Samstag, 1. Oktober 2016

Herbstlesen im Oktober 2016 (1) - Samstag

Heute beginnt also zum dritten Mal das "Herbstlesen" - ich bin gespannt, wie viele Leute sich mir in diesem Jahr wieder anschließen und wünsche uns allen schon mal angenehme und entspannte Stunden!

Für mich startet der Tag relativ früh, wenn man bedenkt, dass wir gestern Abend bis 01:30 Uhr bei der Nachbarin versumpft sind, mit der wir eigentlich nur Abendessen wollten. Mal schauen, wann ich heute wach genug werde, um zum Roman zu greifen. Die ersten Bücher für den heutigen Tag habe ich schon bereit liegen, außerdem habe ich ein paar angefangene Titel, die ich weiterlesen könnte. Doch vorher sollte ich mir vielleicht erst einmal einen Tee kochen oder ich rühre schon mal den Teig für den Tortenboden an, den ich heute noch backen will, damit mein Mann morgen den gewünschten Geburtstagskuchen essen kann. Ich muss auch noch seine Geschenke einpacken (was aber erst passieren kann, wenn er sich zum Einkaufen aufmacht) und dann wartet noch ein Stapel Wäsche darauf, dass ich die erste Maschine anwerfe. Bis zum ersten Update habe ich mich aber dann hoffentlich für ein Buch entschieden, mit dem ich meinen Entspannungstag beginnen kann.

Eventuelle Mitleser für den heutigen Tag werden von mir am Ende dieses Beitrags verlinkt, sobald sie mir einen Kommentar mit einem Link zu ihrem Herbstlesen-Post hinterlassen. Ich freu mich schon sehr auf den Austausch! :)


Update 10:30 Uhr

Uff, das Wetter ist heute wirklich usselig. Es wird gar nicht hell und hat sich gut eingeregnet. Mein armer Mann mag gar nicht aus dem Haus gehen. Ich habe es immerhin schon geschafft den FeedReader zu leeren, die Wäsche anzustellen, die Spülmaschine auszuräumen und den Tortenboden zu backen. So müde wie ich gerade bin, dauert alles etwas länger, aber am Wochenende hetzt uns ja keiner. ;) Und weil ich gerade das Bedürfnis nach "herbstlicher" und gemütlicher Lektüre habe, starte ich das Lesen für heute mit "Herbst im Mumintal" von Tove Jansson. Das Buch ist der letzte Mumin-Band, der mir noch gefehlt hatte, und ich freu mich schon auf ein Wiedersehen mit all den Geschöpfen im Mumintal - auch wenn ich schon weiß, dass die Mumins selber gar nicht darin vorkommen, weil sie währenddessen das karge Leben auf einer Insel inmitten des Meeres ("Mumins wundersame Inselabenteuer") ausprobieren.


(Die üblichen Verdächtigen haben sich auch schon mit einem Herbstlesen-Beitrag gemeldet. Ich freu mich! :) )


Update 13:00 Uhr

Sehr viel habe ich in meinem Muminsbuch noch nicht gelesen. Dafür habe ich - neben der ersten Kommentarrunde - meine Zeit mit dem Einpacken von Geschenken (macht ihr das auch immer so gern, weil ihr euch darauf freut, was der Beschenkte zu den Sachen sagen wird?) und dem Spielen mit Christie verbracht.


Als Christie noch klein war, hat sie immer Fellbällchen apportiert, damit man sie dann für sie quer durch die Wohnung werfen konnte. Das ging ein paar Jahre so bis Baltimore bei uns einzog. Der fand die Fellbällchen nämlich auch super, rannte auch hinter den geworfenen Bällen hinterher und zerknackte sie dann mit einem energischen Biss. Das hat sowohl Christie als auch uns nach kurzer Zeit die Lust an dem Spiel genommen. In den letzten Wochen hat Christie wieder angefangen mit dem rumliegenden Bällchen zu spielen - und heute hat sie zum ersten Mal seit ungefähr zehn Jahren wieder richtig apportiert! Da ich trotzdem noch durch die Gegend flitzen muss, um in die richtige Position für einen weiten Wurf zu kommen, ging mir nach einer halben Stunde die Puste aus, während die Katze weiter auffordernd das Bällchen hinter mir herschleppte. :D


Zum Frühstück habe ich dann endlich das Mumintal betreten, zugesehen, wie sich der Schnupferich auf seine Herbstreise begeben hat, festgestellt, dass sehr viele Wesen auf einmal Sehnsucht nach einem Besuch bei der Muminfamilie hatten und es mir dann gemeinsam mit ihnen im (verlassenen) Muminhaus gemütlich gemacht. Dieses Buch hat - wie schon "Mumins wundersame Abenteuer" einen deutlich melancholischeren Unterton als die ersten Mumin-Geschichten, aber ich mag dieses ruhige, sehnsüchtige Herbstgefühl. Währenddessen hat mein Mann beim Essen weiter Bällchen für Christie geworfen. Seit dem Tierarztbesuch am Donnerstag muss unser Kätzchen anscheinend beweisen, dass sie wirklich fit für ihr Alter ist. :D


