihe bildet.

Im amerikanischen Original gibt es – laut Amazon – mehr als nur die fünf Teile, die ursprünglich in Deutschland veröffentlicht wurden. Und die Geschichte rund um fünf jugendlichen Shaolin-Mönche, deren Kloster von Soldaten zerstört wird und die nun allein einen Weg durch die feindlichen Streitmächte suchen müssen, hätte bestimmt mehr Aufmerksamkeit verdient (mir hat sie zumindest gut gefallen) als die erste Auflage anscheinend bekommen hat. Aber solch eine Veröffentlichungspolitik macht mich trotzdem wütend! Oder seht ihr das anders?

Kommentare:

sayuri's exile hat gesagt…

Mir ist etwas Ähnliches mal mit Kai Meyer passiert. Ich glaube, das Original war "Das Haus des Daedalus" und das wurde dann unter neuem Titel (Die Vatikanverschwörung - das zieht ja immer) und mit neuem Cover nochmal rausgebracht - auch ohne Hinweise auf diese Täuschung.
Ich bin zum Glück nicht drauf reingefallen, weil ich reingelesen hab, aber ich fand es auch sehr frech und unverschämt.

Diane hat gesagt…

Uff, da muss man ja doppelt und dreifach reinlesen, damit man sich auch wirklich sicher sein kann, das gleiche Buch nicht schon einmal gelesen zu haben Oo

Natira hat gesagt…

Neuveröffentlichungen sind ja gut und schön, aber auch mir erschließt sich die Notwendigkeit eines neuen Titels nicht (mein letztes Erlebnis hierzu: Das Mädchen mit den funkelnden Augen). Daß dann nicht einmal auf die frühere anders betitelte Veröffentlichung hingewiesen wird, empfinde ich als Geldschneiderei.

Diese Angabe sollte Pflicht beim Druck (wo auch die Auflagen stehen) sein und entsprechend bei Online-Handelsunternehmen.

Winterkatze hat gesagt…

Hallo ihr drei!
Ich sehe schon, ich bin nicht allein mit meinem Ärger über so eine Veröffentlichungspolitik. Dabei kann ich sogar noch damit leben, wenn ein Buch neu unter einem anderen Titel aufgelegt wird. Aber hier fehlt ja nicht nur der Hinweis auf die erste Ausgabe, sondern sogar der Vermerk, dass es der Auftakt einer Reihe ist - und das macht mich richtig wütend! Vor allem, da der Verlag ja schon einmal die folgenden Titel aufgelegt hatte und somit eindeutig darüber informiert ist, dass die Geschichte noch weitergeht.

Wie Natira bin ich der Meinung, dass solche Angaben einfach Pflicht sein müssten!

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!
Liebe Grüße von der Winterkatze

irina hat gesagt…

Das alte Leid! Ich find auch, dass das ne unmögliche Praxis ist mit den neuen Titeln ohne Hinweis darauf, dass das Buch unter anderem Titel schon veröffentlicht wurde. Ich hab mir deshalb angewöhnt, in meinem Buchverwaltungsprogramm immer den Originaltitel einzugeben, aber wenn man in der Buchhandlung steht, hilft das natürlich auch nichts.

Winterkatze hat gesagt…

@Irina: Ich hatte eine Zeitlang ein kleines Büchlein dabei, in dem ich solche Infos notiert hatte. Aber irgendwann wurden es zu viele Titel, als dass ich das im Buchhandel noch zücken wollte. ;) Wobei diese Veröffentlichungspraxis in deinem Lieblingsgenre wohl ganz besonders schlimm verbreitet ist, oder?

Jano hat gesagt…

Joa, joa, bei Tilman Röhrig wird das auch gern gemacht. Da gab's "Robin Hood - Solang es Unrecht gibt" von Dressler, "Robin Hood" von dtv, "Solang es Unrecht gibt" von Lübbe und jetzt im April erscheint bei Piper "Die Schatten von Sherwood". Alles ein und dasselbe Buch ... Zumindest wurde aber in der Piper-Vorschau darauf hingewiesen, dass der Band schon mal unter anderem Titel erschienen ist.

Winterkatze hat gesagt…

@Jano: Hat Piper denn auch alle Titel der vorhergehenden Veröffentlichungen aufgelistet? ;) Herjeh, das bringt einen doch zum Verzweifeln!

Jano hat gesagt…

Nö nö, in der Vorschau steht nur "Erstausgabe Dressler, 1994", also extremst eindeutig. ;) Vielleicht steht es aber zumindest im oder auf dem Buch irgendwo. Sonst bekommt der gute Herr Röhrig wieder massig Beschwerdemails, wie es damals der Fall war als "Ein Sturm wird kommen von Mitternacht" vom Verlag ohne jeglichen diesbezüglichen Hinweis im Taschenbuch einfach "Die Burgunderin" genannt wurde. :D

Winterkatze hat gesagt…

@Jano: Wobei "irgendwo im Buch" auch nicht gerade hilfsbereit ist, wenn man als Leser in einer Buchhandlung stöbert. Ich habe momentan ja schon bei manchen Titeln das Problem überhaupt die Verlagsangaben zu finden, da sie an den seltsamsten Stellen und in winziger Schrift plaziert werden ...

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