Mittwoch, 5. August 2009

Ricarda Martin: Tochter der Schuld

Alaynes Leben wird von einem Moment auf den anderen auf den Kopf gestellt: Ihre Tocher eröffnet ihr erst im letzten Moment, dass sie demnächst im Ausland studieren will, ihre geliebte Großmutter erleidet einen Schlaganfall und ihr Mann Michael betrügt sie mit ihrer besten Freundin.

Um zu überlegen, wie es in Zukunft weitergehen soll, flüchtet Alayne in das Cottage ihrer Großmutter Edith, wo sie nicht nur auf dem Dachboden sehr alte und sehr edle Kinderkleidung mit einem Wappen findet, sondern auch die Nachricht bekommt, dass in dem ehemaligen Wirtshaus der Großmutter während des Abriss eine Leiche gefunden wurde.

Edith erzählt Alayne daraufhin von dem Küchenmädchen Edwina und ihrer unstandesgemäßen Liebe zu dem jüngsten Sohn eines alten Adelsgeschlechts ...

Auch wenn der Part um Alayne ein ganz stimmungsvoller Anfang für dieses Buch ist, so ist es Ricarda Martin erst nach fast hundert Seiten gelungen mich richtig in die Geschichte zu ziehen. Der Teil, in dem es um Edwina, ihre unglückliche Liebe und die Intrigen des Lords gegen die Beziehung zwischen dem Küchenmädchen und seinem Bruder geht, ist wirklich spannend und flüssig geschrieben. Der Autorin ist es so schön gelungen die Atmosphäre in dem Herrensitz vor dem Zweiten Weltkrieg einzufangen, dass man gleich richtig in der Geschichte drin ist.

Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man den Roman in einem Rutsch runterlesen kann, obwohl die einzelnen Elemente jedem vertraut sein dürften, der schon mal eine Familiensaga gelesen hat. Ein wenig enttäuschend ist dann wieder das schwache Ende, wenn der Erzählstrang zurück in die Gegenwart und zu Alayne springt. Hier bekommt man das Gefühl, dass die Autorin diesen Part irgendwie abschließen wollte - und natürlich brauchte es ihrer Ansicht nach ein HappyEnd, damit man das Buch in dem Wissen zuklappen kann, dass auch für Alayne noch ein schöner Lebensabend anbrechen wird.

Trotzdem ein schönes und unterhaltsames Buch, das mir sehr gut gefallen hat!

Kommentare:

Soleil hat gesagt…

Hach, Du machst mich schwach. Wieder ein Buch auf meinem Wunschzettel. Klingt nach meinem Beuteschema. Zwar mag ich Geschichten rund um und in der zeit des 2. WK nicht so gerne, aber das ist hier, glaube ich, eher nebensächlich.

Winterkatze hat gesagt…

Jupp, der Zweite Weltkrieg ist einfach nur ein gutes Mittel, um weitere Schwierigkeiten - und neue Männer - in Edwinas Leben zu bringen. Und abgesehen von der etwas schwächeren Rahmenhandlung hat mir das Buch gut gefallen. Eben ein richtiger Schmöker, um sich gemütlich auf dem Sofa einzurollen.

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