Update 15:15 Uhr

Hach, die Muminsgeschichten sind auch ohne die Mumins so nett zu lesen! In "Mumins wundersame Inselabenteuer" konnte man lesen, was die Mumins dazu bewegt hat ihr Tal zu verlassen und sich auf einer Leuchtturminsel mitten im Meer niederzulassen. Währenddessen gibt es viele weitere Figuren, die unzufrieden mit ihrem Leben sind, die nicht in ihrem Alltag verharren möchten und die sich nach der Wärme und der Entspanntheit des Mumintals sehnen. Selbst der Schnupferich, der sonst ja den Sommer mit den Mumins verbringt, kehrt zurück, weil er dort die fünf ersten Töne eines neuen Regenlieds vergessen hat. Dummerweise müssen all die Besucher feststellen, dass es ohne Muminmutters Fürsorge, den angelnden Muminvater und den durch das Tal streichende Mumin nicht so einfach ist eine entspannte Zeit zu verbringen. Und natürlich lässt man all seine Unzufriedenheit nicht hinter sich, nur weil man seinen Aufenthaltsort gewechselt hat ... Ich finde es sehr rührend, wie sie alle im Mumintal nach einem anderen Leben suchen und natürlich ist es so, dass gerade diejenigen, die sich besonders bei der Suche anstrengen, den wenigsten Erfolg haben.

Damit ich mein Buch nicht in einem Zug durchlese, lege ich jetzt erst einmal eine Pause ein und schaue nach den anderen.


Update 20:45 Uhr

Nach meiner Blog- und Kommentarrunde habe ich mir erst einmal einen Kekse, ein neues Buch und die letzte Tasse von meinem Sonnetor-Früchtetee (*grummel*) gegönnt.


"Urban Allies" ist eine Anthologe, die von Joseph Nassise herausgegeben wurde. In dem Band finden sich zehn Geschichten, die von zwanzig Autoren geschrieben wurden. Je zwei der Schriftsteller mussten zusammen eine Geschichte schreiben, in der sie einen Protagonisten aus einer ihrer Serien verwendeten. Ich muss gestehen, dass ich gespannt war, wie das funktioniert und wie diejenigen Autoren, deren Werke ich schon kenne, sich bei so einer Zusammenarbeit schlagen. Die erste Geschichte, "Ladies Fight" war von Caitlin Kittredge und Jaye Wells und drehte sich um Ava und Leo (aus den "Hellhound Chronicles" von Caitlin Kittredge) und Sabina und Adam (aus der Sabina-Kane-Reihe von Jaye Wells). Ava und Leon hatten einen Tipp bekommen, dass sie einen bestimmten Gegenstand im Besitz von Sabina finden würden. Als sie dann dort einbrachen, entwickelten sich die Dinge dann etwas unerwartet - ich fürchte, ich kann nicht mehr über die Handlung erzählen, wenn ich nichts spoilern will.

Die Geschichte fand ich soweit wirklich nett. Die Charaktere waren mir sympathisch, die unterschiedlichen Welten, die man durch die wenigen Sätze dazu, kennenlernen konnte, fand ich auch reizvoll, aber Caitlin Kittredges Art zu erzählen spricht mich deutlich mehr an als die von Jaye Wells. Dabei sind es nur Kleinigkeiten, die ich bei Jaye Wells nicht so ansprechend fand, aber das waren Dinge, die ich mir schon in anderen Urban-Fantasy-Serien auf die Nerven gingen, was bedeutet, dass ich da inzwischen relativ wenig Toleranz habe. Ein Beispiel gefällig? Der Dämon, der mit Selina zusammenarbeitet, taucht allein in dieser Kurzgeschichte zweimal nackt auf - und jedes Mal gibt es eine Bemerkung bezüglich seines Geschlechtsteils, ohne dass das irgendwas zur Handlung beigetragen hätte.

(Und nachdem ich schon die "Icarus Project"-Romane so toll fand, die Caitlin Kittredge zusammen mit Jackie Kessler geschrieben hat, muss ich wohl in Zukunft noch mehr von der Autorin antesten.)


