Montag, 14. September 2009

Timothy Carter: Dämonenhunger

Mit „Dämonenhunger“ habe ich ein paar wirklich amüsante Stunden verbracht. Die Geschichte ist einfach zusammengefasst: Der vierzehnjährige Vincent erfährt eines Tages, dass der Weltuntergang kurz bevorsteht. Auch wenn dem Junge klar ist, dass er diese Katastrophe nicht verhindern kann, so will er doch zusammen mit ein paar übernatürlichen Wesen versuchen eine Möglichkeit zu finden, wenigstens einige Menschen zu retten. Doch so ganz freiwillig startet Vincent seinen Teil der Mission nicht, was unter anderem auch an der strengen religiösen Erziehung seiner Eltern liegt.

Der Autor warnt den Leser gleich zu Beginn, dass er sich keine Hoffnungen machen soll: Die Welt wird untergehen - und nichts und niemand kann das verhindern! Auch bei der Darstellung seiner Geschöpfe ist Timothy Carter nicht gerade zimperlich mit der märchenhaften Vorstellung seiner Leser umgegangen. Niedliche Feen und zauberhafte Elfen wird man in diesem Roman nicht finden. Dafür muss der arme Vincent damit leben, dass ihn die mythischen Charaktere versklaven, quälen und (zumindest einige von ihnen) nur zu gern mit der Welt untergehen lassen würden.

Der Schreibstil, die Vorhersehbarkeit einiger Handlungselemente und die Tatsache, dass zwar viel Gewalt vorkommt, diese aber den Leser so wenig berührt wie vergleichbare Darstellungen in Trickfilmen, zeigen schon, dass Timothy Carter seine Geschichte als eindeutig Kinder- bzw. Jugendbuch konzipiert hat. Aber ich bin über so einige Stellen gestolpert, die ich so wunderbar böse fand, dass ich mir gut überlegen würde, welchem Kind ich diesen Roman in die Hand drücke.

Mir persönlich hat „Dämonenhunger“ hingegen sehr viel Spaß gemacht. Das Buch war kurzweilig, leicht und amüsant zu lesen und mit genügen Ironie und gesellschaftlichen Seitenhieben versetzt, dass es nicht langweilig wurde. Eine kurze Recherche hat mir verraten, im November in England ein zweites Buch von Timothy Carter erscheinen wird, das wohl in eine ähnliche Richtung (ein Teenager, ein Dämon und ein gefallener Engel) gehen wird. Mal gucken, ob auch dieser Titel den Sprung auf den deutschen Markt schafft. Mich würde es freuen!

Kommentare:

Soleil hat gesagt…

Das Buch habe ich auch zuhause und drücke mich immer noch ein wenig vor dem Lesen. Denn ich habe auch schon viele Gegenstimmen gelesen oder zumindest solche, die das Buch eher mittelwertig hielten.
Aber wie heißt es? Probieren geht über Studieren ;)

Winterkatze hat gesagt…

Jupp, probieren solltest du das Buch auf jeden Fall. ;)
Ich will nicht behaupten, dass es besonders komplex, anspruchsvoll oder gar tiefsinnig ist, aber dafür ist es unterhaltsam! Und manchmal ist das genau das Richtige, wenn man sich nur etwas entspannen will beim Lesen.

Kommentar veröffentlichen

Kommentare bei Posts, die älter als sieben Tage sind, werden von mir moderiert, um das Spam-Aufkommen in Grenzen zu halten.