Samstag, 31. Oktober 2009

Katja Brandis: Der Sucher

Katja Brandis gehört zu den Autorinnen, deren fantastische Jugendbücher ich immer wieder gern lese. Neben den beiden Trilogien „Kampf um Daresh“ und „Feuerblüte“ gibt es noch einen einzelnen Band, der in ihrer ungewöhnlichen Welt Daresh spielt. „Der Sucher“ konzentriert sich auf Tjeri ke Vanamee, eine Figur, die auch schon in den Trilogien ihre Rolle hatte, und deren Vorgeschichte in diesem Roman erzählt wird.

Tjeri will unbedingt ein Sucher werden und beschließt beim besten Meister seines Volkes zu lernen. Doch der Große Udiko ist von dem Gedanken weniger begeistert und es kostest Tjeri so einiges an Mut und Gewitztheit, bis er den berühmten Sucher dazu bringt ihn auszubilden. Auch ohne das Vorwissen aus den beiden Trilogien kann man Tjeris Weg verfolgen, aber mit den Hintergrundinformationen über das Gildensystem in diesem fanastischen Land, wird die Geschichte des jungen Suchers schon etwas leichter verständlicher.

Schon in den vorhergehenden Büchern mochte ich Tjeri, aber in „Der Sucher“ habe ich ihn richtig ins Herz geschlossen. Während er lernt richtig zu suchen und mehr als das Offensichtliche wahrzunehmen, entspinnt sich ein Abenteuer um die verschiedenen Gilden auf Daresh. Vor allem die Intrigen in der Wasser-Gilde, der Tjeri angehört, bringen den jungen Sucher in Gefahr. Während die ersten Daresh-Geschichten immer aus Sicht der Menschen geschrieben wurden, lässt Katja Brandis in „Der Sucher“ auch eine Katzenfrau zu Wort kommen. Mi’raelas Teil der Geschichte beschreibt, wie es in der Felsenburg, dem Regierungssitz von Daresh, zu einem Kampf um die Macht kommt.

Anfangs fand ich diese Perspektivwechsel etwas verwirrend, denn Tjeri und die Katzenfrau unterscheiden sich nicht nur durch ihr Umfeld sehr voneinander. Aber je mehr sich die beiden Handlungsstränge miteinander verbinden, desto spannender wird die Geschichte – und obwohl ich wusste, dass Tjeri später noch weiter Abenteuer erleben würde (schließlich spielt dieses Buch vor den Daresh-Trilogien), so bangte ich doch ganz schön um das Leben der beiden Hauptfiguren. Für denjenige, der mal einen kleinen Blick nach Daresh werfen möchte, ohne gleich mit einer Trilogie anzufangen, ist „Der Sucher“ wunderbar geeignet. Ein spannender und humorvoller fantastischer Roman, der mit einer stimmig aufgebauten Welt und wirklich sympathischen Charakteren aufwarten kann. Allerdings ist dieser Titel vom Otherworld-Verlag mit 18,95 Euro nicht ganz billig …

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare bei Posts, die älter als sieben Tage sind, werden von mir moderiert, um das Spam-Aufkommen in Grenzen zu halten.