Den Rest des Nachmittages habe ich dann mit Wäsche zusammenlegen, Christie beschmusen und Torte (unordentlich) zusammenbauen verbracht. Oh, und wenn ihr einen Eindruck davon bekommen wollt, was passiert, wenn ich Fotos auf dem kleinen Tisch im Wohnzimmer machen möchte, dann schaut euch die Katze oben links mal genauer an. Wobei ich dazu sagen muss, dass das der einzige Tisch ist, auf den sie springen darf. Das ist schließlich auch ihr Weg, um über die Katzenbrücke aufs Bücherregal zu kommen. ;)


... soweit hatte ich eben geschrieben, als der Wecker losging und meldete, dass meine Suppe fertig ist. Inzwischen ist die auch vertilgte, das Update kommt dafür etwas später, und bis es Zeit für den Nachtisch (Profiterole, die ich gestern für das Essen mit der Nachbarin gemacht hatte) ist, drehe ich wieder eine Blog- und Kommentarrunde! Danach hätte ich noch einen Manga von Jiro Taniguchi im Auge, den ich noch lesen möchte, oder ich könnte noch etwas mit dem 3DS spielen ... Mal schauen. :)

***

Heutige Mitleser:

Natira (Update 1) / Natira (Update 2)
Sarah
JED
Kiya
Ina
Hermia
Sam
BücherFähe
Neyasha
Elena

Gelesen: Juli, August und September 2016

Frühere Statistiken sind unter "Diverses" zu finden.

Bücher:

  1. Jeanne Adams: The Tentacle Affaire (A Slip Traveler Novel #1)
  2. Hatice Akyün: Verfluchte anatolische Bergziegenkacke
  3. Wolfgang Behringer: Tambora und das Jahr ohne Sommer - Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte
  4. Juliet Blackwell: A Toxic Trousseau (A Witchcraft Mystery #8)
  5. Isabel Bogdan: Der Pfau
  6. Fred Bruemmer: Mein Leben mit den Inuit - Reisen zwischen Grönland und Alaska 
  7. Soman Chainani: The School for Good and Evil 3 - The Last Ever After
  8. Jennifer Estep: The Spider (Elemental Assassin 10)
  9. Tess Gerritsen: Scheintod (Rizzoli & Isles 5)
  10. Tess Gerritsen: Blutmale (Rizzoli & Isles 6)
  11. Tess Gerritsen: Grabkammer (Rizzoli & Isles 7)
  12. Tess Gerritsen: Totengrund (Rizzoli & Isles 8)
  13. Tess Gerritsen: Grabesstille (Rizzoli & Isles 9)
  14. Tess Gerritsen: Abendruh (Rizzoli & Isles 10)
  15. Tess Gerritsen: Der Schneeleopard (Rizzoli & Isles 11)
  16. Tess Gerritsen: Leichenraub
  17. Susanne Goga: Leo Berlin (Ein Fall für Leo Wechsler 1)
  18. Susanne Goga: Mord in Babelsberg (Ein Fall für Leo Wechsler 4)
  19. Susanne Goga: Es geschah in Schöneberg (Ein Fall für Leo Wechsler 5)
  20. Holly Goldberg Sloan: Glück ist eine Gleichung mit 7
  21. Christopher Golden/Thomas E. Sniegoski: The Nimble Man (The Menagerie #1)
  22. Kate Griffin: A Madness of Angels (Matthew Swift #1)
  23. Rick Gualtieri: Bill The Vampire (The Tome of Bill 1)
  24. Helene Hanff: 84, Charing Cross Road - Eine Freundschaft in Briefen
  25. Florian Heine: Mit den Augen der Maler - Schauplätze der Kunst neu entdeckt
  26. Tom Hillenbrand: Teufelsfrucht (Xavier Kieffer 1)
  27. Stuart Jaffe: Southern Bound (Max Porter Mystery 1)
  28. Tove Jansson: Mumins wundersame Inselabenteuer
  29. Diana Wynne Jones: House Of Many Ways 
  30. Diana Wynne Jones: Enchanted Glass
  31. Juliane Käppler: Die sieben Tode des Max Leif - Ein Hypochonder-Roman
  32. Julia Korbik: Stand up - Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene
  33. Maria Lang: Nicht nur der Mörder lügt
  34. Estelle Laure: Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
  35. Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren - Tagebücher 1939-1945
  36. S.J. McCoy: Love Like You've Never Been Hurt (Summer Lake 1)
  37. Seanan McGuire: Once Broken Faith (October Daye 10)
  38. Gail Z. Martin: Trifles and Folly (A Deadly Curiosities Collection) 
  39. James Maxey: Nobody Gets The Girl (Whoosh! Bam! Pow! Series 1)
  40. Julia Quinn: Wie erobert man einen Duke? (Bridgerton 1)
  41. Julia Quinn: Wie bezaubert man einen Viscount? (Bridgerton 2)
  42. Julia Quinn: Wie verführt man einen Lord? (Bridgerton 3)
  43. Julia Quinn: Penelopes pikantes Geheimnis (Bridgerton 4)
  44. Julia Quinn: In Liebe, Ihre Eloise (Bridgerton 5)
  45. Julia Quinn: Ein hinreißend verruchter Gentleman (Bridgerton 6)
  46. Julia Quinn: Mitternachtsdiamanten (Bridgerton 7)
  47. Julia Quinn: Hochzeitsglocken für Lady Lucy (Bridgerton 8)
  48. Julia Quinn: The Sum of All Kisses (Smythe-Smith 3)
  49. Julia Quinn: Geküsst von einem Duke (Wyndham 1)
  50. Julia Quinn: Verführt von einer Lady (Wyndham 2)
  51. Julia Quinn: Just Like Heaven (Smythe-Smith 1)
  52. Julia Quinn: Das geheime Tagebuch der Miss Miranda
  53. Silvia Roth: Der Beutegänger (Hendrik Verhoeven und Winnie Heller 1)
  54. Silvia Roth: Querschläger (Hendrik Verhoeven und Winnie Heller 2)
  55. Karen Rose: Dornenmädchen
  56. Karen Rose: Alone in the Dark
  57. Jennifer St. Giles: Touch a Dark Wolf (The Shadowmen 1)
  58. Patrycja Spychalski: Heute sind wir Freunde


