Dienstag, 10. November 2009

Jenna Black: Dämonenkuss (Die Exorzistin 1)

„Dämonenkuss“ ist der Auftakt der Reihe „Die Exorzistin“ von der Autorin Jenna Black. Die Hauptfigur ist die Exorzistin Morgan Kinsley, die in einer Welt, in der Dämonen alltäglich sind, lebt. Dämonen können hier nur in einem menschlichen Wirtskörper existieren, wobei viele Menschen sich den übernatürlichen Wesen für diesen Zweck anbieten. Morgans Bruder ist einer dieser Wirte – mit ein Grund, warum die junge Frau Dämonen hasst, denn mit der Inbesitznahme verschwindet die Persönlichkeit des Menschen.

Doch es gibt auch Dämonen, die unrechtmäßig Besitz von einem Menschen nehmen, und die dann von Exorzisten ausgetrieben werden müssen. Morgan ist eine der Besten in ihrem Job und trotzdem gerät sie gleich zu Beginn des Buches in Gefahr von einem Dämon übernommen zu werden. Zu ihrer großen Überraschung gelingt es dem bösen Wesen aber nicht in sie hineinzufahren, ein Rätsel, dass sie ziemlich beschäftigt. Als sie weiter nachforscht, stellt sich heraus, dass Morgan – ohne es zu wissen - schon längst eine Verbindung zu einem Dämon eingegangen ist.

Eigentlich finde ich die Grundidee zu diesem Roman sehr interessant. Jenna Black hat eine faszinierende Welt geschaffen und das Rätsel, um Morgans Immunität gegen den bösen Dämonen bietet mal einen ganz neuen Ansatz für ein Urban-Fantasy-Buch. Leider strotzt das Buch vor nicht gerade geschickt eingebauten Sexszenen und schlechten Charakterisierungen. Morgan ist nicht nur ihrem Freund Brian verfallen, sondern entwickelt auch für jeden vorbeikommenden Mann Interesse, solange dieser attraktiv ist. Die Exorzistin bleibt ihrem Liebsten zwar treu, lässt sich aber nicht von diversen Fantasien abhalten, die der Leser detailliert teilen darf.

Auch die SM-Spiele des Dämonen Adam und seines Geliebten werden ausführlich beschrieben. Wobei es der Autorin wohl vor allem darum ging wie bei einem Yaoi-Manga Szenen zu entwerfen, die der Leserin gefallen sollen. Doch bei mir führte das Ganze dazu, dass ich so langsam der Sexspielchen überdrüssig wurde. Vielleicht liegt es an Jenna Blacks Unfähigkeit schöne Liebesszenen zu beschreiben, dass sie auf den SM-Bereich ausgewichen ist – und zum Dämonenthema passt es ja auch –, aber auch hier fehlte es einfach an einer tieferen Charakterisierung. Keine der Personen war mir wirklich sympathisch und zu keinem Moment kam bei mir das Gefühl auf, dass Morgan jemals wirklich in Gefahr war (dabei wird die Exorzistin im Laufe der Geschichte von immer mehr Parteien gejagt). So interessant die Grundidee zu „Dämonenkuss“ ist, ich werde ganz bestimmt keinen weitern Roman dieser Reihe (und Autorin) lesen.

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