Donnerstag, 6. August 2009

Tania Krätschmar: Seerosensommer


Man nehme:

1 Flasche eisgekühlten Champagner
2 zarte Kristallgläser
1 Frau
1 Mann
1 Sommer
1 See
1 Vollmond
30 Frösche

Alle Zutaten vorsichtig mischen und sich diskret entfernen.


Nach dem Tod ihres Mannes ist Josephine gezwungen sich ein neues Leben aufzubauen. Fern von Berlin, wo er als Sternekoch großes Ansehen genoss, will sie in einem alten Haus an einem See voller Seerosen ein kleines Restaurant eröffnen.

Ist sie anfangs noch davon überzeugt, dass sie von nun an nur für ihr Restaurant "Seerose" und ihre beiden Kinder da sein wird, entwickelt sie doch erstaunlich schnell Gefühle für den Ingenieur Severin. Und auch der zurückhaltende Mann ist vom ersten Augenblick an von der jungen Witwe hingerissen.

Während Severin noch versucht mehr über die schöne Frau herauszufinden, die ihn so fasziniert, ist Josephine hin und her gerissen zwischen ihrer Trauer um Johann und dem Gefühl, dass sie sich so schnell gar nicht neu verlieben dürfte, - und dem Herzflattern, dass der schweigsame und zuverlässige Severin in ihr auslöst. Beide lieben den Seerosensee, an dem Josephines Restaurant steht - und als dieses Idylle von einem skrupellosen Mann bedroht wird, kämpfen sie zusammen gegen die Zerstörung dieses friedlichen Stückchens Natur.

Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich vergleichbare Geschichten, wie sie in "Seerosensommer" beschrieben werden, schon im Heftromanformat gelesen - und da waren sie fundierter ausgearbeitet. Aber dafür bietet Tania Krätschmar neben einer etwas kitschigen und vorhersehbaren Handlung ein paar nette Details, die dieses Buch zu einer wunderbaren Sommerlektüre machen.

Liebevoll beschreibt die Autorin die Landschaft an der die "Seerose" liegt und weckt so das Verlangen einmal ein paar Tage in einer so heilen und friedlichen Naturidylle zu erleben. Man kann sich richtig gut vorstellen, wie es wäre am Abend mit einem Glas Wein auf der Terrasse zu sitzen und auf den See zu schauen. Vor jedem Kapitel gibt es ein kleines "Rezept", so wie das oben zitierte, welches entweder zum Nachkochen einläd oder "nur" den Boden bereitet für die folgende Handlung (wie z.B. bei dem JVA-Hackbraten). Ihre Charaktere sind sympathische Personen, mit denen man gern befreunden wäre, auch wenn Severins Eifersucht und Josephines Unentschlossenheit manchmal ein wenig zu Ungeduld beim Leser führen.

Sogar der Bösewicht ist stimmig beschrieben - ihm nimmt man es ohne weiteres ab, dass ihm der Ort seiner Kindheit egal ist und er in dem bezaubernden Seerosensee nur eine Chance wittert, um Geld zu verdienen.

Wer also nicht mehr als einen leichten und unterhaltsamen Liebesroman erwartet und sich an der wunderschön beschriebenen Landschaft erfreuen kann, der wird mit "Seerosensommer" ein paar schöne Stunden erleben. Das Buch ist einfach hervorragend geeignet, um an einem warmen Sommerabend gelesen zu werden.

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