Kurzgeschichten:

  • Ruthanna Emrys: The Litany of Earth
  • Seanan McGuire: Anthony's Vampire
  • Seanan McGuire: Full of Briars
  • Seanan McGuire: The Levee Was Dry
  • Seanan McGuire: Heap of Pearl


Comics/Manga:

  • Tohru Himuka: Shinobi Quartet 1 (Manga)
  • Tohru Himuka: Shinobi Quartet 2 (Manga)
  • Yoshitoki Oima: A Silent Voice 1 (Manga)
  • Saki Okuse/Chaco Abeno: Draw 1 (Manga)
  • Saki Okuse/Chaco Abeno: Draw 2 (Manga)
  • Riad Sattouf: Der Araber von morgen 1 - Eine Kindheit im Nahen Osten (1978-1984) (Comic)
  • Dirk Schwieger: Moresukine - Wöchentlich aus Tokyo (Comic)
  • Shaun Tan: The Arrival (Comic)
  • Ema Toyama: Love Hotel Princess 1 (Manga)
  • Ema Toyama: Love Hotel Princess 2 (Manga)


Hörbücher/Hörspiele:

  • Fredrik Backman: Ein Mann namens Ove (Hörbuch)
  • Iris Grädler: Collin Brown 1 - Meer des Schweigens (Hörbuch)
  • Iris Grädler: Collin Brown 2 - Am Ende des Schmerzes (Hörbuch)


Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

Oktober-SuB 2016

Der September war anstrengend und führte bei mir zu viel "Ablenkungslesen", wobei es mir half, dass ich einen Großteil meiner Bibliotheksvormerkungen zum Monatsanfang in die Hände bekam. Es machte sich einfach bemerkbar, dass die Sommerferien vorbei waren und die anderen Nutzer ihre Leihgaben wieder zurückbrachten. ;) Insgesamt bin ich so auf 19 Bücher, 3 Kurzgeschichten, 7 Manga und 1 Hörbuch gekommen. Der Oktober wird vermutlich ebenso aufreiben wie der September und ich habe mir fest vorgenommen, mir die Wochenenden (wenn möglich) komplett frei zu nehmen, um beim "Herbstlesen" viel Zeit mit schönen Dingen - und da vor allem Büchern - zu verbringen.


Deutscher SuB:
  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  3. Brom: Krampus
  4. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  5. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  6. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  7. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  8. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  9. Tove Jansson: Herbst im Mumintal
  10. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  11. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  12. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  13. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  14. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  15. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  16. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  17. Charles den Tex: Die Zelle
  18. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  19. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  20. Xinran: Gerettete Wort
  21. Xinran: Wolkentöchter
  22. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

22 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:
  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  3. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  4. Agatha Christie: Curtain - Poirot's Last Case
  5. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  6. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  7. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  8. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  9. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  10. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  11. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  12. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  13. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  14. Lynn Kurland: Star of the Morning
  15. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  16. Joseph Nassise (Hrsg.): Urban Allies
  17. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
  18. Cindy Pon: Serpentine
  19. Philip Reeve: Larklight
  20. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  21. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  22. Holly Webb: Emily Feather and the Secred Mirror (Emily Feather #2)
  23. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather #3)
  24. Holly Webb: Emily Feather and the Starlit Staircase (Emily Feather #4)
  25. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

25 Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Donnerstag, 29. September 2016

Gail Z. Martin: Trifles and Folly (A Deadly Curiosities Collection)

Der elfte Titel des "Modern Magic"-Bundles war "Trifles and Folly" von Gail Z. Martin und hier gab es für mich keinen Roman, sondern eine Sammlung von neun Kurzgeschichten, die sich rund um das "Trifles and Folly", einem Geschäft für Antiquitäten und ungewöhnliche Gegenstände, drehten. Inhaberin des Geschäfts ist Cassidy Kincaide, die die Gabe hat Eindrücke der Vorbesitzer von Gegenständen wahrzunehmen. Diese Gabe nutzt sie im Dienste der "Alliance", die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gefährliche Gegenstände zu vernichten oder zumindest so weit unter Verschluss zu nehmen, dass Unschuldige nicht weiter darunter leiden können. Dabei bedeutet "gefährliche Gegenstände" in diesem Zusammenhang Gegenstände, die zum Beispiel verflucht wurden, mit einem Geist verbunden sind oder einfach nur mit der negativen Energie ihres Vorbesitzers so sehr aufgeladen sind, dass sie alle nachfolgenden Benutzer beeinflussen können.

