Montag, 12. Oktober 2009

Alan Bradley: Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet

Gleich zu Beginn dieses Romans lernt man Flavia de Luces ungewöhnliche Familie kennen – und hätte der spannende Anfang nicht schon Erwartungen geweckt, dann wären die Beschreibungen von Flavias Umfeld und ihrer Leidenschaft für Gifte mir fast ein bisschen zu ausführlich gewesen. So aber wundert man sich nicht, dass die Elfjährige von ihren beiden älteren Schwestern gefesselt in einen Wandschrank gesperrt wurde – und nachdem sie sich befreit hat, einen perfiden Racheplan ausheckt.

Doch bevor sie noch ihre Schwester vergiften kann, findet Flavia eine Leiche im Gurkenbeet. Der unbekannte Mann kann dem Mädchen noch ein rätselhaftes Wort zuflüstern, bevor er sein Leben aushaucht – und schon steckt Flavia kopfüber in den Ermittlungen! Vor allem die Tatsache, dass ihr Vater sich in der Nacht zuvor noch mit dem Fremden gestritten hat, spornt die Hobbydetektivin an. Denn auch wenn in der Familie nicht gerade sehr viel Zuneigung herrscht, so spielt ihr Vater doch eine wichtige Rolle für Flavia.

Der Roman lebt von dem Kontrast zwischen Flavias ungewöhnlicher und nicht gerade liebevoller Familie und dem gemütlichen Dorfleben. Auf ihrem alten Fahrrad Gladys saust Flavia quer durch den Ort und befragt die Bewohner nach dem unbekannten Toten – und ist so der Polizei immer eine Nasenlänge voraus. Doch je mehr das Mädchen über den Mann herausfindet, desto mehr befürchtet sie, dass ihr Vater in seiner Vergangenheit etwas getan haben könnte, dass Anlass für diesen Mord gewesen sein könnte.

Mich hat die Geschichte ein wenig an die Romane von Charlotte MacLeod erinnert: Ein interessanter Kriminalfall, der durch einen Haufen ungewöhnlicher Charaktere zu einer amüsanten und sehr erfrischenden Geschichte wird. Meiner Meinung nach ist das Buch so auch für Leser geeignet, die normalerweise keine Krimis lesen. Denn Flavia und ihr Umfeld sind so herrlich skurril, dass man sich einfach nur daran erfreuen kann. Für den englischsprachigen Raum ist schon eine Fortsetzung angekündigt – und ich glaube nicht, dass ich daran vorbeigehen kann.

Kommentare:

Natira hat gesagt…

... ich hatte diesen roman auch am 09.10. in der hand, mich dann aber für den seelenfänger entschieden. ist ja witzig :)

Winterkatze hat gesagt…

Ich glaube, an der Flavia kommt man im Buchhandel gerade nicht vorbei. Und die Geschichte hat mich wirklich gut unterhalten - ich bin gespannt, wie dir der Seelenfänger gefällt. Der würde mich nämlich auch reizen ... :D

Soleil hat gesagt…

*schluchz* Jetzt hab ich mehr fragen als ... aber das klingt alles total aufregend und spannend. Zwar steh ich nicht so auf Krimi und Tätersuche, aber es klingt, als sei das Setting und die Charaktere gut gewählt.
Danke für die tollte Reui!

Winterkatze hat gesagt…

@Soleil: Ich wollte halt nicht zuviel verraten ...
Aber es ist eher ein gemütlicher Krimi - und somit auch für Nicht-Krimileser geeignet - und lebt eben von Flavia und ihrer Leidenschaft für Chemie und Gifte und ihrer Skrupellosigkeit und doch ist sie eben nur ein Kind und ... >g<

Katrin hat gesagt…

Da ich so gerne bei dir kommentiere, habe ich heute mal ein bisschen gestöbert und bin auf diese Rezi gestoßen. Das Buch lockt mich schon länger, aber bei _dem_ Preis müsste es mich schon richtig vom Hocker hauen. Da du geschrieben hast, es wäre was für Leute die eigentlich keine Krimis lesen, wäre es eigentlich perfekt für mich...
Übrigens genieße ich immer die Katzenfotos zwischen deinen Rezensionen! Ich hätte auch so gern Katzen oder wenigstens eine, aber es gibt mehrere Gründe warum das nicht geht.
Was mir übrigens auch aufgefallen ist, ist das man leider so garnichts über dich erfährt hier im Blog... keine "Über" Seite oder sowas. Vielleicht kannst du mir ja mal ein paar Geheim-Infos zukommen lassen ;)

Viele liebe Grüße
Katrin

Winterkatze hat gesagt…

Ui, schön zu lesen, dass du gern bei mir kommentierst! :) Was das Buch und die Preis angeht: Frag doch mal in deiner örtlichen Bibliothek, ob sie das nicht anschaffen wollen. Du kannst ja mit all den guten Besprechungen werben! In der Regel sind Stadtbibliotheken bei Leserwünschen recht entgegendkommend. :)

Schade, dass du keine Katzen haben kannst, obwohl du gern eine hättest. Die Tierheime beherbergen so viele niedliche Biester, die ein Zuhause suchen ... Aber ich bin natürlich gern bereit eventuelle Katzensehnsucht mit Bildern zu stillen! :)

Und ja, mein Blog soll schon recht anonym bleiben (soweit ich das bei meinem Kommunikationsbedürfnis hinbekomme >g<), aber in dem Interview mit dem LoveLetter-Blog habe ich ein bisschen mehr über mich verraten. :) http://loveletter-magazin.blogspot.com/2009/11/romance-online-winterkatzes-buchblog.html

Viele Grüße,
Winterkatze

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