Cassidy arbeitet vor allem mit ihrem Assistenten Teag Logan zusammen, der nicht nur diverse Kampfsportarten beherrscht, sondern auch ein Web-Magier ist und deshalb mit Garnen, Fäden und dem Internet Magie ausüben kann. Außerdem steht ihr ihr Vorgesetzter Sorren zur Seite, der - da er ein Vampir und schon um die 600 Jahre alt ist - auch schon mit Cassidys Vorfahren zusammengearbeitet hat, die ebenfalls für die "Alliance" tätig waren. Durch ihn findet sie auch immer wieder weitere Leute, die ihr mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten beistehen können, wenn es um spezielle Aspekte der Magie oder um die Hintergründe eines historischen Gebäudes oder ähnliches geht.

Ich mochte die relative Alltäglichkeit der Gegenstände, die im Mittelpunkt der meisten Geschichten standen. So beginnt die Handlung in "Buttons" mit einem Knopf, in "The Restless Dead" mit dem Schwungrad einer alten Nähmaschine, in "Retribution" mit Poker-Chips und einem Flachmann, in "Wicked Dreams" mit einer Schreibmaschine und in "Coffin Box" mit einem Humidor. Erst ab "Collector" starten die Ereignisse mit Dingen, bei denen man eher davon ausgehen würde, dass damit Geistererscheinungen oder andere "magische" Vorfälle einhergehen. In "Collector" sind es übrigens von Hopi geschaffene Figuren, in "Bad Memories" ist es das Rasierzeug eines in einem Militärkrankenhaus verstorbenen Soldaten und in "Spook House" ein für Halloween eröffnetes Spukhaus. (Jetzt frage ich mich nur, ob ich den Gartenzwerg in "Shadow Garden" eher als "alltäglich" oder "spukigen" Gegenstand einordnen sollte. ;) )

Die Geschichten waren eigentlich gut zu lesen und unterhaltsam, habe mich aber ehrlich gesagt nicht wirklich auf die beiden Romane rund um Cassidy neugierig gemacht. Dafür haben mich die einzelnen Geschichten einfach nicht genug gepackt und es fehlte eindeutig an Spannung. Denn auch wenn mir die verschiedenen Charaktere sympathisch waren, so habe ich nicht mit ihnen mitgefiebert oder gar befürchtet, dass ihnen im Laufe der Geschichte wirklich etwas zustoßen könnte. Die Grundidee fand ich in der Regel faszinierend und es gab auch beim Weltenbau ein paar Aspekte, die ich reizvoll fand, besonders bei den verschiedenen Magiearten, die beschrieben wurden. Aber insgesamt habe ich das Ganze nicht als fesselnd oder gar stimmig empfunden.

Ich weiß selber nicht so genau, warum es mich zum Beispiel stört, wenn in einer Welt, in der es Geister, Voodoo-Götter, Dämonen und andere - in meinen Augen religiös besetzten - Wesenheiten gibt, ein Vampir rumläuft. Vielleicht lag es daran, dass in all den Geschichten nur dieser eine Vampir auftaucht. Es wird kein weiterer Vampir in Cassidys Welt erwähnt (auch wenn die Reihenbeschreibung bei Amazon andeutet, dass die "Alliance" von einer Gruppe von Vampiren geführt wird) und es gibt anscheinend keine anderen übernatürlichen Geschöpfe, die mit den Menschen zusammen in Charleston lebten, auch wenn in einer der späteren Geschichte Gouls vorkommen.

Auch gab es rund um den Vampir einige Unstimmigkeiten, die sich nicht unbedingt widersprechen mussten, die mich aber irritiert haben. So meint Cassidy in einer Geschichte, dass der Vampir ein Gebäude betreten kann, weil es öffentlich ist und er deshalb nicht eingeladen werden muss, und in einer anderen Geschichte denkt sie darüber nach, dass er sich später einen Gegenstand aus einem Privathaus besorgen kann - was ihm leicht fallen müsste, weil er doch vor 600 Jahren ein erfolgreicher Juwelendieb war. Für mich deutet dieser Gedankengang an, dass er einbrechen und den Gegenstand entwenden soll, aber wie kann er das, wenn er eingeladen werden muss, um in ein privates Gebäude zu kommen? Letztendlich wird es so gelöst, dass er die Besitzerin "überredet" ihm den Gegenstand auszuhändigen, aber trotzdem fand ich das beim Lesen unrund.

Auch bezeichnet Gail Z. Martin das "Trifles and Folly" in der ersten Geschichte als Pfandleihe, obwohl die Beschreibung von Cassidys Geschäft von Anfang an deutlich macht, dass es kein Pfandhaus, sondern ein Antiquitäten- bzw. gehobener Second-Hand-Laden ist. Und mal hat Teag schwarze Gürtel in sieben verschiedenen Kampfsportarten (wobei ich mich wundere, wann er die erworben hat und wann er überhaupt trainiert, wenn er doch den ganzen Tag mit Auktionen, dem Laden und der Geisterjagd beschäftigt ist), dann wieder ist Cassidy froh, dass er Capoeira beherrscht - was zwar auch eine Kampfsportart ist, aber keine in der es (soweit ich weiß) einen schwarzen Gürtel gibt. Das sind alles keine großen Sachen und vieles davon erklärt sich vermutlich dadurch, dass die Autorin im Laufe der Zeit ihre Welt und die Figuren weiterentwickelt hat, aber es hat mich beim Lesen wirklich gestört.

Dienstag, 27. September 2016

Christopher Golden und Thomas E. Sniegoski: The Nimble Man (The Menagerie #1)

"The Nimble Man" von Christopher Golden und Thomas E. Sniegoski ist der zwölfte und letzte Roman des "Modern Magic"-Bundles (den elften Titel habe ich übersprungen, weil es eine Kurzgeschichtensammlung ist, von der ich denke, dass sie besser zu etwas herbstlichem Wetter passen könnte). Ich muss gestehen, dass ich das Buch mochte, obwohl es im Vergleich zu anderen Urban-Fantasy-Geschichten eigentlich nichts Besonderes ist. Aber vor allem hat mich beim Lesen die Frage beschäftigt, welche Zusammenhänge es zwischen diesen Autoren und dem Comiczeichner Mike Mignola gibt und inwieweit sich diese Personen wohl gegenseitig beeinflusst haben.

"The Nimble Man" dreht sich um eine Gruppe von ungewöhnlichen Wesen, die sich seit langer Zeit immer wieder zusammenschließen, um gegen das Böse zu kämpfen. Kopf dieser "Menagerie" ist Arthur Conan Doyle, der entgegen anderslautender Gerüchte nicht im Jahr 1930 verstorben ist, sondern damals in die Feenwelt wechselte, um eine Beziehung mit der Feenprinzessin Ceridwin. führen zu können. Doyle ist ein starker Magier, aber vor allem ist er derjenige, dem die anderen loyal zur Seite stehen, um seine Pläne zu verwirklichen. Die anderen Figuren sind zum Beispiel die Vampirin Eve, der Gestaltwandler Clay und der Goblin Squire, weitere Personen werden im Laufe der Geschichte eingeführt, was zu einigen Perspektivwechseln führt, die ich stellenweise etwas zu abrupt fand.

In diesem Roman (es gibt noch drei Fortsetzungen) versucht Arthur Conan Doyle, seinen ehemaligen Lehrmeister Sweetblood zu finden, um zu verhindern, dass dessen Kräfte von anderen Personen missbraucht werden. Während er noch nach dem Aufenthaltsort von Sweetblood sucht, stolpert er über überraschend mächtige Gegner - und die ersten Anzeichen der bevorstehenden Apokalypse. Im Prinzip sind das alles recht gewöhnliche Elemente für eine Urban-Fantasy-Geschichte, aber ich muss zugeben, dass es Christopher Golden und Thomas E. Sniegoski gelungen ist, wirklich faszinierende Charaktere zu erschaffen. Vor allem hat mich lange die Frage nach den Hintergründen der verschiedenen Figuren beschäftigt, und so sind es auch die Charaktere, die mich neugierig auf weitere Bände der Reihe gemacht haben. Ich hoffe, dass es noch sehr viele Details dazu gibt, wie einige der Protagonisten zu dem geworden sind, was sie in "The Nimble Man" zu sein scheinen. Außerdem mochte ich die Mischung aus verschiedenen Mythologien, realen Figuren und Ereignissen sowie actionreichen Kämpfen. (Dafür hätte ich auf darauf verzichten können, dass eine der Gegnerinnen ständig nackt durch die Gegend läuft - das hat jetzt nicht gerade viel zu Handlung beigetragen.)

Ein Teil meiner Neugier bezüglich der weiteren Entwicklung der Charaktere und der Hintergründe basiert vermutlich auch darauf, dass mich viele Elemente - unter anderem der Umgang mit mythischen Figuren, aber auch bestimmte Protagonisten - in dieser Geschichte an die Comic-Reihen um "Hellboy" und die Regierungsbehörde "B.P.R.D." von Mike Mignola erinnert haben. Es könnte sogar sein, dass Christopher Golden und Thomas E. Sniegoski sich davon haben inspirieren lassen, denn der erste "Hellboy"-Comic entstand schon in den 90ern, während "The Nimble Man" 2004 erschienen ist - zwei Jahre nach dem ersten "B.P.R.D."-Comic, an dem Golden und Sniegoski zusammen mit Mike Mignola gearbeitet haben. Wobei Christopher Golden Ende der 90er anfing, "Hellboy"-Romane zu schreiben und somit vielleicht seinerseits Einfluss auf Mike Mignolas Werk hatte, obwohl Mike Mignola zu der Zeit noch eine sehr enge Kontrolle über sämtliche "Hellboy"-Veröffentlichungen ausübte. Ich muss gestehen, ich fände es spannend zu wissen, wie weit sich da diese Künstler gegenseitig inspiriert haben ...

Sonntag, 25. September 2016

Holly Goldberg Sloan: Glück ist eine Gleichung mit 7

Auch über "Glück ist eine Gleichung mit 7" von Holly Goldberg Sloan bin ich bei Tine gestolpert, die mir mit ihrer Rezension große Lust auf das Buch gemacht hatte. Die Geschichte dreht sich um die zwölfjährige Willow, die gleich zu Beginn des Romans ihre Adoptiveltern bei einem Autounfall verliert. Willow ist ein Genie, was es für sie schwierig macht sich mit Gleichaltrigen anzufreunden, da kaum jemand die gleichen Interessensgebiete (Pflanzen und Medizin) hat wie sie. Auch in der Schule kommt sie nicht gut zurecht, weil ihre Lehrer nicht so recht wissen wie sie mit ihr umgehen sollen und eher glauben, dass sie bei Prüfungen schummelt, als dass sie wirklich so schnell und fehlerfrei arbeitet.

So war ihr Zuhause bis zum Tod ihrer Eltern ihr Zufluchtsort. Dort hatte niemand ein Problem damit, dass sie sich am liebsten in wissenschaftliche Bücher vergrub oder ihre Freizeit mit Bodenanalysen und ähnlichem zubrachte, um hinterm Haus einen wuchernden Garten anzulegen. Trotzdem hätte Willow gern Freunde und deshalb arbeitet sie - nach einem zufälligen Kennenlernen - zielstrebig daran, die zwei Jahre ältere Mai zu ihrer Freundin zu machen. So bringt sich Willow selber Vietnamesisch bei, da Mai Halbvietnamesin ist, und organisiert ihren Alltag so, dass sie vor ihren regelmäßigen Treffen mit dem Schulberater Dell gemeinsam mit Mai Zeit verbringen kann.

Sehr realistisch ist die Geschichte natürlich nicht. Nicht nur weil Willow in wirklich allen Wissensgebieten überragend ist, sondern auch weil so viele Menschen sich am Ende darum kümmern, dass es ihr gut geht. Aber dafür ist "Glück ist eine Gleichung mit 7" ein wunderbares Wohlfühlbuch voller sympathischer Charaktere und amüsanter Momente. Gerade Willow habe ich schnell ins Herz geschlossen, weil sie so eine eigene Weltsicht hat. So beschäftigt sie sich bei ihrem Schulwechsel intensiv mit der Frage, was sie an ihrem ersten Tag anziehen soll - und entscheidet sich dabei für ihr Garten-Outfit, damit ihre neuen Mitschüler auf den ersten Blick sehen, wo ihre Prioritäten liegen. Ich mochte es sehr, dass sie zwar oft unsicher war - gerade wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht -, dass sie sich aber davon nicht abschrecken ließ, ein Projekt zu verfolgen.

Willows ungewöhnliche Sichtweise und ihr direkter Umgang mit Menschen sorgt dafür, dass sie den Menschen in ihrer Umgebung immer wieder neue Impulse zukommen lässt. Sogar in ihrer tiefen Trauer, als sie kaum in der Lage ist, sich zu bewegen, löst sie in Mais Familie etwas aus, dass das Leben aller Beteiligten verändert. Und das alles wäre ungemein kitschig, würde man es als Leser nicht vor allem durch Willows sehr sachliche Sicht erleben. Ab und an wechselt Holly Goldberg Sloan die Perspektive, um einem die Motive der anderen Personen nahe zu bringen. Doch in erster Linie wird die Geschichte von Willow beherrscht und ich fand es sehr erholsam durch ihre Augen in die Welt zu blicken. Einzig ein Punkt am Ende der Geschichte hat mich gestört, weil der dazu führte, dass ich stellvertretend für Mai und ihren Bruder wütend geworden bin, weil ihr Leben schon so viel früher besser hätte verlaufen können. Davon abgesehen habe ich den Roman sehr genossen.

Freitag, 23. September 2016

Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren

"Die Menschheit hat den Verstand verloren - Tagebücher 1939-1945" von Astrid Lindgren habe ich im vergangenen Jahr zu Weihnachten bekommen - und dann stand das Buch eine Weile im Regal, bis ich bereit war, es zu lesen. Siebzehn Hefte hat Astrid Lindgren während der sechs Kriegsjahre mit all ihren Gedanken und Befürchtungen, aber auch mit einer Menge Zeitungsausschnitten und Abschriften von Briefen gefüllt. So entstand eine faszinierende Mischung aus Dokumentationen der jeweils wichtigsten Kriegsgeschehnisse (natürlich aus der Sicht einer relativ unbeteiligten Schwedin) und Alltagserzählung. Dabei fand ich es vor allem spannend, wie viel Angst in Skandinavien vor Russland herrschte und wie die schwedische Bevölkerung selbst in den späteren Kriegsjahren, als bekannt geworden war, welche Gräueltaten die Deutschen begingen, eher hofften, dass die Deutschen einmarschieren, als dass die Russen bis zu ihrer Grenze gelangen würden.
22. Juni 1941
[...] Es wird sicher anstrengend, mit Deutschland gegen Russland und mit England gegen Deutschland zu halten. [...] (S. 116)
Bei Astrid Lindgren sorgt diese Angst vor den Russen zu einer genauen Beobachtung der politischen Lage, wobei sie viele Nachrichten und Zeitungsausschnitte mal entsetzt, mal spöttisch kommentiert. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass es ihr sogar die Sprache verschlagen hat - als hätte sie die Vorkommnisse zwar anhand der eingeklebten Ausschnitte festhalten wollen, dadurch aber so erschüttert war, dass sie ihre Gedanken dazu nicht einmal mehr niederschreiben konnte.

Auf der anderen Seite gab es viel über die alltäglichen (Familien-)Sorgen und Ereignisse zu lesen, wie eine Auflistung von Geschenken an Geburtstagen und Weihnachten, die Gedanken über Vorratshaltung während der Zeit der Rationierung und natürlich auch ihren Kummer über Krankheiten der Kinder oder die Untreue ihres Mannes. Dabei hat Astrid Lindgren viele dieser Dinge - obwohl die Tagebücher ja von ihr vollkommen privat geführt wurden - nicht ausformuliert oder nur angedeutet. Ohne das Wissen, das ich schon über das Leben der Schriftstellerin hatte, hätte ich mit einigen Aussagen gar nichts anfangen können, weil Astrid Lindgren es natürlich nicht nötig hatte, für sich ganz persönlich Dinge weiter auszuführen, die sie so tief bewegten.

Auffällig fand ich auch, dass ihre Karriere während einer Phase ihres Lebens anfing, in der mir ihre Tagebucheinträge das Gefühl gegeben haben, dass sich Astrid Lindgren nicht gut fühlte. Eine Phase, in der der Krieg rund um Schweden endlos zu sein schien, während die Nachrichten über all die Opfer nicht abrissen und Astrid Lindgren über ihre Arbeit private Briefe von Augenzeugen in die Hände bekam, die sie nicht so schnell losließen. Dazu kam der Kummer mit ihrem Mann und die Tatsache, dass sie dank eines verstauchten Knöchels nicht aus dem Haus konnte, um sich wie gewöhnlich bei einem Spaziergang oder eine Radtour die schlechten Gedanken aus dem Kopf blasen zu lassen. Das gab mir das Gefühl, dass sie sich anfangs in ihre Geschichten flüchtete, um eine Auszeit von ihrer Realität genießen zu können.

Ich fand es auf jeden Fall bereichernd, dieses Tagebücher zu lesen. Nicht nur, weil ich Astrid Lindgren als Person interessant finde und es spannend war, ihre Sicht auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs zu erleben, sondern auch, weil es - mir bislang nicht bewusste - Aspekte des Krieges rund um die skandinavischen Länder und ihre Bevölkerung präsentiert hat. Mein einziger Kritikpunkt wäre die Präsentation der verschiedenen Elemente in dieser Veröffentlichung. So liebevoll das Buch aufgemacht ist, so fand ich es stellenweise doch etwas schwierig zu lesen. Man bekommt erst die Tagebucheinträge eines Jahres als Übersetzung zu lesen, daran angehängt wurden die Faksimiles der Originaltagebucheinträge inklusive der eingeklebten schwedischen Zeitungsausschnitte und danach kamen die Übersetzungen der Zeitungsaussschnitte. Das bedeutete, dass ich bei jeden Verweis auf einen Ausschnitt das Lesen unterbrechen und zweimal blättern musste (einmal, um das Original zu betrachten, ein weiteres Mal, um die Übersetzung zu lesen), um alles zu verstehen. Ich bin mir sicher, dass es deutlich (arbeits- und platz-) aufwändiger gewesen wäre, wenn man versucht hätte, die Artikel samt Übersetzungen in der Reihenfolge in den Text einzubetten, in der sie auch im Original gewesen wären. Aber zum Lesen hätte ich es angenehmer gefunden, wenn ich innerhalb eines Jahres nicht immer hätte hin- und herblättern müssen.